Tourismusforschung

Tourismusforschung

Aufgabe der Tourismusforschung ist es, das Wissen über Märkte und (potenzielle) Urlauber auf Basis professioneller Marktforschung zu sichern und weiter auszubauen. Um dies zu erreichen, führen wir eigene Studienreihen wie T-MONA oder Länderstudien durch, beteiligen uns an etablierten Umfragen (z.B. Deutsche Reiseanalyse), analysieren Statistiken zum nationalen und internationalen Tourismus, führen Ad-Hoc-Forschungsprojekte (Spezialstudien) durch und beschäftigen uns mit den Auswirkungen gesellschaftlicher Trends auf den Tourismus.

Alle unsere Studien und Analysen stehen der österreichischen Tourismusbranche in Form eines kostengünstigen Online-Zugangs zur Verfügung. Registrieren Sie sich für den WiPool und tauchen Sie in das umfangreiche Wissen der Tourismusforschung ein!

Überblick über alle Studien und Berichte


Studiendatenbank

Markt auswählen:
Thema auswählen:
Quelle auswählen:

Pro & Contra im Mai: Unauthentische Events: Missbrauchtes Brauchtum?

Jodelabende im Dirndl für asiatische Gäste - immer mittwochs von 19.00 bis 20.00 Uhr. Verkommt Brauchtum zu einem kommerziellen Vermarktungsgag?

Pro

Ich weiß nicht wie Sie das sehen, aber wenn ich auf Urlaub ins Ausland fahre, dann will ich die Kultur des Landes kennen lernen. Ich möchte traditionelle Tänze und Rituale sehen und die Kultur vor Ort hautnah erleben. Ich will Musik auf althergebrachten Instrumenten inszeniert und traditionelle Lieder hören. Am interessantesten sind natürlich Kulturen, die sich von meiner stark unterscheiden. Am liebsten wäre ich der einzige Tourist, der sich wie ein Mäuschen unter das Volk mischt und alles unverfälscht erlebt.

Aber realistisch betrachtet ist das nun einmal nicht so leicht. Das Lichterfest in Thailand wird am Tag des Vollmonds im zwölften Monat des traditionellen Lunisolarkalenders gefeiert und das Farbenfest in Indien am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun. Zu diesen großen Ereignissen wird das Urlaubziel ohnehin schon überströmt von Touristen, und trotzdem kann nicht jeder an diesem bestimmten Datum verreisen.

Genauso ist es auch mit unseren Traditionen in Österreich: Kirtag, Almabtrieb, Erntedankfest usw. finden alle nur einmal im Jahr statt. Und nicht jeder ist mit fünf Wochen Jahresurlaub und freier Wahl, wann diese konsumiert werden, gesegnet. Also warum sollen unsere Gäste, die unser schönes Land mit seiner Kultur und seinen Traditionen erleben wollen nicht ein bisschen was geboten bekommen. Ich denke, wenn Menschen eine lange Anreise und meist auch hohe Kosten auf sich nehmen um ihren knapp bemessenen Urlaub bei uns zu verbringen, dann sollen sie doch jemandem zuhören dürfen, der im Dirndl die Zither spielt oder selbst in Lederhosen das Jodeln ausprobieren. ta

Contra

Ein häufig genanntes Motiv für Reisen ins Ausland ist das Kennenlernen anderer Kulturen sowie fremder Sitten und Bräuche. Diese bringen Tourismusdestinationen ihren Gästen gerne in Form inszenierter Events näher: vom vorgezogenen Almabtrieb über Jodel-Abende bis hin zu Sissi-Kostümierungen und „Sound of Music“-Gedenkfahrten findet sich so einiges im Veranstaltungsangebot. Auch wenn manches aus marketingtechnischer Sicht sicher seine Berechtigung hat, frage ich mich doch, welches Bild der österreichischen Alltagskultur unseren Gästen damit eigentlich vermittelt wird. Ich für meinen Teil bin zumindest für gewöhnlich eher nicht jodelnd und Apfelstrudel essend im Dirndl anzutreffen.

Auch bei mir selbst hat der Besuch derartiger Veranstaltungen im Auslandsurlaub oftmals einen schalen Beigeschmack hinterlassen und ich habe mich im Nachhinein gefragt, wie authentisch das Gebotene tatsächlich war. Ich hatte bei meiner letzten Fernreise das Glück, die Bekanntschaft einer ansässigen Familie zu machen und mit dieser zusammen einen Tag am Strand inmitten von selbst gekochten Speisen sowie improvisierter Musik und Tanz verbringen zu dürfen. An diesem Tag war die Seele dieses Landes und seiner Bewohner ganz deutlich zu spüren und das war für mich das eindrücklichste Erlebnis der gesamten Reise.

Man muss ja seine Gäste nicht gleich auf die eigene Hochzeit einladen, aber als Gastgeber solche persönlichen Begegnungen zu fördern, wäre doch ein schöner Weg, interessierten Urlaubern die österreichische Lebensart auf natürliche Weise näher zu bringen. Das schafft Eindrücke, die tatsächlich unvergesslich bleiben. ap

Pro
47 %
Contra
53 %

WiPool

Ihr Login zum Wissen der Tourismusforschung.


ÖW News abonnieren

Der b2b-Newsletter der Österreich Werbung informiert Sie über Aktivitäten, Themen, Märkte und Tourismusforschung weltweit.

mit * gekennzeichnetes Feld bitte ausfüllen