Schweden Tourismusausblick

Schweden: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Gesundheitssystem durch COVID-19, RS und Grippe stark belastet – verfügbares Einkommen sinkt – Reiselust groß – Auswirkungen der Krise erst für Sommerbuchungen erwartet – für Winter 2023 und Frühjahr sieht es für Österreich gut aus – drei große Reisetrends

Wirtschaft und Gesellschaft

Die Zahl der bestätigten COVID-19-Fälle nimmt weiter zu, und das belastet in Kombination mit anderen Viren wie RS und Grippe die allgemeine Gesundheitsversorgung. (Quelle; Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, 22.12.2022)

Wie in vielen europäischen Ländern wirkt sich die Energiekrise stark auf die Wirtschaftslage in Schweden aus. Der starke Anstieg der Inflation (9,5 %) ist größtenteils auf die steigenden Energiepreise zurückzuführen. Außerdem sind schwedische Haushalte im Vergleich zu Haushalten in vielen anderen Ländern hoch verschuldet. Dies in Kombination mit steigenden Zinsen und Preisen macht die Lage für schwedische Haushalte schwierig. Ihr real verfügbares Einkommen sowohl im Jahr 2022 als auch 2023 wird sinken. Die kommenden Jahre könnten sogar die wirtschaftlich schlechtesten seit der Krise der 1990er-Jahre werden. (Quelle: Svenska Dagbladet, 22.12.2022) Das Stimmungsbarometer des staatlichen Konjunkturinstituts (KI) sagt eine bis 2025 dauernde Rezession voraus. Laut KI werden Haushalte im kommenden Winter und Frühjahr ihren Konsum einschränken.

Tourismus und Trends

Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage in Schweden und Europa ist die Reiselust der Schwed*innen noch groß. Laut einer aktuellen Studie der Spar-Plattform „Dreams“ steht das Reisen an der Spitze der häufigsten Sparziele, beinahe 15 % (rund 15 Millionen Euro) der gesamten Ersparnisse im Laufe des Jahres 2022 waren mit dem Reisen verbunden. (Quelle: Travelnews, 28.12.2022)

Nach Angaben des schwedischen Skigebietsverbands SLAO ist die Buchungslage im Winter 2022/23 in den schwedischen Skiregionen heute auf dem gleichen Stand wie vor der Pandemie. Der Verband berichtet von einem anderen Verhalten der Gäste (z. B. Lunchpaket im Freien statt Essen im Restaurant), das von Preiserhöhungen vor Ort ausgelöst wurde.

Der schwedische Verband der Reisebranche (SRF) rechnet damit, dass die wirtschaftliche Krise erst im Sommer spürbar wird. Der Trend zur Kurzfristigkeit bei der Reisebuchung ist weiterhin gegeben. Die Reisen, die für Winter 2022/23 gebucht wurden, möchten die Schwed*innen unbedingt durchführen, denn nach zwei Jahren Pandemie ist die Reiselust groß. (Quelle: Gespräch mit SRF)

Urlaub in Österreich

Trotz der pessimistischen Wirtschaftslage sieht die Buchungslage für den Winter 2022/23 sehr gut aus. Dies wird von allen Reiseveranstaltern, die in Österreich aktiv sind, bestätigt.

SNÄLLTÅGET: Zwischen Weihnachten und Neujahr und in den Kalenderwochen 2 und 3 wurden bisher 50 % der maximalen Kapazität verkauft. In den Wochen 4 bis 6 sowie 10 und 11 liegt die Auslastung bei 90 %, in den Kalenderwochen 8 und 9 bei 100 % (die maximale Auslastung entspricht 550 Plätzen).

STS Alpresor: Die „Weihnachtsfeierfahrten“ („Julbordsresor“) im Dezember (drei Tage) waren ausgebucht (400 Gäste pro Nacht aus Schweden, aber auch Finnland. Das Interesse aus Finnland ist extrem gestiegen.) Abgesehen von den Kalenderwochen 2 und 3 sind fast alle Betten bis Kalenderwoche 9 ausgebucht. Für die Kalenderwochen 10 bis 15 gibt es noch Plätze, wobei jedoch STS sicher ist, dass diese Wochen auch gut gebucht werden. (Quelle: Gespräch mit Snälltåget und STS, Dezember 2022)

Als neue Flugroute fliegt Eurowings direkt von Stockholm nach Salzburg und Innsbruck (wöchentlich).

Drei Reisetrends, die auf der Wunschliste der Schwed*innen für 2023 ganz oben stehen:

1. Zurück zur Natur: Mehr als ein Drittel sucht nach Reiseerlebnissen, die in die Natur führen.

2. Außerhalb der Komfortzone: Mehr als ein Drittel will sich 2023 außerhalb der Komfortzone bewegen. Aufgestaute Frustration, Rastlosigkeit oder einfach nur Lebensfreude könnte der Grund dafür sein,

3. Die gute alte Zeit: Ein Fünftel sucht im Jahr 2023 nach Reisezielen, die an eine vergangene Zeit erinnern. In Zeiten globaler Instabilität wird dieses Gefühl noch verstärkt und veranlasst die Reisenden, sich in die Vergangenheit zu träumen.

Die Trends spiegeln also eher den Wunsch nach Ruhe und Sicherheit, aber auch nach einem großen Maß an Abenteuer wider. Und hier kann Österreich sehr gut punkten! (Quelle: Booking.com-Umfrage „Travel Predictions 2023“)