Pro und Contra

Im Tourismus sind wir in unterschiedlichen Rollen (Gastgeber bzw. Gast) immer wieder mit neuen Erlebnissen und Ideen, aber auch mit Ärgernissen und Negativerfahrungen verschiedenster Art konfrontiert. Jedes Monat nehmen wir uns eines dieser kontroversen Themen vor und beleuchten dieses von der Pro- und Contra-Seite. Welche Meinung haben Sie zum jeweiligen Thema? Stimmen Sie ab!

Pro & Contra im Juni: Für Wanderwege zahlen

An Parkeintrittsgebühren haben wir uns gewöhnt. Jetzt gibt es aber auch immer mehr Wanderwege, für die ein kleiner Obolus zu bezahlen ist. Nötig oder entbehrlich? Wie sehen Sie das?

Pro

Als Kind war ich davon überzeugt, dass die Schilder bei den Wanderwegen und die bunten Markierungen von anderen, freundlichen Wanderern gemacht wurden, die den Unwissenden unter den Wanderern die Suche nach dem Weg erleichtern wollten.

Von dieser Vorstellung habe ich mich verabschiedet. Mittlerweile weiß ich, dass es extra dafür Menschen gibt, die sich darum zu kümmern haben. Auch die Pflege der Wege übernimmt nicht die Natur, denn die Natur selbst braucht auch Pflege, wofür wiederum andere Menschen zuständig sind. Kurzum, es sind viele Menschen damit beschäftigt, dass wir Wanderer sicher von A nach B in wohlgesonnener Natur kommen.

Ich finde, dass wir für diese Arbeit auch ruhig zahlen können. Es kommt eher auf die Organisation an. Was mir widerstrebt, wäre bei jedem Wegerl extra ein paar Euros hergeben zu müssen. Lieber wären mir ein paar offizielle „Eingänge“ in ein Naturareal, in dem man sich dann frei bewegen kann und nicht anfängt zu überlegen, ob man aus Kostengründen lieber nicht die Route wechselt. Ich will aber nicht verhehlen, dass ich mir dann auch Service bei den Eingangsbereichen erwarten würde: Sanitäranlagen, Versorgungsmöglichkeit mit Proviant und all der Dinge, die man vergessen kann oder auch immer schon gesucht hat. Und ich würde mir eine Fülle an Informationen über das Gebiet, die Besonderheiten, über Verhaltensregeln in der freien Natur, über die Vorsichtsmaßahmen und diverse Notrufmöglichkeiten wünschen. Genauso wie ich vor Ort das Angebot zu geführten Wanderungen vorfinden möchte.

Sonst glaube ich lieber wieder an die anderen freundlichen Wanderer, die die Bäume so hübsch bunt anmalen. rr

 

Contra

Prinzipiell habe nichts dagegen, einen kleinen Obolus für Wanderwege zu bezahlen. Für Strecken, die schwer zu bewirtschaften sind und Steighilfen, Geländer oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen aufweisen, finde ich es fair, hier etwas zu verlangen. Aber für eine Wander-, Spazier- oder Laufstrecke zu bezahlen, nur weil sie sich in der Natur/im Wald befindet? Das wirkt auf mich so, als würde man für das Betreten der Natur Eintrittsgeld bezahlen. Ein befremdlicher Gedanke. Das Bewegen in der Natur (das uns ja die Ärzte und auch die Psychologen empfehlen, damit wir Körper und Geist gesund halten) wird damit zu einer kostenpflichtigen Freizeitbeschäftigung und für so manche mehrköpfige Familie auch schnell zu einem Kostenfaktor.

Auch die Umsetzung derartiger Kassiereinrichtungen macht mir Sorgen. Steht dann am Anfang eines jeden Weges ein Hüttchen mit einem Kassier, der das Geld entgegennimmt? Besteht dann nicht die Gefahr, dass sich auch gleich ein Lebensmittelkiosk und ein Getränkewagen dazu gesellen? Vielleicht auch noch ein Souvenirladen? Und wenn kein Mensch vor Ort ist, säumen dann metallene Drehkreuze oder Gebührenautomaten unsere Wanderwege? Oder wird die Strecke dann ab 17:00 Uhr gesperrt? Klingt alles etwas absurd.

