Spanien Tourismusausblick

Spanien: Tourismusausblick

April/Mai 2022: Maskenpflicht bleibt – Inflation bremst Aufschwung ab – Osterzeit und Sommer sehr gut gebucht – großes Interesse an Österreich

Andere Themen verdrängen COVID-19

Die spanische Zentralregierung hat in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern der spanischen Autonomien vor zwei Wochen beschlossen, keine datenbezogenen Medienmeldungen mehr mehrmals pro Woche zu veröffentlichen. Die Daten werden einmal pro Woche auf dem Portal des Gesundheitsministeriums (Sanidad) aktualisiert und müssen dort in Eigenverantwortung abgerufen werden. Meldungen zu steigenden und fallenden COVID-19-Zahlen wurden von anderen Themen mit hoher Relevanz wie vom Krieg in der Ukraine, von den Streiks der Lkw-Fahrer*innen, den Protesten der Landwirt*innen und den diplomatischen Spannungen zwischen Spanien, Marokko und Algerien wegen des Westsahara-Konflikts abgelöst. Es gibt demnach keine öffentlich gesteuerte Stimmung zum Thema COVID-19. Seit 28. März müssen Personen mit leichten COVID-19-Symptomen nicht mehr in häusliche Quarantäne. Ausgeschlossen von dieser Maßnahme sind Menschen aus den Risikogruppen bzw. mit chronischen Erkrankungen. Impfungen werden nicht mehr in den öffentlichen Ärztezentren und Spitälern, sondern nur mehr in den ausgewiesenen Impfzentren durchgeführt. Das ermöglicht ein normales Arbeiten in den Ärztezentren und Spitälern. Die 14-Tages-Inzidenz liegt bei 461 Fällen pro 100 000 Einwohner*innen, d. h., die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 227 Fällen pro 100 000 Einwohner*innen. In einigen Autonomien, wie z. B. Kastilien und León, Madrid, Galizien und Murcia, sind die Fallzahlen leicht steigend. Dies ist auf punktuelle Aktivitäten zurückzuführen wie die Landtagswahlen in Kastilien und León im Februar, die Massendemonstrationen am Internationalen Frauentag am 8. März und die seit Mitte März anhaltenden Demonstrationen gegen die steigenden Energiepreise. Die vereinzelt ganz leicht steigenden Fallzahlen haben das Gesundheitsamt veranlasst, die Maskenpflicht im Innenbereich nicht aufzuheben. Das Amt pocht auf eine hohe Eigenverantwortung im Umgang mit den bekannten Maßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus.

Bald wieder „normale“ Beschäftigungsverhältnisse

Die wirtschaftliche Stimmung Spaniens war bis vor Kurzem optimistisch und im Aufschwung begriffen. Spanien kämpft seit Monaten mit rasant steigenden Energiepreisen vor allem im Bereich der Stromversorgung, welche durch den Krieg in Ukraine befeuert werden. Spanien bezieht 80 % des Gases aus Algerien und muss demnach seine diplomatischen Beziehungen im Maghreb verstärken und ausbauen.

Die Wirtschaftsdaten von Februar 2022 (Quelle: Expansion) weisen folgende Zahlen auf: Die Arbeitslosenrate liegt bei 12,7 %, der Verbraucher*innen-Index bei 7,6 % (Prognose: steigend), das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2021 25 410 Euro pro Person, was Spanien auf Platz 33 unter 196 Ländern, die ihr BIP korrekt ausweisen, reiht. Das BIP ist in den letzten drei Monaten um 5 % gestiegen. Laut der Tageszeitung „El Pais“ erwartet man einen Anstieg von bis zu 5,3 %. Die Sparquote eines spanischen Haushaltes mit durchschnittlich drei Personen ist trotz des Krieges in der Ukraine im Vergleich zu 2021 um 4,9 % gestiegen (0,5 % Anstieg von Februar auf März). Die Sparquote bei Firmen liegt bei einer Steigerung von 7 %. Das bedeutet, dass die spanische Bevölkerung gelernt hat, in Krisenzeiten zu sparen. Die galoppierende Inflation hält den bis vor dem Ausbruch des Krieges ansteigenden Konsum spürbar zurück. (Quelle: lainformacion.com)

