China Tourismusausblick

China: Tourismusausblick

Juli 2021: internationale Reisen ab 2022? – COVID-19-Auswirkungen auf Wirtschaft – Überalterung – junge Bevölkerung tonangebend – Reiseerleichterungen 2022? – ländlicher Lifestyle gefragt

Impftempo erhöht

Aktuellen Medienberichten zufolge halten hochrangige chinesische Impfexpert*innen, allen voran Zhang Wenhong, eine schrittweise Öffnung der chinesischen Außengrenzen für internationale Reisen im Laufe der ersten Hälfte 2022 für möglich. Das vom deutschen BioNTech-Konzern entwickelte mRNA-Vakzin soll in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Pharma-Unternehmen Fosun ab August in China produziert werden. Nach einem langsamen Start hat es China nun geschafft, das Impftempo im Land zu erhöhen. Durchschnittlich werden derzeit 17 Millionen Dosen pro Tag verimpft. Die nun erreichte Marke von 1 Milliarde verimpfter Dosen bedeutet, dass voraussichtlich per Ende Juli etwa 40 % der Bevölkerung geimpft sein werden. Das Ziel, bis Jahresende 80 % der Bevölkerung geimpft zu haben, um Herdenimmunität zu erreichen, ist somit in greifbare Nähe gerückt. Die nationale Impfstrategie hat zu Beginn der COVID-19-Pandemie den Export der chinesischen Impfstoffe, besonders in stark betroffene und/oder Entwicklungsländer, vorgesehen. Da die Situation in China selbst aufgrund strenger Einreiseregeln, Massentests und regionaler Lockdowns gut unter Kontrolle gebracht werden konnte, war die Bevölkerung nicht besonders impffreudig. Dies hat sich in den vergangenen Monaten geändert. Lokale COVID-19-Ausbrüche – derzeit in der Region Guangdong – und die damit verbundenen Maßnahmen der Regierung haben die Bevölkerung zum Impfen motiviert. Hongkong will noch im Juli die Einreise von bestimmten Reisenden aus Nicht-Hochrisikoländern (geimpft, Antikörper laut Bluttest) inkl. aus Österreich mit einer Woche Quarantäne erlauben.

COVID-bedingte Hafenschließung

Chinas Volkswirtschaft hat im ersten Quartal 2021 um 18,3 % im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Dies lag an der starken Nachfrage des Binnenmarktes und an boomenden Exportgeschäften. Es handelt sich hierbei um den größten Zuwachs seit Beginn der Aufzeichnungen und kann mit dem starken, COVID-19-bedingten Einbruch der Wirtschaft im vergangenen Jahr erklärt werden. Die Wirtschaft erholt sich konjunkturell zwar weiterhin, die Dynamik dürfte allerdings etwas nachlassen. China hat jedoch trotz globaler Wirtschaftskrise seine Entwicklungen in den Bereichen 5G, KI und digitale Technologien fortgeführt.

Obwohl die wirtschaftliche Lage in China grundsätzlich stabil ist, gibt es auch in China immer wieder coronabedingte Auswirkungen auf die Wirtschaft. Ein aktueller regionaler COVID-19-Cluster in der Küstenprovinz Guangdong sorgt derzeit für massive Verzögerungen im südchinesischen Frachthafen Shenzhen-Yantian. In den vergangenen Tagen lagen zeitweise bis zu 130 Containerschiffe aus aller Welt vor dem Hafen vor Anker. Der Grund für diesen Stau ist die von den chinesischen Behörden angeordnete, coronabedingte teilweise Schließung des Hafens. Expert*innen zufolge könnte dieser Rückstau schlimmere Auswirkungen haben als die Blockade des Suezkanals diesen März. Vor allem für die Elektronik- und Technologiebranche sind die Logistik-Verzögerungen im viertgrößten Hafen der Welt problematisch, da ca. 90 % dieser Exporte aus China über den Hafen von Shenzhen-Yantian laufen. Bemerkenswert ist, das chinesische Medien nur in kleinen Randnotizen von diesem gewaltigen Rückstau im Hafen berichten. Darüber hinaus sorgt derzeit ein neues Gesetz, das ausländischen Firmen verbietet, internationale Sanktionen gegen China umzusetzen, für Aufregung. Wenn also nun ein ausländisches Unternehmen z. B. US-amerikanische Sanktionen gegen einen chinesischen Konzern einhält, droht ihm ein Gerichtsverfahren in China.

Der Wohlstand der Gesellschaft und die Erfahrungen aus der Pandemie haben einen Trend hin zu einem gesünderen Lifestyle, zur Natur und zu persönlicher Abgrenzung von den Massen mit sich gebracht. Eine aktuelle Volkszählung hat gezeigt, dass Chinas Bevölkerung immer älter wird und so langsam wächst wie seit zehn Jahren nicht mehr. Obwohl die Ein-Kind-Politik bereits 2016 von der Zwei-Kind-Politik ersetzt wurde, ist heute jede*r fünfte Chinesin*Chinese über 60 Jahre alt. Dies stellt Peking vor immense Probleme, da eine immer kleiner werdende Zahl erwerbstätiger Menschen eine immer größer werdende Gruppe von Pensionist*innen erhalten muss.

Große Reisefreude innerhalb Chinas

Wie chinesische Reiseveranstalter melden, waren Inlandsreisen auch während der letzten dreitägigen Drachenboot-Feiertage wieder sehr beliebt. Besonders die Jugend ist sehr reiselustig. Über 80 % der Reisenden waren zwischen 18 und 35 Jahre alt. In China setzt die junge Generation nicht nur Trends und prägt Marketingkampagnen, sie ist auch das Grundgerüst der wirtschaftlichen Kraft und Entwicklung. Dies liegt einerseits an ihrer großen Anzahl, andererseits aber auch an ihrem Selbstverständnis. Sie gehören der ersten Generation an, für die Konsum und Wirtschaftswachstum selbstverständlich sind, da sie in die neue, moderne Ära Chinas hineingeboren wurden. Große Beratungsfirmen prognostizieren, dass bis 2025 die Hälfte aller Luxusartikel von Chines*innen gekauft werden. Vor der COVID-19-Pandemie war China der stärkste touristische Herkunftsmarkt, zwei Drittel aller in China ausgestellten Reisepässe sind in Besitz von unter 40-Jährigen.

Auslandsreisen de facto unmöglich 

Auslandsreisen sind derzeit für Chines*innen nicht möglich. Aktuellen Medienberichten zufolge halten hochrangige chinesische Impfexpert*innen, allen voran Zhang Wenhong, eine schrittweise Öffnung der chinesischen Außengrenzen für internationale Reisen im Laufe der ersten Hälfte 2022 für möglich. Ein vereinfachtes Einreiseprozedere nach China – also ohne die derzeit verpflichtende mindestens zweiwöchige Quarantäne – soll für das Frühjahr 2022 mit jenen Ländern verhandelt werden, in denen die COVID-19-Situation gut unter Kontrolle gebracht wurde und die Impfraten besonders hoch sind.

Neuer Trend spricht für Urlaub in Österreich

Der neue Trend hin zu gesünderem Leben und nachhaltigerem Lifestyle hält an und ist besonders bei unserer Zielgruppe sehr beliebt. Auf diesem Gebiet hat Österreich als Urlaubsland besonders viele Möglichkeiten anzubieten.