Schweiz Tourismusausblick

Schweiz: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Niedrige Inflation und Arbeitslosenquote – BIP stagniert, ab zweiten Quartal 2023 Erholung – Reisenachholbedarf nach Corona noch vorhanden – Trend hin zu alternativen Sportarten im Schnee hält an – evtl. Beeinflussung der Sommerbuchungen durch Personalmangel

Wirtschaft und Gesellschaft

In den letzten Monaten gab es kein beherrschendes Thema, das die Menschen
bewegte, vielmehr zeigte sich eine Rückkehr zur Vielfalt, seien es innenpolitische Agenden, Verhandlungen mit der EU, die Fußball-WM, der Ski-Weltcup oder eine Krankheitswelle aufgrund mehrerer Viren. Anders als ursprünglich befürchtet, ist die Stromversorgungssicherheit der Schweiz laut Fachleuten nicht gravierend gefährdet. Die Inflation ist im internationalen Vergleich mit rund 3 % sehr niedrig. Somit sind auch diese Themen nicht dominierend.

Die Schweizer Wirtschaft hat sich in diesem Jahr erstaunlich gut entwickelt. Das zeigen auch Daten zum dritten Quartal des Staatssekretariats für Wirtschaft – das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs um 0,2 %. Die Arbeitslosenquote liegt auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Die meisten Konjunkturbeobachter*innen rechnen nicht damit, dass die Schweiz in diesem Winter in eine Rezession fällt. Der Konsens lautet, dass das BIP im vierten Quartal 2022 und im ersten Quartal 2023 wohl stagnieren wird. Danach soll es wieder aufwärtsgehen.

Tourismus und Trends

Laut einer aktuellen Umfrage von Kuoni (durchgeführt von Marketagent) planen 31 % der Schweizer*innen für 2023 eine Erhöhung des Reisebudgets, 48 % wollen am bisherigen Betrag festhalten. Der Reisenachholbedarf nach Corona scheint noch nicht gestillt.

Auch die anderen großen Reiseveranstalter spüren definitives Interesse an Ferien im Frühling und Sommer 2023 und erwarten nach wie vor ein deutlich kurzfristigeres Buchungsverhalten als vor der Pandemie. In einer Umfrage des Branchenmediums „Travel Inside“ wurden 50 % der Buchungen über Weihnachten und Silvester in weniger als 45 Tagen vor der Abreise getätigt.

Gemäß der Tourismusprognose der KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich) dürfte sich auch im Winter 2022/23 der Trend zu Ferien im eigenen Land auf den Inlandstourismus auswirken, allerdings scheint der Zenit überschritten zu sein. Auch Schweiz Tourismus rechnet mit einem Rückgang einheimischer Gäste.

Bei den Urlaubsaktivitäten im Schnee ist weiterhin ein starker Trend zu alternativen Sportarten erkennbar. Neben Alpin-Ski stehen Winterwandern, Schneeschuh-Trekking, Langlaufen, Schlittenfahren, Skitourengehen etc. hoch im Kurs.

Urlaub in Österreich

Prinzipiell sind Reisen aus der Schweiz ins Ausland durch den starken Franken aktuell günstiger. Die durch die Inflation erhöhten Preise gleichen diesen Wechselkursvorteil jedoch wieder aus – die Inflation im eigenen Land ist gering.

In den vergangenen beiden Sommern haben die Schweizer*innen die Berge im eigenen Land entdeckt. Sie bleiben bei einer Urlaubsentscheidung zugunsten des alpinen Raums auch gern im eigenen Land. Zudem wird die Sehnsucht nach Ferien am Meer auch 2023 bestehen bleiben.

Entscheidend für Österreich dürfte mitunter sein, ob der Personalmangel zu teilweisen Reduktionen von Angeboten im Hotel und der Region führt und ob es Einschränkungen aufgrund von Energiesparmaßnahmen gibt. Nicht zu unterschätzen ist auch der bisherige Wettbewerbsvorteil der typisch österreichischen Gastfreundschaft, die durch den vermehrten Einsatz ausländischer Mitarbeiter*innen ein Stück weit verloren geht.