Frankreich Tourismusausblick

Frankreich: Tourismusausblick

Herbst 2022: Kaufkraftverlust – verhältnismäßig niedrige Inflation – Urlaub in den Bergen gefragt – drei neue Fluganbindungen nach Österreich – auch Facetten des Winterurlaubs kommunizieren

Schwerpunkte der Regierung

Nachdem Emmanuel Macrons Partei LREM (La République En Marche !) bei den Parlamentswahlen im Juni 2022 nicht mehr die absolute Mehrheit erhielt, schloss sie sich mit zwei kleineren Partnerparteien zusammen und benannte sich um in „Renaissance“.

Schwerpunkte der neu formierten „Bewegung“ sind u. a. der Kampf gegen den Klimawandel, das Erreichen der Vollbeschäftigung, Pensions- und Bildungsreformen sowie Digitalisierung. Premierministerin E. Borne betont außerdem die Bedeutung der französischen Verankerung in Europa.

Bei der französischen Bevölkerung ist der Ukrainekrieg zwar Gesprächsthema, doch die Besorgnis gilt eher den steigenden Energiepreisen, dem Kaufkraftverlust und den angekündigten Reformplänen der Regierung. Die Preisdeckelung der Energiestoffe (Gas, Strom, Benzin) bis über den Jahreswechsel hinaus soll die Belastung der Privathaushalte mindern.

Obwohl die „Rückkehr zur Normalität“ im französischen Alltag wieder aktuell ist und vieles wieder auf den „normalen Stand der Dinge“ gestellt ist, hat die Coronapandemie neue Gewohnheiten, vor allem in der Arbeitswelt, hinterlassen.

So ist etwa das Arbeiten von zu Hause in vielen Büros mittlerweile Standardpraxis. Ebenfalls hat die Pandemie die Digitalisierung rasant vorangetrieben, wie auch generell einen viel stärkeren (Social-)Media-Konsum.

Hinsichtlich der SARS-CoV-2-Zirkulation ist ein Anstieg zu erwarten. Die Pandemie gewinnt wieder an Geschwindigkeit, nachdem sich die Situation in den Sommermonaten wesentlich verbessert hatte und die Krankenhausindikatoren auf nationaler Ebene stark zurückgingen.

Die Durchimpfungsrate bei der Auffrischungsdosis bleibt bei 74,3 % bei den 18-Jährigen und 82,4 % bei den über 65-Jährigen stabil.

Gedämpfte Wirtschaftsentwicklung

Während das Wirtschaftsleben in Frankreich wieder volle Fahrt aufgenommen hat, werden Energiepreise, Unterbrechungen in Versorgungsketten sowie Auswirkungen des Ukrainekriegs Frankreichs Wirtschaftsaussichten in den nächsten Monaten dämpfen.

Der bisherige Aufschwung wurde vor allem von Aufholeffekten im Dienstleistungssektor getragen, die insbesondere im Tourismus und im Gastgewerbe bereits im letzten Frühjahr zu beobachten waren.

Ebenfalls verzeichnet Frankreich u. a. dank Kostendeckelungen der Regierung eine der niedrigsten Inflationsraten der Eurozone und rechnet mit einem Jahresdurchschnittswert von 5,8 %.

Letztlich wird prognostiziert, dass die Mindestlöhne aufgrund des großen Arbeitskräftemangels und der Indexierung der Preise steigen werden. Da sich der Beschäftigungszuwachs verlangsamt, wird die Arbeitslosenquote schrittweise auf 8 % ansteigen (Quelle: OECD).

Dennoch könnte nach den neuesten Vorhersagen der Zentralbank (15.9.) die Wirtschaftsaktivität in Frankreich im nächsten Jahr zwischen einem Anstieg von 0,8 % und einem Rückgang von 0,5 % schwanken. Das ist ein schlechterer Wert, als bisher von der Regierung im Haushaltentwurf prognostiziert wurde.

Urlaubslust weiterhin ungebrochen groß

Die Urlaubslust der Franzosen ist ungebrochen und wird durch eine gewisse Aufholdynamik verstärkt. Der Wunsch, die Städte zu verlassen und generell der Pandemie, der Ukrainekriegsstimmung bzw. den Alltagssorgen zu entgehen, ist weiterhin groß.

