Ausgabe vom 11.12.2025

News rund um die Tourismusforschung

Ausgabe vom 11.12.2025

ÖW Tourismusforschung & Data Analytics

Digitaler Kompass - Unser Lexikon für die Zukunft

In einer Welt, die sich durch technologische Innovationen ständig neu erfindet, begegnen wir täglich einer Flut neuer Fachbegriffe und Konzepte. Unser digitaler Kompass dient als Wegweiser durch diesen Begriffsdschungel und bietet klare und verständliche Definitionen für die wichtigsten Komponenten unserer digitalen Gegenwart und Zukunft. Und wie die Technologie selbst wird auch unser Lexikon kontinuierlich wachsen und sich weiterentwickeln.

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Winterstudie China

Die Studie basiert auf einer Online-Befragung von 1.000 Chines:innen, die sich für Schneeurlaub in Europa interessieren, vor allem an Wintersport und Schneeerlebnis. Ziel war, das Potenzial dieser Gruppe besser zu verstehen: demografisch, motivierend, mit Blick auf Wünsche und Barrieren.

Wichtigste Erkenntnisse:

• Die Zielgruppe der potenziellen Winterurlauber:innen aus China ist vergleichsweise jung, überwiegend urban und gut gebildet mit relativ hohem Einkommen. Viele leben in Megacities.
• Rund 80 % reisen regelmäßig ins Ausland. Etwa die Hälfte war bereits in Europa, 13 % sogar schon einmal in Österreich.
• Wintersporterfahrung ist vorhanden, häufig allerdings auf Anfänger- oder Gelegenheitsniveau. Für viele geht es weniger um klassischen Ski- oder Snowboardurlaub, sondern um ein generelles Schneeerlebnis mit verschiedenen winterlichen Aktivitäten.
• Motivation für einen Winterurlaub in Europa sind nicht allein Sport oder Abenteuer. Entscheidende Faktoren sind Berglandschaft, Winteridylle, Kulinarik, Kultur, Natur, aber auch Genuss und Komfort (z. B. Unterkunft mit Spa).
• Als ideale Reisedauer gelten 8 bis 10 Tage. Liebste Reisezeiten sind Weihnachten und das chinesische Neujahrsfest.
• Budget: Im Schnitt planen die Befragten etwa 350 € pro Tag und Person ein, also ein solides Niveau, das auf Zahlungsbereitschaft und Wertschätzung für Qualität hinweist.

Wahrnehmung von Österreich als Wintersport-Destination

Österreich genießt bei der Zielgruppe hohes Ansehen. Mit Winterurlaub Österreich verbinden die Chines:innen idyllische Schnee-/Alpenlandschaft, Skifahren, gutes Essen, Kultur / Musik und Weihnachtsmärkte. Für 9 von 10 Befragten ist ein Winterurlaub in Österreich in den kommenden drei Jahren denkbar.

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Wintersportstudie USA

Die ÖW Tourismusforschung befragte im September 2025 insgesamt 1.000 amerikanische Wintersportler:innen (Online-Befragung), um das Potenzial für Reisen nach Europa und speziell Österreich zu erheben. Teilgenommen haben aktive Wintersportler:innen, die in den letzten drei Jahren Wintersport betrieben und mindestens einen Wintersporturlaub mit Übernachtung gemacht haben.

Die Zielgruppe ist vergleichsweise jung. Ein Drittel ist zwischen 35 und 44 Jahre alt, der Anteil 65+ liegt nur bei 7 %. Einkommen und Bildung sind deutlich überdurchschnittlich: 20 % verfügen über über 200.000 USD Haushaltseinkommen, 31 % haben einen Masterabschluss oder höher.

Zentrale Reisemotive sind Naturerlebnis, Landschaft, Abwechslung und Zeit mit Familie und Freunden. Für die Wahl einer Destination zählen vor allem Schneesicherheit, Preis/Budget sowie Anreisezeit. Schneesicherheit ist dabei das wichtigste Element.

Aspen ist die bekannteste US-Destination. In Europa liegt St. Moritz vorne, in Österreich Innsbruck, gefolgt von St. Anton und Kitzbühel. Viele Befragte waren bereits in Colorado (70 %), Kanada (36 %), der Schweiz (20 %), Frankreich und Italien (je 16 %) sowie Österreich (13 %).

Schweiz und Österreich haben ein ähnliches Imageprofil, wobei die Schweiz höhere Werte erzielt. Die USA werden im Vergleich als deutlich preiswerter wahrgenommen. Da Skitickets in den USA real etwa 2,5-3 Mal teurer sind, besteht eine klare Kommunikationslücke.

Für künftige Wintersporturlaube außerhalb der USA ist die Schweiz am attraktivsten, gefolgt von Kanada, Italien und Österreich. Europa gilt als besondere Erfahrung, und etwa die Hälfte möchte Wintersport mit anderen Aktivitäten kombinieren.

