Schweden Tourismusausblick

Schweden: Tourismusausblick

Herbst 2022: Strompreise und Inflation – Rezession erwartet – Buchungen Frage der Inflationsfolgen – mehr Geld für Urlaub vorhanden – Nachhaltigkeit auch kommunizieren

Ukraine-Krieg und dessen Folgen beherrschen die Medien

Das wirtschaftliche und politische Thema Nummer eins sind die Wahl (am 11. September wurde in Schweden gewählt) und die neue Regierung, die noch nicht feststeht, da die Stimmen noch ausgezählt werden. Es war ein knappes Rennen zwischen den Sozialdemokrat*innen mit Ministerpräsidentin Magdalena Andersson, der rechtspopulistischen Partei Sverigedemokraterna („Schwedendemokaten“) mit Per Jimmie Åkesson und der Moderatorna („Moderaten Sammlungspartei“) mit Ulf Kristersson. Strompreise, Inflation und steigende Kriminalität sind Kernfragen. Die Medien vermitteln durchaus turbulente Zeiten mit viel Unsicherheit. Die große Frage lautet: Wie soll die neue Regierung mit Preiserhöhungen, Inflation und den durchaus turbulenten Zeiten umgehen?

Aktuell kaum noch ein Thema ist COVID-19. Es wird ganz vom Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Auswirkungen (Inflation, NATO-Mitgliedschaft etc.) überschattet.

Wirtschaft: Pessimismus der Bevölkerung

Laut dem schwedischen „Konjunkturinstitutet“ (KI) ist der Vertrauensindikator der privaten Haushalte kräftig gesunken. Der Indikator sank um 3,9 Punkte von 101,4 auf 97,5 und liegt damit zum ersten Mal seit Jänner letzten Jahres unter dem historischen Durchschnitt. Die Haushalte sind sehr pessimistisch, was die Entwicklung der schwedischen Wirtschaft betrifft. Seit etwas mehr als einem Jahr hat die Unsicherheit der Haushalte erheblich zugenommen, und es ist für die Haushalte immer schwieriger geworden, ihre finanzielle Situation vorherzusagen.

Die Inflationserwartungen liegen weitgehend unverändert bei 10,1 %.

Die hohe Inflation und die steigenden Zinsen setzen die Haushalte unter Druck. Ihre Konsumation im Herbst und Winter wird dadurch eingeschränkt. Dies wird dazu beitragen, dass die schwedische Wirtschaft im nächsten Jahr mit höchster Wahrscheinlichkeit in eine Rezession gerät.

Preissteigerungen beeinflussen auch Urlaub

Der Herbsturlaub wird von den Schwed*innen kaum in Österreich verbracht. In den Schulferien Anfang November wird oftmals noch eine klassische Sonnendestination besucht (Kanarische Inseln, Mallorca etc.). Im Winter jedoch wollen viele Schwed*innen Ski fahren, und die einzige Frage, die man sich derzeit stellen kann, ist, ob die hohe Inflation diesen Urlaubswunsch beeinträchtigt. Die Reiselust ist auf jeden Fall weiterhin vorhanden.

Gute Verkaufszahlen für kommenden Winter

Österreich hat ein sehr gutes Image und steht derzeit oben auf der Liste der beliebtesten Winterurlaubsdestinationen. Die gute Skiinfrastruktur überzeugt die Schwed*innen. Allerdings sehen wir auch einen Trend, dass Italien immer mehr Beliebtheit bei den Wintersportler*innen gewinnt. Laut Reiseveranstaltern in Schweden hat die steigende Vorliebe für Italien mit dem Essen dort und dem entspannten Lebensgefühl zu tun. Italien sei frecher und etwas Neues. Trotzdem sind die Verkaufszahlen für Österreich für den kommenden Winter sehr positiv und übertreffen sogar die Erwartungen der Reiseveranstalter. Viele Menschen haben länger gespart und sind bereit, mehr für den Winterurlaub auszugeben. Das Interesse für das SalzburgerLand ist stabil bis leicht sinkend, aber eine erhöhte Nachfrage ist für Tirol (vor allem St. Anton) spürbar.

Fotos und Videos gefragt

Eine einfache Kommunikation, was den Winter- und Skiurlaub mit Familie und Freund*innen betrifft, wird empfohlen. Corona muss nicht mehr im Vordergrund stehen, aber die Maßnahmen sollen klar dargestellt werden. In der Kommunikation soll mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Fotos und Videos sind gefragt, da das Urlaubsfeeling auf diese Weise gut dargestellt werden kann.