Japan Tourismusausblick

Japan: Tourismusausblick

April/Mai 2022: kein Ausnahmezustand mehr – Privatkonsum durch Omikron beeinträchtigt – internationaler Personenverkehr wird schrittweise erhöht – Touren aufgrund des Krieges gecancelt – RVs arbeiten schon an Herbstangeboten

Trotz vieler Neuinfektionen ist Optimismus spürbar

Die Omikron-Welle erreichte mit Anfang Februar ihren Höhepunkt. Seitdem sinkt die Zahl der Neuinfektionen, allerdings sehr langsam. Anfang März waren noch über 30 Präfekturen Japans von Restriktionen im Rahmen des COVID-19-Virus betroffen, wobei am 6. März sämtliche Vorkehrungen in 13 Präfekturen aufgehoben wurden. Seit 22. März ist nun ganz Japan vom Quasi-Ausnahmezustand befreit, erstmalig seit zweieinhalb Monaten gibt es damit nun auch in der Landeshauptstadt Tokio keine Einschränkungen mehr. Bei einer Umfrage der Tageszeitung „Mainichi Shimbun“ und des „Social Research Center“ waren 65 % der Befragten der Meinung, dass diese Maßnahme angemessen war, 24 % stimmten für eine Verlängerung der Präventionsvorkehrungen. Die Booster-Impfungen sind bereits in vollem Gange, 35,3 % der Bevölkerung sind bereits dreifach geschützt (79,9 % zweifach). Die Haltung der Japaner*innen ist trotz der noch immer relativ hohen Neuinfektionszahlen aufgrund der hohen Impfquote sowie auch der weniger schweren Krankheitsverläufe optimistisch.

Omikron hat wohl noch Auswirkungen auf Wirtschaft

Für Jänner bis März prognostizieren Expert*innen, dass die Wirtschaft ins Stocken geraten oder sogar schrumpfen könnte, je nachdem wie sich die Omikron-Variante auswirkt, denn die noch immer ansteigenden Fälle könnten Haushalte vom Einkaufen abhalten und die Lieferkette bei Fabrikproduktionen beeinträchtigen. Das Wirtschaftswachstum wurde hauptsächlich durch einen Anstieg des Privatverbrauchs um 2,7 % im Vergleich zum Vorquartal angetrieben. Dieser beträgt mehr als die Hälfte des japanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Arbeitslosenquote stieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat auf 2,8 % an. Bei einer Umfrage im Februar 2022 gaben 74,3 % der befragten Unternehmen in Japan an, noch Auswirkungen durch das Virus zu spüren. Nur 7 % antworteten, dass sich die Pandemie nicht mehr negativ auf das Geschäft auswirkt.

Regierung bittet, mit Auslandsreisen noch zu warten

Seit dem 1. März gibt es zahlreiche Lockerungen bei der Einreise nach Japan. Für Einreisende mit Booster-Impfung mit einem der in Japan anerkannten Impfstoffen entfällt die Quarantänepflicht vollständig. Für Personen, die nicht in diese Kategorie fallen, besteht die Möglichkeit, sich nach drei Tagen negativ aus der Heimquarantäne freizutesten. Die Regierung hält die japanische Bevölkerung allerdings weiterhin dazu an, noch mit Reisen ins Ausland zu warten. Die strengen Einreisebeschränkungen für Tourist*innen bestehen weiterhin, allerdings wurde die Gesamtzahlt der Einreisenden mit gültigem Visa für Studierende, Geschäftsreisende etc. von 5000 auf 7000 pro Tag erhöht. Die Regierung plant, den internationalen Personenverkehr weiterhin schrittweise zu erhöhen und bald auf 10 000 Personen pro Tag anzuheben.

Zusätzlich zu den Herausforderungen im Rahmen des COVID-19-Virus hemmt die Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine die Reiselust der Japaner*innen nach Europa. Da die Flugroute über Russland aktuell nicht möglich ist, verlängern sich viele Verbindungen um mehrere Stunden. Der Flugplan ist mit kurzfristigen Änderungen verbunden und für zukünftige Ticketverkäufe werden höhere Preise prognostiziert. Zu all diesen erschwerten Bedingungen kommt noch ein starkes Erdbeben am 16. März in der Fukushima- und Tohoku-Region, bei dem es zahlreiche Schäden gab.

Ukraine-Krieg erfordert zeitintensives „Umfliegen“ von Russland

Da die Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine gerade ein zeitintensives Umfliegen von Russland mit einer nördlicheren oder südlicheren Route erforderlich macht, haben bereits viele Reiseagenturen ihre angebotenen Touren bis zum 26. April, also vor den Golden-Week-Feiertagen, gecancelt.

Produkte für Herbst: Nachhaltigkeit und Jubiläen

Einige Reiseveranstalter arbeiten bereits an Reiseprodukten nach Österreich für den Herbst 2022. Im Rahmen dieser Konzeption herrscht großes Interesse an nachhaltigen Reisezielen in Österreich, wie auch an besonderen Jubiläen.