Tschechische Republik Tourismusausblick

Tschechische Republik: Tourismusausblick

April/Mai 2022: Unsicherheiten aufgrund des Krieges – Preisniveau schon um 14 % gestiegen – Buchungen sehr kurzfristig erwartet – Österreich ohne Maßnahmen interessant für Urlaub – Angebote präsentieren

Krieg in der Ukraine

Das wichtigste Ereignis, welches die gesamte Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nun seit einem Monat beschäftigt, ist der Krieg in der Ukraine. Es ist die zweite Krise nach (oder, besser gesagt, neben) COVID-19, die tiefe Spuren hinterlässt. Unter anderem gibt es in Tschechien inzwischen etwa 300 000 Flüchtlinge (Stand 23.03.2022), allein in der Hauptstadt Prag sind es 50 000. Auslandsreisen der Tschech*innen sind davon abhängig, inwieweit die wirtschaftliche Lage (jetzt auch abgesehen von der Entwicklung im Osten) das Leben und das Lebensniveau der Bevölkerung in den kommenden Monaten beeinflusst.

COVID-19-Lage besser

Die aktuelle Lage in Tschechien kann weiterhin mit Zuversicht beobachtet werden. Seit dem Peak der Omikron-Welle am 1. Februar 2022 (rund 57 000 bestätigte neue Fälle pro Tag) gehen die epidemiologischen Zahlen in Tschechien kontinuierlich zurück und die Zahlen stagnieren bzw. sinken allmählich. Am 22. März gab es in Tschechien 12 469 Erkrankte, davon etwa 2 000 Hospitalisierte. Die 7-Tage-Inzidenz (bestätigte Fälle in den letzten sieben Tagen pro 100 000 Einwohner*innen) ist seit Anfang Februar von 5 070 auf 501 (22.03.2022) gesunken. 6,94 Millionen der insgesamt 10,7 Millionen Tschech*innen sind vollständig immunisiert, dies entspricht 73,4 % der Bevölkerung über zwölf Jahre (rund 64,1 % der Gesamtbevölkerung, Stand: 23.03.2022). Im März wurden die bestehenden Maßnahmen weiterhin gelockert. Am 1. März fiel die Beschränkung der Teilnehmer*innen-Zahl bei Massenveranstaltungen weg und seit 13. März gibt es die Maskenpflicht nur noch im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen.

Inflation

Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in der Tschechischen Republik langsam bessert und die Industrie beginnt, sich langsam zu erholen, ist eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Situation vor der Pandemie auch im Jahr 2022 nicht zu erwarten. Nach den Prognosen ist mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3 % zu rechnen, das vor allem durch einen höheren Verbrauch der privaten Haushalte und eine Verbesserung der Außenhandelsbilanz gestützt wird. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit und eine mögliche Verringerung des Leistungsbilanzdefizits sind ebenfalls positive Aussichten. Allerdings wird die rasch steigende Inflation, die Ende 2021 zu einem der Hauptthemen geworden ist, in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle spielen. Das Preisniveau in der Tschechischen Republik stieg bereits um 14 %, und der Krieg in der Ukraine lässt weitere Preissteigerungen erwarten. Darüber hinaus werden die Wirtschaftssanktionen, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat, auch ihre eigene Wirtschaft beeinträchtigen.

Kurzfristige Buchungen weiterhin erwartet

Nach wie vor werden kurzfristige Buchungen für den April und weiter in den Sommer hinein erwartet. Hauptgrund ist momentan nicht mehr die Sorge um Corona-Maßnahmen, sondern die Unsicherheit wegen der wirtschaftlichen Entwicklungen (Ukraine-Krieg). Wie und inwieweit sich die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung auf die finanzielle Situation der potenziellen Urlauber*innen auswirken wird, ist momentan noch offen.

Trotz Verwirrung im Winter über Einreise: Tschech*innen werden wiederkommen

Österreich hat nach wie vor ein sehr gutes Image bei den Tschech*innen. Dennoch muss angemerkt werden, dass einige potenzielle Kund*innen während der Pandemie abgewandert sind, das betrifft sowohl Individualreisende als auch Reisebüros. Dies ist eine Folge der Kommunikation Österreichs in den Medien vor dem Wintersaisonstart, in der versichert wurde, dass man vorbereitet ist. Als es dennoch zum Lockdown Ende November und im Dezember kam, brachte dieser teils erhebliche wirtschaftliche Einbußen für die Reisebüros mit sich. Hinzu kamen die anschließenden teilweise chaotischen Regelungen für die Anreise nach Österreich und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich all dies nun nach der Lockerung der Maßnahmen in den Osterferien und den Sommermonaten auswirken wird. Aktuelle Statistiken zeigen uns einen positiven Trend basierend auf der tschechischen Mentalität: Wenn „normales Reisen“ wieder möglich ist, werden die Tschech*innen sicherlich nach Österreich kommen.

Frühling und Sommer mit Angeboten

Eine klare und einfache Kommunikation mit den wichtigsten und aktuellen Informationen für einen sicheren Urlaub wird empfohlen. Wichtig ist ein einfacher Zugang zu diesen Informationen. Bei aller Ernsthaftigkeit sollten aber die typischen österreichischen Urlaubswerte wie Gastfreundschaft, vielfältiger Genuss, Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit sowie kulturelle Vielfalt nicht vergessen werden. Vor allem sollten auch Angebote ins Schaufenster gestellt werden, die den Bedürfnissen nach sehr kurzfristigen Buchungen gerecht werden. Derzeit spricht nichts gegen eine frühzeitige Bewerbung der Sommerangebote.