Kroatien Tourismusausblick

Kroatien: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Aufschwung aufgrund der Euro-Einführung erwartet – starke Inflation – auf Urlaub will niemand verzichten – Österreich bleibt beliebt – Schengen erleichtert Einreise

Wirtschaft und Gesellschaft

Kroatien ist seit 1. Jänner Teil des Schengen-Raums und hat den Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Dadurch wird ein wirtschaftlicher Aufschwung für Kroatien erwartet. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für Kroatiens Wirtschaft nach dem Euro-Beitritt in den kommenden Jahren eine starke Wachstumsphase: 2027 könnte das kroatische BIP ersten Prognosen zufolge bei 92,76 Milliarden US-Dollar (rund 85 Milliarden Euro) liegen – das wäre ein Drittel mehr als im aktuellen Jahr. Eine Entwarnung gab der Nationalbankchef bezüglich der Teuerung aufgrund der Euro-Umstellung: Die Preise dürfen nur geringfügig steigen. Dennoch bereiten die Kostensteigerungen den Kroat*innen Sorgen. Bereits jetzt stellten Verbraucherschützer*innen fest, dass die Preise in der Gastronomie und von Dienstleistungen aufgerundet wurden. Die Inflation betrug im November 13,5 %, im Schnitt wird sie 2022 etwa 10 % ausmachen. Im vergangenen Jahr lag die kroatische Arbeitslosenquote von 7,5 % knapp über dem EU-Durchschnitt und knapp unter dem Schnitt in der Euro-Zone. Das durchschnittliche monatliche Nettogehalt in der Stadt Zagreb habe im September 8 821 Kuna (rund 1 170 Euro) betragen, was einer Steigerung von 7,5 % gegenüber September 2021 entspreche, vermeldete die Statistikabteilung der Stadt Zagreb. Verglichen mit dem durchschnittlichen Monatsgehalt in Kroatien, das sich auf 7 623 Kuna belief, war das durchschnittliche Zagreber Nettogehalt um 1 198 Kuna höher. Kroatien hat im Energiesektor weniger das Problem der Versorgungssicherheit als das des Preises. Die Touristiker*innen stellen sich auf mehr Gäste und Tagestourist*innen ein, die ohne Wartezeit an die Grenzen kommen werden. Dies ist wichtig, denn der Tourismus ist der stärkste Wirtschaftssektor Kroatiens mit rund 25 % Anteil am BIP Kroatiens. Mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 5 % sowohl bei den Ankünften und Nächtigungen als auch beim Umsatz und den Einnahmen ist der Tourismus auch Treiber zahlreicher Investitionen in die Tourismusinfrastruktur, welche zusätzlich mit EU-Förderprogrammen gestärkt wird.

Tourismus und Trends

Die hohe Inflation verändert das Konsumverhalten der Menschen merklich. Während bei Alltagsprodukten, Dienstleistungen und Haushaltsinvestitionen ein Rückgang spürbar ist, möchten die Kroat*innen auf Urlaub, auf Reisen, auf Erlebnisse nach zwei COVID-19-Jahren nicht verzichten. Im Jahr 2021 haben insgesamt 1,4 Millionen Personen oder
39,4 % der Bevölkerung der Republik Kroatien ab 15 Jahren mindestens eine Privatreise mit Übernachtung unternommen, was einer Steigerung von 4,3 % gegenüber 2020 entspricht. Verglichen mit dem Vor-Corona-Niveau gab es in Kroatien jedoch 27,8 % weniger Einwohner ab 15 Jahren, die mindestens eine Privatreise mit Übernachtung unternommen haben. Die Daten für 2022 sind noch nicht vorhanden, aber das Aufheben der Reiseeinschränkungen hat eine weitere und dynamischere Erhöhung der Reiseintensität auch im Ausland möglich gemacht. Ein Teil der Urlaubsreisenden, die im Jahr 2021 im eigenen Land blieben, kehrt wieder zu ausländischen Destinationen zurück. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 3,6 Millionen Privatreisen mit Übernachtung realisiert, davon drei Millionen (85 %) in Kroatien und 533 000 (15 %) im Ausland. Die häufigsten internationalen Ziele waren Bosnien und Herzegowina (38,8 %), Deutschland (12,1 %), Slowenien (9,8 %), Österreich (5,5 %), Italien (5,2 %) und Serbien (4,9 %). Trotz Reisebeschränkungen gab es im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie im Vergleich zu 2020 27,5 % mehr Privatreisen mit Übernachtung. Bei Privatreisen mit Übernachtung in Kroatien wurde im Vergleich zu 2020 ein Plus von 28,2 % und im Ausland von 23,9 % verzeichnet. Im Vergleich zu 2019 gab es 8,5 % weniger Privatreisen mit Übernachtung in Kroatien und 70,8 % weniger Privatreisen mit Übernachtung im Ausland.

Urlaub in Österreich

Österreich steht ganz oben auf der Destinationsliste der Kroat*innen. Österreich ist traditionell ein Winterreiseziel, es ist aber ein sehr positives Zeichen, dass die Übernachtungen bereits im Sommer 2022 im Vergleich zu 2019 um +62,8 % gestiegen sind. Vielversprechend sind auch die Herbst-Zahlen: September +95 %, Oktober +77 % (im Vergleich zu 2019). Österreich ist gut bekannt, die Anreise ist mit dem Schengen-Beitritt noch einfacher und schneller, was auch die spontanen Reisen, die Tagesausflüge und die Busgruppenreisen erleichtert. Die Nähe des Landes ermöglicht kurzfristige Buchungen, was in der momentanen Situation ein größerer Vorteil ist.