Belgien Tourismusausblick

Belgien: Tourismusausblick

Oktober 2021: hohe Impfquote – E-Commerce steigt weiter – Reiseveranstalter sprechen von sehr großer Nachfrage – klare Kommunikation

Impfstoffe für dritte und vierte Impfung bestellt

Fast 73 % der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft, was 8,4 Millionen Einwohner*innen entspricht. Flandern liegt mit einer Durchimpfungsrate von 79 % an der Spitze, danach folgt die Wallonie mit 67 % und Brüssel mit 52 % (Stand: 6. Oktober 2021). Generell hat Belgien eine der höchsten Impfquoten Europas. Impfstoffe für die dritte und vierte Impfung sind bereits bestellt. Die Regierung rechnet damit, dass 2022 und 2023 wieder Massenimpfungen gegen Corona erforderlich sein werden. Derzeit erhalten Risikopatient*innen ihre dritte Impfung.

Wirtschaftserholung, aber steigende Energiepreise

Belgiens BIP brach 2020 mit -6,3 % ein. 2021 soll sich die Wirtschaft jedoch signifikant mit +4,8 % erholen. Belgische Haushalte sind kaufkräftig: In Flandern ist das verfügbare Einkommen durchschnittlich 17 % höher als in der Wallonie und 16 % höher als in Brüssel. Belgien liegt im Ranking der weltweit reichsten Länder mit einem Netto-Geldvermögen von 94 804 Euro pro Kopf auf dem elften Platz (Österreich im Vergleich auf dem 16.)

Online-Shopping wächst weiterhin: Im ersten Halbjahr 2021 wurden 5,56 Milliarden Euro für E-Commerce ausgegeben. Das waren 9 % mehr als im Jahr zuvor. Grund dafür ist, dass Events und auch Reisen vermehrt online gebucht werden. In den belgischen Medien werden aktuell die steigenden Energiepreise (Gas, Elektrizität) stark thematisiert. Vor allem Stromkund*innen mit variablen Tarifen müssen mit zum Teil hohen Nachzahlungen rechnen. Diese Entwicklung könnte eventuell das kurzfristige Buchungsverhalten beeinflussen.

Wintersporturlaub stark nachgefragt

Belgier*innen wollen wieder Skiurlaub machen. Die Nachfrage für Wintersporturlaub ist groß, deshalb organisiert das Busreise-Unternehmen „Reizen Lauwers“ bereits für die kommenden Herbstferien (1.–7. November) die ersten Busreisen in Wintersportdestinationen. Normalerweise finden diese erst zu den Weihnachtsferien statt. Brüssel verschärft die Quarantäneregeln aufgrund der Zunahme von Corona-Infektionsfällen auf den Intensivstationen. Seit 17. September müssen sich nicht vollständig Geimpfte und Nichtgeimpfte zehn Tage in Quarantäne begeben. Diese kann nur verkürzt werden, wenn der PCR-Test am siebten Tag negativ ist.

Gute Flugverbindungen im Winter

Bei den Reiseveranstaltern bricht die Buchungslage für die Wintersaison einige Rekorde. Die Buchungen sind viel schneller eingegangen als in den Vorjahren. Dick Van Dyck von „JOSK Reizen“ bestätigt, dass der August als bester Buchungsmonat seit 32 Jahren gilt. Einige Reisende machen ihre Reisegutscheine oder verschobene Urlaube aus den beiden letzten Wintersaisonen geltend. Bereits jetzt sind einige Unterkünfte für die Krokus- (28.  Februar bis 4. März 2022) und die Osterferien (4.–18. April 2022) ausgebucht. Nach fast zwei Jahren ohne Skifahren wird auch gerne „etwas Besseres“ gebucht: luxuriöse Destinationen oder eine Fünf-Sterne- statt einer Vier-Sterne-Unterkunft. TUIfly fliegt ab 16. Dezember 2021 wieder zweimal pro Woche von Antwerpen nach Innsbruck. Ab 23. Dezember 2021 wird die Strecke Brüssel–Innsbruck zweimal pro Woche (donnerstags und sonntags) von Transavia angeflogen. Diese beiden Verbindungen ermöglichen auch kurze Skitrips für Wintersportler*innen.

Richtiger Zeitpunkt für Werbemaßnahmen

Da die Nachfrage nach Winterurlaub sehr groß ist, ist momentan der richtige Zeitpunkt, um für Urlaub in Österreich zu werben. Für Flam*innen ist Österreich die Nummer-1-Winterdestination. Wichtig ist es, klar zu kommunizieren, den Sicherheitsaspekt nicht aus den Augen zu verlieren und Last-Minute-Buchungen bzw. flexible Stornobedingungen anzubieten.