Spanien Tourismusausblick

Spanien: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Inflation, Energiekrise und Krieg – sinkende Inflation – chinesische Gäste können nur noch mit PCR-Test einreisen – nachhaltige Mobilität – neue Fluganbindung nach Wien

Wirtschaft und Gesellschaft

Die spanische Wirtschaft weist dank des hohe Gewinne erzielenden Tourismus seit Herbst 2022 leichte Zuwächse auf. Sowohl die Flughafengesellschaft Aena als auch das Eisenbahnunternehmen RENFE melden, dass die Zahl der Passagier*innen im Vergleich zu 2019 fast erreicht und sogar übertroffen wurde. Die spanische Gesellschaft wird medial über den anhaltenden Krieg in der Ukraine sowie über die Umweltkrise und die politischen Krisen in Ländern wie Iran, auf dem Balkan, Nordkorea, aber auch über die Spannungen in Mittel- und Südamerika auf dem Laufenden gehalten. Trotz der weltweiten Energiekrisen beweist die spanische Mittelschicht eine solide Kaufkraft, die vor allem an den Festtagen rund um Weihnachten Höhepunkte erreicht hat. Die Inflation hat sich laut INE, dem statistischen Zentralamt, Ende Dezember bei 5,8 % eingependelt. Der Peak der Inflation wurde im Juni mit 10,8 % erreicht und fiel stetig bis Ende Dezember. Maßnahmen der Zentralregierung, um die Inflation zu bremsen, haben scheinbar gewirkt: Die Programme zur Deckelung des Strom- und Treibstoffpreises sowie der Mieten neigen sich in der ersten Jännerwoche dem Ende zu. Das wird eine enorme Herausforderung für viele private Unternehmer*innen, Familienbetriebe und nicht staatlich geförderte Firmen, da die krisenbedingten Förderungen eingeschränkt werden.

Tourismus und Trends

Die Gesundheitsministerin hat neue Maßnahmen für die ab 8. Jänner 2023 zu erwartenden starken Reiseströme von chinesischen Gästen ausgesprochen. Aufgrund der steigenden Zahl an Coronafällen in China müssen Gäste aus China ab sofort bei der Einreise nach Spanien einen negativen PCR-Test bzw. einen nach spanischen Regeln gültigen Impfpass vorweisen. Aena stockt demnach das Fachpersonal bei den Einreisekontrollen auf den Flughäfen auf. Die Reisebüroverbände CEAV und UNAV meldeten, dass die Reisebranche (Reiseveranstalter und Reiseagenturen) das Verkaufsniveau von 2019 fast erreicht hat und damit eine positive und erfreuliche Bilanz zieht. Fachpersonal wurde in den letzten Monaten aufgestockt, Teleworking leicht reduziert und die Arbeit sukzessive in die Reisebüros verlegt. Die ersten Abfragen in Bezug auf die Buchungssituation für die ersten Monate von 2023 ergeben kein klares Bild, denn zu warme Temperaturen hemmen die Buchungen für den Winterurlaub. Teurere Flugpreise verlangsamen die Reiseentscheidung für einen Kurzurlaub im Winter. Hohe Ausgaben rund um Weihnachten lähmen die Konsumbereitschaft für Jänner und Februar. Es herrscht ein anhaltender Trend hin zum Luxus- und Premiumsegment und zu nachhaltiger Mobilität. Spanien hat eine neue Hochgeschwindigkeitsmarke IRYO als Zugverbindung zwischen der Levante und Madrid auf den Schienen der Renfe eingerichtet. Exotische Reisen mit hohem kulturellem Anteil werden von der Reisebranche sichtbar angeboten: Eurasien, Vietnam, Indien, Peru, Costa Rica, Kolumbien. Was den Sport betrifft, setzt sich als Reisegrund die Teilnahme an Turnieren durch, sei es als Sportler*in oder als Fan. Auf der Agenda der Tourist*innen stehen Citymarathons, Rugby, Paddling, Golf, Yoga und Bewegungstherapien.

Urlaub in Österreich

Einige spanische Reiseveranstalter und Reisemittler bzw. -agenturen haben bereits die ersten Oster-Citytrips für Wien und Salzburg fertiggestellt und diese bereits vor Weihnachten auf ihre digitalen Kanäle gestellt. Vermehrt nehmen wir individuelle Anfragen von Reiseagenturen an, in denen es um Reisen für kleine bis mittlere Gruppen nach Innsbruck, ins SalzburgerLand, ins Salzkammergut und nach Graz geht. Erste Anfragen zur Erstellung von Programmen für den Sommer laufen ebenfalls ein. Der offizielle Start der Programmierung und Promotion der Reiseprogramme ist die Internationale Reisemesse Fitur in Madrid von 18. bis 21.Jänner 2023. Die mediale Erwartungshaltung in Bezug auf eine erfolgreiche Fitur nach zwei schwierigen Pandemiejahren ist enorm. Die ÖW ist zwar nicht mit einem eigenen Stand vertreten, aber die Destination Österreich profitiert von den exzellenten Fluganbindungen, die für die Reisebranche (RV, RM, RA) ausschlaggebend sind, was den Vertrieb von Städtetrips auf ihren digitalen und haptischen Kanälen angeht. Ab Juni wird es eine neue Fluganbindung von Wizz Air von Bilbao nach Wien geben.