Kroatien Tourismusausblick

Kroatien: Tourismusausblick

April/Mai 2022: Hoffen auf gute Sommersaison – Unsicherheit aufgrund des Krieges – Sehnsucht nach kurzen Auslandsurlauben – Kurzreisen auch nach Österreich erwartet – Inspiration und Angebote in der Kommunikation

„Normalität“ kehrt zurück

Die Maßnahmen waren in Kroatien immer liberaler als in vielen anderen Ländern. Kroatien verlangt derzeit einen 3-G-Nachweis nur für die Einreise und den Besuch von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmer*innen. Der Besuch von Restaurants, Bars etc. ist derzeit ohne 3-G-Nachweis möglich. Das Leben kehrt zu einer gewissen Normalität zurück, die Bevölkerung hofft wieder auf eine gute Sommersaison, was für die Wirtschaft entscheidend ist. Wie sich der Ukraine-Krieg auf den Tourismus in Kroatien auswirkt, ist noch schwer zu beurteilen.

Zunehmende Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine

Die Pandemie hat die kroatische Wirtschaft hart getroffen. Im zweiten Quartal 2020 brach die kroatische Wirtschaftsleistung um 14,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal ein. Nach dem BIP-Einbruch 2020 gab es ein starkes Comeback 2021. Wachstumstreiber waren Tourismus, Privatkonsum und Investitionen. Der Tourismus ist mit einem circa Anteil von 25 % am BIP Kroatiens bei Weitem der wichtigste Wirtschaftszweig. Auch wenn der Saisonstart 2021 aufgrund der nur zögerlichen Grenzöffnungen innerhalb Europas verspätet war, entwickelte sich der Tourismus 2021 wieder ausgezeichnet. Bis zum 20. Dezember 2021 wurden rund 77 % des Gesamtumsatzes von 2019 erwirtschaftet. Im dritten Quartal wurde sogar das Ergebnis von 2019 übertroffen. Während sich die kroatische Wirtschaft mit einem Wachstum von 10,4 % im Jahr 2021 mehr als vollständig von der Pandemie erholt hat, liegt der Fokus nun auf der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Allein die Umsetzung des nationalen Investitions- und Wiederaufbauplans soll 2022 und 2023 jeweils 1,4 % zum Wachstum beisteuern. Die Erste Group verfolgt aber einen schrittweisen Ansatz, der von einer Verschlechterung der Aussichten für die Binnennachfrage ausgeht. Damit liegt die Basisprognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2022 bei 3,4 %, wobei die negativen Risiken überwiegen, da die Übertragungseffekte, insbesondere auf die Tourismusaussichten, ungewiss bleiben und das Stagflationsrisiko sehr hoch ist. Was die Euro-Einführung betrifft, so scheint die Bühne für einen Beitritt im Jahr 2023 bereitet zu sein.

Sommerurlaub im eigenen Land

Viele Kroat*innen verbringen den Sommerurlaub am Meer im eigenen Land, jetzt verstärkt sich aber die Sehnsucht nach kürzeren Auslandsreisen. Exotische Destinationen kommen nur für eine sehr dünne Schicht infrage, die Mittelschicht bleibt bei den Nahmärkten. Die Buchungen werden weiterhin sehr kurzfristig erfolgen, die spontanen Entscheidungen werden eine größere Rolle spielen. 

Österreich

Das Image Österreichs war immer äußerst positiv, es hat sich nicht geändert. Österreich ist eine sehr wichtige Destination für die Kroat*innen. Die österreichischen Maßnahmen empfanden die Kroat*innen als zu streng, in erster Linie die Testpflicht und die komplizierten Regelungen. Es gibt aber immer mehr Geimpfte, die frei reisen und die Einrichtungen in Anspruch nehmen dürfen, und auch die österreichischen Regelungen ändern sich. Die einfache Anreise und die Bekanntheit der österreichischen Regionen bedeuten in diesen Zeiten einen großen Vorteil bei der Reiseentscheidung. Österreich ist im Sommer von den Kroat*innen weniger besucht als im Winter, aber viele werden einige Kurzreisen, Tagesausflüge und Städtebesuche unternehmen.

Inspiration, Information und Angebote in den Vordergrund

Die Normalität kehrt Schritt für Schritt zurück, was auch die Kommunikation ändern sollte. Die Reiseinformationen sind so lange wichtig, bis alle Einschränkungen aufgehoben wurden. Aber die Inspiration, die Darstellung der Möglichkeiten, die buchbaren Angebote sollten in den Vordergrund rücken.