Frankreich Tourismusausblick

Frankreich: Tourismusausblick

Juli 2021: Wirtschaftsaufschwung erwartet – 2 Millionen mehr Reisewillige – Reisesehnsucht – Information wichtig

Verstärkte Schutz-Maßnahmen, Impfaufruf und 3G-Regelung

Nach dem mehrwöchigen Rückgang der Infektionszahlen nehmen die Neuansteckungen, insbesondere die Delta Variante, überraschend schnell zu. Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats kündigt Macron in einer TV-Ansprache neue Schutz-Maßnahmen an:

Für alle Mitarbeiter im Gesundheitssektor wird eine CoV-Impfplicht eingeführt. Für Risikogruppen solle es zudem ab September Auffrischungs-Impfungen mit einer dritten Dosis geben.

Ab 21. Juli 2021 ist der Gesundheits-Pass (3-G Regelung) bei Kino-, Theater- und anderen Kulturbesuchen verpflichtend. Ab August ist er auch bei Restaurant- und Barbesuchen obligatorisch vorzuweisen, ebenso wie bei Flugreisen, in Fernzügen und Busreisen; weiters in Einkaufszentren und Krankenhäusern. Dafür müsse aber zunächst noch eine entsprechende Novelle verabschiedet werden. Die Reisbranche begrüßt die Einführung des verpflichtenden Gesundheitspasses und plädiert insgesamt für koordiniertere Erleichterungen bei Auslandsreisen.   

Um die Impfkampagne weiter anzukurbeln sollen PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden. Mit dem neuen Schuljahr soll es dann auch eine Impfkampagne speziell für Schülerinnen und Schüler geben. 

Bisher sind etwa 53 % der Menschen in Frankreich mindestens einmal gegen Corona geimpft (35 Millionen Personen), 38 % haben eine zweite Impfdosis erhalten. Die nationalen Impfzertifikate werden seit Anfang Juli auch über die französische App „Tous AntiCovid“ registriert und sollen nun EU-weit digital auslesbar sein. Mit dieser App war Frankreich Vorreiter, sie registriert auch den 3-G-Nachweis, welcher zukünftig der Sesam für Eintritte zu Veranstaltungen, Restaurantbesuchen, Reisen, etc. sein wird.

Neue Schutz-Maßnahmen sollen auch Wirtschafts-Perspektiven sichern

Mit diesen erneuten Schutz Maßnahmen will die Regierung auch die Perspektiven der Wirtschaft absichern. Die Öffnung des Handels, des Kulturlebens, des Tourismus und der Gastronomie kurbelt insbesondere in den Sommermonaten auch den traditionell starken Privatkonsum an. Unterstützt durch die bisher noch nie da gewesene signifikant hohe Sparquote der Haushalte, die sich auch positiv auf die Urlaubsreisen auswirkt. Weiters erweist sich „France Relance“, das 100-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket für drei Jahre, als sehr effektiv. Der Plan dient auch der Stärkung von Nachhaltigkeitsstrategien und der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Durch diese Schutzschirm-Maßnahmen wurden bisher große Pleitewellen und ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert. Für 2021 prognostiziert die Banque de France ein Wirtschaftswachstum von 5 %, welches klar über dem Durchschnitt der EU-Länder liegt. Dennoch könnte die Lage kritisch werden, wenn viele Firmen für den Aufschwung in der Post-Pandemie neue Finanzmittel benötigen.

Das Reisebedürfnis war noch nie so groß wie dieses Jahr

Der Fokus liegt derzeit ganz klar auf dem Sommerurlaub, einem Grundbedürfnis. Die Sehnsucht zu reisen und auch das Fernweh sind so groß. Das Reisebudget und die Aufenthaltsdauer steigen. Anfang Juli beginnen die achtwöchigen Sommerferien für ganz Frankreich. Die Reiseabsichten verzeichnen Rekordwerte. Europäische Reiseziele haben diesen Sommer gute Chancen, wieder Marktanteile vom französischen Herkunftsmarkt zurückzugewinnen!

