Spanien Tourismusausblick

Spanien: Tourismusausblick

Juli 2021: Delta-Variante in Medien – Privatkonsum steigt – Auto diesen Sommer am beliebtesten, Reisebüros in Anspruch genommen – viele Anfragen zu Kurzurlaub im Herbst

Sehr hohe Impfbereitschaft

Spanien hat je nach Fallzahlen und Spitalsdruck den Lockerungsplan fast zur Gänze umgesetzt. Am 26. Juni 2021 fiel die Maskenpflicht im Freien. Man darf nicht vergessen, dass in Spanien die absolute Maskenpflicht für den Innen- und den Außenbereich genau ein Jahr lang gegolten hat. Im Innenbereich wie Restaurant, Theater, Oper etc. muss der Mund-Nasen-Schutz weiterhin getragen werden. Über Medienberichte werden die spanischen Bürger*innen immer wieder über die rasche Verbreitung der Delta-Variante informiert. Nachdem das Nachbarland Portugal eine kurzfristige Isolation Lissabons über das Wochenende vom 19. auf den 20. Juni beschlossen hatte, hat das Vorgehen der portugiesischen Regierung für Aufsehen in den spanischen Medien gesorgt. Generell sind die täglichen Fallzahlen stark rückläufig und die 14-Tages-Inzidenz liegt unter 100 Fällen pro 100 000 Einwohner*innen. Dennoch bestätigen die Zentren für primäre Gesundheitsversorgung („Centros primarios“), dass es einen leichten Anstieg der Fallzahlen bei den jungen Menschen gibt. Dies ist dadurch begründet, dass die Menschen zwischen 12 und 35 Jahren die Impfung noch nicht erhalten haben und dass die Nachtgastronomie (Bars und Diskotheken) seit zwei Wochen wieder mehr oder weniger normal betrieben wird. Die Impfbereitschaft liegt weiterhin bei über 90 %. 47 % der vorgesehenen Altersgruppen sind einmal geimpft und fast 30 % sind schon das zweite Mal geimpft. Die Spanier*innen werden fast ausschließlich mit Moderna und BioNTech/Pfizer geimpft. Jene, die vor Monaten den Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, werden gebeten, eine Kombinationsimpfung anzunehmen, wofür sie ihre schriftliche Einwilligung geben müssen.

Kurzarbeit verlängert bis September

Laut Medienmitteilungen der Banco de España, von „la Caixa“ und der Wirtschaftsabteilung der Tageszeitung El Pais wird sich die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens bis Ende 2021 von 6 % auf 6,2 % verbessern. Grundsätzlich gab es im Mai 2021 einen Anstieg der privaten Konsumausgaben. Diese Tendenz ist laut Wirtschaftsexpert*innen anhaltend bis steigend. Die Arbeitslosenrate lag im April 2021 bei 15,4 %, wobei 38 % der Arbeitslosen Jugendliche waren. Im gleichen Zeitraum 2020 lag die Arbeitslosenrate bei 16,1 %. Das staatliche Programm der Kurzarbeit wurde bis September verlängert. Man geht davon aus, dass es im Herbst zu einem geringen Anstieg der Arbeitslosenrate kommt. Dennoch sprechen die Wirtschaftsexpert*innen von keinem bedeutenden Anstieg der Arbeitslosenrate, da Spanien einen guten Inlandstourismus und Gäste aus dem Ausland erwartet.

Bedürfnis nach Urlaub

Das Bedürfnis nach Ferien bzw. Urlaub im Sommer ist hoch und stark in Medien sichtbar. Laut einer Umfrage von ObservaTur wollen 71 % der Befragten verreisen, 77 % davon in Spanien und mit dem eigenen Auto. 29 % der Befragten wollen überhaupt zu Hause bleiben. Von den 71 % der Befragten, die verreisen wollen, gaben 21 % an, eine Reise innerhalb Europas machen zu wollen. Auch diese 21 % würden lieber mit dem Auto als mit dem Flugzeug verreisen. Wenn es um die Destination Spanien geht, wollen 65 % der Befragten an den Strand, der Rest will in die Berge bzw. ins Landesinnere. Überraschend ist, dass die Befragten zwischen 200 und 300 Euro pro Person und Woche für ihren Urlaub ausgeben wollen. Die Reisebüros haben eine wichtige Rolle in der Entscheidungsphase, insbesondere was Informationen über die Reisebedingungen in der jeweiligen Wunschdestinationen betrifft, übernommen. Ferndestinationen, die in der Zeit der Pandemie als „COVID-19-frei“ galten, wie Mauritius, die Malediven, Costa Rica, Ägypten, Ostafrika, Dubai etc., werden weiterhin von namhaften Reiseveranstaltern und Reisemittlern aus dem Premiumbereich angeboten. Generell leidet der Städtetourismus in Spanien ebenso wie im Rest Europas. Kurztrips versprechen nicht die gewünschte Erholung (raus aus der eigenen Stadt, weg vom COVID-Ambiente). Ein Gespräch mit unseren Österreich-Spezialist*innen bestätigte, dass, was den Städtetourismus betrifft, mehr Anfragen für den Herbst als für den Sommer eintreffen.

Viele Anfragen zum „Schnelltesten“ in Österreich

Die positive Einstellung zum Reisen nach Österreich ist weiterhin vorhanden und wird durch das bereits laufende Campaigning (Radio, Social Media, Medienkooperationen) verstärkt. Das generelle Urlaubsverhalten der Spanier*innen ist geprägt von den Sicherheitsmaßnahmen während der Reise nach Österreich und im Land selbst. Das Schnelltesten für den Besuch von Gastronomie, Kultur, Musikveranstaltungen etc. in Österreich bereitet den Spanier*innen ein wenig Kopfzerbrechen. Sprachliche Barrieren, wie und wo man sich testen lassen kann, ob dies kostenpflichtig ist oder gratis, trüben die entspannte Haltung zum Urlaub in Österreich ein wenig. Wir gehen davon aus, dass dieser Sommer zwar einen Anstieg von Gästen aus Spanien in Österreich aufweisen wird, dass sich die Reisefreude aber erst im zweiten Halbjahr deutlich zeigen wird.

Empfehlungen für die Tonalität der Kommunikation

Die Themen Sicherheit und COVID-19 sind nach wie vor aktuell, dennoch merken wir, dass die Themen Preis, Stornobedingungen und Bedingungen einer Verschiebung der Reise stark in den Vordergrund rücken. Das Angebot sollte auf jeden Fall den Outdoor-Bereich stark hervorgeben bzw. darstellen. Wo kann man draußen essen, spielen, sitzen und verweilen? Auch Informationen darüber, wo und wie man die Schnelltest in kleineren Orten machen kann, ist in der Kommunikation nach der Buchung sehr wichtig.