Slowakei Tourismusausblick

Slowakei: Tourismusausblick

April/Mai 2022: entspanntere Situation – privater Konsum wird steigen – mehr Interesse an Inlandsurlaub bzw. Nahdestinationen – mehr in Richtung Ferienwohnung und Bauernhof – Angebote in den Vordergrund

Öffnungsschritte seit Februar

Die Situation ist viel entspannter, obwohl die Infektionszahlen noch hoch sind, denn die Belastung der Krankenhäuser ist niedriger. Am 23. März 2022 waren von 18 588 PCR-Tests 9 649 positiv, eine viel bessere Quote als im Februar. Die Öffnungsschritte sind seit Februar stark zu spüren. Das Grundprinzip der slowakischen Einreiseverordnung ist: Nur diejenigen, die vollständig geimpft oder genesen sind, dürfen ohne Quarantäne einreisen, egal aus welchem Land sie kommen (mit sehr wenigen Ausnahmen). Seit 4. Februar 2022 ist ein Freitesten mit PCR-Test unmittelbar nach Einreise in die Slowakei möglich. Die verpflichtenden COVID-19-Tests in den Betrieben wurde am 5. Februar abgeschafft. Die Gültigkeitsdauer eines Impfzertifikats wurde von zwölf auf neun Monate verkürzt. Es gilt aktuell kein Lockdown und keine (nächtliche) Ausgangsbeschränkung, aber einige Einschränkungen, besonders für Ungeimpfte. Zum COVID-Automaten, der 2021 die Einschränkungen nach dem regionalen Infektionsgeschehen definierte, wird nicht zurückgekehrt. Slowakeiweit gilt Maskenpflicht: FFP2-Maske in Innenbereichen (Gebäuden, Hotels, Geschäften etc.) inkl. Verkehrsmitteln und Taxis. Bei Massenveranstaltungen und wenn man weniger als zwei Meter von einer anderen Person entfernt ist, mit der man nicht im selben Haushalt wohnt, gilt ebenso die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen. Ein großer Teil der slowakischen Bevölkerung habe sich nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine zusammengeschlossen, sagte die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová am Donnerstag. Nach dem anfänglichen Schock, so die Präsidentin, sei die Angst schnell durch eine nie dagewesene Solidarität und Hilfe ersetzt worden. Die Präsidentin dankte insbesondere den Wohlfahrtsverbänden und Nichtregierungsorganisationen sowie den Tausenden von Freiwilligen.

Wirtschaftswachstum gedämpft

Laut der Europäischen Kommission und der Nationalbank der Slowakei kommt 2022 wieder ein Aufschwung und das slowakische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird erstmals 100 Milliarden Euro überschreiten. Dem Verbrauch der Haushalte sollten keine Lockdowns mehr im Wege stehen. Der private Konsum könnte real um über 4 % zulegen. Die europäischen Aufbaugelder ermöglichen Investitionen im Land. Laut Prognose der Erste Group wird aufgrund des Krieges in der Ukraine und seiner Folgen in diesem Jahr eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erwartet. Die Wirtschaftsleistung wird durch die verhängten Sanktionen, die Spannungen auf der Angebotsseite und die steigende Inflation gedämpft, was sich auf den Verbrauch der privaten Haushalte, die Investitionsbereitschaft und die Handelsströme auswirkt. Die Erste Group prognostiziert ein BIP-Wachstum im Jahr 2022 um 2 %.

Urlaubsbedürfnis

Das Bedürfnis nach Urlaub ist nach zwei Jahren sehr groß. Einige Änderungen kann man gut beobachten: Der Anteil der individuellen Buchungen hat sich stark erhöht und diese Tendenz wird bleiben. Inlandsurlaub wurde stärker nachgefragt, das Interesse an Nahdestinationen hat sich deutlich erhöht. Bei der Buchung haben die Stornobedingungen eine wichtige Rolle gespielt, die Entscheidungen wurden sehr kurzfristig getroffen. Mit der Auflösung der Einschränkungen wird die Reiseintensität im Sommer sehr hoch sein. Die Slowak*innen werden die traditionell beliebtesten Sommerdestinationen wieder besuchen, in erster Linie Kroatien, aber auch weitere Meeresdestinationen. Die Nähe des Flughafens Wien bietet eine sehr breite Palette an Möglichkeiten, obwohl die Auswirkung der Ukraine Krise noch nicht voll absehbar sind.

Große Chancen

Österreich hat ein sehr gutes Image, ist geografisch leicht erreichbar und wird sicher ganz vorne auf der Destinationsliste der Slowak*innen stehen. Eine Reise nach Österreich kann man auch spontan planen, außerdem kennen viele das Land sehr gut. Letztes Jahr hat sich die Reiseintensität sofort nach der Aufhebung der Einschränkungen extrem stark erhöht, im Frühling werden die Kurzreisen, Ausflüge und Städtebesuche beliebt, falls auch Österreich einfache Einreise- und Aufenthaltsregelungen einführt. Im Sommer hat Radfahren gute Chancen, aber auch die Seen-Regionen. Die Buchungen haben sich in Richtung Ferienwohnung und Bauernhof verschoben, man braucht mehr individuellen Freiraum und die Familien reisen gern zusammen.

Änderung der Kommunikation

Die Normalität kehrt Schritt für Schritt zurück, diese sollte auch die Kommunikation ändern. Die Reiseinformationen sind so lange wichtig, bis nicht alle Einschränkungen aufgehoben wurden. Doch die Inspiration, die Darstellung der Möglichkeiten, die buchbaren Angebote sollten schon in den Vordergrund rücken.