China Tourismusausblick

China: Tourismusausblick

Herbst 2022: angespannte Stimmung – ernsthafte Auswirkungen der Null-COVID-Strategie auf die Wirtschaft – mehr Direktflüge – Onlinekommunikation

Fast 300 Millionen Menschen von Coronamaßnahmen betroffen

Die Stimmung ist aufgrund des bevorstehenden Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas am 16. Oktober sehr angespannt. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, während der einwöchigen Nationalfeiertage (Golden Week) Anfang Oktober und im Vorfeld des Parteikongresses von nicht unbedingt notwendigen Reisen abzusehen. In diesem Sinne wurden auch die Coronaregelungen verstärkt: Aktuell sind 49 chinesische Städte in unterschiedlichem Ausmaß von Lockdowns oder damit verbundenen Kontrollmaßnahmen betroffen, schätzungsweise handelt es sich hierbei um 291,7 Millionen Menschen. (Quelle: Reuters)

Null-COVID-Politik schadet Wirtschaftswachstum

China wird das für 2022 selbstverordnete Ziel von 5,5 % Wirtschaftswachstum nicht erreichen. Fachleute rechnen wegen der Coronarestriktionen, der Probleme auf dem Immobilienmarkt sowie der massiven Überalterung der Bevölkerung nur noch mit 4% Wirtschaftswachstum. Die harten Null-COVID-Maßnahmen schränken das Privatleben der Bürger*innen massiv ein und schaden dem Wirtschaftswachstum nachhaltig. Die Stimmung in Chinas Industrie ist pessimistisch. Insgesamt sind derzeit Regionen (darunter Chengdu und Shenzhen) in einer Art Lockdown, die laut Goldman Sachs 35 % des BIPs in China erwirtschaften. Auch die zahlreichen Stromabschaltungen erzeugen Probleme, da das Land aufgrund der Hitze einen erhöhten Strombedarf hat und gleichzeitig lange Dürreperioden eine geringere Stromproduktion zur Folge haben. (Quelle: Wallstreet Magazin)

Um den schwächelnden Yuan (derzeit auf einem Zweijahrestief) zu stützen und die Kreditvergaben zu erleichtern, hat die chinesische Zentralbank die Anforderungen bei der Kreditvergabe gesenkt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (EMI) stieg im August zwar leicht von 49 Punkten im Vormonat auf 49,4 Punkte, blieb jedoch unter der Marke von 50 Punkten. Dies spricht für einen Rückgang der industriellen Tätigkeit. Werte über 50 weisen dagegen auf ein Wachstum hin.

Noch keine Reiselockerungen, aber verkürzte Quarantäne

Grundsätzlich ist in Chinas Großstädten die Bereitschaft „mit dem Virus zu leben“ immer stärker spürbar. Die Menschen wünschen sich eine Rückkehr zu einer Normalität, in der Reisen zum Alltag gehörte. Das Bedürfnis zu reisen ist sehr groß und wird durch die bevorstehenden Feiertage im Oktober weiter verstärkt, da viele Menschen bereits das dritte Jahr in Folge nicht reisen werden können/dürfen.

Auch wenn eine vollständige Lockerung der chinesischen Ein- und Ausreiseregelungen immer noch nicht in Sicht ist, lässt sich eine Entspannung der Situation anhand verkürzter Quarantänezeiten, vereinfachter Visumanträge und von mehr Direktflügen erkennen. Trotzdem gehen Fachleute (Bloomberg) davon aus, dass Chinas Null-COVID-Politik auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden wird.

Trends sprechen für Urlaub in Österreich 

Österreich erfüllt als Urlaubsland alle gerade im Trend liegenden Bedürfnisse der Chines*innen. Was Naturerlebnisse, sowohl im Winter als auch im Sommer, gesunde Nahrungsmittel und Möglichkeiten, in kleinen Gruppen oder im Familienverband zu reisen, betrifft, hat Österreich viel zu bieten.

Streamingdienste und soziale Medien

Chinesische Konsument*innen verbringen durchschnittlich über sieben Stunden pro Tag online. Während persönliche Empfehlungen und Massenmarketing immer noch eine wichtige Rolle spielen, sind soziale Medien und Streamingdienste die wichtigsten Inspirationsquellen auf der Suche nach neuen Reisezielen. In der Kommunikation wird Österreich als sicheres, gastfreundliches und nachhaltiges Urlaubsland präsentiert. Besonders die erfolgreiche Positionierung Österreichs als Wintersportdestination im Rahmen der Olympiade konnte viel Aufmerksamkeit erregen.