ÖW Kopenhagen

28.11.2019

ÖW Kopenhagen

v.l.n.r.: Lisa Roithner, Sara Eichenauer, Anders Olesen, Norbert Lerch, Inger Diedrich

  1. Typisch österreichisch vs. typisch Markt: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind für dich am interessantesten?
  2. Was ist dein persönlicher Wohlfühlort in Österreich?
  3. Deine Stationen in der ÖW (für unsere länger dienenden Kolleginnen und Kollegen): Welche Tipps könnt ihr geben, um eine erfolgreiche Marktbearbeitung zu gewährleisten?

Norbert Lerch

  1. Hygge ist ein großer Teil des täglichen Lebens in Dänemark, genauso wie die sehr stark ausgeprägte und gelebte Work-Life Balance. Außerdem stehen die Familie und die Kinder in Skandinavien immer an erster Stelle. Einer der größten Unterschiede zu Österreich ist in meinen Augen aber die ständige Benutzung von Smartphones und digitalen Tools im Alltag, wie etwa das Mobile Pay oder die bargeldlose Bezahlung - hier kann Österreich noch etwas von Dänemark lernen.
  2. Ich liebe sportliche Aktivitäten in der heimatlichen Natur. Das Salzburger Land bietet mir eine unendliche Vielfalt an Möglichkeiten. Im Sommer entweder beim Mountainbiken in Saalbach oder beim Wandern in der Salzburger Sportwelt.
    Im Winter bin ich sehr gerne beim Skifahren in der Region Hochkönig oder Zauchensee. Den Tag lass ich mit Freunden kulinarisch in der Stadt Salzburg ausklingen. Meine Lieblingsrestaurants sind Die Weisse, Zum fidelen Affen, der Braugasthof Krimpelstätter oder Raschhofer Herrnau.
  3. Die ÖW hat mich schon über viele Stationen begleitet: Zürich – Wien – Tokio – Wien – Kopenhagen. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Für Dänemark kann ich die folgenden 3 Tipps geben:
    Keine blumigen, langen Texte verwenden, sondern kurze und prägnante Formulierungen.
    Guter Bild- und Bewegtbildcontent, welcher auf mobile optimiert ist.
    Man kommt in Dänemark sehr schnell und direkt auf den Punkt und duzt alle - außer die Königin!

Anders Olesen

  1. In Dänemark ist man nur mit der königlichen Familie per Sie. Obwohl die Tourismusbranche schon eher locker ist, merkt man als Däne dennoch einen ziemlichen Unterschied, was das Formelle angeht. Der Unterschied wird auch deutlich durch die Benutzung von diversen Titeln, wie Prof. Doktor. Mag. usw. In Dänemark würde es eine negative Wirkung haben, wenn man sich durch einen Titel hervorhebt. Dadurch widerspricht man dem dänischen “Jantelov“ (man soll nicht denken, dass man besser ist als andere). Ansonsten gibt es aber wenige Unterschiede, dafür viele Gemeinsamkeiten: Farben der Flagge, dasselbe große Nachbarland Deutschland, die Vorliebe für gutes Essen und Gemütlichkeit, etc. Im Arbeitsumfeld oder beim Reisen verstehen sich die Dänen und Österreicher sehr gut.
  2. Ich liebe generell das Reisen und versuche, so viel von Österreich wie möglich zu sehen. Deshalb ist es mir auch lieber, jedes Mal etwas Neues zu entdecken, als einen bestimmten Ort wieder zu besuchen. Aber die Berge sind halt für das Wohlfühlen einzigartig, daher müssen sie ein Teil der Reise sein.
  3. Meine Tipps für die Marktbearbeitung in Dänemark:
    Weniger ist mehr: Die Dänen wollen keine blumigen Texte.
    Klare USPs verwenden: Für die Dänen ist es schwierig, den Unterschied zwischen verschiedenen österreichischen Destinationen in der Werbung zu erkennen.
    Storytelling anstatt werblicher Texte, inszenierter Bilder oder Videos: Die Dänen wollen Authentizität und das gewisse Etwas.

