Großbritannien Tourismusausblick

Großbritannien: Tourismusausblick

Herbst 2022: turbulente Wochen – nur langsame Erholung der Wirtschaft – weiterhin Reisefreude – Österreich im Winter an zweiter Stelle – starke Präsenz zeigen

Wochen der Veränderung

Die letzten Wochen, v. a. Anfang September, waren in Großbritannien sehr turbulent und es kam zu zwei großen Änderungen. Am 5.September wurde Liz Truss zur neuen Premierministerin ernannt. Sie möchte u. a. Steuern kürzen, eine Energiepreis-Obergrenze einführen, die Erhöhung der Sozialversicherung rückgängig machen und die Körperschaftssteuer erhöhen. Inwieweit diese Vorhaben umgesetzt werden, wird man in den nächsten Wochen sehen.

Die zweite große Änderung betrifft das britische Königshaus. Am 8. September verstarb Königin Elisabeth II. und Prince Charles wurde König Charles III. Welche Auswirkungen diese Änderung haben wird und ob sich Charles III. verstärkt in bestimmte politische Bereiche einbringt (z. B. Nachhaltigkeit), bleibt abzuwarten.

COVID-19-Infektionen sind in Großbritannien kaum mehr Thema. Im Moment wird eine Auffrischungsimpfung (vierte Impfung) für über 50-Jährige angeboten.   

Steigende Inflation

Die Wirtschaft erholt sich nur langsam. Gründe sind die Nachwehen des Brexits, die Folgen der Pandemie sowie natürlich der Krieg in der Ukraine. Im Jahr 2022 wird ein BIP-Wachstum von 3,6 % erwartet. Die Inflation steigt weiterhin und für 2022 wird ein Schnitt von 8,7 % erwartet, wobei es durchaus zu Höchstwerten von bis zu 13 % kommen kann.  

Noch keine Auswirkungen auf Urlaubsbuchungen erwartet

Die Menschen in Großbritannien sind weiterhin reisefreudig. Das Reiseaufkommen steigt trotz Inflation und steigender Energiepreise weiter. Die Anzahl der Gäste im Luftverkehr erholt sich und stieg im Juli um 59 % (76 % des Vorkrisenniveaus).

Die Reiseveranstalter sind, was den kommenden Winter betrifft, zufrieden mit den Buchungen. Natürlich werden weiterhin verstärkt Last-Minute-Buchungen erwartet. Für leichte Besorgnis sorgen mögliche Kapazitätsengpässe bei Unterkünften bzw. Verfügbarkeiten, ansonsten wird eine sehr gute Wintersaison erwartet.

TUI zum Beispiel plant etwa die gleichen Kapazitäten wie letztes Jahr: Innsbruck 35 000, Salzburg 24 000.

Jet2 plant mit folgenden Kapazitäten: Wien 5 700, Salzburg 27 000, Innsbruck 19 500. Im Moment liegt der Fokus der Bewerbung auf dem Winter. Die steigenden Lebenserhaltungskosten führen zur Besorgnis, der Treibstoff dagegen nicht, da dieser bereits im Vorfeld gekauft wurde.

Auch aus Gäste- bzw. Mediensicht sieht es positiv aus. Jene, die Ski fahren wollen, lassen sich auch von der Inflation und den höheren Energiekosten nicht abhalten und freuen sich auf die Wintersaison. Allerdings wird das Preis-Leistungs-Verhältnis sicher wichtig werden – hier kann Österreich punkten.

Weiterhin positives Image Österreichs

Bei den Skifahrer*innen liegt Österreich weiterhin an zweiter Stelle hinter Frankreich. Solange es nicht wieder zu kurzfristigen Änderungen bei der Einreise kommt, wird das Image positiv bleiben. Wesentlich werden auch mögliche COVID-19-Maßnahmen sein: Je mehr und je komplizierter diese sind, desto abschreckender ist es für die britischen Bürger*innen, insbesondere wenn es in anderen Ländern weniger Vorgaben gibt und es der britischen Bevölkerung einfacher gemacht wird, einzureisen und sich vor Ort zu bewegen.

Jetzt starke Präsenz zeigen

Es ist jetzt wichtig, starke Präsenz zu zeigen und die USPs hervorzuheben. Ebenso wichtig ist es, das Preis-Leistungs-Verhältnis zu präsentieren. Wesentlich bei der Kommunikation von Angeboten ist auch die Angabe eines Gesamtpreises ohne versteckte Kosten. Zusätzlich ist die Kommunikation der Schneesicherheit wichtig.