Großbritannien Tourismusausblick

Großbritannien: Tourismusausblick

Juli 2021: Freedom Day verschoben – Stimmung steigt – Doppelbuchungen beim Urlaub – Präsenz zeigen

Delta-Variante bereitet etwas Sorgen

Nachdem der „Freedom Day“, also der Tag, an dem alle Einschränkungen wie z.B. Social Distancing aufgehoben werden, vom 21. Juni auf den 19. Juli 2021 verschoben wurde, ist die Stimmung leicht gefallen. Trotzdem glaubt die Mehrheit der Brit*innen laut dem „Sentiment Tracker“ der nationalen Tourismusorganisation VisitBritain, dass das Schlimmste vorüber ist. Das Ampelsystem, das Länder entsprechend dem Risiko und der Impfrate einteilt und alle drei Wochen überprüft und aktualisiert wird, wird verstärkt kritisiert. Mittlerweile wird darüber diskutiert, für Personen, die voll geimpft sind und von einem „orangen“ Land zurückkehren, die Quarantäne zu streichen. Österreich befindet sich wie die meisten europäischen Länder zurzeit auf der orangen Liste.

Die Impfstrategie ist weiterhin sehr erfolgreich. Für etwas Kopfzerbrechen sorgt die Delta-Variante, die für einen Anstieg der Fallzahlen sorgt. Um der Verbreitung entgegenzuwirken, werden Personen in besonders betroffenen Gebieten verstärkt zum Impfen bzw. zum Testen aufgerufen. Mittlerweile werden alle Personen ab 18 Jahren geimpft. 47,1 % der Bevölkerung sind bereits voll geimpft und 64,6 % haben zumindest die erste Impfung erhalten.

Erholung der Wirtschaft

Die Wirtschaft hat sich im Mai aufgrund der Öffnungen im Tourismus und im Hotel- und Gastgewerbe etwas erholt. Auch das Angebot an Jobs in diesen Sektoren ist deutlich gestiegen. Inwieweit sich die Verschiebung des „Freedom Day“ auswirken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Die Inflation ist im Mai stärker gestiegen als erwartet. Die höhere Nachfrage hat dazu geführt, dass Unternehmen die höheren Kosten an ihre Kund*innen weitergeben.

Weiterhin großes Interesse an Urlaubsreisen

Das Interesse an Urlaubsreisen ist weiterhin sehr groß. Sun-and-Beach-Destinationen stehen noch immer an erster Stelle bei der Suche nach einem Urlaub. Auch Buchungen in Länder auf der orangen Liste steigen zum Teil, sofern eine Einreise in dem jeweiligen Urlaubsland möglich ist. Die Quarantäne bei der Rückkehr wird in Kauf genommen. Das zeigt, dass sich Brit*innen nach Urlaub sehnen und dorthin reisen werden, wo es ihnen möglich ist. Aufgrund der Unsicherheit, was das Reisen ins Ausland und eventuelle kurzfristige Änderungen der Einreisebestimmungen betrifft, die Buchungen für Inlandsurlaube gestiegen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es einige „Doppelbuchungen“ gibt, das heißt, Personen buchen sowohl einen Inlands- als auch einen Auslandsurlaub und stornieren kurzfristig, je nachdem welche Möglichkeiten sie haben.

Kaum Änderungen bei der Einstellung zu Österreich

Österreich kann zum einen mit dem Thema Sicherheit punkten, zum anderen mit seinem großartigen Outdoor-Angebot. Eine große Konkurrenz bleiben die Sun-and-Beach-Destinationen. Allerdings bietet Österreichs Berg- und Seenlandschaft eine gute Alternative zum Strandurlaub und Österreichs Outdoor-Angebote liefern einen Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheit nach der langen Zeit des Eingesperrtseins. Allerdings wird Österreich erst als Reiseziel infrage kommen, wenn klar ist, unter welchen Bedingungen eine Ein- und Rückreise möglich ist (mit COVID-19-Test, Quarantäne etc.)

Es herrscht nur etwas Unverständnis bzw. Unmut ob der Tatsache vor, dass eine Einreise für Brit*innen bis zum 30. Juni 2021 nicht erlaubt ist. Nach dem Auslaufen des Landeverbotes steigt auch die Hoffnung, dass mit 30. Juni die Einreiseverordnung, die den Brit*innen im Moment die Einreise nicht erlaubt, ausläuft. Aktuellen Informationen des Reiseveranstalters –„Crystal-Tours“ zufolge hat Frankreich bei den Winterbuchungen jedoch zugelegt und liegt jetzt etwas vor Österreich. Dies war vor zwei, drei Monaten noch anders.

Aktivere Kommunikation

Die Kommunikation kann langsam aktiver werden, weg von reinen Awareness-Botschaften. Es ist jetzt wichtig, Präsenz zu zeigen, um ins Bewusstsein der Brit*innen als mögliche Urlaubsdestination zu rücken. Sobald es von österreichischer Seite positive Zeichen für die Einreise von Personen aus Großbritannien gibt, heißt es, Präsenz zu zeigen. Es ist dann auch wichtig, es den potenziellen Urlauber*innen so leicht wie möglich zu machen und Informationen gesammelt und verständlich näherzubringen.