Japan Tourismusausblick

Japan: Tourismusausblick

Juli 2021: Unzufriedenheit in der Bevölkerung – schwierige Wirtschaftssituation – Auslandsreisen zurzeit kaum möglich – willkommen heißen

Olympische Spiele lösen keine Euphorie aus

Die Bewohner Japans sind der vielen Restriktionen und Beschränkungen überdrüssig. Der Ausnahmezustand wurde am 21. Juni 2021 nun in allen Präfekturen bis auf Okinawa aufgehoben. Nur für die Inselgruppe im südlichsten Teil Japans wurde der Notstand bis 11. Juli 2021 verlängert. Diesen großen Schritt hin zur neuen Normalität halten bei einer Umfrage 54 % für verfrüht, nur 40 % sind der Meinung, dass die Entscheidung angemessen ist. Bei selbiger Befragung gaben 55 % an, dass sie mit der aktuellen Regierung unzufrieden sind, was trotz des hohen Wertes dennoch eine Verbesserung von 4 % im Vergleich zur letzten Umfrage bedeutet. Die Bemühungen im Kampf gegen die Pandemie wertschätzen 21 % der Befragten, 60 % sind allerdings unzufrieden damit. Das Thema „Olympische Spiele“ löst in Japan weiterhin keine große Euphorie aus. Nur 22 % der Befragten gaben an, dass die Olympischen und Paraolympischen Spiele in Tokio mit lokalen Zuschauer*innen abgehalten werden sollen. 31 % sind für eine Austragung ohne Publikum. Für eine Absage plädieren nun nur mehr 30 % der Befragten, was einen Rückgang von 10 % im Vergleich zur letzten Umfrage bedeutet. Zusätzlich sind allerdings noch 12 % für eine Verschiebung der Veranstaltungen. Auf die Frage, ob die Veranstaltung denn sicher und geschützt durchgeführt werden kann, waren 64 % der Meinung, dass dies nicht der Fall ist.

Schwacher Privatkonsum

Die Anzahl der Personen in Angestelltenverhältnis betrug im April 66,57 Millionen, eine Steigerung von 290 000 Personen im Vergleich zum Vorjahreswert. Es ist der erste positive Anstieg seit 13 Monaten. Im Gegensatz dazu stieg aber auch der Wert der Personen ohne Anstellung auf 2,09 Millionen an, eine Zunahme von 200 000 und die Fortsetzung der Steigerung der letzten 15 Monate. Die Arbeitslosenrate stieg ebenfalls um weitere 0,2 % auf 2,8 %. Wirtschaftlich befindet sich Japan weiterhin in einer schwierigen Situation. Der Privatkonsum ist schwach, allerdings steigen die Exporte wieder moderat an.

Weiterhin hauptsächlich Inlandsreisen

Aktuell sind weiterhin nur Inlandsreisen möglich. Der Ausnahmezustand wurde mit 21. Juni 2021 in allen Präfekturen bis auf Okinawa aufgehoben, obwohl die Zahl der Neuinfektionen weiterhin konstant ist und nicht sinkt. Wegen der anhaltenden Pandemie ist die Reiselust der japanischen Bevölkerung trotz der Aufhebung des Notstands getrübt. Darüber hinaus haben die Menschen Angst davor, dass mit der Lockerung der Restriktionen auch die Infektionszahlen wieder ansteigen bzw. dass sich die Veranstaltung der Olympischen Spiele negativ auswirkt.

Auslandsreisen immer noch mit Hemmnissen

Viele Reiseveranstalter mit Spezialisierung auf Auslandsreisen haben die Planung von Touren ins Ausland aktuell vollständig aufgegeben. Durch Newsletter, Kampagnen und Social Media ist aber erkennbar, dass unsere japanischen Österreich-Fans mehr denn je motiviert sind, nach Österreich zu reisen, sobald sich die Grenzen wieder öffnen. Die Österreich Werbung unterstützte einen Pop-up-Shop in einer Schwesterstadt von Wien-Hernals. Da aktuell niemand nach Österreich reisen kann, war der alljährlich organisierte Pop-up-Store mit österreichischen Produkten beliebter als je zuvor.

Auch wenn die Restriktionen für japanische Reisende in Österreich aufgehoben worden sind, ist Reisen nach wie vor nur mit einer verpflichtenden dreitägigen Hotelquarantäne – gefolgt von weiteren elf Tagen Heimquarantäne – möglich. Die Impfprozesse gehen nur sehr schleppend voran, sollen nun aber mit Juli forciert vorangetrieben werden.

Auf den Ton kommt es an

Sicherheit beim Reisen ist weiterhin das wichtigste Thema. Neben Sicherheit ist auch der Rassismus gegen asiatische Menschen ein großes Thema. Umso wichtiger ist daher auch der Fokus darauf, dass alle Besucher*innen in Österreich willkommen sind.