Bei Wanderungen denke ich an Natur, Bäume, Almen, Wiesen, Blumen, Tiere und schöne Picknick-Plätze zum Rasten (gerne auf der Wiese). Drehkreuze, Kassierhäuschen, Automaten und Kioske kommen in meinem Bild nicht vor. Und ich hoffe das bleibt so, damit sich auch künftige Generationen an der Natur pur erfreuen können – und das kostenfrei wann immer und so oft sie möchten. mm

 

 

 

Pro
33 %
Contra
67 %

Pro & Contra im Mai: E-Mountainbike

Nach den Mountainbikes erobern nun auch die E-Mountainbikes unsere heimischen Berge und Wälder. Eine Erleichterung für weniger fitte Menschen oder eine weitere von vielen entbehrlichen Entwicklungen?

Pro

Ich muss zugeben, dass ich selbst immer skeptisch war in Bezug auf diese E-Bikes bzw. E-Mountainbikes. Braucht man das wirklich? Ein E-Bike ist doch für alte oder faule Menschen, oder? Bis ich dann selbst das E-Bike meiner Mutter gefahren bin und meine Meinung kräftig revidieren musste. Ich lernte, dass ein E-Bike nicht die eigene Anstrengung komplett ersetzt, sondern mich unterstützt. Und das ist gut so. Es fördert die Freude am Radfahren und motiviert öfter aufs Rad zu steigen.

Natürlich ist der Vergleichsmaßstab wichtig. Im Vergleich zum Auto bei kürzeren Fahrten: klimafreundlicher, mobiler (im Stadtverkehr agiler und keine Parkplatzsorgen), gesünder und günstiger. Im Vergleich zu einem normalen Fahrrad: unanstrengend, motivierend, variabel (man bestimmt selbst, mit wie viel Muskelkraft man fährt) und bewegungsfördernd. Ja, richtig gehört. Der letzte Punkt ist wichtig. Elektrofahrrad-Besitzer fahren in der Regel 3x mehr Rad als normale Fahrradbesitzer. Wenn also das E-Bike dem Fahrer Arbeit abnimmt, so bewegt sich der Fahrer in der Regel trotzdem mehr.

Für E-Mountainbikes im Speziellen gelten ähnliche Argumente. Hier kommt vor allem hinzu, dass die Muskelkraftunterstützung für einige Menschen den Fahrspaß in den Bergen überhaupt erst möglich macht oder zumindest für einige Menschen die Eintrittsbarriere zum Funsport Mountainbiken senkt (man mietet sich ein Bike und probiert es einmal aus). Und das ist gut für diesen Sport und für den Bergtourismus. Ich werde es im nächsten Bergurlaub testen. hs

 

Contra

Sich in der freien Natur zu bewegen ist doch das Schönste. Und dann auch noch in Kombination mit der Unbeschwertheit eines schönen Urlaubs, einfach herrlich. In Österreich laden wundervolle Berge und Wälder dazu ein, zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Ich persönlich fahre sehr gerne mit dem Fahrrad. Bei schönem Wetter, auf ebenen Strecken. Nicht zu steil bergauf oder bergab und ich bin zufrieden.

Viele Menschen suchen die Herausforderung und radeln mit ihren Mountainbikes steile Straßen hinauf oder sausen Waldwege hinab. Für mich wäre das nichts. Zugegeben, ich bin zu faul, aber ich würde mich auch nicht auf ein E-Mountainbike setzen um einen Berg hinaufzukommen. Lieber gehe ich zu Fuß, aus eigener Kraft. Gerne bleibe ich auch an einer besonders schönen Stelle stehen und lasse die Natur auf mich wirken. Ich genieße den herrlichen Ausblick, den Duft des Waldes, höre wie der Wind durch die Blätter streift und entdecke vielleicht sogar einen Feuersalamander. All das würde mir verwehrt bleiben, wenn ich auf einem Rad mit Elektromotor den Waldweg hinauftuckern würde.

