Frühling und Herbst sind keine Nische mehr, sondern Wachstumstreiber: Österreichs Weg zur Ganzjahresdestination

06.03.2026

Frühling und Herbst sind keine Nische mehr, sondern Wachstumstreiber: Österreichs Weg zur Ganzjahresdestination

Wie gelingt der Weg zur Ganzjahresdestination? Bei einem Pressegespräch auf der ITB in Berlin zeigte die Österreich Werbung gemeinsam mit den Regionen Salzkammergut und Saalfelden Leogang sowie den Esterhazy Betrieben, wie strategische Leitlinien, konkrete Produktentwicklung und ein starker regionaler Schulterschluss den touristischen Erfolg über das gesamte Jahr sichern.

„Ganzjahrestourismus ist für uns eine strategische Zukunftsfrage. Es geht darum, Wertschöpfung zu stabilisieren, Nachfrage besser zu verteilen und Österreich ganzjährig thematisch klar zu positionieren“, betonte Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung, im Rahmen eines Pressegesprächs auf der ITB.

Frühling und Herbst sind längst keine Randzeiten mehr. Sie entwickeln sich zu klaren Wachstumstreibern. 2025 war gleichzeitig das nächtigungsstärkste und ausgewogenste Jahr der Tourismusgeschichte. Bereits 28,1 Prozent aller Nächtigungen entfielen auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November. Auch die Nachfrage unterstreicht diesen Trend: Im Rahmen der Sommerpotenzialstudie 2025 gaben 7,7 Millionen Menschen in den europäischen Kernmärkten an, Österreich bewusst in der Nebensaison erleben zu wollen. Zwei Drittel der europäischen Sommerplaner:innen zogen Reisen im Frühling oder Herbst in Betracht.

„Für die Branche ist es klar: Ganzjahrestourismus bringt Stabilität, Planbarkeit und Wertschöpfung für Betriebe, Regionen und den Arbeitsmarkt. Die Datenlage zeigt, dass Österreich hier schon auf einem guten Weg ist. Diese Entwicklung wollen wir weiter vorantreiben“, sagt Steharnig-Staudinger.

Salzkammergut: 365 Tage Authentizität statt 100 Tage Hochbetrieb

Wie strategische Neuausrichtung gelingt, zeigt das Salzkammergut. Die Region, historisch stark als klassische Sommerfrische-Destination positioniert, hat ihr Selbstverständnis grundlegend weiterentwickelt.

„Im Salzkammergut haben wir die ‚Saison‘ als Zeitmaßstab abgeschafft. Wir bieten 365 Tage Authentizität statt 100 Tage Hochbetrieb. Unser Ziel ist nicht das Maximum an Gästen, sondern das Maximum an Erholungswert und dafür ist die stille Ästhetik des Winters bei uns genauso wertvoll wie der glitzernde Sommer am See“, erklärt Stefan Brandlehner, Geschäftsführer der Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH. Neben dem „Salzkammergut Advent“ liegt aktuell ein verstärkter strategischer Fokus auf der Zeit vom Jahresbeginn bis Ostern.

Saalfelden Leogang: Vom Saisonmodell zur Jahresstrategie

In der Region Saalfelden Leogang sind der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, der Nordic Park Saalfelden sowie die Angebotsvielfalt im Bike-, Wander- und Kulturbereich die tragenden Säulen des Ganzjahresmodells.

Der Epic Bikepark Leogang (Mai–November) fungiert als starker Saisonverlängerer, ergänzt durch Singletrails, abwechslungsreichen Touren und Talradwege. Ein ganzjähriges Wanderangebot, durchgehender Bergbahnbetrieb im Herbst, internationale Sportgroßveranstaltungen (u.a. UCI Mountain Bike World Series und World Championship) sowie das Jazzfestival Saalfelden setzen zusätzliche Impulse. Und mit der „Saalfelden Leogang Card“ bietet man den Gästen eine attraktive Ganzjahres-Gästekarte.

