Belgien Tourismusausblick

Belgien: Tourismusausblick

April/Mai 2022: soziales Leben normalisiert sich – Reisekosten steigen aufgrund der Inflation – Reiseveranstalter sprechen von großer Nachfrage – Sommer entwickelt sich für Österreich sehr positiv – Österreich punktet mit vielen Angeboten

Wieder steigende Neuinfektionen

Nach dem Wegfall beinahe aller Corona-Maßnahmen (nur noch Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Spitälern und Pflegeheimen) steigen wieder alle Corona-Werte wie auch die Neuinfektionen auf beinahe 11 000 pro Tag. Noch sind die Intensivbettenbelegung und Todesfälle leicht rückläufig. Auch die Bereitschaft zur Booster-Impfung ist rückläufig: 80,1 % der belgischen Bevölkerung erhielten die erste Impfung, 79,2 % sind vollständig geimpft, 61,5 % sind „geboostert“. In Flandern liegen die Quoten höher: 85,2 % der Bevölkerung hatten eine Erstimpfung, 84,4 % sind vollständig geimpft, 70,1 % erhielten einen Booster. Mit den frühlingshaften Temperaturen hat sich das Alltagsleben wieder mehr ins Freie verlegt und das soziale Leben hat sich normalisiert. Die Behörden gehen von keiner zusätzlichen Belastung der Krankenhäuser aus und rechnen erst im Herbst mit neuen Maßnahmen.

Temporäre Senkung der Umsatzsteuer auf Strom und Gas

Nach der Deckelung der Treibstoffabgaben wurde von der belgischen Regierung auch eine temporäre Senkung der Umsatzsteuer auf Strom und Gas von 21 % auf 6 % ab April beschlossen. Diese Erleichterung für Privathaushalte hat jedoch keine Auswirkung auf die monatlichen Rechnungsbeträge, sondern wird erst am Ende des Jahres gegengerechnet. Haushalte mit Ölheizung erhalten einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro auf die folgende Heizöl-Bestellung. Grundsätzlich werden alle Lebensmittel spürbar teurer und eine Minderheit von Konsument*innen begann mit Hamsterkaufen. Dies führte dazu, dass Supermärkte die Abgabemenge von Speiseöl, Mehl und Dosengemüse pro Person einschränkten. Die belgische Nationalbank hat ihre Prognose des wirtschaftlichen Wachstums auf 2,4 % für dieses Jahr gesenkt. Zwei Gründe sind laut Nationalbank dafür ausschlaggebend: Die Preissteigerungen senken das Vertrauen der Konsument*innen, die Erhöhung der Treibstoffpreise und der Rohstoffmangel verlangsamen den industriellen Aufschwung nach der Pandemie.

Frühbucher-Boni

Die Urlaubsbegeisterung ist groß. Die Medien fordern die Menschen zudem auf, beliebte Sommerdestinationen schnell zu buchen, weil durch die wachsende Inlandsnachfrage in den Zielländern die Hotelpreise steigen und Fluglinien ihre Kapazitäten nicht unbegrenzt erhöhen können würden. Mit 1. April wurde auch eine Flugsteuer auf Tickets eingeführt (von 2 bis 10 Euro pro Person), die von den Airlines aufgrund der Kurzfristigkeit nicht auf bereits gebuchte Flüge weiterverrechnet wurde. Das gilt nicht für zukünftige Treibstoffzuschläge, die auch bereits gebuchte Flugpauschalreisen erheblich teurer machen können. Vor dem Ukraine-Krieg und der damit eingehenden Energiekrise erfreuten sich die Reiseveranstalter am Anstieg der monatlichen Buchungszahlen im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten und am Anstieg des durchschnittlichen Reisebudgets um 6 %. Zurzeit wird in Werbekampagnen versucht, den vor allem durch Corona aufgekommenen Trend zu kurzfristigen Buchungen mit Frühbucher-Boni zu durchbrechen und die durch den Krieg gebremste Buchungsfreude wieder anzukurbeln.

Liebe zu Österreich als Urlaubsland ist ungebrochen

Österreich steht in dieser Hinsicht besser da als jedes andere Land. Was die Osterferien betrifft, freuen sich belgische Gäste über günstige Angebote für ihren Frühlings-Skiurlaub, da die erste Ferienwoche noch vor den Osterferien in Österreich und anderen Ländern stattfindet. Die Liebe zu Österreich als Urlaubsland ist ungebrochen und so sieht es für den Sommer absolut positiv aus: Bei den Autoferien des belgischen Marktführers TUI steht Österreich im Vergleich zu den Vorjahren an der Spitze des Rankings.

Natur, Gastfreundschaft, Familienfreundlichkeit

Österreich punktet bei belgischen Gästen vor allem mit Naturlandschaften mit Bergen und Seen, mit der Gastfreundschaft und der Familienfreundlichkeit, der hohen Qualität der Unterkünfte und der Verpflegung (vorzugsweise in kleinstrukturierten Familienbetrieben) und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Urlaub entdecken die Belgier*innen gerne Neues und sind sehr unternehmenslustig. Regionale Gästekarten und Freizeitaktivitäten für die gesamte Familie von der Bademöglichkeit bis zum E-Bike-Verleih werden gern angenommen. Lokale Spezialitäten und die Nachhaltigkeit vor Ort sind weitere Pluspunkte für belgische Urlauber*innen.