Inger Diedrich

  1. Österreichische Gemütlichkeit und dänisches Hygge haben viel gemeinsames – vielleicht fühlen sich die Dänen daher so wohl beim Urlaub in Österreich?
  2. Vorarlberg hat einen besonderen Platz in meinem Herz erobert - hier fühle ich mich besonders wohl. Im Bregenzer Wald gibt es unzählige tolle Möglichkeiten, Wandern und Kultur zu kombinieren.
  3. Ich darf seit mittlerweile 23 Jahren bei der ÖW Kopenhagen für Österreich begeistern – das erfordert Durchhaltevermögen und viel Liebe zum Produkt Österreich. :-) Meine Tipps an euch:
    Zuhören: Man muss hören, was die Medien wünschen und dann gute Story-Ideen entwickeln.
    Untersuchen: Durch Länderstudien und andere Analysen/Untersuchungen wird die Marktbearbeitung geschärft und neue Erkenntnisse können eingesetzt werden.
    Informieren: Die Dänen müssen über die vielen Möglichkeiten in Österreich informiert werden – es ist keine Selbstverständlichkeit zu wissen, was alles in Österreich erlebt werden kann.
     

Sara Eichenauer (mit Insights aus Schweden)

  1. In Österreich ist alles so sauber. Die Häuser und Gärten sind wirklich liebevoll gepflegt. Das gefällt mir! Weniger gefällt mir, dass man immer Bargeld braucht und das Essen für Vegetarier etwas variationslos ist. Österreicher habe ich als kontaktfreudige, freundliche und zuverlässige Menschen kennengelernt – sowohl privat als auch im Berufsleben. Sie sind etwas offener als die Schweden.
  2. Bad Gastein: Ich liebe diese alte, nicht perfekte und trotzdem so wunderschöne Stadt. Hier spürt man die Geschichte, aber auch eine sprudelnde Zukunftsvision.
    Ein anderer absoluter Wohlfühlort ist das Schlosshotel Fiss – Perfektion, Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit wie aus dem Lehrbuch!
  3. Meine Tipps für die Marktbearbeitung in Schweden:
    Vermeide Konflikte und versuche immer, eine Diskussion sachlich zu halten. Chef-Allüren haben in Schweden nichts zu suchen.
    Bereite dich auf einen langen Winter vor. Dafür aber auch auf einen langen, hellen Sommer (zumindest laut Kalender). :-)
    Du möchtest Schweden kennenlernen? Das geht am einfachsten in einem Verein. Paddeln ist derzeit der Trendsport Nummer 1 in Schweden. Auf Smalltalk im Supermarkt haben die Schweden aber weniger Lust.

Lisa Roithner

  1. Die kulinarischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind spannend (siehe Blogartikel). Stark spürbar ist jedoch der Umgang mit Geld – in Skandinavien reicht die Bankomatkarte, aber in Österreich kommt man ohne Bargeld zumeist nicht aus. Das ist mir schmerzlich aufgefallen, als ich mir beim Getränkeautomaten am Bahnhof Flughafen Wien nichts kaufen konnte, da mir das nötige Kleingeld fehlte.
  2. Wildpark Grünau: Ich könnte stundenlang vor den Waschbären stehen und ihnen zusehen – das macht einfach glücklich und zufrieden. Die Babyziegen im Streichelzoo sind ebenso ein Highlight und bringen mich immer zum Lachen. Der Wildpark ist sehr naturbelassen und bietet daher wunderschöne Fotomotive. Gegen Abend ist die Stimmung durch das schwindende Licht am schönsten.
    Ein weiterer Wohlfühlort in Österreich ist für mich definitiv am Wasser. Ein langer Spaziergang am Seeufer oder einfach das Verweilen und In-sich-gehen sind meine Geheimrezepte zum Entspannen. Hierbei ist es egal, ob ich den Sonnenuntergang über dem Wasser, die herumschwimmenden Wasservögel oder die Wasserbewegung an sich beobachte. Wasser ist sozusagen mein Ruhepol. Besonders beliebt sind hierbei natürlich der Traunsee und das Donauufer bei Krems an der Donau/Stein.
  3. Ich habe in meiner Zeit in Dänemark viel gelernt:
    Auf alle Wetterlagen am Arbeitsweg vorbereitet sein.
    Dänisch lernen – Englisch reicht zwar aus, aber Dänisch ermöglicht einen ganz anderen Zugang zum Markt.
    Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel Nummer 1 der Dänen – man sollte sich darauf wohlfühlen (oder es zumindest versuchen). Leider ist mir das bis jetzt noch nicht gelungen.