Auch weniger fitte Menschen erleben doch die Natur auf diese Art und Weise viel direkter und intensiver. Und mit dem Rad kann man schließlich auch in der Ebene fahren, dann braucht man auch keinen Elektromotor und muss sich keine Sorgen machen, was die Akkus der Umwelt antun, die sich gerade so wundervoll präsentiert. Und wenn wir uns ganz ehrlich sind: Mit dem E-Mountainbike auf den Berg fahren – das ist doch geschummelt. Oder was meinen Sie? ta

 

Pro
84 %
Contra
16 %

Pro & Contra im April: Postkarte statt WhatsApp

Die Älteren unter uns können sich noch an die bunten Karten erinnern, die man selber gerne aus dem Urlaub geschrieben bzw. als Daheimgebliebener erhalten hat. Sind Sie für ein Revival der Postkarten?

Pro

„Liebe Ursula, liebe Grüße vom Wörthersee. Das Wetter ist toll, sieben Tage Sonne. Die Kinder haben Spaß beim Baden und wandern waren wir auch schon. Hoffe wir sehen uns bald wieder. Alles Liebe.“ Zugegeben, der Informationsgehalt ist nicht unbedingt höher als bei einer WhatsApp Mitteilung, aber darum geht es ja nicht. Es geht um viel mehr, nämlich um Aufmerksamkeit, ein schwindendes Gut in der heutigen Zeit. Eine Postkarte zu schreiben bedeutet, dass man sehr bewusst an jemanden denkt und sich die Zeit nimmt. 

Man denke allein an die Zeit, die man braucht, um die Adressen der Bekannten und Freunde parat zu haben. Postkartenmotive wollen gut ausgewählt sein. Es darf ruhig einen gewissen Retro-Charme haben mit einem Augenzwinkern, aber auch wieder nicht zu kitschig. Textlich muss man sich zielgruppenadäquat ausrichten. Der Stammtischbruder bekommt aus Mallorca wahrscheinlich eine andere Version als die Mama. Und eine kleine Zeichnung ist noch einmal das i-Tüpfelchen auf dem literarischen Erguss. Und man denke nur einmal an den umgekehrten Fall. Wie sehr freut man sich, wenn man von Freunde, Bekannten oder Familie eine Postkarte bekommt.

Der Fall ist also ziemlich klar: Postkarten sollten dringend ein Revival bekommen. Hört bitte auf Statusmeldungen auf Facebook zu schreiben oder Urlaubs-Smileys via WhatsApp zu schicken und schreibt wieder Postkarten! hs

Contra

Nostalgie ist was Schönes, weil sie einen an die unbeschwerte Zeit der Kindheit erinnert und man sich im Digitalisierungszeitalter gerne an analogen, haptischen und einfachen Dingen erfreut. Aber Postkarten? Muss das sein? Mir sind diese schon als Kind auf die Nerven gegangen. „Und schick´ mir eine schöne Karte vom Schulskikurs!“ Ich kann mich immer noch an die Worte meiner Mutter erinnern und an meinen Unmut, meine erste elternfreie Zeit mit der Suche nach Postkarte, Briefmarke und Postkasten zu verbringen und dann so tolle Sätze wie „Mir geht es gut. Alles Liebe.“ draufzuschreiben. Und das hat sich auch die nächsten zig Urlaube bis zum Smartphone-Zeitalter nicht geändert.

Auch das Erhalten von Postkarten war immer nur ein kurzer Quell der Freude. Was tut man damit? Sammeln? Selbst hatte man ja keinen Bezug zum Reiseziel. Gleich wegschmeißen? Das ging moralisch nicht, weil man ja wertschätzte, dass der andere an einen gedacht hatte. Also sind die Karten in eine Lade gewandert, bis sie letztendlich doch weggeworfen wurden.

