Arabische Länder Tourismusausblick

Arabische Länder: Tourismusausblick

April/Mai 2021: geringe Infektionszahlen – hohe Impfrate – BIP-Entwicklung generell im Minus – Warten auf Öffnung Europas – neue Direktflüge nach Salzburg in Planung

Die VAE bleiben Weltspitze beim Impfen

Die Zahl der Infektionen ist in den meisten Golfstaaten im Vergleich zu Europa gering. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sinken die Zahlen seit Wochen deutlich, was mit der hohen Zahl an Impfungen in Verbindung steht. Über 9 Millionen Impfdosen wurden bei einer Bevölkerung von 9,7 Millionen Einwohnern ausgegeben (Stand Anfang April 2021). Zudem setzt das Land seit Beginn der Pandemie auf eine umfangreiche Test-Strategie und es werden täglich über 200.000 PCR-Tests durchgeführt.

Impfskeptiker gibt es im Golfraum kaum. Die Regierungen wollen nahezu 100 % der Bevölkerung immunisieren. Während es keinen offiziellen Impfzwang gibt, ist davon auszugehen, dass bestimmte Aktivitäten (Visaverlängerung, kostenlose COVID-Tests etc.) ohne Impfung in Zukunft nicht mehr möglich sein werden. In Saudi-Arabien, Katar und Kuwait ist die Zahl der Fälle zwar leicht angestiegen, liegt jedoch deutlich unter dem Niveau von Europa. Trotzdem merkt man in diesen Ländern stärkere Abschottungstendenzen als in den VAE. Saudi-Arabien möchte allerdings die Grenzen mit 17. Mai 2021 wieder öffnen, d. h. nach dem Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans. Auch in Katar gibt es klare Öffnungssignale. Katar, Bahrain und Kuwait können ebenfalls eine sehr hohe Impfquote vorweisen. Nur in Saudi-Arabien liegt das Impftempo in etwa auf dem Niveau der Europäischen Union.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Weiterhin muss zwischen der wirtschaftlichen Lage der Expats und jener der lokalen Bevölkerung unterschieden werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), in Kuwait und Katar beträgt der Anteil der lokalen Bevölkerung zwischen 12 und 28 %. In Saudi-Arabien jedoch liegt die Zahl der Einheimischen bei fast 70 %. Hier ist also auch die lokale Bevölkerung stärker von Themen wie Arbeitslosigkeit, gekürzten Förderungen etc. betroffen. In den VAE betrug der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 5,7 %. In Saudi-Arabien betrug der Rückgang 5,2 %. Die Ölpreis-Lage, die schwierige Situation der internationalen Fluglinien und der fehlende Tourismus setzen den Ländern besonders zu. Gleichzeitig sind die staatlichen Finanzreserven aller Länder extrem hoch. Das heißt, die lokale Bevölkerung und die lokalen Unternehmer werden in den Golfstaaten stark unterstützt, während Expats und ausländische Investoren kaum staatliche Hilfe bekommen. Es wird in Kauf genommen, dass diese in ihre Heimat zurückgehen bzw. dass Unternehmen abwandern.

Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, wurde in Saudi-Arabien die Mehrwertsteuer von 5 % auf 15 % angehoben. In den VAE wurden die Steuerabgaben für die Hotellerie und Gastronomie bis zum Jahresende reduziert, um die Branche zu unterstützen. Aufgrund der starken Abhängigkeit von Importen soll vor allem in den VAE in Zukunft vermehrt in Eigenproduktionen investiert werden. Das Friedensabkommen der VAE mit Israel, über welches weltweit in den Medien berichtet wurde, hat auch zum Ziel, die gegenseitige Wirtschaft zu stärken und die Region als Ganzes politisch und wirtschaftlich stabiler zu machen. Das „Abraham Accords“ genannte Friedensabkommen zwischen derzeit den VAE, Bahrain und Israel soll in weiterer Folge auch auf die anderen Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, ausgeweitet werden. Dies garantiert neue gegenseitige Investitionsmöglichkeiten und wird als ein zusätzlicher Faktor, der die wirtschaftliche Erholung im Golfraum beschleunigt, wirken.

Die VAE erleichtern die Ansiedelung ausländischer Unternehmen in letzter Zeit durch verschiedene Maßnahmen wie leichter erhältliche Visa für Arbeitnehmer und die Möglichkeit für ausländische Firmen, ein 100%iges Eigentumsrecht zu erhalten. Dies war bis jetzt für die meisten ausländischen Unternehmen nicht möglich und oft ein Hindernis für Betriebsansiedelungen. Mittelfristig wird sich die Aufhebung des Katar-Embargos auch wirtschaftlich positiv auf den Golfraum auswirken. Auch die hohe Impfrate in den meisten Golfstaaten sollte für eine schnellere Erholung der Wirtschaft sorgen. Gefahren wie der Immobilienpreisverfall in den VAE aufgrund des Überangebots bleiben bestehen.

Airlines planen Routen mit Fokus Europa

Die VAE selbst sind als Urlaubsdestination schon seit Monaten geöffnet, mit allen damit verbundenen Vorteilen und Risiken. Bei den Bewohnern der Golfstaaten selbst ist die Reiselust hoch wie nie. Vor allem da im vorherigen Sommer der traditionelle „Hitzefluchturlaub“ gefehlt hat, ist dieses Jahr das Bedürfnis zu reisen besonders hoch. Unsere Zielgruppe ist weiterhin finanziell nicht so stark von der Krise betroffen, das heißt, der Urlaub bleibt leistbar. Die Durchimpfungsrate wird bis zum Sommer extrem hoch sein und ein Urlaub in Europa wird wahrscheinlich eher nicht als großes Risiko wahrgenommen werden. Die Airlines planen ihre neuen Routen bzw. die Wiederaufnahme der eingestellten Routen im ersten Halbjahr 2021 mit Fokus auf Europa, da die populären Reiseziele in Asien etc. voraussichtlich noch länger geschlossen sein werden. Sollte eine Einreise für Drittstaaten im Sommer 2021 in die EU bzw. nach Österreich möglich sein, ist davon auszugehen, dass dieses Angebot sehr stark in Anspruch genommen wird.

Neue Direktflüge nach Salzburg geplant

Sollten Drittstaatenangehörige im Sommer 2021 nach Österreich einreisen dürfen, ist jedenfalls mit Gästen zu rechnen. Das Interesse und die Reiselust sind gegeben, die finanziellen Rahmenbedingungen für die Zielgruppe passen und die COVID-19-Impfrate in den Golfstaaten gehört zu den stärksten weltweit. Zudem sind neue Direktflüge aus Dubai (Flydubai) sowie Saudi-Arabien (Flynas) nach Salzburg geplant, was die Destination Österreichs als Ganzes nochmals aufwertet.

Kommunikation: Kontakt halten

Zum einen ist es wichtig, weiterhin Awareness zu schaffen bzw. im Bewusstsein der Zielgruppe zu bleiben. Sobald ein Reisen nach Österreich wieder erlaubt ist, sollen die konkreten Urlaubsinfos und Reisemöglichkeiten wieder aktiv an die B2B- und B2C-Zielgruppe kommuniziert werden.