Ausgabe vom 20.11.2025

News rund um die Tourismusforschung

Ausgabe vom 20.11.2025

ÖW Tourismusforschung & Data Analytics

Forschungsprojekt: Österreichweite Nächtigungsprognose

Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das die Österreich Werbung in Kooperation mit JOANNEUM Research, der Technischen Universität Wien und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt durchgeführt hat, wurde ein Prognosemodell entwickelt, das die Vorhersage von Nächtigungen in Hotels und Ferienwohnungen in sämtlichen Tourismusregionen Österreichs ermöglicht.

Mit dem entwickelten Modell können für 100 Tourismusregionen in Österreich sowohl monatliche als auch tägliche Nächtigungszahlen bis zu zwölf Monate im Voraus prognostiziert werden.

Bisher stützten sich Entscheidungsträger:innen im österreichischen Tourismus vor allem auf historische Nächtigungszahlen, da keine alternativen Datenquellen zur Verfügung standen. Deutlich interessanter ist jedoch der Blick in die Zukunft: Verlässliche und nachvollziehbare Prognosen schaffen Planbarkeit für Destinationen. Während einzelne Beherbergungsbetriebe ihre Auslastung in den nächsten Monaten mithilfe eigener Buchungsdaten bereits recht gut einschätzen können, fehlte bislang ein österreichweit verfügbares Modell zur Prognose der touristischen Nachfrage.

Diese Lücke wird mit dem vorliegenden Projekt geschlossen. Es bildet zentrale Einflussfaktoren wie Ferien, Feiertage oder Events – sofern entsprechende Daten vorliegen – realistisch ab. Kurzfristige Effekte, wie etwa Schlechtwetterperioden, werden derzeit noch nicht berücksichtigt. Das entwickelte Modell sowie die daraus abgeleiteten Ergebnisse stehen der Branche ab sofort kostenfrei zur Verfügung. Langfristig soll das Modell durch die Integration zusätzlicher Datenquellen weiter verbessert werden.

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Ski-/Snowboardurlaub im Winter 2025/26

Der Anteil der Ski-/Snowboardfahrenden Bevölkerung ist im Vergleich zum Vorjahr in einigen Ländern (AT, DE, NL, CZ) leicht zurückgegangen. Dies wirkt sich auch auf das Volumen der Ski- und Snowboardurlauber:innen aus, das im selben Zeitraum um rund 5 % bzw. 2 Mio. gesunken ist. Auf Österreich hat dies bislang aber keine Auswirkungen. Österreich zählt nach wie vor zu den beliebtesten Ski-/Snowboardreisezielen und liegt in acht der zehn untersuchten Märkte auf den Top 2-Plätzen für den kommenden Winter. Im Vergleich zur Vorjahresstudie zeigen sich für Österreich sogar steigende Marktanteile (DE, CH, UK, CZ) bzw. stabile Werte (AT, NL, DK).

Ski-/Snowboardurlaubsplanende sind im Schnitt fünf Jahre jünger als alle Winterreisenden und verfügen über viel Österreich-Erfahrung: Jede:r Zweite hat in den letzten drei Jahren mindestens eine Reise nach Österreich unternommen. Sie schätzen ihre wirtschaftliche Lage positiver ein und haben generell mehr Zeit, Lust und Geld für einen Winterurlaub. Gleichzeitig sind sie aber in einzelnen Ausgabebereichen wie der Unterkunft, der Gastronomie und der Anreise preissensibler und planen hier häufiger Einsparungen als der durchschnittliche Winterreisende. 

40 % der Ski-/Snowboardurlauber:innen sind der Meinung, dass Österreich im internationalen Vergleich das beste Preis-Leistungsverhältnis für einen Wintersporturlaub bietet. Damit liegt Österreich mit deutlichem Abstand auf Platz 1. Unter jenen mit Österreich-Erfahrung/-Interesse steigt dieser Anteil sogar auf 70 %.

Die Studie, basierend auf den Daten der Winterpotenzialstudie 2025/26, steht der heimischen Tourismusbranche kostenfrei zur Verfügung.

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International

ETC: Monitoring Sentiment for Intra-European Travel report Herbst 2025 / Winter 2026

Die neue Welle 23 des Monitoring Sentiment for Intra-European Travel zeigt, dass die Reiselust der Europäer:innen hoch bleibt. 73 % planen eine Reise zwischen Oktober 2025 und März 2026. Besonders reisefreudig sind Menschen zwischen 45 und 54 Jahren, während die 18 bis 24-Jährigen etwas zurückfallen. Am beliebtesten sind weiterhin Oktober und Dezember. 63 % planen eine Reise innerhalb Europas, wobei Südeuropa und der Mittelmeerraum deutlich an Attraktivität gewinnen. Spanien, Italien und Frankreich sind die meistgenannten Ziele. Etwa die Hälfte möchte bekannte Hotspots besuchen, die andere Hälfte bevorzugt weniger frequentierte oder abgelegene Orte.

