Arabische Länder Tourismusausblick

Arabische Länder: Tourismusausblick

Juli 2021: Einreise aus Saudi-Arabien möglich – hohe Impfrate – BIP-Entwicklung generell im Minus – besonders hohe Reiselust – Direktflüge nach Salzburg nun unsicher – Übergang zur Angebotskommunikation

Die VAE bleiben Weltspitze beim Impfen

Während aus Saudi-Arabien seit 24.6. die touristische Einreise nach Österreich im Rahmen der 3G-Regel erlaubt ist, wird mit 1.7. auch die touristische Einreise aus allen Golfstaaten für vollständig Immunisierte (EMA- und WHO-Vakzine) möglich sein. Eine quarantänefreie Rückreise ist für Geimpfte in fast alle Golfstaaten möglich.   

Die VAE sind weltweit neben Israel Vorreiter bei den COVID-19 Impfungen und haben letzteres sogar überholt. Trotzdem sind die Zahlen mit ca. 1.900 Fällen noch relativ hoch Ende Juni. In Saudi-Arabien und Katar sind die COVID-Zahlen deutlich niedriger.

Impfskeptiker*innen gibt es im Golfraum kaum und die Durchimpfungsrate ist durchwegs auf hohem Niveau. Die Regierungen wollen nahezu 100 % der Bevölkerung immunisieren. Die Länder sind allesamt in einer optimistischen Stimmung und es kam in den letzten Wochen in allen Golfstaaten zu klaren Öffnungsschritten. Die VAE (mit Ausnahme des Emirats Abu Dhabi) sind bereits seit Sommer 2020 für die Ein- und Ausreise geöffnet. Nun ist auch im Emirat Abu Dhabi seit 1. Juli 2021 eine quarantänefreie Ein- und Ausreise möglich (Ausnahme: Staaten auf einer roten Liste).

Saudi-Arabien ist seit 17. Mai 2021 offen: Die Einreise ist für Geimpfte aus Nichtrisikoländern quarantänefrei möglich. Die Rückkehr für Geimpfte ist aus Nichtrisikoländern ohne Quarantäne, aus Risikoländern mit sieben Tage Heimquarantäne möglich. In Kuwait und Qatar ist für Geimpfte eine Rückreise aus Nichtrisikoländern ohne Quarantäne möglich.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Weiterhin muss zwischen der wirtschaftlichen Lage der Expats und jener der lokalen Bevölkerung unterschieden werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), in Kuwait und Katar beträgt der Anteil der lokalen Bevölkerung zwischen 12 und 28 %. In Saudi-Arabien jedoch liegt die Zahl der Einheimischen bei fast 70 %. Hier ist also auch die lokale Bevölkerung stärker von Themen wie Arbeitslosigkeit, gekürzten Förderungen etc. betroffen. In den VAE betrug der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 5,7 %. In Saudi-Arabien betrug der Rückgang 5,2 %. Die Ölpreis-Lage, die schwierige Situation der internationalen Fluglinien und der fehlende Tourismus setzen den Ländern besonders zu. Gleichzeitig sind die staatlichen Finanzreserven aller Länder extrem hoch. Das heißt, die lokale Bevölkerung und die lokalen Unternehmen werden in den Golfstaaten stark unterstützt, während Expats und ausländische Investor*innen kaum staatliche Hilfe bekommen. Es wird in Kauf genommen, dass diese in ihre Heimat zurückgehen bzw. dass Unternehmen abwandern.

Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, wurde in Saudi-Arabien die Mehrwertsteuer von 5 % auf 15 % angehoben. In den VAE wurden die Steuerabgaben für die Hotellerie und Gastronomie bis zum Jahresende reduziert, um die Branche zu unterstützen. Aufgrund der starken Abhängigkeit von Importen soll vor allem in den VAE in Zukunft vermehrt in Eigenproduktionen investiert werden. Das Friedensabkommen der VAE mit Israel, über welches weltweit in den Medien berichtet wurde, hat auch zum Ziel, die gegenseitige Wirtschaft zu stärken und die Region als Ganzes politisch und wirtschaftlich stabiler zu machen. Das „Abraham Accords“ genannte Friedensabkommen zwischen derzeit den VAE, Bahrain und Israel soll in weiterer Folge auch auf die anderen Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, ausgeweitet werden. Dies garantiert neue gegenseitige Investitionsmöglichkeiten und wird als ein zusätzlicher Faktor, der die wirtschaftliche Erholung im Golfraum beschleunigt, wirken.

Die VAE erleichtern die Ansiedelung ausländischer Unternehmen in letzter Zeit durch verschiedene Maßnahmen wie leichter erhältliche Visa für Arbeitnehmer*innen und die Möglichkeit für ausländische Firmen, ein 100%iges Eigentumsrecht zu erhalten. Dies war bis jetzt für die meisten ausländischen Unternehmen nicht möglich und oft ein Hindernis für Betriebsansiedelungen. Mittelfristig wird sich die Aufhebung des Katar-Embargos auch wirtschaftlich positiv auf den Golfraum auswirken. Auch die hohe Impfrate in den meisten Golfstaaten sollte für eine schnellere Erholung der Wirtschaft sorgen. Gefahren wie der Immobilienpreisverfall in den VAE aufgrund des Überangebots bleiben bestehen.

Leichter Imageverlust für Österreich

Die VAE selbst sind als Urlaubsdestination schon seit Monaten geöffnet – mit allen damit verbundenen Vorteilen und Risiken. Bei den Bewohner*innen der Golfstaaten selbst ist die Reiselust hoch wie nie. Vor allem da im vorherigen Sommer der traditionelle „Hitzefluchturlaub“ gefehlt hat, ist dieses Jahr das Bedürfnis zu reisen besonders groß.

Unsere Zielgruppe ist weiterhin finanziell nicht so stark von der Krise betroffen. Das heißt, dass der Urlaub leistbar bleibt. Die Durchimpfungsrate vor allem in der Zielgruppe ist voll gegeben und die Flugverbindungen nach Europa sind ausgezeichnet.

Neue Direktflüge nach Salzburg unsicher

Der Wunsch, in Österreich Urlaub zu machen, ist in der Zielgruppe voll gegeben. Die VAE sind weiterhin für den internationalen Tourismus geöffnet. Dieses Angebot wird auch aus Österreich gut angenommen. Die Emirates Airline hat die Flugkapazität inzwischen auf 7 Flüge pro Woche aus Wien erhöht und setzt sogar wieder den Airbus A380 auf dieser Verbindung ein. Neue Direktflüge nach Salzburg (Flydubai & Flynas) bzw. auch Wien (mit Etihad Airways aus Abu Dhabi) beginnen ab Mitte Juli.

Kommunikation: Kontakt halten

Es ist nun an der Zeit, in die aktive Angebotskommunikation überzugehen. Unsere B2B-Veranstaltungen für die Reisebranche unter Einbeziehung der Partner*innen aus Österreich wurden von der Branche sehr wertschätzend aufgenommen.