Südkorea Tourismusausblick

Südkorea: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Stabile Lage – Wirtschaftswachstumsrate etwas reduziert – trotzdem sind Auslandsreisen beliebt – Habsburg-Sonderausstellung fast völlig ausverkauft – Flugticketpreise stark gestiegen

Wirtschaft und Gesellschaft

Corona ist in Südkorea kein großes Thema mehr und wird mehr oder weniger als normale Grippeerkrankung angesehen. Aktuell diskutiert die Regierung darüber, ob das verpflichtende Tragen von Masken in Gebäuden abgeschafft werden soll. Da aktuell rund 20 % der aus China einreisenden Tourist*innen positiv getestet wurden, werden strengere Einreiserestriktionen für chinesische Reisende evaluiert. Die politische Stimmung zwischen Nord- und Südkorea bleibt aufgrund diverser Drohnen- und Raketenabschüsse angespannt.

Ein weiteres Thema, das die Medien dominiert, sind die steigenden Zinsraten und das damit einhergehende Problem auf dem Immobilienmarkt. Der Mindestlohn in Südkorea wird 2023 um 5 % angehoben, das koreanische Alterszählsystem wird offiziell an das internationale Alterszählsystem angepasst.

Aufgrund der steigenden Preise sowie der hohen Zins- und Wechselkursraten prognostizieren das Ministry of Strategy and Finance und die Bank of Korea eine BIP-Wachstumsrate von höchstens 1,6 bis 1,8 % für 2023. Es wird ein Rückgang der Angestelltenrate von 62,1 auf 62 % sowie ein Anstieg der Arbeitslosenrate von 3 auf
3,4 % erwartet. Im November 2022 sank der Konsum den dritten Monat in Folge. Aufgrund der hohen Inflation von 5 % sowie der hohen Zinsraten wird auch für die kommenden Monate keine Verbesserung erwartet.

Tourismus und Trends

Trotz zahlreicher negativer Außenfaktoren startete die koreanische Reiseindustrie sehr positiv ins neue Jahr. Der International Air Transport Association (IATA) zufolge soll die Nachfrage nach internationalen Reisen 85,5 % der 2019er-Zahlen erreichen. Die internationale Online-Reiseplattform Klook führte eine Umfrage zu Auslandsreisen 2023 durch, bei der 66 % der koreanischen Befragten antworteten, dass sie die aktuelle wirtschaftliche Lage beunruhigt. Dennoch wollen 78 % der Südkoreaner*innen 2023 ins Ausland reisen.

Basierend auf der Umfrage von Klook sind die Südkoreaner*innen zwar wegen der steigenden Reisekosten, Corona und auch Sprachbarrieren beunruhigt, allerdings planen 89 % dennoch, das gleiche Budget oder mehr für Reisen auszugeben.

Einer Konsumentendatenanalyse durchgeführt von Hana Tours ergab folgende Trend-Schlüsselwörter für das Reiseverhalten 2023: Nachhaltigkeit, mehr Komfort und Convenience beim Reisen, Exklusivität (kleinere Gruppen), Gesundheit, Reise-Influencer*innen, Technologie (E-Commerce, Live-Streaming).

Urlaub in Österreich

Der südkoreanischen Reiseindustrie zufolge sanken die Buchungszahlen für das erste Quartal etwas, steigen aber wieder ab der Frühlingssaison. Die Habsburg-Sonderausstellung in Seoul, die im Oktober eröffnet wurde und bis 1. März 2023 läuft, ist beinahe vollständig ausverkauft. Die Nachfrage wird bei südkoreanischen Fachleuten im Kulturbereich als „außergewöhnlich hoch“ bezeichnet.

Einer Analyse der Woori Bank zufolge stiegen die Buchungen für Airline-Tickets direkt nach dem Wegfall der Reisestriktionen stark an und erholten sich auf 52 % des 2019er-Niveaus. Die höchste Erholungsrate verzeichneten hierbei Südkoreaner*innen in ihren 20ern mit 99 %. Sämtliche andere Altersgruppen sind noch etwas zurückhaltender mit durchschnittlich 40 % Erholungsrate. Die Preise für Flugtickets nach Europa stiegen aufgrund der teureren Kerosinkosten um durchschnittlich 34,9 %.