ÖW Tokio und Seoul

22.11.2019

ÖW Tokio und Seoul

Japan: Nicole Kirchmeyr, Michael Tauschmann, Akido Fukuda, Haruka Onishi
Südkorea: Michael Tauschmann, Dara Kim

Michael Tauschmann

  1. Unterschiede: Japaner sind ein sehr geduldiges Volk – es hat fast den Eindruck, dass wartend in der Schlange zu stehen Japanern einen gewissen Genuss gibt. Ganz im Gegenteil zu den Österreichern, die Weltmeister im Vordrängeln sind.
  2. Mein Lieblingsort in Österreich ist Graz. Die Terrasse vom Starke Haus am Grazer Schloßberg lädt zu jeder Stunde und zu jeder Jahreszeit zum entspannten gastronomischen Erlebnis ein. Bei Schönwetter bietet sich ein Blick über die Altstadt und die modernen Kulturhauptstadtbauten. Am Gourmetstand Marcello inmitten von Marktständen kann man ein kleines Stück Italien erleben, das den Grazer Lendplatz mit dem Flair einer Piazza beseelt. Die Vitrine des fixen Standes mit Appetithäppchen und einer feinen Auswahl an Weinen ist das Aushängeschild für beste (Lebens-)Qualität in Graz.
  3. Ich habe durch das Arbeiten in den verschiedenen Märkten vieles gelernt. Mein Tipp für Tokio: Stay calm and keep smiling! Stockholm Tipp: Always make time for Fika! (=eine kleine Pause) Berlin Tipp: Work to live and not live to work!

Akiko Fukuda

  1. Japaner und Österreicher haben besonders eines gemeinsam: die Gastfreundlichkeit - oder Omotenashi, wie wir es hier nennen. Ein Unterschied: Österreicher streben sehr nach Gemütlichkeit (Wohnung, Hotel, Eventlocation mit Fenster!), Japaner hingegen legen weniger Wert auf Räumlichkeiten, dafür sind Darstellungen bei Essen, Verpackungen, etc. sehr, sehr wichtig.
  2. Ich habe viele Lieblingsorte in Österreich. Einmal sind es die Berge: In Österreich gelangt man auch ohne feste Bergschuhe bequem mit Seilbahnen zu hohen Ebenen. Gratulation, Österreich ist eben ein echtes Tourismusland. Zum anderen genieße ich kleine Theater und Konzertsäle, in denen man auch oft die Gelegenheit bekommt spontan mit dem Sitznachbarn/-in vor Aufführungen bzw. in den Pausen zu plaudern (passiert in Japan selten). Bäckereien in Österreich sind auch etwas ganz besonderes: Hier findet man eine Vielfalt an verschiedensten Brotsorten, die in Japan nicht verkauft werden! Und last but not least: Österreichische Badewannen in Hotelzimmern! Sie sind viel geräumiger und gemütlicher als in Japan.
  3. Meine Top Tipps für das Arbeiten am Markt Japan: Dinge nicht nur zeigen sondern auch erklären. Was in Österreich als Allgemeinwissen gilt, ist auf Fernmärkten oftmals unbekannt. Mit konkreter Erklärung wird alles besser verstanden und aufgenommen.
    Rücksichtnahme auf kulturelle Unterschiede bei der Werbelinie: Bildsprache sowie Slogans können nicht immer unverändert übernommen werden.
    Auch bei Textbeschreibungen auf kulturelle Unterschiede eingehen (zu manchen Themen ist Detailbeschreibung wichtiger als Storytelling)

Dara Kim

  1. Österreicher sind im Gegensatz zu Koreanern sehr schnell mit Bestellungen, vor allem bei Getränken. In Korea bestellt man zuerst Essen und entscheidet sich dann für Getränke. Außerdem gibt es hier die sogenannte „Palli Palli (Schnell, Schnell) Kultur“: Koreaner sind daran gewöhnt, dass alles schnell geht. Wir sind nicht an 2-stündige Abendessen gewöhnt und werden ungeduldig, wenn wir auf arbeitsbezogene Mails nicht innerhalb 1-2 Tage eine Antwort erhalten.
    So unterschiedlich wir sind, gibt es aber auch viele Gemeinsamkeiten: Wifi ist ein wesentlicher Bestandteil beim Reisen. Ich war sehr positiv überrascht, dass in Österreich viele Attraktionen/Shops offenes Wifi für Touristen zur Verfügung stellen. Zudem verbindet uns die Liebe zu gutem Essen.
  2. Mein Lieblingsort in Österreich ist das Hotel Karnerhof in Kärnten, gleich neben dem Faaker See. Für mich der beste Ort um authentischen österreichischen Sommerurlaub am See zu erleben.

Haruka Onishi

  1. Meinen Erfahrungen nach sind sowohl Japaner als auch Österreicher nicht so gerade heraus, sondern umschreiben (auch negative) Meinungen gerne etwas höflicher.
    Unterschiede: Wenn wir in Japan über „Esskultur“ reden, sprechen wir über lokale, saisonale Unterschiede, über eine große Auswahl an Zutaten und unterschiedlichste Geschmäcker. Kulinarik spielt eine unheimlich wichtige Rolle in Japan. In Österreich ist das ähnlich, allerdings scheint „Esskultur“ sich dort mehr auf das Zusammensein und gemeinsame Speisen, als auf die Kost an sich zu beziehen.
  2. Mein Wohlfühlort in Österreich ist der Maria-Theresien-Platz in Wien. Das Gefühl, sich zwischen zwei so wundervollen Museen zu befinden, ist traumhaft. Ich kann stundenlang Zeit dort verbringen und einfach nur die Gebäude beobachten. Ich mag aber auch die Wiener Heurigen und die Kultur darum. Dort geht es so richtig „wild“ zu. :-)
  3. Meine Top 3 Tipps fürs Arbeiten in Japan:
    Be creative (and make jokes – good ones)!
    Be quick!
    Understand the culture, at least give it a try to speak Japanese – it makes us happy!

Nicole Kirchmeyr

  1. Während meiner Zeit in Japan habe ich viele Aspekte beider Kulturen beobachtet. Sowohl in Österreich als auch in Japan werden Traditionen geschätzt und von Generation zu Generation weitergegeben und Wochenenden werden dafür genutzt, Zeit mit der Familie zu verbringen. Es gibt aber auch einige Unterschiede: Cash noch in den meisten Geschäften/Restaurants präferiert. Vor allem in den Großstädten wird in Japan wenig Wert auf die eigene Wohnung gelegt, sondern vielmehr in Produkte investiert, die auch gezeigt werden können (Fashionbrands,etc.). Man trifft sich außerhalb in Restaurant, Bars, zum Karaoke, selten privat zuhause.
  2. In Österreich fühle ich mich am Attersee am wohlsten. Nachdem ich nun bereits über fünf Jahre in einer Großstadt lebe, freue ich mich jedes Mal darauf, am See für ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen. Glasklares Wasser und die imposante Bergkulisse zeigen dort Österreich von der schönsten Seite. Auch die Cafebrennerei Franze in Wien ist einer meiner Lieblingsorte: Gemütliches Cafe mit einer großen Auswahl an Tees und Kaffee aus der ganzen Welt.
  3. Meine Arbeit für die ÖW in Japan hat mir viel beigebracht. Am wichtigsten finde ich die folgenden Punkte:
    Flexibel sein und sich auf fremde Kulturen einlassen.
    Geduldig sein mit Eigenheiten im fremden Land.
    Kreativen Spielraum bei der Erstellung von Marktkampagnen und –aktivitäten sowie den Distributionsplattformen nützen.