Tschechische Republik Tourismusausblick

Tschechische Republik: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Energiekrise und hohe Inflationsrate – geringe Arbeitslosenrate – 2022 war sehr gutes Jahr für tschechischen Tourismus – direkte Busverbindung nach Schladming – Sommerangebote sind schon am Markt

Wirtschaft und Gesellschaft

Die allgemeine Preissteigerung im Zusammenhang mit der Inflation und dem Krieg in der Ukraine, die Energiekrise und die Präsidentenwahl im Jänner 2023 sind die Hauptthemen.

Trotz der im September 2022 beschlossenen Deckelung für Gas und Strom herrschen Befürchtungen über die weitere Entwicklung, da nach dem 1. Jänner 2023 die meisten Fixpreisverträge bei den Haushalten und Firmen ablaufen. Erste Nachrichten über Schließungen von Firmen tauchen auf.

Der Präsidentschaftswahlkampf ist im vollen Gange. Die Direktwahl des Staatsoberhaupts findet am 13. und 14. Jänner statt. Falls erwartungsgemäß kein*e Kandidat*in die absolute Mehrheit erreicht, gibt es zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Stimmenstärksten.

Wichtig: Die Folgen von wirtschaftlichen Turbulenzen betreffen bis dato überwiegend niedrigere Einkommensschichten der Bevölkerung. Es ist fraglich, inwiefern unsere Zielgruppe für Urlaub in Österreich dadurch betroffen ist bzw. sein wird.

Die Verbraucher*innen-Preise in der Tschechischen Republik sind im November 2022 um 16,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Das BIP lag im dritten Quartal 2022 bei 1,7 %. Die Prognose der Tschechischen Nationalbank für das gesamte Jahr 2022 beträgt 2,2 %.

Nach den letzten verfügbaren Daten betrug die Arbeitslosenquote in Tschechien für Oktober 2022 2,1 % und war somit die niedrigste Rate in der EU (EU-Durchschnitt 6 %). (Quelle: Eurostat)

Tourismus und Trends

Stanislav Zeman, der CEO des tschechischen Reiseveranstalters Čedok, sagte im Hinblick auf 2022: „Das Jahr 2022 hat sowohl für Čedok als auch für die Tourismusbranche insgesamt eine Reihe positiver Meilensteine gebracht. Nach der Pandemie kehrten die Tschech*innen in großem Stil zum Reisen zurück und wollten die vergangenen zwei Jahre wieder aufholen. Sowohl die Aufenthalte als auch die Besichtigungsreisen waren erfolgreich, wobei ein Rekord nach dem anderen fiel. In diesem Jahr haben wir sogar unsere Umsätze von 2019 übertroffen und es sieht so aus, als ob 2022 als das erfolgreichste Jahr bei Čedok seit der Revolution in die Geschichte eingehen wird.“

Das Präsidium des Verbandes der tschechischen Reisebüros hat den Verkauf von Ski- und Exotik-Reisen für die Wintersaison ausgewertet. Die allgemeine Abkühlung der Nachfrage tschechischer Tourist*innen nach Reisen spiegelte sich sowohl in den nicht ausverkauften Weihnachts- und Silvesteraufenthalten als auch in den laufenden Vorverkäufen für die Sommersaison wider. Das Präsidium geht davon aus, dass die Hauptverkaufszeit im Jänner und Februar 2023 liegen wird. Die Preise für Skipässe und Unterkünfte sind um bis zu 15 % gestiegen. Insgesamt sind Skireisen im Vergleich zur Wintersaison 2018/19 um rund 30 % teurer geworden.

Urlaub in Österreich

Bisher gab es keine Stornierungen bei den Reisebüros, der Grund dafür sind höchstwahrscheinlich die festgesetzten Stornogebühren. Vielmehr wird weiterhin vorsichtig gebucht, was aber nicht eindeutig auf die Schneelage oder die wirtschaftliche Situation zurückzuführen ist. Anfang Dezember war die Schneelage auch nicht optimal und die Leute haben nicht nachgefragt, wie die Schneelage überhaupt ist und ob es überhaupt wenig Schnee gibt. Sie vertrauten einfach darauf, dass es in den Alpen Schnee geben wird. Jetzt, nach den ersten Berichten in den Medien über die Schneesituation (auch im Ausland), gibt es schon vermehrt Fragen zu den Prognosen.

Der Reiseveranstalter Nev-Dama, der Spezialist für Winter- und Skiurlaub, der insbesondere auf Masse fokussiert, beispielsweise verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Winteraufenthalten. Die Gründe dafür könnten der absolute Schneemangel in der Tschechischen Republik und die mangelnde Zuversicht, dass die Saison in der Tschechischen Republik noch vernünftig weiterlaufen wird, sein. Corona ist kein Thema mehr.

Von Mittwoch, 11. Jänner 2023, bis Samstag, 16. April 2023, werden Čedok-Busse mittwochs und samstags Prag, Písek und České Budějovice mit dem beliebten Skigebiet Schladming-Dachstein verbinden. Damit erhält die Tschechische Republik eine direkte Busverbindung in den beliebten Skiort Schladming. Für alle, die dort einen Skiurlaub verbringen wollen, bieten die Čedok-Busse eine ideale Verbindung zu attraktiven Preisen. Die Verbindung steht allen Fahrgästen offen, denn es handelt sich um einen normalen Linienbusdienst.

Der Sommer wird bereits angeboten und verkauft, die Nachfrage ist da. Die Buchungen aus der Tschechischen Republik erfolgen eher kurzfristig, sodass es im Moment unmöglich ist, anhand der Nachfrage abzuschätzen, wie sich diese bis zum Sommer entwickeln wird. Die Menschen sind momentan noch in Winterstimmung.

Abgesehen davon ist die Tschechische Republik hauptsächlich ein B2C-Direktbuchermarkt; Reisebüros machen nur 5 bis 8 % des Gesamtvolumens nach Österreich aus.