Rumänien Tourismusausblick

Rumänien: Tourismusausblick

Herbst 2022: Unsicherheiten, aber ruhige Lage – Stagflation steht im Raum – Städte- und Skiurlaube – Kommunikation an Umstände anpassen

Auswirkungen des Krieges

Der Krieg in der Ukraine ist nach wie vor eines der Hauptthemen in den Medien, insbesondere die Aussicht auf ein Ende des Krieges, aber auch die Auswirkungen, die es auf die Europäische Union haben würde. Die Coronapandemie ist seit einiger Zeit nicht mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit, aber derzeit treten verschiedene Epidemien von Enterokolitis bis hin zur Grippe auf.

Die Inflation ist weiterhin hoch. Die jährliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex machte im zweiten Quartal 2022 einen großen Sprung und erreichte im Juni ein Niveau von 15,05 %, 4,9 Prozentpunkte höher als im März. Die Unterbrechung des Gasflusses durch Nord Stream 1 hat in Rumänien für Diskussionen gesorgt, da Rumänien mit dem europäischen Energiemarkt verbunden ist und unter der gleichen Volatilität und Unsicherheit wie alle europäischen Länder leidet.

In Rumänien hat die Regierung ein System zur Deckelung der Gas- und Stromrechnungen für Haushalte und andere Verbraucher*innen auf bestimmte monatliche Verbrauchswerte eingeführt und die Energieversorger für die Differenz entschädigt.

Rumänien decke seinen Gasbedarf in diesem Winter zu 60 % aus heimischer Produktion, habe also eine größere Energieunabhängigkeit im Vergleich zu anderen Ländern. Etwa 25 bis 32 % der Energie stamme aus unterirdischen Lagerstätten und etwa 8 bis 15 % aus Importquellen, erklärten die Vertreter*innen von Transgaz, dem nationalen Erdgasunternehmen.

Es scheint generell ein unsicherer Winter zu werden, aber die allgemeine Lage ist momentan relativ ruhig.

Steigende Inflation

Die allgemeine Lage ist gespalten: Ein Teil der Bevölkerung konsumiert weiterhin viel und beweist durch unverantwortlichen Konsum die Vorhersage einer Inflation. Ein anderer Teil der Bevölkerung ist wohl vorsichtiger und achtet auf aktuelle finanzielle Mittel. Nach Schätzungen des Nationalen Instituts für Statistik ist Rumäniens Wirtschaft im ersten Halbjahr 2022 um 5,8 % gewachsen. Der Anstieg überrascht, weil sich viele Konjunkturparameter nicht erholt haben. Finanzanalyst*innen sagen, dass Inflation, Preiserhöhungen, gestiegene Umsätze und höhere Staatseinnahmen zum Wachstum beigetragen hätten. Derzeit wird prognostiziert, dass Rumänien in eine Phase der „Stagflation“ eintreten wird, in der die Wirtschaft stagniert und die Preise steigen werden.

Reiselust gestiegen im Vergleich zu 2019

Eine Studie der rumänischen Nationalbank zeigt, dass die Rumänen bis April 2022 mehr für Reisen ausgegeben haben als im Referenzjahr 2019. Es wird prognostiziert, dass bis Ende des Jahres 2022 rund 6 Milliarden Euro allein für Reisen ausgegeben werden. Die Reiselust hat nicht abgenommen, sie hat sogar zugenommen. Einige Reisebüros haben 2022 als Rekordjahr angekündigt – nach zwei Jahren Pandemie und in der unsicheren Lage Europas haben die Rumänen den Moment zum Durchatmen genutzt und sind mehr als in den letzten drei Jahren gereist.

Österreich, eine nahe Wunschdestination

An der Einstellung zu Österreich als Urlaubsland hat sich seit der Pandemie nicht viel geändert. Für die Rumän*innen ist Österreich aufgrund des Angebots und der geografischen Nähe weiterhin eine Wunschdestination. Reisen in Österreich hat eine gute Ausgangsbasis, obwohl Inflation und Gaskrise diesen Winter überschatten. Wenn es ums Reisen im Herbst geht, werden die Rumän*innen laut Reisebüros städtische Ziele, aber auch ferne, exotische Ziele wählen. Was die Aktivitäten angeht: Städte und Sightseeing stehen an erster Stelle, dann folgen Sun-and-Beach-Destinationen. Auch der Skiurlaub wird ganz oben stehen, zumal die Nachfrage in den Vorjahren durch die Coronapandemie blockiert war. Unsere Zielgruppe in Rumänien ist finanziell stabil und wird sich daher einen Urlaub leisten können.

Angepasste Kommunikation

Die Kommunikation muss die aktuelle geopolitische Situation berücksichtigen.