Ausgabe vom 22.01.2026
Aktivurlaub im Freien verfügt über ein großes Marktpotenzial. Besonders das Naturerlebnis spielt dabei eine zentrale Rolle: Für rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ist es ein wesentliches Reisemotiv. Etwa ein Viertel legt im Urlaub Wert auf leichte sportliche Betätigung, während rund zehn Prozent gezielt aktive Sportausübung suchen. Bei Personen, die einen Urlaub in Österreich planen, sind diese Motive deutlich stärker ausgeprägt.
In den vergangenen drei Jahren haben 7 % der Bevölkerung einen Wanderurlaub unternommen, 4 % einen Ski- bzw. Snowboardurlaub und 3 % Prozent einen Rad- oder Mountainbikeurlaub. Unabhängig von der gewählten Urlaubsart sind Outdooraktivitäten für viele fixer Bestandteil der Reise: So haben rund 5 Mio. Menschen in den letzten drei Jahren einen Wanderurlaub gemacht, doch zusätzlich integrieren weitere 11 Mio. das Wandern regelmäßig in andere Urlaubsformen. Ähnlich zeigt sich das Bild beim Radfahren und Mountainbiken, deren Gesamtvolumen deutlich über jenem der spezialisierten Urlaubsarten liegt. Beim Skifahren hingegen ist die Abgrenzung klarer: Wer im Urlaub regelmäßig Ski fährt, bezeichnet diesen in der Regel auch als Skiurlaub.
Die Intensität der Ausübung unterscheidet sich je nach Aktivität klar. Ski- und Snowboardurlauber:innen sind am aktivsten: Mehr als die Hälfte verbringt täglich über vier Stunden auf der Piste. Wander- und Radurlauber:innen hingegen üben ihre Aktivitäten häufig nur an einzelnen Tagen oder zeitlich weniger intensiv aus.
Für einen gelungenen Aktivurlaub sind aus Sicht der Gäste bestimmte Rahmenbedingungen entscheidend. Beim Wandern stehen eine attraktive Landschaft, Einkehrmöglichkeiten sowie gepflegte und gut beschilderte Wege im Vordergrund. Radurlauber:innen legen zusätzlich großen Wert auf gutes Kartenmaterial und konkrete Tourenvorschläge. Mountainbiker:innen achten darüber hinaus besonders auf eine große Auswahl an Routen, während für Ski- und Snowboardurlauber:innen neben der Schneesicherheit, vor allem eine gute Liftinfrastruktur, gut präparierte Pisten und Einkehrmöglichkeiten wichtig sind.
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Nach Einschätzung von FUR (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, Deutsche Reiseanalyse) sind die Vorzeichen der Tourismusnachfrage für 2026 insgesamt positiv, das Reisevolumen dürfte auf hohem Niveau stabil bleiben. Trotz gesellschaftlicher Herausforderungen und aktueller Krisen ist das Reisen für die Deutschen eine feste Gewohnheit, und Zukunftssorgen stellen kein grundsätzliches Hindernis für Urlaubsreisen dar. Die Nachfrage bleibt vielfältig und flexibel: Die Urlauberinnen und Urlauber sind offen für unterschiedliche Angebote, und 48 % planen, ein für sie neues Reiseziel zu besuchen.
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Der demografische Wandel entwickelt sich zu einem zentralen Thema für den Tourismus. Eine zunehmend alternde Bevölkerung verändert Nachfrage, Angebotsgestaltung und Arbeitsmarkt der Branche spürbar. Menschen ab 60 Jahren werden nicht nur zahlreicher, sondern prägen mit ihren Reisegewohnheiten auch zukünftige touristische Entwicklungen.
Ältere Reisende verfügen häufig über höhere Reisebudgets, bleiben länger am Urlaubsort und legen großen Wert auf Komfort, Sicherheit, Gesundheit und Servicequalität. Barrierefreiheit, gute medizinische Infrastruktur sowie seniorengerechte Angebote gewinnen dadurch an Bedeutung. Gleichzeitig stellt der demografische Wandel den Tourismus vor Herausforderungen am Arbeitsmarkt, insbesondere in saisonalen Regionen und bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Neue Modelle zur Personalgewinnung und -bindung werden daher immer wichtiger.
