Japan Tourismusausblick

Japan: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Energie, Yen-Abwertung und Territorialstreitigkeiten sind Themen – langsames Ansteigen der Buchungen für Auslandsreisen – Wiederaufnahme von Flugverbindungen

Wirtschaft und Gesellschaft

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat Energiefragen verstärkt in den Fokus der Medien gerückt.

Die grundlegende Sicherstellung von Energie, Preiserhöhungen und die Abwertung des Yen sind häufig Themen in den Nachrichten. Politisch sind Territorialstreitigkeiten zwischen Japan und China um Inseln in den Gewässern Asiens und Südastasiens sowie auch die von Nordkorea abgefeuerten Testraketen immer wieder im Gespräch. Es wurde entschieden, die Militärausgaben innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 43 Billionen Yen (rund 300 Milliarden Euro) zu erhöhen, um die Verteidigungskapazitäten zu stärken. Beinahe 50 % der Bevölkerung sind gegen diese Maßnahme; 69,5 % sind dagegen, einen Teil der Finanzierung durch Steuererhöhungen zu erwirken.

In seiner Vorhersage für das Jahr 2023 prognostiziert der IWF für Japan überraschend die höchste Wirtschaftswachstumsrate unter den G-7-Staaten. Die reale Wachstumsrate des BIP soll bei 1,6 % liegen. Die Verlangsamung des Wachstums wird durch die steigenden Energieimportpreise sowie die Inflation, die das Lohnwachstum übersteigt und damit die Verbraucherausgaben dämpft, erklärt. Im Vergleich zu den großen westlichen Ländern ist die Widerstandsfähigkeit Japans allerdings relativ stabil.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert einen Rückgang der Inflationsrate in Japan von 2,3 % 2022 auf 2 % 2023. Der Verbraucherpreisindex (ohne die stark schwankenden frischen Lebensmittel) stieg im Oktober um 3,6 % im Vergleich zum Vorjahreswert und verzeichnete damit die höchste Wachstumsrate seit über 40 Jahren.

Tourismus und Trends

Dem „Travel Trends Outlook“ der JTB Corporation, Japans größten Reisebüro, zufolge werden für die Feiertage um Neujahr etwa 150 000 Überseereisende erwartet und damit 7,5-mal mehr als im Vorjahr, allerdings nur 18,1 % des Wertes vor Ausbruch der Coronapandemie. Die durchschnittlichen Reisekosten pro Person werden auf 260 000 Yen (rund 1 800 Euro) geschätzt, was etwa 28,7 % mehr als 2019 beträgt und damit den höchsten Wert seit dem Jahr 2000 ausmacht. Als Grund für die erhöhten Kosten werden die Abwertung des Yen, die gestiegenen Hotelkosten sowie die höheren Treibstoffzuschläge genannt. Die Zahl der Inlandsreisenden wird auf 21 Millionen geschätzt und damit 16,7 % mehr als im Vorjahr bzw. 71,8 % des 2019er-Niveaus.

In einer Umfrage unter 10 000 Personen übertraf der Anteil derjenigen, die angaben, bei den Lebenshaltungskosten mehr als üblich zu sparen (16,6 %) deutlich den Anteil derjenigen, die anführten, nicht besonders zu sparen (5,8 %).

22,3 % der Befragten gaben an, in diesem Jahr aufgrund von Bedenken im Hinblick auf internationale Konflikte und ansteckende Krankheiten nicht ins Ausland reisen zu wollen. 21,8 % nannten den schwachen Yen sowie die steigenden Preise als Grund für die Entscheidung, nicht ins Ausland reisen zu wollen. Ein kleiner, aber wachsender Anteil antwortete, dass er Ausgaben für Hobbys und Reisen nicht reduzieren wird.

H.I.S., eine der größten japanischen Reiseagenturen, schätzt, dass die Nachfrage nach Auslandsreisen in Japan etwa ein halbes Jahr später steigen wird als in Europa und in den USA. Die Zahl der Buchungen nehme allerdings bereits zu. Beginnend mit Reisen nach Hawaii sieht man auch eine Tendenz von selbst organisierten Reisen ab Mai 2022. Trotz dieser positiven Informationen beträgt das Angebot an internationalen Flugsitzplätzen allerdings immer noch nur 30 % des Niveaus vor Corona, was die Erholung von rentablen Überseereisen weiterhin beeinträchtigt. H.I.S. strebt an, spätestens 2024/25 wieder das Niveau von 2019 zu erreichen.

Urlaub in Österreich

Finnair nimmt im Sommerflugplan 2023 (26. März bis 28. Oktober) die eingestellte Strecke Kansai–Helsinki mit drei Flügen pro Woche wieder auf. Darüber hinaus wird die Strecke Narita–Helsinki von derzeit zwei auf vier Flüge pro Woche aufgestockt. Damit erhöht sich die Zahl der Flüge der Tokio-Route auf elf pro Woche (inklusive der täglichen Flugverbindung von Haneda). Zusätzlich fliegt auch die AUA im Sommerflugplan wieder direkt nach Wien. Von ANA gibt es weiterhin noch keine Informationen, ob die pandemiebedingt eingestellte Direktflugverbindung nach Österreich wieder aufgenommen wird.