Schweden Tourismusausblick

Schweden: Tourismusausblick

Nov./Dez. 2021: stabile Lage – gute Wirtschaftssituation – Optimismus bei den Reiseveranstaltern, aber auch Verunsicherung – authentisch kommunizieren

Sehr hohe Impfquote

Die COVID-19-Lage ist weiterhin stabil, wobei die Infektionszahlen sogar leicht sinken (-14 % in KW 44). Die nationale Inzidenz liegt bei 50. ​In Schweden wird Kindern zwischen 12 und 15 Jahren seit Oktober eine Impfung angeboten. ​In dieser Altersgruppe haben 37,5 % ihre erste Erstimpfung bekommen. Es besteht eine sehr hohe Impfquote und -bereitschaft: 81,5 % der Schwed*innen über 16 Jahre sind vollständig geimpft, 85,2 % haben ihre Erstdosis bekommen (Stand: 12.11.2021). Die Drittimpfungen haben begonnen.

In Schweden gelten aktualisierte Empfehlungen zu COVID-19, die unter anderem besagen, dass sich geimpfte Personen nicht testen lassen müssen, wenn sie Symptome entwickeln. Ungeimpfte Personen sollten sich weiterhin auf COVID-19 testen lassen, wenn sie Symptome entwickeln.

Wirtschaft: Zuversicht trotz Engpässen und Ressourcenmangel

Die wirtschaftliche Lage in Schweden ist gut. Der Verband schwedischer Unternehmen erwartet, dass das BIP in diesem Jahr um 4,3 % wachsen wird. Die Wirtschaft erholt sich nun deutlich von der Pandemie. Aber der Mangel an bestimmten Gütern und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt behindern noch den Aufschwung. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 8,9 % und der Fachkräftemangel ist ein großes Problem. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor im dritten Quartal ist das Risiko von Rückschlägen durch Corona und neue Restriktionen bzw. Lockdowns.

Aktivitäten im Urlaub noch wichtiger als zuvor

Die Nachfrage nach einem aktiven Urlaub steigt seit Jahren kontinuierlich an, im Zuge der Pandemie sogar im höheren Maße: Bewegung im Urlaub ist zurzeit der stärkste Trend im Reisebereich. Schwedische Reiseveranstalter (RV) entwickeln ihr Produktportfolio dem Trend entsprechend und bieten immer mehr beliebte Aktivitäten wie Paddeln und Crossfit an. Der RV Apollo berichtet, dass seine Gäste allein im Sommer an 25 000 gebuchten Stunden Sportaktivitäten teilgenommen haben. Dies zeigt, wie stark die Nachfrage nach einem aktiven Urlaub ist. Die Buchungen für die Wintersaison beim schwedischen Skistar sind im Vergleich zum Vorjahr um 10 % gestiegen und liegen damit höher als vor der Pandemie. Dies liegt vor allem an einer erhöhten Nachfrage aus dem Ausland (vor allem aus Dänemark). Schwedische RV, die auf Österreich fokussieren, berichten ebenfalls von einer großen Nachfrage und sind sehr optimistisch, was die Wintersaison angeht.

Reiselust bleibt

Die Schwed*innen möchten im Winter gern verreisen und sind ganz darauf eingestellt, verständliche Corona-Maßnahmen zu befolgen. Die Buchungslage war sehr gut und hat die Erwartungen der schwedischen Reiseveranstalter übertroffen. Mit der Einführung der österreichischen 2-G-Regel – und vor allem den offenen Fragen bzgl. der 12- bis 15-Jährigen – entstand jedoch unnötige Verwirrung: Es ist keine Lösung für Kinder von mehr als zwölf Jahren bekannt und es herrscht Beunruhigung wegen des Ablaufs der Gültigkeit der Impfungen nach neun Monaten. Reiseveranstalter informieren und beruhigen die Gäste, noch die Lösungen abzuwarten, aber die RV sind hoch verunsichert und besorgt.

Lösung für Familien mit Kindern erhofft

Die Einstellung zu Urlaub in Österreich war durchaus positiv, ist jedoch stark beeinträchtigt wegen der unklaren Situation für Familien mit Kindern ab zwölf Jahren. Es wird auf eine rasche und verständliche Lösung gehofft.

Laufende Kommunikation über aktuelle Situation

Eine laufende Kommunikation über die aktuelle Situation in Österreich zusammen mit authentischer Kommunikation ist wichtiger denn je. Die schwedischen Gäste wünschen sich einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich. Allerdings empfinden viele die 3-G-Regel als etwas übertrieben und ungewohnt. Auch die Maskenpflicht ist für viele schwedische Gäste ein No-Go. Neben Corona-Sicherheitsinformationen geht die Kommunikation in Richtung „Natur pur“, Erholung bei aktiven Outdoorerlebnissen, regionale Küche, wohltuende Begegnungen mit Gastgeber*innen, lokale Lebenskultur, Kulturgenuss, Authentizität und Auszeit vom Alltag.