Tschechische Republik Tourismusausblick

Tschechische Republik: Tourismusausblick

Nov./Dez. 2021: kostenpflichtige Tests lassen Impftempo steigen – Zentralbank reagiert auf Inflation – Buchungen sehr kurzfristig erwartet – Familien mit Kindern könnten Österreich meiden – klare Kommunikation

Angespannte Erwartungen, trotzdem mehr Zuversicht als im Vorjahr

Die epidemiologische Lage hat sich seit Oktober deutlich verkompliziert und die relativ günstigen Zahlen sind Vergangenheit. Neben politischen und wirtschaftlichen Themen wird die Pandemie wieder zur Headline in den Medien. Die geplante Machtübergabe von der alten an die neue Regierung (als Resultat der Parlamentswahl im Oktober 2021) und die damit verbundenen Streitigkeiten über Art und Ausmaß von vorbeugenden Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, wecken eine gewisse Unsicherheit unter der Bevölkerung. Am 14. November 2021 gab es in Tschechien rund 142 000 Erkrankte, davon etwa 3800 Hospitalisierte. Die 7-Tage-Inzidenz ist von 49 Mitte Oktober auf 718 Mitte November gestiegen. 6,1 Millionen der insgesamt 10,7 Millionen Tschech*innen sind vollständig immunisiert, dies entspricht 66,3 % der Bevölkerung über zwölf Jahre (rund 57,8 % der Gesamtbevölkerung, Stand: 14.11.2021). Das Impftempo ist jedoch im Vergleich zum Oktober gestiegen. Nicht zuletzt hat dazu auch beigetragen, dass die Corona-Tests (außer für Infizierte) nicht mehr kostenlos sind. Die im September gestartete Auffrischungsimpfung geht zügig weiter, wobei allerdings in der am meisten gefährdeten Altersgruppe 60 plus immer noch etwa 0,5 Millionen Personen ohne Impfung sind.

Inflation

Die tschechische Wirtschaft läuft wieder hervorragend. Prognosen zeigen, dass das BIP 2021 um 4,5 % steigen wird. Probleme bereiten nach wie vor Engpässe in den internationalen Lieferketten (Verfügbarkeit gewisser Komponenten, Container-Kapazitäten). Zudem herrscht ein großer Arbeitskräftemangel, obwohl die Arbeitslosenrate in den letzten zwei Monaten wieder langsam sinkt. Es stellt sich allerdings die Frage, wie sich die positive wirtschaftliche Entwicklung schlussendlich auf die Konsument*innen auswirken wird, da die Inflation rasant steigt.

Die Nationalbank Tschechiens hat die Zinsen deutlich erhöht (um 1,25 % auf 2,75 %), um die Inflation zu bremsen. Die Preise steigen trotzdem in allen Bereichen der Wirtschaft, vor allem aufgrund der bereits erwähnten Engpässe in den internationalen Lieferketten. Zusätzlich droht eine Energiekrise: Auf den Zusammenbruch eines der größten privaten Energieversorger, Bohemia Energy, folgte der Konkurs anderer Unternehmen. Die Preise für Energie steigen rasant, das betrifft sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte. Dies wird mit Sicherheit zu einem Anstieg des Verbraucher*innen-Preisindex führen.

Kurzfristige Buchungen im Herbst erwartet

Momentan berichten die Reiseveranstalter über Stornierungen in Verbindung mit der 2-G-Regelung bzw. dem Lockdown in Österreich. Das betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch ganze Familien, in denen die Kinder z. B. nicht geimpft sind. Wenn sich unter Gruppen von Freund*innen ein oder mehrere Teilnehmer*innen nicht impfen lassen wollen, storniert die ganze Gruppe. Es werden auch Busgruppen komplett abgesagt (Advent), wenn ein Teil der Gruppe nicht geimpft ist.

Kurzfristige Buchungen werden erwartet – für die Semesterferien (ab Februar) werden Buchungen eher im Jänner 2022 erwartet. Wie und inwieweit sich die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung auf die finanzielle Situation der potenziellen Urlauber*innen auswirken wird, ist momentan noch offen.

Österreich ist „dunkelrot“ = hohes Risiko

Alle Einreisenden müssen das Pre-Travel-Clearance-Formular ausfüllen. Ungeimpfte müssen zwischen dem fünften und dem siebten Tag nach der Einreise einen PCR-Test machen. Bis zum Moment eines negativen Ergebnisses muss eine FFP2-Maske getragen werden. Die Einstellung zu Urlaub in Österreich ist in Tschechien weiterhin positiv. Allerdings wird sich der Lockdown in Österreich negativ auswirken. Da in Tschechien erst ab einem Alter von zwölf Jahren geimpft wird und die Impfquote in der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen erst bei 33 % liegt, werden vor allem Familien mit Kindern Österreich meiden.

Informationen

Klare, übersichtliche und verständliche Informationen über die Maßnahmen für den kommenden Winter sind sehr wichtig.