Südostasien Tourismusausblick

Südostasien: Tourismusausblick

April/Mai 2021: sehr kleine Fortschritte – BIP-Rückgänge – 50 % der Hotels in Thailand geschlossen – keine Reisen vor Herbst 2021 – Kontakte halten

Etablierung der ersten „Travel Bubble“ steht bevor

In Thailand, wo bisher sehr wenige Fälle aufgetreten sind, kam es in den letzten zwei Wochen zur erneuten Bildung von Clustern (für europäische Verhältnisse auf geringem Niveau). Am 1. April 2021 wurde die Pflichtquarantäne (im Hotel) bei Einreise in das Land von 14 Tagen auf sieben bis zehn Tage reduziert. Es ist geplant, dass geimpfte Reisende mit 1. Juli in bestimmte Gebiete in Thailand, wie z. B. Phuket, ohne Quarantäne einreisen dürfen. Dieser Öffnungsschritt wird aber nach den jüngsten COVID-19-Fällen wieder infrage gestellt. In Singapur sind die täglichen Fälle im zweistelligen Bereich angesiedelt. Das Land arbeitet zwar verstärkt an der Etablierung von „Travel Bubbles“, bisher aber mit bescheidenen Ergebnissen, da die umliegenden Länder meist zu hohe Zahlen aufweisen. Mit 1. Mai 2021 will Singapur das IATA-Reisepasssystem für die Einreise ins Land nutzen. Die Impfgeschwindigkeit in Südostasien ist mit Ausnahme von Singapur sehr gering und liegt meist deutlich unter dem EU-Schnitt.

Die besten Chancen für eine Öffnung des Landes im Hinblick auf den Tourismus hat derzeit Singapur. Die Regierung geht sehr vorsichtig vor, die Schritte sind aber so geplant, dass sie auf eine vorsichtige Öffnung des Landes in beide Richtungen abzielen. Damit ist jedoch nicht vor dem Herbst 2021 zu rechnen. In Thailand rechnet die nationale Tourismusbehörde mit einem weiteren Rückgang der internationalen Ankünfte sogar gegenüber dem Jahr 2020.

Angespannte Wirtschaftssituation

Die wirtschaftliche Lage ist generell angespannt. Die BIP-Wachstumsprognose für 2021 für Thailand wurde aufgrund der lang anhaltenden Pandemie und der vermutlich auch 2021 zum größten Teil ausbleibenden internationalen Gäste von 3,5 bis 4,5 % auf 2,5 bis 3,5 % nach unten korrigiert. Singapur rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 4 bis 5 % im Jahr 2021 und könnte dank umfangreicher staatlicher Stützungsmaßnahmen etwas besser durch die Pandemie kommen als die meisten anderen Staaten im Raum. Für Indonesien und Malaysia gibt es bis dato keine seriösen Prognosen. Der BIP-Rückgang in Thailand betrug 2020 6,1 %, in Singapur 5,8 %, in Malaysia laut staatlichen Angaben 5,6 %.

Wenig Inlandstourismus

Das Bedürfnis nach Reisen ist bis zu einem gewissen Grad gegeben. Die Vorgaben der Regierungen werden aber von der Bevölkerung ernst genommen, was sich auch in einem kaum vorhandenen Inlandstourismus widerspiegelt. Zudem sind in den Tourismushochburgen z. B. in Thailand mehr als 50 % der Hotels nicht in Betrieb. Bisherige Versuche, den Inlandstourismus staatlich zu fördern, haben nicht gewirkt, auch da es bei hiermit verbundenen COVID-19-Fällen sofort zu sehr starken Restriktionen und Lockdowns in den betroffenen Gebieten kommt.

Einstellung zu Urlaub in Österreich

An der Einstellung zu Österreich hat sich nichts geändert. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass ein Reisen nach Österreich vor Herbst 2021 aus den ersten Herkunftsländern in Südostasien wieder stattfinden kann.

Österreich als sicheres Reiseland positionieren

Es gilt, persönlichen (digitalen) Kontakt zu den Multiplikatoren zu halten und positive, inspirierende Inhalte zu Urlaub in Österreich im Rahmen der Social-Media-Kommunikation im B2C-Bereich auszusenden. Sobald ein Reisen wieder möglich ist, gilt es, Österreich als besonders sicheres Reiseland in Bezug auf COVID-19 zu positionieren.