Deutschland Tourismusausblick

Deutschland: Tourismusausblick

Oktober 2021: Maßnahmen zur Steigerung der Impfbereitschaft – Inflation steigt – möglichst wenige Einschränkungen im Urlaub – Österreich bietet gute Voraussetzungen für coronakompatiblen Urlaub – typisch österreichische Urlaubswerte kommunizieren

Keine kostenlosen Tests mehr seit Mitte Oktober

Deutschland startet deutlich besser in den Corona-Herbst als noch im Sommer befürchtet. Mehre Bundesländer lockern die Corona-Maßnahmen. Auch die Maskenpflicht in Schulen wird unterschiedlich gehandhabt. In Berlin z. B. entfällt die Maskenpflicht in der ersten bis sechsten Schulstufe, ab der siebten besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. In anderen Bundesländern entfällt die Maskenpflicht in Schulen ganz, wie z. B. im Saarland. Derweil hat sich der Deutsche Städtetag für mehr Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene bei Freizeiteinrichtungen im Herbst und Winter ausgesprochen. „Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen fürs Impfen zu motivieren und die Impfquote zu steigern“, sagte der Städtetags-Präsident Burkhard Jung der Deutschen Presse-Agentur. Ab dem 1. November erhalten Erwerbstätige, die nicht gegen COVID-19 geimpft sind, bei einer Quarantäne keine Entschädigung mehr. Ausnahmen gibt es aber weiterhin für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder die zu einem Personenkreis gehören, für den in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen vor der Absonderungsanordnung keine öffentliche Empfehlung für eine Impfung gegen COVID-19 vorlag. Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wird nicht eingeschränkt. (Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung). Da für alle genug Impfangebote vorliegen, entfällt ab Mitte Oktober der kostenlose Bürgertest, nur noch bestimmte Gruppen, z. B. Schwangere, Kinder etc., können sich kostenlos testen lassen. Aktuell starten die Booster-Impfungen für alle, die die zweite Impfung vor mehr als sechs Monaten erhielten. Die Bundesregierung rechnet Anfang 2022 mit der Zulassung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes für 5- bis 11-Jährige. 65,2 % sind vollständig, 68,5 % sind einmal geimpft (Stand: 11. Oktober 2021). Die Impfbereitschaft stagniert bzw. die Impfungen gehen nur schleppend voran.

Wirtschaftliche Entwicklung

Im September 2021 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um voraussichtlich 4,1 %. Somit stiegen die Verbraucherpreise den neunten Monat in Folge, nachdem sie zuvor sechs Monate lang gefallen oder stabil geblieben waren. Für die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 verantwortlich sind unter anderem Basiseffekte, die auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer vor einem Jahr und die damit einhergehenden sinkenden Preisen bei vielen Gütern zurückzuführen sind. Zu Beginn des dritten Quartals konnte die deutsche Industrieproduktion wieder zulegen. Die nach wie vor bestehenden Engpässe bei Vorprodukten dürften sich indes auch in den kommenden Monaten in einigen Bereichen belastend auf die Industriekonjunktur auswirken. In den Dienstleistungsbereichen normalisiert sich das Wachstum, nachdem in den vergangenen Monaten kräftige Aufwüchse verzeichnet wurden. Die bemerkenswerte Erholung auf dem Arbeitsmarkt geht auch im August weiter; auch die Aussichten für die kommenden Monate sind positiv. Auch die Kurzarbeit wurde weiter zurückgefahren. In einigen Branchen, u. a. im Tourismus, herrscht ein gravierender Fach- und Hilfskräftemangel. Insgesamt dürfte es im laufenden dritten Quartal zu einem merklichen Anstieg der Wirtschaftsleistung gekommen sein. Für das vierte Quartal zeichnet sich eine Normalisierung des Wachstums ab. Die weitere Verbreitung neuer Virusmutationen und ihr Einfluss auf das Infektionsgeschehen stellen allerdings nach wie vor die größte Unwägbarkeit für den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung dar. Trotz der seit Mai wieder vollständig geltenden Anzeigepflicht ist weiterhin keine Insolvenzwelle erkennbar.  

„Urlaub ist gut für die Gesundheit“

Die aktuellen Zahlen der Ankünfte im August liegen deutlich über dem Vorjahresniveau sowie auch über dem Vorkrisenniveau. Was den Winter betrifft, sind der Reisewille
(41 %) als auch das Geld (56 %) und die Zeit (52 %) vorhanden. Die Reiseentscheidungen und -buchungen sind weiterhin kurzfristig. 26 % der deutschen Bevölkerung haben für den Winterurlaub Österreich als Reiseziel genannt. Wichtig sind den deutschen Urlauber*innen angemessene Hygienemaßnahmen (49 %), eine niedrige Corona-Inzidenz (45 %) sowie so wenige Einschränkungen wie möglich am Urlaubsort (39 %). Eine mehrtägige strenge Quarantäne vor Ort und eine Quarantäne bei der Rückreise spielen bei der Auswahl des Reiseziels eine große Rolle. Des Weiteren wird sehr großen Wert auf eine Geld-zurück-Garantie bei Nichtdurchführung (64 %) und großzügige Stornobedingungen bei Reiserücktritt (63 %) gelegt. Wichtig ist auch die Einstellung von 63 % der Befragten, dass Urlaubsreisen gut für die Gesundheit sind. (Quelle: NIT-Studie „Winterpotenziale 2021/2022“) Für den Winter 2021/2022 zeichnen alle aktuellen Indikatoren ein sehr positives Bild für Österreich.

Kurzfristige Buchungen jetzt und im Winter 2021/22 sind zu erwarten

Österreich steht als beliebtestes Winterreiseziel mit 26 % an zweiter Stelle hinter Deutschland, vor Spanien, Italien und der Schweiz. Das Buchungsverhalten ist weiterhin sehr kurzfristig. Man behält die Situation am geplanten Urlaubsort genau im Auge. Ausschlaggebend sind auch die Coronaregelungen bzw. -maßnahmen im Urlaubsland, die u. a. das Verreisen mit Kindern von bis zu 13 Jahren erheblich erschweren können. Entspannung, kein Stress und Erholung (sanfter Winter) stehen im Winterurlaub mit 33 % an erster Stelle, wohingegen der Wintersport mit 18 % auf dem sechsten Platz landet. Wenn sie Wintersport und Winter im Schnee genießen wollten, dann würden 59 % der deutschen Bevölkerung nach Österreich fahren. (Quelle: NIT-Studie „Winterpotenziale 2021/2022“)

Kommunikationsempfehlungen

Empfohlen wird eine klare und einfache Kommunikation mit den wichtigsten und aktuellen Informationen für einen sicheren Herbst- und Winterurlaub. Wichtig ist ein einfacher Zugang zu diesen Informationen. Bei aller Ernsthaftigkeit sollten aber die typischen österreichischen Urlaubswerte wie Gastfreundschaft, vielfältiger Genuss, professionelle und komfortable Skianlagen, Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit sowie kulturelle Vielfalt nicht vergessen werden. Vor allem sollten auch Angebote ins Schaufenster gestellt werden, die den Bedürfnissen nach sehr kurzfristigen Buchungen gerecht werden.