Rund 60 % haben hohes Interesse, innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Winterurlaub in Europa zu machen. 25 % planen konkret. Größte Barriere sind die Gesamtkosten. Besonders attraktiv sind Alpenlandschaften, Kultur und Geschichte. Für etwa 50 % steigert die Kombination aus Wintersport und Sightseeing die Reisebereitschaft.

Für einen siebentägigen Europaurlaub (inkl. Flug) planen 43 % ein Budget von 3.000-5.000 USD ein, 33 % sogar mehr als 5.000 USD.

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International

Schweiz: Kompass Schnee

Das Projekt stellt verschiedene Werkzeuge und wissenschaftlich fundierte Daten zur Verfügung, um damit Bergbahnunternehmen, Tourismusorganisationen und Gemeinden in Wintersportdestinationen dabei zu unterstützen, optimale Klimaanpassungsstrategien zu formulieren.

Der Kompass Schnee beinhaltet wissenschaftliche Analysen und Prognosen vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF zur Entwicklung der natürlichen Schneedecke in den verschiedenen meteorologischen Regionen der Schweiz, auf unterschiedlichen Höhenlagen und mit unterschiedlicher Hangausrichtung. Weiter projiziert das SLF die Anzahl Stunden, die in diesen Regionen und Höhenlagen zur technischen Beschneiung zur Verfügung stehen, basierend auf 280 Messstationen. Mit einem Dashboard von Hanser Consulting AG wird weiter die Schneeabhängigkeit der Destinationen dargestellt.

Auf dieser Basis werden zahlreiche strategische Handlungsoptionen und Initiativen vorgeschlagen, wie das Angebot in Zukunft angepasst werden kann, sowie Thesen zur Zukunft des alpinen Wintersports und eine Sammlung von wissenschaftlichen Studien zum Thema publiziert.

Die Grundlagen wurden im Zeitraum 2024-2025 erarbeitet und werden regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft.

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Business Travel Trends 2026

Im Jahr 2026 gelten Geschäftsreisen zunehmend nicht mehr als notwendiges Übel, sondern als strategischer Wettbewerbsvorteil. Unternehmen planen Reisen sorgfältiger, steuern sie datenbasiert und messen deren Return-on-Investment. Geschäftsreisen werden mit Marketing oder R&D gleichgesetzt.

Ein weiteres zentrales Muster: Eine Mischung aus digitalen und Präsenzformaten (“Hybrid First”). Videokonferenzen ersetzen nicht alle persönlichen Treffen, für persönliche Beziehungen bleiben Reisen entscheidend. Gleichzeitig werden Reisen besser mit Arbeit remote oder hybrid kombiniert.

Nachhaltigkeit, Kosten- und Umweltbewusstsein spielen eine größere Rolle. Unternehmen achten auf effiziente Reiseplanung, Bündelung von Terminen, nachhaltige Mobilität und Ressourcenschonung.

Auch der Komfort und die Bedürfnisse der Reisenden selbst gewinnen an Bedeutung. Geschäftsreisende erwarten bessere Unterkünfte, Flexibilität und Angebote, die Beruf, Wohlbefinden und Freizeit besser integrieren.

Insgesamt zeigt sich: 2026 werden Geschäftsreisen strategischer, effizienter und nachhaltiger, und trotzdem bleibt der persönliche Kontakt essenziell.

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Präsident Trump vergrault deutsche USA-Reisende

Mehrere deutsche Reiseveranstalter berichten, dass die Politik und das Auftreten von Präsident Donald Trump die Lust auf USA-Reisen spürbar dämpfen. Laut Anbietern wie America Unlimited und Dertour zeigt sich ein deutlicher Buchungsrückgang. Viele Kund:innen äußern explizit, dass sie wegen Trump derzeit weniger Interesse an einer Reise in die Vereinigten Staaten haben. Das politische Klima, verschärfte Töne in der öffentlichen Debatte und eine insgesamt negative Wahrnehmung der US-Innenpolitik wirken sich offenbar direkt auf das Buchungsverhalten aus.

Als Ausweichziele gewinnen andere Länder stark an Attraktivität. Besonders Kanada profitiert als nahegelegene Alternative mit ähnlichen Natur- und Erlebnisangeboten, aber ohne die politische Belastung. Auch Fernreisen nach Australien und Neuseeland verzeichnen deutliche Zuwächse. Innerhalb der USA entwickelt sich der Markt jedoch nicht einheitlich. Während Florida deutliche Rückgänge meldet, kann Kalifornien trotz der allgemeinen Stimmung ein Umsatzplus verzeichnen.

Insgesamt zeigt sich. Die Präsidentschaft Trumps beeinflusst das Image der USA als Reisedestination. Viele potenzielle Gäste entscheiden sich aktuell lieber für Ziele, die politisch stabiler und atmosphärisch positiver wahrgenommen werden.

