Australien Tourismusausblick

Australien: Tourismusausblick

Herbst 2022: Inflation und Taiwan – sinkendes Verbrauchervertrauen – ausreichend Budget und Urlaubstage – Sicherheit, Inspiration und Planung

Inflation und Gehälter

Inflation, stagnierende Löhne und Gehälter sowie die Engpässe am Wohnmarkt dominieren derzeit die Schlagzeilen. Nach fünf Anhebungen der Leitzinsen in ebenso vielen Monaten verspricht die Reserve Bank of Australia, alles zu tun, um die Inflation einzudämmen und wieder in die Bandbreite von 2 bis 3 % zu bekommen.

Corona ist kaum noch ein Thema. Die Regierung veröffentlicht seit September 2022 nur mehr wöchentliche Zahlen. Die Quarantänevorschriften wurden weiter zurückgeschraubt. Die Maskenpflicht ist bei Inlandsflügen gestrichen und – abgesehen von Gesundheitsvorrichtungen und Pflegeheimen – so gut wie abgeschafft.

Die Berichterstattung hat sich vom Ukraine-Krieg zu den Taiwan-Spannungen zwischen China und den USA verlagert.

Geringe Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten

Die Arbeitslosenrate von 3,4 % im Juli bedeutete den niedrigsten Stand in fast 50 Jahren. Trotz der Knappheit an Arbeitskräften steigen Löhne und Gehälter aber nicht in dem Ausmaß der Inflationsrate, die im Juni mit 6,1 % den Höchststand seit Einführung der Umsatzsteuer im Jahr 2000 erreichte.

Die Immobilienpreise stiegen während der Coronapandemie um 35 % – einerseits aufgrund der geringen Zinsraten, andererseits wegen Engpässen. Mit dem zügigen Anstieg der Leitzinsen in den letzten Monaten wird es jedoch zunehmend schwieriger, die hohen Kredite zu bedienen und die erhöhten Lebenserhaltungskosten zu bewältigen. Immobilienpreise und Verbraucher*innen-Vertrauen sind in den letzten Monaten gefallen.

Nachfrage nach Luxusreisen

Europa ist weiterhin die am meisten gewünschte Post-Pandemie-Destination für Australier*innen. Reisebüros sind beschäftigter denn je. Gebucht wird vor allem für das vierte Quartal (insbesondere Winter-, Skiurlaub, weiße Weihnachten) und auch schon für 2023. Aufgrund der sehr hohen Flugpreise zeigt sich, dass Luxusreisen, bei denen das Geld keine Rolle spielt, die Mehrheit der Buchungen für die kommenden Monate ausmachen. Die Oberschicht konnte während der Pandemie sehr viel Geld sparen und ist nun bereit, dieses auch für Reisen auszugeben. Man hat aber nicht nur Geld gespart, sondern auch Urlaub, den man nun aufbraucht, wobei man längere Reisen plant. Aktuell ist aufgrund des Wechselkurses eine Reise nach Österreich bzw. in die Eurozone für Australier*innen „günstig“.

Kultur gefragt

Das Image Österreichs hat sich nicht geändert. Vor allem das Kulturangebot in den Städten wird in den kommenden Monaten sehr gefragt sein. Für Winter-/Skiurlaube ist vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen europäischen Wintersportdestinationen von Vorteil.

Inspiration und Reiseplanung

Die aktive Bewerbung von Inspirations- und Reiseplanungsinhalten steht wieder im Vordergrund. Sicherheitsmaßnahmen und COVID-19-Updates sollen weiterhin kommuniziert werden, vor allem für die kommenden Wintersaison. Österreichs kulturelle Vielfalt, Naturverbundenheit, kulinarisches Angebot und Gastfreundschaft spielen eine wichtige Rolle, um sich von der Konkurrenz anderer Länder abzuheben.