Ungarn Tourismusausblick

Ungarn: Tourismusausblick

April/Mai 2022: große Hilfsbereitschaft – Ausmaß des Wirtschaftswachstums bleibt abzuwarten – Stornobedingungen noch wichtig – Einreisebestimmungen noch Thema – angepasste Kommunikation

Den Moment genießen

Das Leben in Ungarn, vor allem in der Hauptstadt Budapest, läuft seit Längerem beinahe wie vor Beginn der Pandemie. Nachdem die Zahl der Neuerkrankten und die 7-Tage-Inzidenz im Jänner 2022 mit einer vierten Welle auf ein Rekordhoch stiegen, nahmen die Zahlen seit Anfang Februar wieder ab. Seit Mitte März nehmen sie erneut leicht zu. Mittlerweile sind 66,4 % der Bevölkerung einmal und 64,2 % vollständig geimpft, eine Booster-Impfung haben bis jetzt 42,4 % der Bevölkerung erhalten. Das entspricht etwa 3,8 Millionen Menschen. Als Nachbarland zeigt sich Ungarn sehr hilfsbereit: Die Bevölkerung strengt sich an, den Flüchtlingen aus der Ukraine Hilfe zu leisten. Laut Regierungsangaben betrug die Anzahl der Flüchtlinge in Ungarn Mitte März mehr als 450 000. Die Auswirkungen des Krieges sind im Moment schwer einzuschätzen. (Quellen: www.corona-in-zahlen.de/, www.portfolio.hu/, 17.03.2022)

Schwierige Rahmenbedingungen

Für 2022 rechnet das ungarische Finanzministerium mit einem weiterhin dynamischen BIP-Zuwachs um 5,9 %. Ob Ungarns Wirtschaft auch 2022 über 5 % wachsen kann, hängt aber in entscheidendem Maße von der Wiederherstellung der globalen Lieferketten, den Energiepreisen und allgemein der Inflation ab. Die Auswirkungen des Krieges sind im Moment schwer einzuschätzen, allerdings reagierte der Forint (HUF) auf den Ausbruch des Krieges mit einem starken Rückgang. Dieser schwächte sich seither zwar ab, aber konnte noch nicht wieder in die Ausgangszone zurückkehren. (Quellen: wko.at, 06.03.2022, www.portfolio.hu/, 23.03.2022).

Große Reiselust, Last-Minute-Buchungen

Nach zwei Jahren ist die Sehnsucht zu reisen groß, sei es zu Ostern oder im Sommer. Die Kurzfristigkeit der Buchungen wird wahrscheinlich auch in der Zukunft bleiben, daher werden auch die Stornobedingungen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Reiseentscheidung spielen.

Im Moment ist es schwer einzuschätzen, wie sich die Kriegssituation im Nachbarland Ukraine auf die Urlaubsentscheidung der Ungar*innen auswirkt. Die Schwankung des EUR-HUF-Kurses kann allerdings die Destinationsauswahl beeinflussen.

Ostern und Sommer gern in Österreich, abhängig von den Reisebestimmungen

Das Urlaubsverhalten der Ungar*innen ist von Last-Minute-Entscheidungen und kurzfristigen Buchungen geprägt. Dass Österreich weiterhin beliebtes Urlaubsziel ist, zeigt die Tatsache, dass die Zahl der Anfragen nach Skiurlaub bei den Reiseveranstaltern gleich nach der Ankündigung, dass die Corona-Maßnahmen gelockert werden, sprunghaft anstieg. Nichtsdestotrotz muss das Image von Österreich in Ungarn verbessert werden. Die Komplexität der Corona-Maßnahmen (u. a. die Nichtanerkennung von Sputnik V und teilweise Sinopharm sowie die Nichtanerkennung von Antikörpertests) gestalteten den Österreich-Aufenthalt für einen bedeutenden Teil der Ungar*innen sehr umständlich. Die in der Vergangenheit gesetzten Regelungen haben die fast grenzenlose Liebe der Ungar*innen zu Österreich ein wenig überstrapaziert.

Angepasste Kommunikation

Die Tonalität der Kommunikation sollte der Kriegssituation entsprechend angepasst werden. Klare, übersichtliche Informationen über weitere Maßnahmen sind für die kommenden Monate weiterhin wichtig. Wie auch vor COVID-19 ist der Onlinebereich der primäre Ausspielungsraum für eine erfolgreiche Kommunikation. Offlinekanäle wie Wochenzeitschriften und Out-of-Home-Werbung sind sinnvolle Ergänzungen.