Großbritannien Tourismusausblick

Großbritannien: Tourismusausblick

Oktober 2021: positive Stimmung – Wirtschaftserholung –krisenresistente Skiurlauber*innen – Buchungssteigerungen – starke Präsenz zeigen

Booster-Impfungen in Vorbereitung

Die Infektionszahlen sind in den letzten Wochen leicht gestiegen, haben sich jetzt aber bei
26 000 bis 30 000 eingependelt. Dies war aufgrund der Öffnungen sowie des Schulstartes zu erwarten. Prinzipiell ist die Bevölkerung etwas zweigeteilt: Einerseits freuen sich die Menschen, sich endlich wieder mehr oder weniger frei bewegen zu können und Leute zu treffen, andererseits sind einige, vor allem wenn es um den Kontakt mit haushaltsfremden Personen geht, noch etwas vorsichtig. Alles in allem sind die Brit*innen positiv gestimmt und es ist eine Corona-Müdigkeit zu spüren. Im Moment werden die weiteren Details zu den Booster-Impfungen finalisiert. Den über 50-Jährigen und besonders gefährdeten Personen wird bereits seit 21. September 2021 eine Auffrischungsimpfung zur Verfügung gestellt. Auch Kindern zwischen 12 und 15 Jahren wird eine Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff angeboten.

Erholung der Wirtschaft

Generell erholt sich die Wirtschaft. Allerdings ist diese im Juli nur um 0,1 % gewachsen. Als Grund für das geringe Wachstum wird die „Pingdemic“ (ein Kofferwort aus „ping“ und „pandemic“) vermutet. Erkennt die NHS-Corona-App einen nahen Kontakt zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person, wird diese „angepingt“. Die entsprechenden Regeln wurden allerdings inzwischen gelockert: Nur mehr nicht vollständig geimpfte Personen müssen danach in Quarantäne. Im Moment liegt die Wirtschaft noch immer 2,1 % hinter dem Höchststand vor der Pandemie. Gleichzeitig liegt das Angebot an offenen Stellen (1,03 Millionen Angebote) über dem Niveau vor der Pandemie. Die Arbeitslosenquote ist im zweiten Quartal von 4,7 auf 4,6 gesunken. Vor allem in den Sektoren Lebensmittel und Beherbergung gibt es zahlreiche Jobangebote. Die fehlenden Arbeitskräfte können u. a. auf den Brexit zurückgeführt werden. Offen ist noch, wie viele der Personen, die im Moment noch in Kurzarbeit sind, nach dem Ende der Periode wieder voll zurückkehren können und welche Stellen gestrichen werden.

Weiterhin großes Interesse an Urlaubsreisen

Das Interesse an Urlaubsreisen ist weiterhin sehr groß. Das zeigt auch das steigende Flugangebot. Laut einem aktuellen Bericht der Travel Trade Gazette (TTG) übertreffen die Buchungen von Skiurlauben die Erwartungen. Skifahrer*innen zählen zu den krisenresistentesten Urlauber*innen und können es nach einer „verlorenen“ Saison kaum erwarten, wieder auf die Pisten zu kommen. Es ist eine Änderung im Buchungsverhalten zu sehen. Buchungen erfolgen zum Teil sehr kurzfristig. Spezialreiseveranstalter haben aber auch einen Anstieg der Buchungen während der ersten Monate des Jahres gesehen (durch Verschiebungen der Urlaube sowie neue Buchungen). Es war bzw. ist auch zu sehen, dass sich die Nachfrage mit den Änderungen der Regierung (Öffnung der Grenzen) ändert. Crystal Ski Holidays gibt an, dass sie im Moment mehr Buchungen bzw. Anfragen verzeichnen als 2019. Inghams berichtet, dass die aktuellen Buchungen 15 % über den Buchungen von Vergleichszeiträumen in vergangenen Jahren liegen. Club Med verzeichnet eine Erhöhung von 40 %, was die Buchungen betrifft. Das Unternehmen sieht auch verstärkte Anfrage von neuen Kund*innen (80 % Erhöhung). Europäische Ressorts werden diesen Winter dominieren, da Reisen in die USA, nach Kanada und Japan unsicher sind. Crystal Ski Holidays sieht auch einen Anstieg bei Selbstversorger*innen-Appartements. VIP SKI sieht einen Trend hin zur Buchung von ganzen Chalets, da Urlauber*innen ihre eigene „Bubble“ bilden möchten. Inghams sieht einen leichten Anstieg bei Hotels.

Österreich beliebte Winterdestination

Seit Mitte August 2021 ist es für Brit*innen möglich, nach Österreich zu reisen. Allerdings sind die Flugangebote im Moment begrenzt. Flüge werden nur nach Wien angeboten. Eine große Konkurrenz bleiben die Sun-and-Beach-Destinationen. Die Brit*innen sehnen sich nach Sonne. Allerdings bietet Österreichs Berg- und Seenlandschaft eine gute Alternative zum Strandurlaub und Österreichs Outdoor-Angebote liefern einen Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheit nach der langen Zeit des Eingesperrtseins. Auch der Städteurlaub ist für Brit*innen von Interesse. Gut sieht es für kommende Wintersaison aus. Die Reiseveranstalter sind positiv gestimmt. Inghams hat bereits 40 % der Angebote für den Winter 2021/2022 verkauft und liegt damit auf dem Niveau von 2019. Alle Buchungen, die jetzt erfolgen, sind bereits neue Buchungen. Auch andere Reiseveranstalter verzeichnen gute Buchungen. Ski Solutions gibt an, dass die Zahl der Buchungen im Vergleich zu 2019/2020 um 18 % gestiegen ist. Allerdings hinkt Österreich Frankreich, Italien und der Schweiz hinterher. Dies hängt wahrscheinlich mit der späten Änderung der Einreisebestimmungen zusammen. Ein kleiner Hinderungsgrund für Familien, der gegen Reisen nach Österreich spricht, ist die 3-G-Regel für Kinder über zwölf Jahre. Im Vereinigten Königreich wurde die Impfung für 12- bis 15-Jährige erst kürzlich zugelassen und es wird nur von einer Impfung gesprochen. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder, wenn sie in Österreich auf Urlaub sind, regelmäßig testen lassen müssen. Dies ist ein zusätzlicher Aufwand, der gegen einen Österreich-Urlaub sprechen kann, vor allem wenn die Tests kostenpflichtig werden.

Zeit für aktive Kommunikation

Die Kommunikation muss aktiver werden, weg von reinen Awareness-Botschaften. Es ist jetzt wichtig, starke Präsenz zu zeigen, um ins Bewusstsein der Brit*innen als mögliche Skidestination zu rücken und mit der Konkurrenz – den anderen Skidestinationen – mitzuhalten. Britische Skifahrer*innen sind sehr krisenresistent und freuen sich auf den Skiurlaub. Es heißt jetzt, die Skifahrer*innen von Österreich zu überzeugen. Wichtig in der Kommunikation ist, es den potenziellen Urlauber*innen so leicht wie möglich zu machen und Informationen gesammelt und verständlich näherzubringen. Wesentlich sind dabei Informationen zur Einreise und zu den Sicherheitsbestimmungen vor Ort.