Tschechische Republik Tourismusausblick

Tschechische Republik: Tourismusausblick

Herbst 2022: Energiekrise und hohe Inflationsrate – Kaufkraftverlust – Buchungen laufen zögerlich an – Reiselust vorhanden – kulante Stornobedingungen von Vorteil

Verunsicherungen wegen Auswirkungen des Krieges

Energiekrise: Die tschechische Regierung hat am 12. September eine Deckelung der Kosten für Gas und Strom beschlossen. Haushalte, Gewerbetreibende und kleine Betriebe werden angesichts der extrem hohen Energiekosten entlastet. Sechs Kronen (24 Eurocent) soll die Kilowattstunde Strom maximal kosten, drei Kronen (12 Eurocent) das Gas. Nach Strom- und Gaspreisdeckel für Privathaushalte und Kleinabnehmer*innen subventioniert Tschechien auch die Energie-Großverbraucher.

Inflation: Der Anstieg der Inflationsrate hatte sich nach 13 Monaten ein wenig verlangsamt. Die Verbraucher*innen-Preise in der Tschechischen Republik sind im August um 17,2 % gegenüber dem Vorjahr (im Juli 17,4 %) gestiegen.

Krieg: Die Angst vor den Auswirkungen (Inflation, Energiekrise) des Ukraine-Krieges verunsichert einen Teil der Bevölkerung. Unter anderem die steigenden Energiepreise haben am 3. September mehrere Tausend Menschen in Prag auf die Straße gebracht.

Coronalage ruhig: Die aktuelle Lage in Tschechien bleibt trotz des Anstiegs der Fallzahlen in der letzten Woche relativ günstig. Am 14. September waren 2 625 Personen infiziert. An diesem Tag gab es insgesamt 19 921 Erkrankte, davon etwa 800 Hospitalisierte. Aktuell gibt es keine Beschränkungen mehr. Eine zweite Auffrischung der COVID-19-Impfung ist erhältlich.

Prognose der Tschechischen Nationalbank

Die Inflation wird Ende des Herbstes über 20 % liegen.

Die Wirtschaft wird in der zweiten Hälfte dieses Jahres schrumpfen. Der Rückgang des Verbrauchs der privaten Haushalte infolge des Rückgangs der Realeinkommen wird erheblich dazu beitragen. Das Wirtschaftswachstum wird sich im nächsten Jahr erholen.

Kurzfristige Buchungen weiterhin erwartet

Nach wie vor werden kurzfristige Buchungen weiter in den Herbst hinein erwartet. Hauptgrund ist momentan nicht mehr die Sorge um Coronamaßnahmen, sondern die Unsicherheit wegen der wirtschaftlichen Entwicklungen (Ukraine-Krieg).

Momentan herrscht laut den größten zwei Reisevermittler (Čedok und Nev-Dama) am Markt ein „vorsichtige“ Stimmung Richtung Winter.

Die Buchungen für den Winter kommen sehr langsam. Sie sind zwar um rund 30 % besser als voriges Jahr, aber in Summe sind es nur etwa 30 % des Umsatzes, der zu dieser Zeit vor Corona gemacht wurde.

Die Leute fragen nach, aber es wird kaum gebucht. Laut Tomas Kanda (Produktleiter Österreich bei Čedok) gibt es zwei Gründe dafür. Erstens die Unsicherheit, welche COVID-19-Maßnahmen mit dem Winter kommen. Und zweitens die finanzielle Unsicherheit – steigende Preise in Österreich, aber vor allem die Inflation und die steigenden Energiepreise in Tschechien. Die Leute warten ab und werden dann eher kurzfristig buchen.

Einfache und schnelle Anreise von Vorteil

Österreich hat nach wie vor ein sehr gutes Image bei den Tschech*innen und ist ein beliebtes Urlausziel. Von Vorteil ist auch die geografische Nähe und damit einhergehend die einfache und schnelle Anreise. Reiselust ist auf jeden Fall vorhanden.

Einfacher Zugang zu Informationen wichtig

Eine klare und einfache Kommunikation mit den wichtigsten und aktuellen Informationen für einen sicheren Urlaub wird empfohlen. Wichtig ist ein einfacher Zugang zu diesen Informationen. Bei aller Ernsthaftigkeit sollten aber die typischen österreichischen Urlaubswerte wie Gastfreundschaft, vielfältiger Genuss, Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit sowie kulturelle Vielfalt nicht vergessen werden. Vor allem sollten auch Angebote ins Schaufenster gestellt werden, die den Bedürfnissen nach sehr kurzfristigen Buchungen gerecht werden.