Deutschland Tourismusausblick

Deutschland: Tourismusausblick

Der Tourismusausblick mit Stand Jänner 2023: Wirtschaftsentwicklung belastet – steigende Inflationsrate – kurzfristige Buchungen bleiben – solide Ausgangsbasis für Österreich-Urlaub – neue Flugverbindungen

Wirtschaft und Gesellschaft

Im Augenblick bestimmt die Medikamentenknappheit sowie die Lage in den Krankenhäusern, vor allem den Kinderklinken, durch vermehrten Personalausfall bzw. -knappheit die Stimmung in Deutschland. Teils werden alle verschiebbaren Operationen bis Jahresende abgesagt (Quelle: ARD, Tagesschau, 16.12.2022).

Die zunehmend bei den Verbraucher*innen ankommenden hohen Energiepreise belasten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Außerdem sorgen große Unsicherheiten im Hinblick auf die wirtschaftlichen Perspektiven und steigende Zinsen für eine Investitionszurückhaltung. Über den Winter dürfte die Wirtschaftsleistung leicht rückläufig sein.

Die vorläufige Inflationsrate beträgt +8,6 % zum Vorjahresmonat und -1,2 % zum Vormonat (Destatis 3.1.2023).

Die Rezession könnte milder ausfallen als erwartet. Zur Stabilisierung der Erwartungen trugen sicherlich auch die Beschlüsse der Bundesregierung zur Gas- und Strompreisbremse bei. Die Lage am Arbeitsmarkt ist nach wie vor stabil. Die Arbeitslosenquote lag Ende November 2022 bei 5,3 % (Quelle: BMWK, 13.12.2022).

Tourismus und Trends

Trotz trüber wirtschaftlicher Aussichten zeigt sich weiterhin ein Bild positiver Urlaubsreisepläne in der deutschen Bevölkerung für die kommenden zwölf Monate. Darüber hinaus spielen die aktuellen Krisen, vor allem die gestiegenen Kosten, eine Rolle bei der Reiseplanung, insbesondere was preisgünstigere Reiseziele betrifft. Der Trend zur Kurzfristigkeit bei der Reisebuchung ist weiterhin gegeben (Quelle: RA Krisenupdate, 09/2022).

Die Österreich-Urlauber*innen weisen höhere Werte beim Wandern, beim Skifahren/Snowboarden, beim Langlaufen, bei der Ausübung leichter sportlicher Aktivitäten, aber auch beim Besuch von Naturattraktionen und Sehenswürdigkeiten bzw. Museen auf. Die landestypischen Spezialitäten haben sie ebenfalls häufiger genossen. Auch die Städtereisen stehen bei den Österreich-Interessierten in den nächsten drei Jahren mit „ziemlich sicher“ an fünfter Stelle, an erster Stelle steht der Erholungsurlaub (Quelle: Reiseanalyse 2022, F.U.R.).

Die Reisebranche geht trotz Inflation und Konjunkturschwäche optimistisch ins Tourismusjahr 2022/23. Der Deutsche Tourismusverband spricht von guten Gründen für Zuversicht. Reiseveranstalter sehen sich auf dem Weg, das Niveau der Vor-Corona-Zeit zu übertreffen (Quelle: Geoplus, 20.12.2022).

Eine positive Stellungnahme von Anfang Jänner von DER Touristik: „Im Vergleich zum Vorjahr liegen wir im Winter bei +19 %, im Sommer inzwischen auch bei +7 %. Die Wocheneingänge steigen stetig, seit zwei Wochen überdurchschnittlich, sodass wir nun auch wieder die Zahlen aus 2018/19 in Reichweite haben. Insbesondere der Sommer zieht jetzt auch richtig an. Der Trend zur Kurzfristigkeit bleibt aber trotzdem. Trotz des Schneemangels verzeichnen wir auch für Jänner kurzfristig noch gute Buchungseingänge. Für Februar/März steigt die Nachfrage allerdings erheblich, insbesondere natürlich für Häuser in Höhenlagen.“

Urlaub in Österreich

Eine starke Urlaubsreisenachfrage in den kommenden zwölf Monaten ist weiter möglich und nicht unwahrscheinlich – gleichzeitig sind die Marktrisiken klar sichtbar, aber in ihrer Wirkung schwer quantifizierbar (Quelle: RA, Krisenupdate, 09/2022).

Von TUI Deutschland kam die Rückmeldung, dass sich Österreich weiterhin gut entwickelt und im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg an Buchungen zu sehen ist. Insgesamt lägen die Buchungen im Jänner bereits deutlich über den Werten von 2019. Es werde weiterhin kurzfristiger gebucht als vor Corona. Außerhalb der Ferienzeiten sieht TUI einen Anpassungsbedarf bei den Preisen. Budgetsicherheit sei den Gästen weiterhin wichtig und all-inclusive Angebote würden überproportional nachgefragt. Eine positive Stellungnahme von Anfang Jänner von DERTouristik: "Im Vergleich zum Vorjahr liegen wir im Winter bei +19 %, im Sommer inzwischen auch bei +7 %. Die Wocheneingänge steigen stetig, seit 2 Wochen überdurchschnittlich, sodass wir nun auch wieder die Zahlen aus 18/19 in Reichweite haben.“ Insbesondere der Sommer ziehe jetzt auch richtig an. Der Trend zur Kurzfristigkeit bliebe aber trotzdem bestehen. Trotz des Schneemangels verzeichnet DERTouristik auch für Januar kurzfristig noch gute Buchungseingänge. Für Februar/März stiege die Nachfrage allerdings erheblich, insbesondere natürlich für Häuser in Höhenlagen.

Eurowings nimmt im Sommer 2023 ab Graz zwölf Urlaubs- und Städtedestinationen in den Flugplan auf, darunter das Angebot an Städteverbindungen nach Berlin und Hamburg (Quelle: fvw, 06.12.2022).

Liliair startet ab Klagenfurt nach Deutschland. Die neue österreichische Fluggesellschaft Liliair soll ihren Betrieb am 23. April 2023 mit zwei Maschinen von Bombardier starten und dann Fluggäste von Klagenfurt nach Frankfurt (zweimal täglich), Hamburg und München (dreimal die Woche) bringen (Quelle: fvw, Travel Talk 21.12.2022).

Derpart meldet Erfolge bei den Geschäftsreise-Buchungen. Der Erfolg des Derpart-Reisebüros „MFG Reisen“ zeige, dass die Buchungen bei Geschäftsreisen das Vor-Corona-Niveau erreicht haben (Quelle: fvw, Travel Talk 27.12.2022).