Kompensationseffekt: Die Menschen in Frankreich fahren verstärkt in den Urlaub und sparen, wenn notwendig, an anderen Ausgaben. Für den krisenresistenten Auslandsgast ist das Budget kein Thema.

Was den Urlaubsort betrifft, reisen die französischen Bürger*innen vermehrt in die Berge. So verbuchen die französischen Alpen bereits die zweite Sommersaison in Folge signifikante Zuwächse um die 6 % von französischen Gästen. Die Pandemie hat eine starke Tendenz zu Urlaub in den Bergen ausgelöst. Durch das qualitätsvolle Angebot können Österreichs Destinationen durchaus von dieser Tendenz profitieren.

Winter: drei neue Direktflüge von Paris nach Innsbruck und Salzburg

Eine Umfrage unter den wichtigsten Reiseveranstaltern für Österreich ergab ein sehr positives Bild, was die Aussichten auf Herbst- und Winterurlaub generell und im Speziellen auch für Österreich betrifft.

Drei neue Fluganbindungen nach Innsbruck und Salzburg ab Mitte Dezember 2022 werden Reisen nach Österreich fördern. Air France fliegt von Dezember 2022 bis März 2023 einmal wöchentlich von Paris nach Innsbruck sowie Salzburg. Weiters wird Travel Europe einen Charterflug Paris–Innsbruck über die Wintersaison aufnehmen. Dies zusätzlich zu seinem wöchentlichen Bus-Shuttle aus dem Elsass nach Tirol.

Die neue Nightjet-Verbindung von Paris nach Wien komplettiert das Angebot.

Dieser zahlt auch perfekt auf das omnipräsente Thema Nachhaltigkeit bzw. lokale Produktion ein. Vor allem jüngere französische Gäste bevorzugen grünere Beförderungsmittel und nachhaltigen Urlaub – hier besteht für Österreich viel Potenzial: Österreich genießt in Frankreich hohes Image was Nachhaltigkeit betrifft.

Weiters kommunizieren die großen Veranstalter von Kulturreisen derzeit verstärkt Städteurlaube und insbesondere die Feste zur Adventzeit und zum Jahresende. Reisen zur Adventzeit und zum Jahreswechsel mit Fest- und Kulturcharakter erfreuen sich am französischen Markt traditionell einer hohen Nachfrage. Alle namhaften Reiseveranstalter mit Österreich-Programm bieten dieses Segment an.  Die Thematik der Vorweihnachtszeit, authentische Weihnachtsmärkte, kulturelle Inszenierungen von Winterzauber/Winterromantik sind insbesondere im Segment der Städte-/Kulturreisen verankert, doch auch vorweihnachtliche Wintersport-/Romantikurlaub-Packages haben gute Chancen.

Das große Vertrauen in Österreich besteht in der Gewissheit einer sehr guten Gesundheitsversorgung, einer modernen Infrastruktur und der Tatsache, dass eine spontane Rückkehr nach Frankreich aus dem erdgebundenen Land jederzeit möglich ist.

Fokus auf Alpinski, Winterromantik und Erholung im Schnee

Parallel zur Inspiration und Angebotspräsentation empfehlen wir weiterhin, die COVID-19-Sicherheitsmaßnahmen sichtbar hervorzuheben. Das trägt ebenso wie Flexibilität bei Umbuchungen bzw. Stornobedingungen wesentlich zur Buchungsentscheidung bei.

Für den Winterurlaub empfehlen wir, neben Alpin- und Ski-Erlebnissen auch Facetten wie Winterromantik und Urlaub im Schnee abseits der Pisten sowie Spa und Wellness anzubieten.

Französische Gäste schätzen den Kontakt zu den Gastgeber*innen und den authentischen Touch von lokalem Kulturgenuss. Bei der Unterkunftswahl gibt es eine Präferenz für 3- bis 5-Sterne-Hotels und zunehmend auch für Ferienwohnungen und Chalets. Vornehmlich buchen französische Gäste direkt bei der Unterkunft. Das bevorzugte Reisemittel bleibt das Auto. Im Winter sind jedoch auch die Flugverbindungen und die neue direkte Nightjet-Bahnverbindung relevant: Hier sind Shuttlelösungen für den sogenannten letzten Kilometer vorteilhaft. Social Distancing und COVID-19-Regelungen sind für französische Gäste selbstverständlich geworden.