Frankreich Tourismusausblick

Frankreich: Tourismusausblick

Oktober 2021: positive Stimmung bei der Bevölkerung – Wirtschaftsaufschwung setzt sich fort – Urlaubstrends setzen sich fort – gute Chancen für Österreich im Herbst/Winter – besondere Angebote hervorheben

Deutliche Entspannung, positive Stimmung

Landesweit kontinuierlich sinkende Inzidenzwerte, und das seit Wochen, bestätigen das Ende der vierten Welle. Angesichts der stabilen Lage gelten neuerliche Einschränkungen derzeit als unwahrscheinlich. Die Arbeitswelt ist in die Normalität zurückgekehrt. Die Erholung der Wirtschaft trägt zu einem insgesamt positiven Sozialklima bei. Die Situation am Arbeitsmarkt ist besser als erwartet und erreicht wieder das Vorkrisenniveau. Im Tourismus und in der Baubranche herrscht großer Fachkräftemangel. Die Regierung schraubt am Steuer-, Bildungs-, Arbeitslosen- und Pensionssystem, doch in Hinblick auf die nahenden Präsidentschaftswahlen im April 2022 geraten tiefgehende strukturelle Reformen in den Hintergrund. Darüber hinaus bereitet sich Frankreich auf den EU-Vorsitz ab 1. Jänner 2022 vor. Mitte Oktober waren 85 % der Bevölkerung über zwölf Jahre geimpft. Somit werden per 15. Oktober die Gratistests für Freizeitzwecke eingestellt. Weiterhin aufrecht ist landesweit die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in öffentlich zugänglichen Gebäuden. Die französische App „TousAntiCovid“ registriert die Impfzertifikate und Tests (3-G-Nachweis) mit EU-weiter Gültigkeit.

Frankreichs Wirtschaft setzt Erfolgskurs fort

Die französische Wirtschaft wächst im Rekordtempo und hat sich von der Corona-Krise erholt. Für die Erholung sorgt fast ausschließlich die Inlandsnachfrage. Der aufgestaute Privatkonsum treibt den Aufschwung voran, was sich auch positiv auf die Reisenachfrage auswirkt. Die Regierung hält an der Prognose des Statistikamts INSEE mit 6 % Wachstum für 2021 fest. Im vierten Quartal 2021 soll die Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben. Die Coronahilfen werden zurückgefahren. Jene Sektoren, die von direkten Einschränkungen betroffen sind und hohe Verluste verzeichnen, wie Kultur und Tourismus, werden jedoch weiterhin mit Stützungen rechnen können. Auf das 100-Milliarden-Euro Konjunkturpaket „France Relance“, welches sich als Corona-Schutzschirm und Maßnahmenpaket als sehr effektiv erwiesen hat, soll nun ein Investitionsprogramm folgen. Dieses wird auf die Förderung der Zukunftsbranchen ausgerichtet sein, um die industrielle und technologische Unabhängigkeit des Landes wiederzugewinnen.

Weiterhin große Reiselust – man will sich etwas gönnen

Die Reiselust ist ungebrochen. Man will sich etwas gönnen, der französische Gast gibt für Qualität gerne den richtigen Preis aus. Es besteht großer Aufholbedarf bei Auslandsreisen. Gestärkt vom positiven Wirtschaftsumfeld gehen die Reiseveranstalter für 2022 von einer sehr guten Nachfrage innerhalb Europas aus, möglicherweise auf dem Vorkrisenniveau. Die Herausforderungen sind die Pandemie-Entwicklung und die Gesundheitsvorschriften der Zieldestinationen. Generell gehen die Expert*innen nicht von einer grundlegenden Revolution im Reiseverhalten aus. Eher werden sich Trends, die bereits vor der Pandemie viel diskutiert wurden, beschleunigen. Die Gesellschaft wird definitiv verantwortungsbewusster und misst Umweltaspekten auch beim Reisen mehr Bedeutung zu. Wie auch das „World Travel & Tourism Council“ (WTTC) gehen unterschiedliche französische Studien für die nächsten Jahre von einer stärkeren Nachfrage nach Umweltaspekten im Reiseverhalten aus sowie auch von der Akzeptanz von pandemiebedingten Einschränkungen. Reisen wird bewusster erlebt, der Trend geht hin zu Slow Tourism und Bleisure Tourism, zunehmend auch hin zu Urlaub in der Natur und mehr Nahreisen innerhalb Europas. Auch die Reisegruppen werden kleiner werden. Nachhaltige Produkte werden einen größeren Kund*innen-Zuspruch erhalten. Hotelclubs werden jedoch nicht verschwinden und stark frequentierte mythische Orte werden immer mythische Orte bleiben. Allerdings wird es Lösungen zur Lenkung von Besucherströmen geben. Für umweltfreundlicheres Reisen wird insbesondere der technische Fortschritt sorgen (sanfte Mobilität, Bahnreisen, Wasserstofftechnik etc.).

Österreich genießt Weltruf

In Frankreich genießt Österreich Weltruf als Berg- und Kultur-Urlaubsdestination. Österreich ist leicht erreichbar: Aus dem Elsass erreicht man die westlichen Bundesländer in nur knapp fünf Autostunden. Ab 14. Dezember 2021 wird es wieder einen direkten Nachtzug von Paris über Salzburg nach Wien geben. Das öffnet Chancen und neue Potenziale für Winterurlaub und Städtetourismus. Direkte Flugverbindungen bestehen wie vor Corona aus allen Großstädten nach Wien. Französische Gäste schätzen den Kontakt zu den Gastgeber*innen und den authentischen Touch von lokalem Kulturgenuss. Frankreich hat ein Potenzial von sieben Millionen Bergurlauber*innen. In Hinblick sowohl auf den Herbsturlaub als auch auf die Wintersaison zeichnen sich gute Chancen ab. Nicht zuletzt durch die hohe Impfquote setzen die Reiseveranstalter auch auf eine zeitnahe Wiederbelebung von Städtereisen im Herbst, insbesondere zur Adventzeit und an den Festtagen am Jahresende. Mehrere Reiseveranstalter haben ihre Angebote 2021/2022 für Österreich geschärft bzw. nehmen Österreich neu in ihre Produktpalette auf.

Fokus auf Adventromantik und Winterurlaub

Parallel zur Inspiration und Angebotspräsentation empfehlen wir weiterhin, die COVID-19-Sicherheitsmaßnahmen sichtbar hervorzuheben. Für den Winterurlaub empfehlen wir, neben Alpin- und Ski-Erlebnissen auch Facetten wie Winterromantik und Urlaub im Schnee abseits der Pisten sowie Spa und Wellness anzubieten. Bei der Zielgruppe der französischen Auslandsreisenden ist die Leistbarkeit kein Thema. Bei der Unterkunftswahl gibt es eine Präferenz für 3- bis 5-Sterne-Hotels und zunehmend auch für Ferienwohnungen und Chalets. Vornehmlich buchen französische Gäste direkt bei der Unterkunft. Einfache Reservierungsabläufe und Flexibilität bei den Stornobedingungen tragen wesentlich zur Buchungsentscheidung bei. Das bevorzugte Reisemittel bleibt das Auto. Social Distancing und COVID-19-Regelungen sind für französische Gäste selbstverständlich geworden.