Ungarn Tourismusausblick

Ungarn: Tourismusausblick

Herbst 2022: Energiekosten und Aussetzen von Unterstützungszahlungen – hohe Inflation ist nicht die einzige Schwierigkeit – Stornobedingungen noch wichtig – Wechselkurs und Inflation beeinflussen Urlaubsplanung – angepasste Kommunikation

COVID-19 – vom Winde verweht

Im Alltag ist COVID-19 – auch wenn die vierte Impfung besprochen wird – nur ein marginales Thema.

Steigende Energiekosten als Auswirkung des Ukraine-Krieges auf die Wirtschaft (besonders in Bezug auf die Energiepreise) und das Aussetzen von EU-Unterstützungszahlungen aufgrund hoher Korruption und mangelnder Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien seitens der ungarischen Regierung dominieren die öffentliche Debatte. Die Regierung hinterfragt zudem aktiv die Sinnhaftigkeit und Wirkung der Sanktionen gegenüber Russland.

Teuerungen kommen in den Brieftaschen an

Die aktuelle Dynamik bekommen die Ungar*innen an vier Fronten zu spüren:

Steigende Mietpreise. Die Mieten sind im Vergleich zum Vorjahr in Budapest um 24 % gestiegen.

Steigende Kreditzinsen. Der Leitzinssatz ist im letzten Jahr von unter 2 % auf aktuell 11,75 % gestiegen. Wer nicht längerfristig gebunden ist, muss mit mindestens einer Verdoppelung der Kreditzinsen rechnen.

Inflation. Diese lag im Juli 2022 bei 16,7 %.

Währungsparität. Der EUR-HUF-Kurs liegt aktuell konstant bei 1 : 402. Vor einem Jahr lag der Kurs noch bei 1 : 360.

Große Reiselust, Last-Minute-Buchungen

Die Reiselust der Ungar*innen war im Sommer sehr groß und auch die Touristiker*innen in Ungarn freuten sich über eine gute Saison. Lediglich bei Gästen aus den Vereinigten Staaten hätte man ein besseres Ergebnis erwartet. In den nächsten sechs Monaten möchten die Menschen trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen Urlaube nicht missen. In der Ski-Fangemeinde steht Ski-Urlaub ganz oben auf der Reiseliste, aber auch Erholungsurlaub im Schnee ist immer mehr ein Thema.

Bei der Urlaubsentscheidung spielen die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – sowohl die des Landes als auch die der einzelnen Personen – die größte Rolle. Aufgrund der Lage wird wieder ein Last-Minute-Buchungsverhalten erwartet. Stornobedingungen werden weiterhin eine wichtige Rolle bei der Buchungsentscheidung einnehmen. Trotzdem will man lieber Urlaub machen, als sich die Ersparnisse von der Inflation „auffressen“ zu lassen.

Winter gern in Österreich, aber!

Last-Minute-Entscheidungen und kurzfristige Buchungen beschreiben das Urlaubsverhalten der Ungar*innen. Die große Sehnsucht nach Skifahren in Österreich und die fast grenzenlose Liebe der Ungar*innen zu Österreich bestehen fast wie vor der Pandemie. Faktoren, die die Urlaubsplanung beeinflussen können:

  • die Entwicklung der EUR-HUF-Kurses;
  • die Entwicklung der Inflation;
  • die von Österreich gesetzten Coronaregelungen.

Kommunikation stets angepasst und flexibel!

Die Tonalität der Kommunikation sollte an die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Klare, übersichtliche Informationen über weitere Coronamaßnahmen sind für die kommenden Monate weiterhin wichtig. Wie auch vor COVID-19 ist der Onlinebereich der primäre Ausspielungsraum für eine erfolgreiche Kommunikation. Offlinekanäle wie Wochenzeitschriften und Out-of-Home-Werbung sind sinnvolle und nützliche Ergänzungen.