Der Pfeifertag

Gastgeber im Portrait: Pfeifertag

Gastgeber im Portrait

Pfeifertag / Foto von Georg Obweger

Wer ihn als Gast miterlebt, wird Zeuge einer wahren Rarität: Der Pfeifertag – dessen genauer Austragungsort nur durch Mundpropaganda weitergegeben wird – ist ein zutiefst authentisches Beispiel alpenländischen Brauchtums. Dabei spielen die sogenannten Schwegler auf ihren hölzernen Querflöten auf.

Der Pfeifertag

Ursprüngliches Brauchtum und gelebte Tradition ziehen alljährlich unzählige interessierte Besucher in den alpenländischen Raum. Aber der Pfeifertag? Der war bis vor wenigen Jahren nur wenigen Eingeweihten ein Begriff – denn die etwa 100 Schwegler sind an ihrem großen Tag gerne unter sich. Und da kommen wir schon zum nächsten Geheimnis: Was sind eigentlich Schwegler? Nun, sie treffen sich Jahr für Jahr am Hohen-Frau-Tag, um gemeinsam die Seitelpfeife zu spielen. Diese hölzerne, klappenlose Querflöte mit sechs Grifflöchern und einem Mundloch war schon zu Maria Theresias Zeiten ein fester Bestandteil der Militärmusik. Ihr charakteristischer Klang findet sich in Kompositionen von Michael Haydn und Leopold Mozart wieder. Und am 15. August kann man diesem im gesamten Alpenraum lauschen – ist das doch der absolute Höhepunkt der Schwegler. Vor Jahren noch ein Geheimtipp, ist der Pfeifertag inzwischen in aller Munde – oder besser gesagt: in aller Ohren.

Nicht so der genaue Austragungsort, irgendwo zwischen Bad Aussee und Ebensee: Er wird nicht publik gemacht – um ihn zu erfahren, muss man schon ganz genau hinhören. Vereinzelte Pfeifergruppen ziehen sich eben gerne an ein stilles Plätzchen zurück, um diesem klangvollen Brauchtum ungestört nachzugehen.

Der Fotograf: Georg Oberweger

Georg Oberweger, langjähriger Sozialarbeiter, lebt und arbeitet in Wien: erst als freier Pressefotograf, dann als Kunst- und Kulturvermittler und seit der Meisterprüfung 2011 als selbstständiger Berufsfotograf. Seine Arbeiten wurden zweimal für den österreichischen Pressefotografenpreis nominiert. Auf zahlreichen Ausstellungen mit klangvollen Namen wie „Himmel, Tod und Hölle“ oder „MENSCHEN_RÄUME“ zeigte er ungesehenes traditionelles Brauchtum mit einem außergewöhnlich persönlichen Einblick. georgoberweger.com