Frankreich Tourismusausblick

Frankreich: Tourismusausblick

Sommer 2022: entspannte Situation – gute Wirtschaftsentwicklung – hohe Nachfrage nach neuen Reisepässen – Aktivurlaub mit Wandern und Radfahren – emotional ansprechender Content

Frankreich ist zurück im Alltag

Mit einer deutlichen Mehrheit von fast zwei Drittel der Stimmen wurde Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wiedergewählt. Nach der neuen Regierungsbildung hat Frankreich mit Élisabeth Borne zum zweiten Mal in der Geschichte eine Premierministerin an der Spitze. Nun stehen im Juni die Parlamentswahlen bevor. Macrons Flügel hofft auf die Mehrheit der Sitze in den 577 Wahlkreisen, um nicht eine Koalition eingehen zu müssen. Als Lokomotive und starker Mitgliedsstaat hat Frankreich noch bis Ende Juni 2022 die EU-Ratspräsidentschaft inne. Dies sind noch bedeutende politische und wirtschaftliche Herausforderungen, bevor die Übergabe an die Tschechische Republik erfolgt. Der Wunsch Frankreichs nach einem geeinten und vor allem wirtschaftspolitisch souveränen Europa, das alle Möglichkeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, des ökologischen und digitalen Wandels ausschöpft, steht dabei an vorderster Stelle.

Die COVID-19-Situation hat sich in Frankreich entspannt. Es sind nahezu alle Einschränkungen der Pandemie gefallen: Der grüne Pass ist am 15. März ausgelaufen und die Maskenpflicht ist in den allen öffentlichen Verkehrsmitteln seit 16. Mai aufgehoben. Nur im Gesundheitswesen gilt die Maske noch als verpflichtend. Frankreich hat eine hohe Durchimpfungsrate von über 80 % der Gesamtbevölkerung. Die Bewohner*innen haben den Alltag wieder aufgenommen. In Paris und in den Tourismusregionen sieht man auch wieder viele Tourist*innen. Die Arbeitswelt ist in die Normalität zurückgekehrt und die Wirtschaftstätigkeit erreichte bereits das Vorkrisenniveau. Einen Schatten bildet allerdings die geringe Aussicht auf ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges mit seinen geopolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Positive Wirtschaftsentwicklung trotz steigender Inflationsrate

Frankreichs Wirtschaft entwickelte sich im Vorjahr kräftig, man ging zu Jahresbeginn von einem Wirtschaftswachstum von 4 % aus. Frankreich ist mit seinen Handels- und Energieströmen weniger stark mit Russland und der Ukraine verflochten als andere europäische Länder. Dennoch dämpft der Ukraine-Krieg die Konjunktur. Die Banque de France korrigiert das prognostizierte Wirtschaftswachstum mit zwei Szenarien: einer Basisvorhersage von 3,4 % und einer Variante von 2,8 % aufgrund der steigenden Inflationsrate und höheren Ölpreise. Frankreich beschloss schon im Herbst die Deckelung dieser größten Inflationstreiber. So wurden Gaspreise für Haushalte eingefroren und die Steigerung der Strompreise 2022 wurde auf 4 % begrenzt. Der Mindestlohn (SMIC) wurde inflationsbedingt über ein Jahr gesehen um 5,9 % (91 Euro brutto) erhöht, dem ziehen Lohnverhandlungen der Branchenkollektivverträge nach. Dies sowie die während der Corona-Krise hohe Sparquote dürfte nun die Verbraucher*innen vor dem Schlimmsten der Lebenskostenkrise schützen und die Wirtschaftswachstumsrisiken limitieren.

Große Reiselust und Aufholbedarf, andere Länder zu entdecken

Die Reiseplanung für den Sommer ist in vollem Gange. Die Reiselust und das Bedürfnis aus dem Alltag auszubrechen, ist enorm. Bei der Zielgruppe der französischen Auslandsreisenden ist die Leistbarkeit kein Thema. Das Nachfrage-Barometer ist positiv und die Reisebranche spricht von Zahlen, die sich der Vor-Corona-Zeit annähern. Das betrifft alle Destinationen am Outgoing-Sektor, vor allem aber innerhalb Europas. Die hohe Lust an Auslandsreisen bestätigt auch die außergewöhnlich hohe Nachfrage von Neuausstellungen bei Reisepässen und Personalausweisen. Allein für Paris haben die Gemeindeämter ihre Timeslots für Beantragungen bis zum Sommer um 10 000 Termine erhöht. Tendenziell hatte sich die Nachfrage kurzfristig auf südeuropäischere Destinationen verlagert (weg vom Osten). Die hohen Kerosinpreise führen aber auch zu höheren Flugpreisen. Die Reiseveranstalter berichten von einer guten Nachfrage für beliebte und als sicher angesehene Urlaubsdestinationen, wobei Österreich ein hoher Stellenwert zugeordnet wird.

Österreich genießt Weltruf als Urlaubsdestination

In Frankreich genießt Österreich Weltruf als Berg- und Kultur-Urlaubsdestination. Aus der Region Elsass und aus Ostfrankreich erreicht man die westlichen Bundesländer in nur knapp fünf Autostunden. Die neue, direkte Nightjet-Verbindung von Paris über Salzburg nach Wien öffnet Chancen und neue Potenziale für Sommerurlaub und Städtereisen. Direkte Flugverbindungen bestehen aus allen französischen Großstädten nach Wien mit derzeit wöchentlich 90 Flügen. Die Pandemie hat das Bedürfnis nach Urlaub in den Bergen, nach Erholung und Bewegung verstärkt. Das Urlaubsland Österreich genießt in Frankreich ein sehr hohes Image im Hinblick auf intakte Natur und Nachhaltigkeit. Slow Tourism ist auch bei französischen Gästen ein Trend, der weiterhin zunehmen wird. Jede*r zweite französische Bürger*in lässt sich bei ihrer*seiner Urlaubswahl vom Nachhaltigkeitsfaktor beeinflussen. 82J% haben Lust auf Urlaub, bei welchem die Natur und Outdoor-Aktivitäten im Mittelpunkt stehen. Für jede*n Dritte*n ist eine nachhaltige Tourismusentwicklung bei der Destinationswahl entscheidend. Insbesondere familiengeführte 3- bis 4-Sterne-Hotels und persönlich geführte Ferienwohnungen gehören zu den bevorzugten Beherbergungskategorien französischer Gäste. Sie wollen vor allem Einheimische treffen und kulturelle Entdeckungen und Erlebnisse machen. Aktivurlaub mit Wandern und Radfahren zählt zu den starken Trends im Jahr 2022.

Fokus auf Inspiration, Information für Sommer- und Herbsturlaub

Qualitätsvoll zu genießen, zu entdecken und neue Erlebnisse zu machen steht bei der Urlaubswahl im Vordergrund. Wichtig ist, im Moment der Urlaubsentscheidung sichtbar zu sein. Von österreichaffinen Gästen wird Österreich als attraktive Urlaubsdestination gesehen. Wir empfehlen einen emotional ansprechenden Content für naturnahe Aktivitäten, Kulturgenuss und wohltuende Begegnungen. Eine unbeschwerte Auszeit für alle Familienmitglieder. Weiterhin wichtig bleiben Informationen zu COVID-19-Sicherheitsmaßnahmen; Stornierungsflexibilität ist Standard geworden. Aufmerksames Kontakthalten zu Stammgästen und Geschäftspartner*innen bleibt wichtig. Französische Gäste kommunizieren sehr gern positive Erlebnisse in ihren Netzwerken und sind gute Multiplikator*innen.