„In Saalfelden Leogang haben wir die klassische Saisonlogik hinter uns gelassen. Wir denken nicht mehr in Winter- und Sommersaison, sondern in 365 Tagen Erlebnisqualität. Entscheidend ist der starke regionale Schulterschluss. Vom Hotel- und Gastronomiebetrieb, über Dienstleistungs- und Handelsbetrieb, bis zu den Leoganger Bergbahnen und der Landwirtschaft, ziehen alle an einem Strang“, sagt Martina Ellmauer, Prokuristin Saalfelden Leogang Touristik GmbH.

Esterhazy: Kultur als Motor für ganzjährigen und nachhaltigen Tourismus

Seit Bestehen der Stiftungen hat Esterhazy über 250 Millionen Euro in den Kulturtourismus und die Weiterentwicklung der Region investiert. Kultur fungiert dabei als wesentlicher Ganzjahrestreiber, betont Manuel Resch, Director Tourismus, Kultur & Veranstaltungen der Esterhazy Betriebe: „Die kulturellen Angebote von Esterhazy schaffen das ganze Jahr hindurch Reiseanlässe und sprechen unterschiedlichste Zielgruppen an. Von unseren Festivals über Ausstellungen bis hin zu historischen Schauplätzen: Kultur ist für Esterhazy ein strategischer Hebel, um neue Gäste zu gewinnen und bestehende Zielgruppen weiter zu vertiefen.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Nachhaltigkeit – sowohl ökologisch als auch regionalwirtschaftlich. Esterhazy versteht Kultur nicht als isoliertes Ereignis, sondern als integralen Bestandteil eines nachhaltigen regionalen Gesamterlebnisses.

Um diesen Anspruch ganzheitlich zu erfüllen, hat Esterhazy einen eigenen Hospitality-Bereich geschaffen. Dieser bündelt Angebote aus Hotellerie und Gastronomie, setzt auf regionale Wertschöpfung, kurze Wege und nachhaltige Betriebsführung und stärkt so das Zusammenspiel von Kultur, Kulinarik und Tourismus. Durch die enge Zusammenarbeit mit weiteren regionalen Partnerbetrieben werden Erlebnisse vernetzt, Ressourcen effizient eingesetzt und Wertschöpfungsketten langfristig gestärkt.

Österreich auf dem Weg zur Ganzjahresdestination

Eines zeigen die genannten Beispiele: Kooperation und enge Abstimmung zwischen Beherbergung, Gastronomie, Produzent:innen und Ausflugszielen ist fundamental. Der Schlüssel ist eine gemeinsame strategische Linie, die Qualität, Authentizität und wirtschaftliche Stabilität garantiert.

„Es zeigt sich wieder: Schulter an Schulter gehen ist leichter als Rücken an Rücken stehen: Kooperation ist zentral und im Bereich Ganzjahrestourismus ganz besonders. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regionen, Betrieben und Kulturakteuren können wir unseren Gästen ganzjährig attraktive Angebote machen“, sagt Steharnig-Staudinger abschließend.

ÖW-CEO Astrid-Steharnig Staudinger beim Pressegespräch auf der ITB 2026; (c) ÖW/Philipp Gaiko
Pressegespräch ITB 2026
v.l.n.r.: Tanja Gruber (Leitung Corporate Communications, Österreich Werbung), Astrid Steharnig-Staudinger (CEO Österreich Werbung), Manuel Resch (Director Tourismus, Kultur & Veranstaltungen, Esterhazy Betriebe AG), Martina Ellmauer (Prokuristin Saalfelden Leogang Touristik GmbH), Stefan Brandlehner (Geschäftsführer Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH); (c) ÖW/Philipp Gaiko
Pressegespräch ITB 2026
Holger Sicking (Leiter Tourismusforschung & Data Analytics, Österreich Werbung); (c) ÖW/Philipp Gaiko

Pressegespräch ITB 2026
Manuel Resch (Director Tourismus, Kultur & Veranstaltungen, Esterhazy Betriebe AG); (c) ÖW/Philipp Gaiko
Pressegespräch ITB 2026
v.l.n.r.: Manuel Resch (Director Tourismus, Kultur & Veranstaltungen, Esterhazy Betriebe AG), Martina Ellmauer (Prokuristin Saalfelden Leogang Touristik GmbH), Stefan Brandlehner (Geschäftsführer Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH); (c) ÖW/Philipp Gaiko

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Thomas Kreidl
Stv. Unternehmenssprecher
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