Spanien Tourismusausblick

Spanien: Tourismusausblick

Herbst 2022: Inflation, Energiekrise und Krieg – gesunkene Arbeitslosenquote und hohe Sparquote – Reisebüro wieder gefragter – Gäste aus dem Premiumbereich bleiben in Europa

Andere Themen verdrängen COVID-19

Corona: Die Fallzahlen werden seit Juni 2022 nur mehr in der Gruppe der über 65-Jährigen mit Symptomen festgehalten. Am 13. September 2022 betrug die 7-Tages-Inzidenz 58 Fälle pro 100 000 Einwohner*innen. Im Oktober werden alle Menschen über 80 zur vierten Impfung aufgerufen werden. Die Jüngeren werden nach und nach folgen.  

Ukraine-Krieg: Die Rückeroberung einiger Gebiete wird medial ausgeschlachtet und als Kriegserfolg für die Ukraine dokumentiert.

Inflation: Die historischen Werte von 10,5 bis 10,8 % sind besonders stark beim Kauf von Grundnahrungsmitteln und beim Stromverbrauch zu spüren. Spanien ist zwar von der Gasversorgung Russlands nicht abhängig, aber als eine der großen Volkswirtschaften der EU von der Energiekrise ebenfalls betroffen. Die spanische Regierung deckelt erfolgreich die Treibstoffpreise und fördert die Fischerei und den Gemüseanbau. Die Lohnrunden mit den Gewerkschaften sind zurzeit im Gange, es gibt noch keine geregelten Verbraucherpreisindex-Anpassungen.

Queen Elisabeth II.: Die Medien berichteten tagtäglich über die Trauerfeierlichkeiten im Zusammenhang mit dem Tod der englischen Königin. Das lenkte einerseits vom Tagesgeschehen ab, auf der anderen Seite rückte das British Empire in den Mittelpunkt aller Berichterstattungen.

Keine Demonstrationen erwartet

Es sind keine großen Demonstrationen angesagt. Es sind außer den bekannten Airline-Streiks (Ryanair, Lufthansa) keine Streiks angemeldet. Das deutet darauf hin, dass Spanien gelernt hat, mit Krisen umzugehen. Die Arbeitslosenrate ist auf 12,6 % gesunken (Grund: obligate Ausstellung von unbefristeten Arbeitsverträgen). Das Bruttoinlandsprodukt wird sich bis Jahresende bei +1,1 % einpendeln. Die Sparquote der spanischen Haushalte machte laut Banco Nacional de España per Anfang September rund 38 Milliarden Euro aus. Das ist ein Rekordwert, der den Konsum und das Reisen in der Mittelschicht ankurbelt.

Reges Interesse am Reisemarkt

Einige Reiseveranstalter melden bereits reges Interesse und erste Buchungen für das lange Wochenende „Todos los Santos“ (Allerheiligen). Von 4. bis 9. Dezember wird es die populäre lange Ferienwoche geben, in welcher die Spanier*innen europaweit zu den Adventmärkten reisen. Zurzeit werden Programme, kleine Rundreisen und Kurztrips von den OTAs, Reiseveranstaltern und Reiseagenturen zum Advent in Europa veröffentlicht. Ein klarer neuer Trend ist, die Wunschreise wieder über das Vertrauensreisebüro zu buchen. Das Abschließen von Reise- und Gesundheitsversicherungen liegt stark im Trend. Der*Die Reisevermittler*in wird zur Fach- und beratenden Person für die Reisenden bzw. Kundschaft und garantiert eine sichere Reise.

Positive Erwartungen für Herbst und Winter in Österreich

Die Einstellung zum Reisen nach Österreich hat sich nicht verschlechtert, im Gegenteil: Das Image Österreichs ist unangetastet gut und erfüllt die Reiseanforderungen im Zusammenhang mit dem gebuchten Kulturerlebnis, Musikprogramm, Naturbesuch etc. Der Herbst scheint nach ersten Abfragen in der Reisebranche gut gebucht zu sein. In Bezug auf Wintersport bzw. Skifahren zeichnet sich ebenfalls eine positive Entwicklung ab. Die Gäste aus dem Premiumbereich, die vormals in Japan, den USA und Kanada ihre Skiferien verbrachten, fragen bei den spezifischen Reiseveranstaltern vermehrt nach einem Winterurlaub in den österreichischen Alpen an. Die Unsicherheit in Bezug auf COVID-19 und auf die Rückreise aus Übersee veranlasst die Gäste, einen Winterurlaub in Europa zu buchen.

Themen in der Kommunikation

Ein klar kommuniziertes Hygienekonzept kommt bei den spanischen Gästen gut an. Spanien ist ein „bargeldloses Land“, daher kann die Praxis, keine Kartenzahlung anzubieten und auf Bargeld zu bestehen, zu Verunsicherung und Missstimmung führen.