Auch die Erwartungen an Urlaubserlebnisse verändern sich. Entspannung, Natur, Kultur und Genuss stehen stärker im Fokus, während digitale Services einfach und intuitiv nutzbar sein müssen, um auch für ältere Zielgruppen attraktiv zu bleiben.
Insgesamt zeigt sich, der demografische Wandel ist für den Tourismus nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Destinationen und Betriebe, die ihre Angebote konsequent an die Bedürfnisse älterer Gäste anpassen, können langfristig von einer wachsenden und zahlungskräftigen Zielgruppe profitieren.
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Die Generation Z steht dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Reisebereich grundsätzlich offen gegenüber, fordert jedoch klare Transparenz. Junge Reisende wollen wissen, wann und wie KI eingesetzt wird, etwa bei Preisgestaltung, Empfehlungen, Chatbots oder personalisierten Angeboten. Intransparente oder nicht gekennzeichnete KI-Anwendungen stoßen auf deutliche Ablehnung.
Besonders kritisch sieht Gen Z automatisierte Entscheidungen, wenn unklar bleibt, ob Inhalte von Menschen oder Maschinen stammen oder wie Preise zustande kommen. Vertrauen entsteht nur dann, wenn Anbieter offen kommunizieren, welche Daten genutzt werden und welchen Einfluss KI auf Buchung, Beratung oder Service hat. Fairness, Nachvollziehbarkeit und Datenschutz sind dabei zentrale Erwartungen.
Für die Reisebranche bedeutet das. KI kann ein wichtiges Instrument zur Effizienzsteigerung und Personalisierung sein, darf aber nicht im Verborgenen eingesetzt werden. Wer junge Zielgruppen erreichen will, muss KI-Nutzung transparent kennzeichnen, verständlich erklären und verantwortungsvoll gestalten. Nur so wird Technologie als Mehrwert und nicht als Vertrauensrisiko wahrgenommen.
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Der Tourismus 2026 wird von sieben zentralen Megatrends geprägt, die bereits konkret wirksam sind und das Reiseverhalten wie auch touristische Angebote verändern.
Fazit: Der Tourismus 2026 ist nicht abstrakte Zukunft, sondern geprägt von konkreten Veränderungen im Hier und Jetzt. Wellness, Technologie, Nachhaltigkeit und Erlebnisorientierung greifen ineinander. Destinationen, die diese sieben Trends aktiv integrieren, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit kurzfristig und spürbar.
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Laut einer aktuellen Umfrage von Reise vor9 unter rund 350 Touristikprofis zeigen sich Reiseveranstalter und Reisebüros unterschiedlich optimistisch für das Jahr 2026. Insgesamt gehen 59 Prozent der Veranstalterbeschäftigten eher oder sehr positiv in das neue Jahr, während 58 Prozent der Reisebüromitarbeiter das kommende Jahr eher negativ oder sehr negativ einschätzen. Mehrheitlich erwarten Vertreter beider Gruppen, dass steigende Reisepreise das Jahr stark prägen werden. Mehr als 80 Prozent gehen davon aus, dass höhere Preise ein zentrales Thema sein werden. Allerdings sehen nur rund ein Drittel der Reisebürovertreter eine sehr ausgeprägte Reiselust bei den Kundinnen und Kunden, im Gegensatz zu 56 Prozent der Veranstalter.
Bezüglich Buchungstrends halten 62 Prozent der Reisebürovertreter und 52 Prozent der Veranstalterbeschäftigten frühzeitige Buchungen für wichtig, während nur eine knappe Mehrheit der Veranstalter und etwas mehr als 40 Prozent der Reisebüros dem Last-Minute-Geschäft eine große Bedeutung beimessen. Geopolitische Einflüsse, etwa Konflikte und politische Unsicherheiten, werden von etwa der Hälfte der Veranstalter als starker Faktor gesehen, bei den Reisebüros liegt dieser Anteil bei rund 30 Prozent. Persönlich blicken nur 25 Prozent der Reisebüromitarbeiter positiv auf ihre berufliche Entwicklung im Jahr, bei den Veranstaltern sind es 39 Prozent; viele stehen dem beruflichen Ausblick neutral gegenüber.
