Ungarn Tourismusausblick

Ungarn: Tourismusausblick

Nov./Dez. 2021: indoor mit Immunitätsnachweis – Wirtschaftswachstum besser – Buchungen noch kurzfristiger – Einreisebestimmungen für Österreich haben großen Einfluss – aktive Kommunikation

Trotz steigender Zahlen läuft der Alltag fast wie früher

Das Leben in Ungarn, vor allem in der Hauptstadt Budapest, läuft beinahe wie vor Beginn der Pandemie. Die 7-Tage-Inzidenz und die Zahl der Neuerkrankungen steigen in Ungarn seit September wieder an. Mittlerweile sind 61 % der Bevölkerung einmal und 59 % vollständig geimpft, eine Booster-Impfung haben bis jetzt knapp 16 % der Bevölkerung erhalten. Das entspricht etwa 1,6 Millionen Menschen. Seit Anfang des Sommers steht die Impfung auch für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen zur Verfügung, Anfang November betrug der Anteil der geimpften Schüler*innen über 12 Jahre 50 %. Außer in Gesundheitseinrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt keine Maskenpflicht mehr. Restaurants, Hotels, öffentliche Bäder und Spa-Einrichtungen sowie Kinos und Theater können ohne Immunitätsausweis besucht werden, während der Besuch von Indoor-Veranstaltungen, Sport- und Tanzevents ausschließlich mit Immunitätsausweis erlaubt ist. Nichtsdestotrotz nimmt die Anzahl der Personen, die einen Mund-Nasen-Schutz in den Geschäften und auf den Straßen tragen, offensichtlich zu.

Zuversicht für die Wirtschaft

Im zweiten Quartal war die Leistung der ungarischen Wirtschaft (saison- und kalenderbereinigt) um 2,7 % besser als im ersten Quartal. Das BIP ist um 17,9 % höher als vor einem Jahr, als der erste Schock der Coronavirus-Krise zu massiven Einbrüchen in der heimischen Wirtschaft führte. Analyst*innen hatten zuvor mit einem Wirtschaftswachstum von 2 % gegenüber dem Vorquartal und von 17,2 % gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Mit anderen Worten: Die Wirtschaft expandierte sogar schneller als von Expert*innen erwartet. Laut Prognosen des ungarischen Wirtschaftsinstituts GKI werden sowohl die Wirtschaftspolitik der Regierung als auch jene der Zentralbank den kurzfristigen Wahlzielen untergeordnet.

Große Reiselust, Last-Minute-Buchungen

Laut einer repräsentativen Studie von Reacty Digital plant fast ein Drittel der Bevölkerung eine Inlandsreise und ein Zehntel eine Auslandsreise in der Herbst/Winter-Saison. Fast zwei Fünftel derjenigen, die in diesem Jahr bereits verreist sind, möchten ins Ausland reisen. (Quelle: origo.hu/gazdasag/20210916-utazas-turizmus-szezon-szallashely.html) Entscheidend sind die Stornobedingungen und die von der Regierung veröffentlichten Sicherheitsmaßnahmen. Es ist davon auszugehen – und das wird auch von Reiseveranstaltern bestätigt –, dass Reservierungen last minute getätigt werden.

Advent und Winter gern in Österreich, abhängig von den Einreisebestimmungen

Die Ungar*innen würden den Winter liebend gern in Österreich verbringen – sei es für einen Adventmarktbesuch oder zum Skifahren. Skiveranstalter, die Österreich im Programm haben, berichten von einem Interesse, das auf dem gleichen Niveau wie in der Wintersaison 2019/2020 oder sogar höher ist. Dass Antikörpertests seit 8. November 2021 im Sinne der 3-G-Regel nicht mehr gültig sind, betrifft die mit Sputnik V und Sinopharm Geimpften leider ungünstig. Der Erfolg der diesjährigen Wintersaison ist stark an bestehende Einreisebestimmungen gekoppelt und hängt auch davon ab, ob diese beiden Impfstoffe in Österreich akzeptiert werden. Entscheidend wird auch sein, ob die Regelungen familienfreundlich sind, welche Regelungen für Kinder zwischen 12 und 15 bzw. Jahren gelten. Last-Minute-Entscheidungen und kurzfristige Buchungen prägen das Urlaubsverhalten der Ungar*innen.

Aktive Kommunikation führen

Klare, übersichtliche Informationen über die Maßnahmen für den kommenden Winter sind sehr wichtig. Es sollte primär online kommuniziert werden. Der Offlinebereich (Wochenzeitschriften, Out-of-Home) ist durchaus eine sinnvolle Ergänzung.