Schweden Tourismusausblick

Schweden: Tourismusausblick

April/Mai 2021: immer noch starke Infektionsverbreitung – Ressourcen für weitere staatliche Unterstützungen vorhanden – Impfstoffsituation führt zu Urlaubsverschiebungen – emotional kommunizieren

Revidieren des Impfziels

Schweden ist immer noch stark von der Pandemie betroffen. Die Ausbreitung der Infektion ist noch hoch. Jedoch ist der Fernunterricht in den Schulen nun zu Ende. Nach den Osterferien hieß es wieder Anwesenheitspflicht in allen Schulen und für alle Altersklassen. Die Schweden probieren, soweit es geht, sich an die Situation anzupassen, selbst wenn die Unsicherheit noch groß ist, ob genügend Impfdosen geliefert werden. Die Regierung musste auch das Impfziel revidieren. Man geht jetzt davon aus, dass es bis Mitte August dauern wird, bevor allen Schweden eine Impfung angeboten werden kann (nicht Ende Juni wie ursprünglich gedacht). Die Impfbereitschaft liegt unverändert bei 71 %. Derzeit wurden knapp 568.944 Schweden mit zwei Dosen geimpft.

Dritte Welle bremste wirtschaftliche Erholung

Eine dritte Welle der Infektionsausbreitung und strengere Corona-Restriktionen führten im ersten Quartal zu einer Abbremsung der wirtschaftlichen Erholung und einer Verlangsamung des Wachstums. Das schwedische Konjunkturinstitut KI rechnet mit einer schrittweisen Erholung im zweiten Quartal. Erst im dritten Quartal, wenn fast allen Erwachsenen Impfstoffe angeboten wurden und die Ausbreitung von Infektionen geringer ist, wird mit einer deutlich erhöhten Nachfrage der Haushalte gerechnet. Die Wirtschaft wird sich deutlich verbessern. Trotzdem rechnet das KI mit einer Rezession für das Jahr 2021 und einer Arbeitslosigkeit über 8 %. Trotz der sehr umfangreichen Maßnahmen des Staates bleiben die öffentlichen Finanzen stark. Sollte sich die Wirtschaft schlechter entwickeln als prognostiziert, gibt es noch viel Raum, um die Wirtschaft weiterhin mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. In Schweden herrscht momentan ein Boom am Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach Häusern ist explodiert und hat in den Städten zu Preissteigerungen von bis zu 20 % geführt. Dies hängt mit der Entwicklung der Pandemie und der Homeoffice-Situation zusammen. Da Homeoffice auch zukünftig eine große Bedeutung haben wird, nehmen die Schweden auch in Kauf, weit außerhalb der Städte zu wohnen.

Sehnsucht nach Auslandsurlaub

Viele Schweden sehnen sich weiterhin nach dem Urlaub im Ausland. Mit dem revidierten Impfziel (Mitte August 2021) herrscht jetzt allerdings Unsicherheit, ob ein Auslandsurlaub diesen Sommer überhaupt möglich ist. 30 % der Schweden gehen davon aus, dass sie den Sommerurlaub im eigenen Land verbringen, nur 15 % planen einen Urlaub innerhalb von Europa und 55 % warten der Situation ab, bevor sie sich entscheiden. Dies ergab eine neue Studie durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Novus im Auftrag der öffentlich-rechtlichen schwedischen Hörfunkanstalt. Knapp 30 % der Schweden geben an, diesen Sommer wandern zu wollen, und ganze 38 % haben sich für einen Urlaub mit dem Auto entschieden (Quelle: Sifo, April 2021). Die unsichere Impfstoffsituation führt eindeutig dazu, dass viele Auslandsreisen für den Sommer verschoben werden. Das teilt z. B. TUI mit. Doch gleichzeitig ist die Nachfrage nach Reisen im Herbst und Winter gewachsen. Dies bestätigen auch die Österreich-Reiseveranstalter STS Alpresor und Lion Alpin.

Reisen bei Stabilität

Die Schweden sehen Österreich prinzipiell als gemütliches, sicheres Urlaubsland, auch wenn die Ischgl-Causa sicherlich Spuren hinterlassen hat. Prinzipiell ist zu sagen, dass die Schweden sehr reisefreudig sind und mit Sicherheit Auslandsreisen antreten werden, sobald eine gewisse Stabilität gegeben ist und die Reiseeinschränkungen, Quarantäneregeln etc. aufgehoben werden.

Emotionalität und Sehnsucht

Die Kommunikation an die Schweden wird laufend der gegebenen Situation angepasst. Wir setzen auf Emotionalität, Sehnsucht und die Aufforderung: „Haltet durch. Haltet aus. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Österreich!“