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National

Studie: Jugend will coo­len Win­ter­sport

Eine aktuelle Jugendstudie des Netzwerks Winter zeigt. Immer mehr Jugendliche wachsen ohne Wintersportbezug auf, gleichzeitig gilt Skifahren für rund 30 % der 14- bis 29-Jährigen weiterhin als „cool“. Entscheidend sind frühe Zugänge über Schule und Elternhaus sowie niederschwellige Angebote wie „Skifahren lernen in 3 Tagen“. Früh gelerntes Verhalten bleibt stabil.

Die Studie macht auch deutlich, dass Erholung heute wichtiger ist als Party. Viele Jugendliche wollen früh ins Bett, um am nächsten Tag möglichst viel Zeit auf der Piste zu verbringen. Wintersport wird als hochwertiges Produkt gesehen, das bewusst genossen wird, und Jugendliche investieren gerne in das, was ihnen wichtig ist.

Große Rolle spielen Vorbilder, Lifestyle und Ästhetik. Athletinnen und Athleten wie Lucas Braathen oder Anna Gasser wirken mit Stil und Authentizität attraktiv. Jugendgerechte Bildsprache, moderne Unterkünfte und starke Social-Media-Präsenz erhöhen die Relevanz. TikTok und Instagram prägen die Entscheidung für einen Winterurlaub wesentlich.

Beim Klimawandel steht für die Jugendlichen weniger die globale Dimension im Vordergrund, sondern vor allem die Sorge um Pistenqualität. Maschinenschnee und Gedränge werden kritisch gesehen. Expertinnen und Experten halten Skifahren in Österreich dennoch bis 2050 für gesichert.

Die Kernaussage. Wintersport bleibt für Jugendliche interessant, wenn er zugänglich, ästhetisch ansprechend und klar im Lifestyle der jungen Generation verankert ist.

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Prodinger Tourismusberatung: neue Wertschöpfungsstudie

Im November 2025 stellte Prodinger eine neue Wertschöpfungsstudie vor, am Beispiel der Gemeinde Zell am See, und zeigte eindrucksvoll, wie stark Tourismus als wirtschaftlicher Motor wirkt.

Demnach belief sich der Umsatz von Hotellerie und Gastronomie 2024 auf etwa 140 Millionen Euro (102 Mio. € Hotel, 38 Mio. € Gastronomie). Rund 990 Vollzeitstellen werden durch diese Branche gesichert. Zusätzlich flossen rund 28,8 Millionen Euro an Steuern und Abgaben an öffentliche Hand; Investitionen aus dem Sektor lösten weitere regionale Wertschöpfung aus.

Pro Nächtigung entstehen im Schnitt 119 € regionale Wertschöpfung. Im Schnitt bleiben 74 Cent von jedem in Hotellerie und Gastronomie ausgegebenen Euro direkt in der Region.

Die Untersuchung unterstreicht: Tourismus ist weit mehr als Beherbergung und Gastronomie. Er erzeugt indirekte und induzierte Effekte, etwa im Handwerk, Bau, Handel, Landwirtschaft oder bei kommunalen Dienstleistungen, und ist damit ein zentraler Wohlstandsfaktor, besonders in alpinen Regionen. Laut der Studie zählt Tourismus in vielen Gemeinden zu den wichtigsten wirtschaftlichen Stützen und verdient entsprechend strategische Beachtung in Standort- und Infrastrukturplanung.

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Österreich startet erste bundesweite Wertschöpfungsstudie für Meetingbranche

Die österreichische Meeting- und Tagungsbranche startet erstmals eine bundesweite Wertschöpfungsstudie. Ziel ist es, die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kongressen, Tagungen und Geschäftsreisen in Österreich systematisch zu erfassen.

Die Studie ist Teil der Strategie Meet in Austria und wird getragen vom Austrian Convention Bureau (ACB), dem Österreich Werbung (ÖW), dem Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer sowie dem zuständigen Bundesministerium. Wissenschaftlich umgesetzt wird sie vom WIFO gemeinsam mit JOANNEUM RESEARCH.

Die Datenerhebung beginnt 2026, erste Ergebnisse sollen im zweiten Quartal 2027 vorliegen.

Untersucht werden direkt-, indirekt- und induziert Wertschöpfung sowie Beschäftigungseffekte der Meetingbranche. Ergänzend kommen qualitative Erhebungen (Interviews, Fokusgruppen) dazu, um etwa Spillover-Effekte, wie Impulse für Innovation, Internationalisierung und Nachhaltigkeit, zu identifizieren.

Mit der Studie will die Branche erstmals eine belastbare Datengrundlage schaffen. Das soll helfen, die ökonomische Bedeutung von Kongressen und Geschäftsreisen sichtbar zu machen, und die Meetingindustrie als festen Bestandteil der österreichischen Tourismus- und Wirtschaftsstrategie zu verankern.

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