„Souvenirs“ aus der Unterkunft mitnehmen

Den Gästen wird in der Unterkunft so manch´ nette Annehmlichkeit in Form von Bademänteln, Pflegeutensilien, Hausschuhen, Nähzeug bis hin zu iPods geboten.  Manche Gäste fühlen sich bei deren Benutzung so wohl, dass sie diese Dinge auch gleich als ihr eigen betrachten und in ihren Koffern verschwinden lassen. Ist das ein Kavaliersdelikt, gemeiner Diebstahl oder ohnehin erlaubt, weil im Hotelpreis miteingerechnet? Wie sehen Sie das? Stimmen Sie ab!

Pro

Als ich in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis das gegenständliche Thema angesprochen habe, wurden mir die abenteuerlichsten Geschichten zugetragen: da wird die freundliche alte Tante des Cousins 2. Grades zur diebischen Elster, als sie in einem unbeobachteten Moment einen Satz Silberbesteck aus dem Speisesaal in ihrer Handtasche verschwinden lässt. Und der Nachbar des Schwagers der besten Freundin reist überhaupt schon mit einem kleinen Werkzeugkoffer an, um dann die Lampenhalterung im Hotelgang einfacher und effizienter abmontieren zu können. Ich möchte also an dieser Stelle gleich etwas klarstellen: mit „Souvenirs mitnehmen“ meine ich keine derartigen kleinkriminellen Handlungen, sondern Souvenirs, die völlig legal aus der Unterkunft mitgenommen werden dürfen: Hausschlapfen mit Hotellogo, kleine Shampoo- und Duschgelfläschchen, Seifen, Nähzeug oder ähnliches.

Warum ich selbst also am letzten Tag eines jeden Urlaubs das Hotelzimmer fein säuberlich durchsuche, um auch ja keins dieser Goodies zu übersehen? Da gibt es zum einen die emotionale Komponente, die zum Beispiel durch den speziellen Duft dieser Bodylotion die Urlaubserinnerungen auch zuhause wieder aufleben lässt. Zum anderen ist da noch die praktische Seite: die kleine Seife aus dem Hotelzimmer eignet sich perfekt für das Waschbecken im Gäste-WC daheim. Die Hotelschlapfen sind beliebt als Gästeschlapfen und die kleinen Shampooflaschen kann man prima in den nächsten Kurzurlaub im Privatquartier mitnehmen.

Ja, ich gebe zu, mit der Zeit hat sich bei mir nun doch schon eine stattliche Menge solcher Mitbringsel angesammelt – noch schön originalverpackt auf ihren Einsatz wartend. Aber die kann man sicher noch gut brauchen! Und ich schwöre, auch über die drei Duschhauben, die ich mittlerweile mein Eigen nenne, werde ich noch einmal froh sein. Ganz sicher! ap

Contra

Ich habe mich bei Freunden und Verwandten umgehört, welche Geschichten diese denn zum Thema „Souvenir-Mitnehmen“ schon gehört haben. Schnell war mir klar, dieses Thema ist ein diffiziles. Es gibt beispielsweise eine Vielzahl an verschiedenen Souvenir-Jäger-Typen. Da gibt es etwa jene mit der kriminellen Ader. Diese nehmen so ziemlich alles mit: Angefangen von Kleiderhaken, über Bademäntel, bis hin zu Aschenbechern und Klopapierrollen (?!). Ob dabei ein kleptomanisches Krankheitsbild, der Nervenkitzel oder Gier dahinter steckt, ich weiß es nicht.

Wesentlich häufiger sind aber die Eichhörnchen-Typen vertreten. Diese lieben diese kleinen Fläschchen und Döschen, die überall im Badezimmer großzügig verteilt sind. Duschgel, Seifen, Shampoo, Körperlotion - nichts ist vor ihnen sicher und alles wird am Ende des Aufenthalts mitgenommen. Und wenn das Zimmermädchen diesen Schatz auch noch täglich auffüllt, befindet sich dieser Typus im siebenten Ramsch-Himmel. Bei deren Verwendung während des Urlaubs wird im Übrigen gespart (da werden lieber die mitgebrachten Shampoos von zu Hause verwendet), damit man alles ungebraucht mit nach Hause nehmen kann.

Etwas Verständnis bringe ich für die Praktisch-Veranlagten auf, die Duschhauben, Schuhputzschwämmchen, Nähzeug und Einweg-Hausschuhe mitnehmen. Diese Dinge sind praktisch und erweisen einem nicht nur während des Urlaubs sondern auch im Alltagsleben so manch hilfreichen Dienst.

Mein persönliches Resümee: Alles was der nächste Gast nicht mehr verwenden würde (weil schon gebraucht, geöffnet, etc.), darf ich mitnehmen. Alles andere ist hingegen tabu! Denn schließlich wird dieser „Schwund“ in den Zimmerpreis miteingerechnet und das zahlen letztendlich dann doch wieder wir alle (auch ihr, liebe Kleptomanen, Eichhörnchen und Praktisch-Veranlagte). mm

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