OTAs Frankreich

OTAs in Frankreich

Online steigt - offline bleibt - direkter Kontakt ist positiv - mobile Anwendungen bei Last-Minute haben hohes Potenzial

Anteil online-Buchungen steigt weiter

Laut dem Marktforschungsinstitut Phocuswhright liegt der globale Reisevertrieb in Frankreich bei 43,6 Milliarden Euro Gesamtumsatz im Jahr 2017 und wird im Jahr 2021 voraussichtlich 48 Milliarden Euro übersteigen.

Der Anteil der Onlinebuchungen (Desktop und mobile kombiniert) lag im Jahr 2018 bei 43% und sollte im Jahr 2021 47% erreichen. Die OTAs folgen diesem positiven Trend. Dabei teilen sich das Geschäftsvolumen, aufgrund von Konsolidierungen, zunehmend wenige große Player am Markt. An der Spitze des OTA-Rankings in Frankreich steht Booking.com mit einem Umsatz von circa 4 Milliarden Euro. Dank einer effizienten Diversifizierung seines Angebotes, wie z. B. Vermietung von Ferienvillen und thematisierten Urlaubserlebnissen, wächst sein Volumen stetig. Somit sollte Booking.com seinen Marktanteil von 47% im Jahr 2017 auf 50% im Jahr 2018 steigern.

Auf Rang 2 platziert sich die Gruppe "Expedia/Hotels.com/Travelocity" mit 15% Marktanteilen, gefolgt von eDreams Odigeo (12%) und Lastminute (7%), im Jahr 2017.

Das Geschäft der historischen Online-Agenturen ist allerdings in den letzten Jahren geringer gewachsen als der direkte Onlineverkauf der Reiseveranstalter, welcher im Jahr 2018 um 7% gestiegen ist. Diese Tendenz sollte sich bis 2021 fortsetzen.

Offline überwiegt immer noch

In den kommenden Jahren wird dennoch der größte Teil der Reiseverkäufe weiterhin offline abgewickelt, vor allem in den französischen Provinzregionen.

Urlaub in Österreich wird im Reiseveranstaltergeschäft hauptsächlich als Package verkauft – wie etwa Städtereisen nach Wien oder Salzburg, Entdeckungsreisen, Aktiv- oder Erholungsurlaub in den Bergen im Sommer und Winter (meist für eine Woche). Die Themen Kultur oder Outdoor werden auf hohem Qualitätsniveau von Nischenanbietern (TO) bedient.

Zwei markante Trends werden das Geschäft der OTAs beeinflussen

Die aus der Sharing Economy entstandene Tendenz des direkten Kontakts zwischen Anbieter und Urlaubsgast kommt auch der Tourismusbranche zugute.

Vermittler wie Airbnb entwickeln sich am stärksten im Reisesegment: Mit 485.000 Unterkünften ist Frankreich der zweitwichtigste Incoming-Markt für Airbnb, nach den USA (660.000 Unterkünfte). Start-ups folgen diesem Trend und entwickeln allmögliche Sharing-Plattformen rund um Serviceleistungen bezüglich Unterkunft und Reisen. Sie positionieren sich nach Zielgruppenaffinitäten (Wanderer, Radfahrer, etc.) oder Bedürfnissen (Campingcar-Sharing, private Jet-Sharing, etc.) und können individuelle Wünschen im Reise- und Freizeitsegment über Online-Plattformen und Apps abdecken.

Die rasante Entwicklung der Mobile und Social-Media Nutzung: Laut der Mobile Marketing Association liegt Frankreich am 4. Platz im internationalen Ranking für Reservierungen über Smartphones. Reiseportale, die sowohl eine App-Anwendung als auch eine mobile Website anbieten, machten im Jahr 2017 60% der Buchungen in diesem Umfeld, verglichen zu 41% im gleichen Zeitraum 2016. Bei den OTAs generieren Reservierungen über Smartphones und Tablets die Hälfte aller Buchungen. Dabei generieren Last-Minute Reservierungen 89% des Traffics und 80% der Reservierungen. Mobile Anwendungen bringen daher für Last-Minute-Buchungen das größte Entwicklungspotential für OTAs am französischen Markt.

Hier noch die Top 5 Reiseportale in Frankreich, gereiht nach Unique Visitors im Juli 2018:

1 Booking
2 Oui.sncf
3 TripAdvisor
4 Airbnb
5 Blablacar


(Quelle Fachmagazin „L’Echo Touristique“, November 2018)