Arabische Länder Tourismusausblick

Arabische Länder: Tourismusausblick

Oktober 2021: dritte Impfdosis ist Standard – hohe Impfquote auch positiv für Wirtschaftserholung – besonders große Reiselust – Direktflüge nach Salzburg – Off-Season und Winter bewerben

Die VAE bleiben Weltspitze beim Impfen

Seit 1. Juli ist die touristische Einreise aus allen sechs Golfstaaten für vollständig geimpfte Personen nach Österreich möglich. Eine quarantänefreie Rückreise ist für Geimpfte in fast alle Golfstaaten mit Ausnahme von Kuwait (eine Woche Heimquarantäne) möglich. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verzeichnen mit einer Vollimmunisierungsrate von über 85 % der Bevölkerung über zwölf Jahren die höchste Impfquote weltweit, dicht gefolgt von anderen Golfstaaten wie Qatar und Bahrain. Die dritte Impfdosis ist in vielen Golfstaaten bereits Standard. Die COVID-19-Zahlen sind bis zum Ende des Sommers signifikant gesunken und die 7-Tage-Inzidenzen liegen deutlich unter den Werten in Europa. Öffnungsschritte gehen in allen Lebensbereichen weiter voran und Reisehindernisse werden zunehmend abgebaut. Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung ist weiterhin hoch. Einige Länder bzw. Emirate haben durch die Nutzung von elektronischen Impfzertifikaten als Eintrittsbedingung in Restaurants, Malls etc. auch einen indirekten Impfzwang eingeführt.

Die VAE und vor allem Dubai stehen ganz im Zeichen der Expo, welche mit 1. Oktober 2021 begonnen hat. Die mediale Berichterstattung über die Weltausstellung hat der sonst vorherrschenden Corona-Thematik im Golfraum bereits den Rang abgelaufen.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Weiterhin muss zwischen der wirtschaftlichen Lage der Expats und jener der lokalen Bevölkerung unterschieden werden. In den VAE, in Kuwait und Qatar beträgt der Anteil der lokalen Bevölkerung zwischen 12 und 28 %. In Saudi-Arabien jedoch liegt die Zahl der Einheimischen bei fast 70 %. Hier ist also auch die lokale Bevölkerung stärker von Themen wie Arbeitslosigkeit, gekürzten Förderungen etc. betroffen. In den VAE betrug der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 5,7 %. In Saudi-Arabien betrug der Rückgang 5,2 %. Die Ölpreis-Lage, die schwierige Situation der internationalen Fluglinien und der fehlende Tourismus setzen den Ländern besonders zu. Gleichzeitig sind die staatlichen Finanzreserven aller Länder extrem hoch. Das heißt, die lokale Bevölkerung und die lokalen Unternehmen werden in den Golfstaaten stark unterstützt, während Expats und ausländische Investor*innen kaum staatliche Hilfe bekommen. Das Friedensabkommen der VAE mit Israel, über welches weltweit in den Medien berichtet wurde, hat auch zum Ziel, die gegenseitige Wirtschaft zu stärken und die Region als Ganzes politisch und wirtschaftlich stabiler zu machen. Mittelfristig wird sich die Aufhebung des Qatar-Embargos auch wirtschaftlich positiv auf den Golfraum auswirken. Auch die hohe Impfquote in den meisten Golfstaaten sollte für eine schnellere Erholung der Wirtschaft sorgen. Gefahren wie der Immobilienpreisverfall in den VAE aufgrund des Überangebots bleiben bestehen. Durch die Expo 2020 in Dubai ist eine Rückkehr des internationalen Reiseverkehrs bereits jetzt zu beobachten und gerade im Tourismus-/Hotelsektor erholt sich die Lage sehr rasch. Es wird wieder mehr Personal in allen Dienstleistungssektoren eingestellt und die Zimmerpreise der Hotels gehen aufgrund guter Nachfrage nach oben.

Große Reiselust

Die VAE selbst sind als Urlaubsdestination schon seit Juli 2020 geöffnet – mit allen damit verbundenen Vorteilen und Risiken. Seit 1. August 2021 erlaubt auch Saudi-Arabien Tourist*innen, die zwei Dosen der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca oder Moderna erhalten haben, ohne Quarantäne einzureisen. Bei den Bewohner*innen der Golfstaaten selbst ist die Reiselust groß wie nie. Vor allem da im vorherigen Sommer der traditionelle „Hitzefluchturlaub“ gefehlt hat, war in diesem Sommer das Bedürfnis zu reisen besonders groß. Aufgrund der relativ späten Bekanntgabe der Reisemöglichkeit nach Österreich (24. Juni für Saudi-Arabien, 30. Juni für die VAE und Mitte Juli für Qatar) hatten viele Reisende der Golfstaaten bereits andere Destinationen als Österreich für diesen Sommer gewählt, da diese bereits Wochen früher die Einreisebeschränkungen aufgehoben hatten. Mittelfristig konnte Österreich allerdings aufholen und die Reisebranche und Airlines berichten auch nach dem Ende der Sommerferien noch von einer guten Nachfrage in Richtung Österreich. Unsere Zielgruppe ist weiterhin finanziell nicht so stark von der Krise betroffen. Das heißt, dass der Urlaub leistbar bleibt.

Neue Direktflüge nach Salzburg gestartet

Der Wunsch, in Österreich Urlaub zu machen, ist in der Zielgruppe voll gegeben. Die späten Öffnungen und die eingeschränkte Akzeptanz des in den VAE ausgegeben Wirkstoffs Sinopharm sorgten für einen verhaltenen Juli. Im August stieg die Zahl der Gäste merklich an und es konnten wieder 130 000 Nächtigungen aus dem Golfraum verzeichnet werden (ca. ein Drittel des Niveaus von 2019).

Kommunikation intensiviert

Die aktive Angebotskommunikation und werbliche Ausspielung in Form von Medienkooperationen, OTA-Kooperationen und Social-Media-Advertising sowohl im B2C- als auch B2B-Bereich wurde Ende Juni (mit Beginn der Öffnungen) gestartet. Besonders der direkte Kontakt auf Social Media wird von unserer Zielgruppe täglich wahrgenommen, wobei wir Fragen zur Einreise nach Österreich direkt beantworten. In den Sommermonaten hat sich die Social-Media-Interaktion, bei der es um konkrete Infos zum Urlaub ging, spürbar erhöht, ebenso die stieg die Zahl der Seitenzugriffe auf unserer Website mit den aktuellen Einreisebestimmungen.

Die Bewerbung der Off-Season und des Winters wird ein größeres Thema, auch weil die neu gewonnene Reisefreiheit in den Ländern längerfristig genutzt werden will.