Beim Reiseverhalten bleibt vieles stabil. Der Anteil derjenigen, die nur eine Reise im Zeitraum planen, steigt auf 45 %. Die meisten beabsichtigen 4-6 Nächte zu verreisen. Die Budgets bleiben zurückhaltend, und weniger Menschen planen, mehr als 1.500 € für eine Reise auszugeben. Flugreisen werden wieder stärker nachgefragt, während Zugreisen konstant bleiben. Für die Wahl der Destination zählen vor allem Sicherheit, angenehmes Wetter und gute Angebote.

Gleichzeitig wachsen die Sorgen über steigende Kosten, persönliche finanzielle Lage, geopolitische Spannungen und überfüllte Orte. 89 % beziehen geopolitische Konflikte in ihre Reiseentscheidungen ein. Der Klimawandel beeinflusst das Verhalten stark, drei Viertel passen ihre Reiseplanung an, etwa durch die Wahl milderer Regionen oder das Prüfen von Wetter- und Extremwetterrisiken vor der Buchung.

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ETC: European Tourism – Trends and Prospects (Q3/2025) 

Der europäische Tourismus bleibt 2025 auf Wachstumskurs. Internationale Ankünfte liegen 3 % über 2024, Nächtigungen 2,7 % darüber. Die Ausgaben steigen weiter (+9,9 %). Besonders dynamisch entwickeln sich Mittelmeerziele wie Malta, Zypern, Spanien und Portugal, während preisgünstigere Märkte wie Polen und Ungarn stark vom Value-for-Money-Trend profitieren.

Extremwetter und Überfüllung prägen den Sommer: 28 % der Europäer:innen erwägen, künftig in andere Monate auszuweichen, um Hitze, Menschenmengen und hohe Preise zu vermeiden. Gleichzeitig wächst der Einsatz von KI-Tools bei der Reiseplanung: 18 % nutzen sie bereits, in China sogar 40 %. KI wird zunehmend relevant, um Nebensaisonen aufzuwerten und Besucherströme zu steuern.

Im Luftverkehr zeigt sich solide Nachfrage (Airline-Auslastung 82,7 %). Starke Zuwächse gibt es bei Flügen nach Zypern, Polen und Slowenien. Hotels bleiben stabil mit leicht steigenden Preisen und Erträgen. Der Short-Term-Rental-Sektor wächst nur noch marginal. Unter den Fernmärkten führen Japan und China die Erholung an; die USA bleiben zuverlässig, aber geopolitische Risiken nehmen zu.

Das Online-Stimmungsbild Europas ist gemischt: Kultur, Architektur und nachhaltige Mobilität erzeugen positive Resonanz, während Hitze, Umweltprobleme und Sicherheitsvorfälle negative Signale setzen. Beim Value-for-Money punkten Serbien, Lettland, Tschechien und San Marino. Im Bereich nachhaltiger Reisen liegen San Marino, Österreich, Luxemburg, Slowenien und Schweden vorne.

Trotz globaler Unsicherheiten erwartet die ETC für 2026 ein weiteres Incoming-Wachstum von 6,8 %, getragen vor allem von Langstreckenmärkten.

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Studie: Öko-Bewertungen auf Buchungsplattformen kaum aussagekräftig

Eine aktuelle globale Untersuchung zeigt: „Öko-Freundlichkeits“-Ratings auf Buchungsplattformen wie Expedia oder Booking.com spiegeln kaum die tatsächliche Nachhaltigkeitsleistung von Hotels wider. Stattdessen korrelieren sie fast vollständig mit der allgemeinen Gästezufriedenheit.

Die Analyse von 6.696 Hotels in weltweit führenden Städtezielen ergab, dass Nachhaltigkeitszertifizierungen oder eigene Meldungen zu Einzelmaßnahmen kaum Einfluss auf die Bewertungen haben. Gäste bewerten also eher, wie sehr ihnen der Aufenthalt gefallen hat, und nicht, wie grün das Hotel operiert.

Für die Branche heißt das: Hoteliers und Buchungsplattformen müssen Nachhaltigkeit sichtbarer und nachvollziehbarer machen. Nur wer Maßnahmen am Gast erlebbar gestaltet und klar kommuniziert, kann Nachhaltigkeit glaubwürdig in Bewertungen und Entscheidungskriterien einfließen lassen.

