Rumänien Tourismusausblick

Rumänien: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Lebenshaltungskosten machen Sorgen – Wirtschaftswachstum – Schengen war Thema, aber bisher keine Stornos – Thema wird nun beobachtet

Wirtschaft und Gesellschaft

Gemäß der Studie „Market Opportunity Research“, die die Verbraucher*innen-Stimmung der Rumän*innen und die allgemeine Stimmung im aktuellen wirtschaftlichen Kontext untersuchte, gibt es drei Hauptaspekte, die den Rumän*innen in den nächsten sechs Monaten des Jahres 2023 Sorgen bereiten: acht von zehn Rumän*innen sind besorgt über den Anstieg der Preise für Lebensmittel, Betriebskosten und Kraftstoff im Kontext des Krieges und der instabilen Situation auf europäischer Ebene. Diskutiert wurde in den letzten Wochen über den Stellenwert Rumäniens in der Europäischen Union, insbesondere im Zusammenhang mit dem Veto Österreichs gegen die Aufnahme Rumäniens in den Schengen-Raum. Die veröffentlichten Wirtschaftsprognosen der Europäischen Kommission für Rumänien sind folgende: 1,8 % Wirtschaftswachstum 2023 und 2,2 % 2024. Die Inflation wird im Jahr 2022 auf 10,2 % sinken, während die Arbeitslosenquote auf 5,8 % steigt. Nach einem Jahr mit erheblichem Wachstum wird sich die rumänische Wirtschaft voraussichtlich verlangsamen, wobei das reale BIP in den kommenden Jahren aufgrund der steigenden Inflation, der Verschärfung der Finanzbedingungen und der Folgen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine schätzungsweise um etwa 2 % wachsen wird.

Tourismus und Trends

Generell gibt es keine Zahlen oder eine konkrete Studie, die eindeutig in eine bestimmte touristische Richtung weist, aber nach Angaben der Reiseveranstalter überstiegen die Buchungen das Finanzvolumen von 2019. Generell ist das Reisen im Kontext von Inflation und Krieg zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geworden. Die Menschen sind nach der Pandemie mehr gereist, manche aus Angst, Ende des Jahres nicht mehr so intensiv reisen zu können, andere, um die verlorene Zeit nachzuholen, andere, weil sie einfach den Reisemangel gespürt haben. Im aktuellen Kontext wird die Reaktion der Rumän*innen nach der Nichtaufnahme Rumäniens in den Schengen-Raum wegen Österreich beobachtet. Aufgrund der sehr virulenten Reaktion in der Presse, aber auch wegen der öffentlichen Meinung war es notwendig, unsere Kommunikationskampagnen bis Jänner einzustellen. Dieses Thema dominierte das Jahresende in Rumänien. Obwohl sich die Lage insgesamt beruhigt hat, ist dies nur oberflächlich.

Ferndestinationen wie Thailand, Tansania und die Karibik sind weiterhin im Trend – viele Rumän*innen suchen in dieser Zeitspanne des Jahresanfangs die Sonne. Über die Skidestinationen wurde lange vor dem Beginn der Skisaison diskutiert, insbesondere über die Preiserhöhung der Skipässe und ihre mangelnde Nachhaltigkeit, was die Energie betrifft.

Urlaub in Österreich

Im letzten Monat des Jahres wurde in den Medien intensiv über einen Boykott der österreichischen Skigebiete vor dem Hintergrund der österreichischen Weigerung, Rumänien in den Schengen-Raum aufzunehmen, diskutiert. Die Aufforderung, andere Skigebiete aus anderen Ländern auszuwählen, wurde sogar vom Tourismusminister kommuniziert. Laut Gesprächen mit mehreren lokalen Reiseveranstaltern haben die Rumän*innen ihren bis jetzt schon gebuchten Urlaub nicht storniert. Der Dezember war ein guter Monat, die österreichischen Städte wurden sehr gut von den rumänischen Gästen besucht. Lokale Journalist*innen sprechen von einem großen Imageschaden Österreichs in Rumänien, insbesondere im Zusammenhang den langjährigen bilateralen Beziehungen. Es ist nicht klar, welche Auswirkungen dieser Aspekt auf die Skisaison haben wird, aber wir verfolgen die Zahlen aufmerksam.