ÖW Zürich

17.12.2019

ÖW Zürich

v.l.n.r.: Carmen Breuss, Philipp Neumüller, Irina Valeskini, Daniel Predota, Eva Wallimann

  1. Typisch österreichisch vs. Typisch Markt – Gemeinsamkeiten und Unterschiede, welche sind für dich am interessantesten? (privat, im Arbeitsumfeld oder beim Reisen)
  2. Dein Wohlfühlort in Österreich (Dorf, Stadt, See, Berg, Café, Buchladen etc. sind alle möglich): Was ist die Geschichte dahinter?
  3. Deine Stationen in der ÖW (für unsere länger dienenden KollegInnen): Top 3 Tipps für die Arbeit in deinem Highlight-Markt

Carmen Breuss

  1. Österreichisch: freundlich, offen, locker, spontan, improvisationsstark. Schweizerisch: höflich, wie ein Uhrwerk durchdacht, funktionsfähig, lösungsorientiert, partnerschaftlich, verlässlich – und in manchen Dingen überraschend unkompliziert.
    Auch wenn Österreich große Anstrengungen unternimmt, das öffentliche Verkehrsnetz der Schweiz ist nicht zu schlagen und wird auch touristisch immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil.
  2. Seit meiner Kindheit zählt der Fritzensee, am Sonnenbalkon des Montafons gelegen, zu „meinen“ bevorzugten Wanderzielen. Verschneit über dem Nebelmeer, in warme Herbstfarben getaucht oder im frischen Grün des Frühlings leuchtend, von diesem Platz ist das Panorama überwältigend. Und beim Blick auf die Gipfel des Rätikons, der Verwall- und Silvrettagruppe lässt es sich über viele Frage des Lebens mit einer gewissen „Weitsicht“ nachdenken.
  3. Mein ganzes Berufsleben begeistere ich für „Urlaub in Österreich“ – in der Schweiz, mit einem kurzen Abstecher in die Region CEE und seit 2 Jahren mit der Verantwortung für die DACH-Märkte. Mein Tipp: Immer längerfristig und aus der Sicht der Empfängers unserer Botschaft denken – dann entsteht für alle Erfolg und Mehrwert. Qualität, Serviceorientiertheit und Verlässlichkeit zahlen sich auch heute (und überall) noch aus.

Philipp Neumüller

  1. Die Österreicher haben eine gewisse Leichtigkeit und Lockerheit. In der Schweiz ist das eher selten – die Menschen hier haben einen Hang zu Überorganisiertheit und Perfektionismus. Dafür haben die Schweizer in Sachen Genauigkeit und Pünktlichkeit die Nase vorn.
  2. Mein Wohlfühlort in Österreich? Wasser! 3 persönliche Tipps: Flusswanderung entlang/in der „Krummen Steyrling“ (Molln) bis zur Steyr-Mündung; Abkühlen und SUP im smaragdgrünen Gleinkersee bei Windischgarsten; Afterwork-Schwimmen im Wolfgangsee mit Einstieg in Ried.
  3. Mein Start in die ÖW erfolgte 2003 in Wien im Team „Events & Messen“. 2005 ging es für 5 Jahre nach China (Shanghai, Peking). Seit meiner Rückkehr nach Europa kümmere ich mich in Zürich vor allem um unsere Kampagnen, OOH-Aktivitäten, Sonderprojekte und die Tourismusforschung. Mein Tipp für China: Die Sprache lernen. Für die Schweiz: Die Sprache lernen! :-)