Ich liebe alte Dinge, aber bitte die Postkarte kann bleiben, was sie ist: Ein liebenswertes Relikt der Vergangenheit. Foto machen, ein paar Worte dazu, mit WhatsApp (gleich an mehrere) schicken – herrlich. Das kostet wenig Zeit, ist dennoch persönlich und wenn ich Lust habe, melde ich mich gerne mehrmals, damit sich die Daheimgebliebenen keine Sorgen machen und gleichzeitig an meinen Erlebnissen teilhaben können. mm

 

Pro
65 %
Contra
35 %

Pro & Contra im März: Filterkaffee beim Frühstück

So kann ein Urlaubstag beginnen: Gemütlich aufstehen, den herrlichen Ausblick genießen, aus dem reich gedeckten Frühstücksbuffet wählen - und dann das: Filterkaffee! Nostalgisch oder enttäuschend? Stimmen Sie ab!

Pro

Stellen Sie sich ein typisches Frühstück in Form eines Buffets vor: Das Restaurant ist voller Menschen. Überall müssen Sie sich anstellen. Zuerst beim Brot, danach geht’s zu den weiteren Köstlichkeiten wie Käse, Salami, Obst, Aufstriche, Müsli und vielem mehr. Plötzlich fällt Ihnen ein, dass Sie eigentlich eine Eierspeise essen wollten. Und wieder müssen Sie sich anstellen. Während des Wartens bestellen Sie bei der netten Gastgeberin eine Kanne Kaffee. Wenn die Eier fertig sind, können Sie sich endlich hinsetzen und das Frühstück genießen. Der Kaffee steht auch schon am Tisch und duftet so schön. Herrlich! Sie können gleich zu essen beginnen und der Urlaubstag kann nun endlich entspannt und voller Genuss starten. 

Immer üblicher wird es aber, dass man sich beim Buffet auch den Kaffee selbst holt, nachdem man sich ohnehin schon an mehreren Stationen angestellt hat und weiß, dass am Tisch das warme, herrlich duftende Omelette wartet.  Mir ist es daher lieber - wie in den alten Zeiten - die Kanne mit Filterkaffee am Tisch stehen zu haben und mein Frühstück zu genießen, ohne für jede neue Tasse aufstehen zu müssen und ohne dass mein Essen inzwischen kalt wird. Außerdem nervt mich beim Frühstück das ständige Geräusch der Kaffeemaschinen, weil sich gefühlte hundert andere Personen den ersten, zweiten oder dritten Kaffee holen.

Für mich ist Filterkaffee beim Frühstück daher weit davon entfernt enttäuschend zu sein. Im Gegenteil: Es ist für mich eher ein Schritt in Richtung Gemütlichkeit und Genuss. vcf

 

Contra

Ich gebe es zu: Ich bin kein großer Kaffeekenner, habe weder einen Kaffeevollautomaten in der Küche, röste mir meine Bohnen nicht selbst, noch besitze ich eine Siebträgermaschine, doch trinke ich gerne Kaffee und der soll schmecken. Filterkaffee konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Ich bin erst zum Kaffeetrinker geworden, als der Siegeszug der Espressomaschinen begonnen hat. Gerade bei diesem Heißgetränk bin ich eigen: Ein guter Kaffee hat eine schöne Crema zu haben, dann bin ich glücklich. Ich trinke auch keinen Kaffee in einem Plastik- oder Papierbecher. Das Rundumpaket muss stimmen. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Zu Recherchezwecke für diesen Beitrag habe ich mich ganz genau im letzten Skiurlaub umgehört und schon an meinem Frühstückstisch gingen die Emotionen hoch. Der Großteil meiner Familie schwört auf Filterkaffee und findet es fast schon herrlich retro, wenn man endlich mal wieder so etwas zu trinken bekommt. Ich bin froh, dass es in meinem Lieblingshotel beide Varianten gibt. Während die obligate Thermoskanne zum Tisch serviert wird, stehe ich gerne auf und begebe mich zur Espressomaschine am Buffet. Hier kann ich mir zu all den kulinarischen Köstlichkeiten das adäquate Getränk holen.