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Niedrige Überlebensquote in Gastronomie und Tourismus in Deutschland

Neugründungen in den Branchen Gastronomie und Touristik zeigen in Deutschland eine der geringsten Fünf-Jahres-Überlebensraten aller Wirtschaftsbereiche. Laut einer aktuellen Auswertung des Statistisches Bundesamt überlebten nur 36 % der vor fünf Jahren gegründeten Gastronomiebetriebe bis 2023, bei Reise- und Touristikunternehmen waren es lediglich 31,9 %.
Insgesamt wurden im Jahr 2023 rund 269.000 neue Unternehmen gegründet, das entspricht etwa 8,4 % des Gesamtbestands von 3,2 Mio. Unternehmen. Gleichzeitig schlossen über 283.000 Betriebe, was eine durchschnittliche Schließungsrate von 8,9 % ergibt.

Die Daten machen deutlich: Es ist zwar nach wie vor attraktiv, in Gastronomie und Tourismus zu gründen, doch der langfristige Erfolg ist mit deutlich höherem Risiko verbunden, insbesondere im Vergleich zu anderen Branchen.

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National

Statistik Austria: Digitale Ausstattung österreichischer Haushalte – Schwerpunkt IKT-Einsatz 2025

Laut aktueller Erhebung von Statistik Austria nutzten im Jahr 2025 rund 86 % aller Haushalte in Österreich regelmäßig das Internet. Videotelefonie spielte eine wichtige Rolle und stieg auf 74 % (2024: 69 %). Zudem nutzen 68 % der Haushalte soziale Medien (2024: 65 %).

Besonders auffällig: In der Altersgruppe 65 bis 84 Jahre nahm die Internetnutzung deutlich zu, wodurch sich die digitale Kluft zwischen Jung und Alt weiter schließt.

Für die Tourismusbranche ergeben sich daraus mehrere relevante Implikationen:

  • Online-Inspiration, digitale Buchung und mobile Services gewinnen weiter an Bedeutung, da eine überwältigende Mehrheit der Haushalte internetaffin ist.
  • Ältere Zielgruppen werden zunehmend digital integriert – Angebote mit einfacher, nutzerfreundlicher digitaler Zugänglichkeit sind daher wichtiger denn je.
  • Social-Media-Aktivitäten und Videoinhalte (z. B. via Videotelefonie oder Streaming) bieten neue Kanäle für Marketing, Gästeinspiration und Interaktion vor, während und nach dem Aufenthalt.

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Statistik Austria: Beitrag des Tourismus zur regionalen Wirtschaftsleistung in Tirol und Salzburg am höchsten

Die neue Auswertung der regionalen Tourismus-Satellitenkonten der Statistik Austria zeigt, dass die Nächtigungen in Österreich 2023 um 2,3 % über dem Vorkrisenniveau von 2019 lagen. Insgesamt wurden 152,6 Mio. Übernachtungen gezählt. Während die Städte und der Sommertourismus stark zugelegt haben, verläuft die Erholung im Wintertourismus regional unterschiedlich.

Inländische Gäste bleiben eine wichtige Stütze, obwohl ihr Anteil nach dem pandemiebedingten Hoch wieder zurückging. Die Nächtigungen internationaler Gäste stiegen weiter und liegen +6,2 % über 2022, getrieben von Gästen aus Deutschland, den Niederlanden und zunehmend auch Überseemärkten. Besonders stark war das Wachstum in Wien und anderen urbanen Destinationen.

Wirtschaftlich bleibt der Tourismus ein zentraler Faktor: Die tourismusrelevante Wertschöpfung nahm 2023 deutlich zu, doch der Sektor kämpft weiterhin mit Arbeitskräftemangel, hohen Kosten und regionalen Belastungen. Auffällig ist zudem eine Verlagerung hin zu höheren Qualitätssegmenten sowie ein anhaltendes Interesse an nachhaltigeren Reiseoptionen.

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Österreich fällt im Klimaranking zurück – Debatte erhitzt sich

Laut einem aktuellen Bericht sinkt das Land im internationalen Klimaindex deutlich ab und rangiert nun nur noch im Mittelfeld. Kritik kommt insbesondere vonseiten der Regierungspartei ÖVP, die das Debattenklima als „oberlehrerhaft“ bezeichnet und eine zu starke Moralisierung statt konstruktiver Lösungsansätze bemängelt.

Besorgniserregend ist, dass trotz spürbarer Emissionsreduktionen in einzelnen Sektoren – etwa einem Rückgang der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2023 – viele Zielvorgaben nicht erreicht wurden.

Die Debatte zeigt: Klima bleibt ein relevanter Faktor nicht nur für Umweltpolitik, sondern auch für Branchen wie Tourismus, Infrastruktur und Energie – mit direkten Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs.

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