Irina Valeskini

  1. Aperó-Kultur: Zeit für einen Aperó  muss immer sein. Hierbei handelt es sich nicht um einen Aperol-Spritz wie viele Österreicher meinen – sondern um ein geselliges Beisammensein in unterschiedlichsten Ausprägungen: Vom After Work Drink über ein paar Happen und ein Gläschen vor dem Essen bis hin zum Aperó Riche – der ein Abendessen ersetzt. Überraschend: die Schweizer trinken zum Aperó auch gerne gekühlten Rotwein. Beim Anstoßsen darf man nicht vergessen dem Kollegen in die Augen zu sehen und seinen Namen zu erwähnen „Zum Wohl Irina“.
  2. Mein Wohlfühlort ist auf der Stubalpe. Morgens geht es auf das Alte Almhaus, wo ich mich mit einem Kaffee und Schwarzbeerstrudel stärke. Anschließend geht es auf den Rappold (ca. 1928), wo man eine fantastischen Aussicht auf die Lipizzanerheimat geniesst. Im Sommer begegnet man den edlen Pferden auch auf der Alm – wo sie ihre Sommerfrische verbringen. Ziel der Wanderung ist das Salzstiegl-Haus – wo regionale Schmankerl für das leibliche Wohl sorgen.
  3. In Zürich seit 7 Jahren. Mit Schweizern Freundschaften aufzubauen ist nicht einfach, hartnäckiges Dranbleiben lohnt sich aber. Denn einen Markt versteht man dann, wenn man sich mit Menschen, die hier wohnen, austauscht, Unternehmungen macht etc.

Daniel Predota

  1. Meine Kinder sind stolz darauf, eine Fremdsprache mehr als ihre österreichischen Cousins und Cousinen zu sprechen: Züridüütsch. Hätte ich auch probiert. Aber mit meinem „Universalösterreichisch“ verstehen mich die Schweizer doch besser.
  2. Wo kann man sich in Österreich nicht wohlfühlen? Aber ein besonderer Ort für mich sind die Buschenschänken. Ein Ort an dem man mit Freunden lacht, regionale Spezialitäten verkostet und die Zeit vergisst. Wenn es ein einziger Tipp sein soll (was schwierig ist) dann die Mostschenke Brunner in Ilz (sprich stoasteirisch [yːz])
  3. Von der Niederösterreich Werbung vor knapp 11 Jahren direkt ins Büro Zürich gewechselt, gab’s doch einige Herausforderungen:  Die Sprachen (nicht nur Deutsch/Italienisch/Französisch/Rätoromanisch), die Feiertage (keine katholischen, dafür eine lokalen „Wurstfeiertag“ – Schübligziischtig) aber wenn man Käsefondue liebt, St. Galler Bratwurst ohne Senf isst und hinter Cholera keine gefährliche Krankheit vermutet, ist man schon fast integriert.

Eva Wallimann

  1. Mit dem „Duzis“ kommen sich die Schweizer/-innen in einem ersten Schritt näher und das geht bedeutend schneller in der Schweiz als in Österreich. Wichtig ist, sich den Vornamen zu merken, denn er wird bei der Verabschiedung erwähnt. Ein Akt der Schweizer Höflichkeit.
    Konstruktive Kritik, die bis zum letzten Detail heruntergebrochen wird, beherrschen die Schweizer/-innen perfekt. Das Ziel dieser Auseinandersetzung ist nicht die „Pingeligkeit“ an sich, sondern ein angestrebter Konsenz. Fundiert durchdacht für eine künftige gemeinsame Optimierung.
  2. Mein Wohlfühlort ist an einem sonnigen Tag das Gartenrestaurant der „Stadtalm“ in Salzburg. Sie befindet sich auf ca. 500 Höhenmetern auf dem Mönchsberg. Ruhig, ein bisschen versteckt gelegen, mitten in der Natur. Ein romantisches Platzerl mit einem herrlichen Blick auf die Salzburger Altstadt.
  3. Über 10 Jahre habe ich mit viel Freude in der österreichischen Hotellerie gearbeitet,  bei der Österreich Werbung begeistere ich seit „Jahrzehnten“ die Schweizer/-innen für Ferien in Österreich. Sei es Rahmen von Kampagnen, Medienkooperationen oder B2B-Events. Und natürlich haben all meine Schweizer Freunde, Verwandten und Nachbarn bereits ihre Ferien in Österreich verbracht und fahren immer wieder gerne nach Österreich. Sie schätzen individuelle Reisetipps!