Reisesehnsucht

Das Fachmagazin „Hosteltur“ hat einen Bericht zur Flugentwicklung und zu den spanischen Flughäfen für das Sommerhalbjahr veröffentlicht. Die Fluggesellschaften haben für den Sommer 215,6 Millionen Passierplätze an spanischen Flughäfen geplant, das bedeutet eine Steigerung um 1,6 % im Vergleich zu 2019. Russland und die Ukraine, die etwa 1 % im gesamten Netzwerk ausmachen würden, sind hierbei ausgenommen. Der Osterurlaub wird in Spanien als Kurzurlaub gesehen und führt traditionell in Städte bzw. Destinationen mit einem attraktiven Kulturprogramm. Generell melden die Reiseveranstalter, dass sie bis zu 27 % mehr europäische Städte verkauft haben als 2019. Der Buchungsrhythmus hat sich in den letzten Wochen aufgrund der steigenden Preise und des Krieges in der Ukraine verlangsamt. Es wird sehr kurzfristig noch zu Buchungen kommen, je nach Verfügbarkeit und den jeweils aktuellen Flugtarifen. Die Aussichten für den Sommer sind optimistisch. Zurzeit ist die Buchungslage für die spanischen Inseln, für Italien, Griechenland, Mitteleuropa mit Österreich, Portugal, einige lateinamerikanische Länder, Marokko und andere nordafrikanische Destinationen erfreulich. „American Express Travel“, der Bericht über aktuelle Reisetrends zeigt, dass es folgende Trends gibt: Reisen mit der Familie, Reisen zu Veranstaltungen, Reisen, um das Wohlbefinden und die Gesundheit zu steigern, und „Traumreisen“. Coronamaßnahmen sind bei allen Umfragen kein Thema, sondern es wird in die Verantwortung der Anbieter bzw. Reiseveranstalter und Reiseagenturen gelegt, richtig darüber zu informieren.

Große Zuversicht – Verunsicherung in Bezug auf COVID-19 fast verschwunden

Die Einstellung zu Reisen nach Österreich ist sehr erfreulich und positiv. Es herrscht eine abnehmende Unsicherheit in Bezug auf die Einreisebedingungen, die abgelaufenen Impfzertifikate und die anhaltende Maßnahmenregelung in Wien vor. Unsere Österreichspezialist*innen (Reiseagenturen und Reiseveranstalter) bestätigten nach einigen Telefonaten und Umfragen, dass die Nachfrage nach einem Urlaub in Österreich hoch ist und sie zuversichtlich sind, was Buchungen für die Sommersaison angeht. Für die Osterzeit könnte sich der Städtekurztrip bzw. Städteurlaub kurzfristig gut positionieren. Unterstützend sind die guten und direkten Fluganbindungen von vielen spanischen Städten mit Wien, München und Zürich (Vueling, Lufthansa, Austrian Airlines, Ryanair, Iberia, Wizz Air, Air Europa, Swiss etc.).

Themen in der Kommunikation

Nach wie vor sind klare Angaben zu den noch geltenden Maßnahmen wichtig. Alle Empfehlungen zu Outdoor-Aktivitäten, Terrassenbetrieben, Restaurants mit Gastgarten erleichtern die Entscheidung und Auswahl. Die direkten und täglichen Fluganbindungen, die von Madrid, Barcelona, Valencia, Alicante, Malaga, Sevilla, Santander etc. mit Austrian Airlines, Wizz Air, Ryanair/Lauda, Vueling Airlines und Iberia angeboten werden, unterstreichen das große Reiseinteresse der Spanier*innen.