Es gibt eine Tendenz zu Naturerlebnissen in den Bergen. Die französischen Bergdestinationen verzeichnen ein Buchungsplus von 25 % im Vergleich zum Vorjahr, was auch schon ein „grand cru“ war (Quelle: ANMSM, Nationaler Verband der Bürgermeister der Bergstationen). Die Nachfrage nach Städteurlaub tendiert eher zum Herbst und hin zu den Festtagen am Jahresende. 35 Millionen Französinnen*Franzosen wollen 2021 verreisen, das sind um 2 Millionen mehr als im Vorjahr, 8 Millionen davon planen eine Auslandsreise. Vor der Pandemie lag das Verhältnis bei 70 % Inlands- vs. 30 % Auslandsreisen. Für 2021 schätzen Expert*innen das Verhältnis auf 80 : 20 (2020 sind nur 6 % der Französinnen*Franzosen ins Ausland gereist).

Großes Bedürfnis nach Sommerurlaub und Blick auf den Herbst

In Frankreich genießt Österreich als Sommer- und Winterdestination in den Bergen als auch als Kulturdestination Weltruf. Bei den potenziellen französischen Gästen besteht ein großes Bedürfnis nach Sommerurlaub. Die Zielgruppe verfügt über eine hohe Kaufkraft, unbeeinflusst von der Pandemie. Sie ist es gewohnt, mehrere Reisen pro Jahr zu unternehmen, und verreist im Sommer meist zwei Wochen und länger. Österreich bietet alle Faktoren, welche bei der Destinationswahl für französische Gäste, insbesondere nach diesem Corona-Jahr, eine große Rolle spielen: intakte Natur und Bergwelt, qualitätsvolle Tourismusstrukturen, authentische Gastgeberqualität, moderne Infrastrukturnetze und vor allem ein hochwertiges Sicherheits- und Gesundheitsversorgungssystem. Die Maßnahmen der österreichischen Regierung in Bezug auf COVID-19 werden in Frankreich sehr positiv gesehen. Mehrere Reiseveranstalter haben ihre Angebote 2021 für Österreich geschärft bzw. nehmen Österreich neu in ihre Produktpalette auf. Die Branche ortet eine kontinuierlich progressive Nachfrage der Auslandsreisen für das zweite Semester 2021.

Information, Vertrauen und Sicherheit

Die Re-Start-Kommunikationsmaßnahmen der ÖW Frankreich für den Sommer- und Herbsturlaub laufen derzeit auf unseren eigenen Kanälen, auf Reiseblogs, bei Medienpartnern wie Geo und artips sowie am größten französischen B2B-Portal TourHebdo.

Parallel zur Inspiration für Sommer- und Herbsturlaub empfehlen wir weiterhin, die COVID-19-Sicherheitsmaßnahmen sichtbar zu kommunizieren.

Natur pur, Erholung bei Outdoorerlebnissen, wohltuende Begegnungen mit Gastgeber*innen, lokale Lebenskultur, Kulturgenuss, Authentizität und Auszeit vom Alltag sind für den heurigen Sommer- und Herbsturlaub von besonderem Interesse. Bei der Zielgruppe der französischen Auslandsreisenden ist die Leistbarkeit kein Thema. Bei der Unterkunftswahl gibt es eine Präferenz für 3- bis 4-Sterne-Hotels und zunehmend auch für Ferienwohnungen und Chalets. Vornehmlich buchen französische Gäste direkt bei der Unterkunft. Einfache Reservierungsabläufe und Flexibilität bei den Stornobedingungen tragen wesentlich zur Buchungsentscheidung bei. Das bevorzugte Reisemittel bleibt das Auto. Social Distancing und COVID-19-Regelungen sind für französische Gäste selbstverständlich geworden.