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Wien hat sich als weltweit führende Kongress- und Tagungsdestination etabliert. Laut dem aktuellen ICCA-Ranking belegt die Stadt für 2024 den 1. Platz im weltweiten Vergleich internationaler Kongressmetropolen, noch vor Lissabon und Singapur. Damit konnte Wien seine Position an der Spitze weiter stärken.
Die starke Entwicklung ist das Ergebnis gezielter strategischer Ausrichtungen und Investitionen in die Meeting- und Kongressbranche, die sowohl wirtschaftliche als auch soziale Vorteile für die Stadt bringen. Kongresse ziehen jährlich erfolgreiche Veranstaltungen aus aller Welt an und schaffen bedeutende wirtschaftliche Effekte.
Im Jahr 2024 fanden in Wien 6.619 Kongresse und Corporate Meetings statt, was einen neuen Rekord darstellt. Diese Veranstaltungen generierten eine Wertschöpfung von rund 1,32 Milliarden Euro, mit 365 Millionen Euro an Steuereinnahmen und sicherten 23.500 Ganzjahresarbeitsplätze, weit über den Tourismussektor hinaus.
Bei nationalen und internationalen Kongressen spielen besonders Großveranstaltungen eine große Rolle: Sie tragen überproportional zur Wertschöpfung und zu Nächtigungen bei und festigen Wiens Position als globalen Hotspot im MICE-Sektor.
Diese starken Zahlen unterstreichen Wiens Bedeutung im globalen Kongresstourismus und zeigen, wie stark der MICE-Bereich mittlerweile zur Visitor Economy beiträgt. Die strategische Positionierung als qualitativ hochwertige Meeting-Destination wirkt sich positiv auf Wirtschaft, Beschäftigung und internationale Wahrnehmung aus.
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Laut dem aktuellen Ruefa Reisekompass 2026 bleibt die Reiselust der Österreicher:innen sehr hoch. Für dieses Jahr planen 90 % mindestens eine Urlaubsreise, ein leichter Anstieg gegenüber 2025. Die durchschnittlich geplanten Urlaubstage steigen auf 21 Tage im Jahr, und das Urlaubsbudget pro Person liegt bei 2.209 €, was die anhaltende Bedeutung von Erholung und Reisen unterstreicht.
Inlandsreisen bleiben bei vielen weiterhin attraktiv: 66 % der Österreicher:innen planen auch Urlaub im eigenen Land. Beliebte Urlaubsregionen sind vor allem Steiermark, Kärnten und Salzburg.
Allerdings sind Urlaubsarten divers: Der Badeurlaub am Meer führt mit 54 % Zustimmung, gefolgt von Städtereisen (41 %) und Wellness- bzw. Erholungsreisen (35 %). Für 2026 planen 12 % einen Winter- bzw. Skiurlaub, während Aktiv-, Erlebnis- oder Rundreisen ebenfalls Teil der Urlaubspläne sind.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt Urlaub für viele ein zentrales Lebensbedürfnis, das bewusst eingeplant und budgetiert wird. Trends wie Entspannung, Wellness und Nebensaisonreisen spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Urlaubszeit 2026.
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Vorarlbergs Touristiker wollen den Tagestourismus künftig stärker in den Fokus rücken. Laut einer Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der Vorarlberg Tourismus GmbH besuchen jährlich rund 7,5 Millionen Tagesgäste das Bundesland, die Hälfte davon sind Einheimische. Diese Tagesausflügler tragen etwa 400 Millionen Euro zum gesamten touristischen Umsatz bei, was einem Fünftel der Einnahmen entspricht. Dabei nutzen sie vor allem Seilbahnen, Bäder, Gastronomie und Kulturangebote, was zur ganzjährigen Auslastung und Finanzierung der Infrastruktur beiträgt. Im Sommer machen 4,8 Millionen der Tagesgäste Ausflüge, besonders wichtig ist der Tagestourismus aus Süddeutschland nach Bregenz. Vorarlbergs Landesrat Marco Tittler betonte, dass aus Sicht der Touristiker in der Stärkung dieses Segments großes Potenzial liege. Vorgesehen ist, die Wertschöpfung durch Kombiangebote zu verbessern und die Anreise mit Bus und Bahn durch bessere Angebote zu erleichtern. Auch die V-Card als Ganzjahresangebot soll ausgeweitet und digitaler Service verbessert werden, um Besucherinnen und Besucher gezielter zu informieren und zu inspirieren.
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