Das Urlaubsland Österreich wird vor allem mit hochwertiger Kulinarik in Verbindung gebracht. Unsere Kaffeehauskultur, mit einer Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten ist weltberühmt: Kleiner Schwarzer, Verlängerter, Melange… kein Problem für die meisten Gastrolösungen auch in Hotelbetrieben. Warum servieren wir dann unseren Gästen den Einheitsfilterkaffee? gw

 

Pro
81 %
Contra
19 %

Pro & Contra im Februar: Stornokosten für nicht genutzte Restauranttische

Immer öfter kommt es vor, dass reservierte Tische im Restaurant leer bleiben. Die Gastronomiebetriebe wollen daher Stornokosten einheben. Verständlich oder eine Frechheit?

Pro

Klar – es kann natürlich vorkommen, dass man einen geplanten Restaurantbesuch kurzfristig und unverschuldet nicht realisieren kann. Nachdem ich allerdings nicht davon ausgehe, dass die Anzahl der plötzlichen Erkrankungen, unvorhersehbaren Notfälle oder ähnlichem in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat, muss es also eine andere Erklärung für den Anstieg an „No-Shows“ geben, der offenbar so deutlich ist, dass immer mehr Gastronomen Konsequenzen daraus ziehen und Stornogebühren für nicht genutzte Tische einführen.

Die Ursache dafür ist für mich in einer gesellschaftlichen Entwicklung zu finden: Wir leben momentan in einer Kultur der Unverbindlichkeit. Entscheidungen zu treffen, ist gerade nicht im Trend. Niemand will sich festlegen, alle Optionen werden bis zuletzt offen gehalten. Noch dazu sind wir ständig auf der Suche nach dem Perfekten. Also werden sicherheitshalber gleich mehrere Tische in verschiedenen Lokalen reserviert, denn man weiß ja nie, wonach die eigenen Befindlichkeiten am betreffenden Tag kurzfristig verlangen. Was oftmals mit „Der Kunde ist König“ gerechtfertigt wird, ist in Wahrheit nichts Anderes als purer Egoismus. Dass eine derartige Haltung vor allem für kleine Betriebe existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann, ist vielen nicht bewusst oder auch einfach egal.

Auch in der Gastronomie eine (angemessene) Gebühr einzuheben, wenn die Reservierung nicht wahrgenommen oder zumindest nicht innerhalb einer bestimmten Frist storniert wird, ist daher aus meiner Sicht gerechtfertigt und in anderen Branchen bereits gang und gäbe. ap

Contra

Stellen Sie sich vor: Sie planen ein romantisches Essen für zwei in einem feinen Restaurant. Zwei Wochen davor reservieren Sie einen Tisch, da das Restaurant sehr begehrt ist. Dann passiert folgendes: Sie wachen genau an diesem Tag mit Fieber, Husten und Gliederschmerzen auf. Von wegen romantisches Essen! Doch da Sie verantwortungsbewusst sind, rufen sie beim Restaurant an um abzusagen. Aber – und jetzt kommt’s – sie müssen dennoch Stornokosten zahlen! Warum? Weil sie nicht 24 Stunden im Voraus wussten, dass sie krank werden. Können Sie sich das vorstellen? Für etwas bezahlen, das Sie gar nicht in Anspruch genommen haben?

Ein anderes Beispiel: Sie und Ihre ArbeitskollegInnen wollen sich am Abend verabreden. Sie reservieren einen Tisch für sechs Personen. Zwei Personen sagen dann kurzfristig ab. Und sie – als Organisatorin – dürfen die Rechnung für diese zwei Personen zahlen. Wie soll das gehen? Wie kann ein Restaurant so mit seinen Gästen umgehen? Kann der Tisch nicht nachbesetzt werden? Und sogar in diesem Falle - sollte das nicht unter „unternehmerisches Risiko“ fallen?

Wenn es um eine Feier für eine größere Gruppe ginge, würde ich es verstehen. Das kann man aber vertraglich regeln und die Stornokosten im Vorfeld definieren. Dann ist es nämlich ein Geschäft, das von beiden Seiten ausgehandelt und akzeptiert wurde. Ansonsten finde ich es unverschämt, für einzelne Reservierungen bei - vielleicht nicht ganz fristgerechter - Absage Stornokosten zu verlangen. vcf

 

Pro
87 %
Contra
13 %

Pro & Contra im Jänner: Stille im Urlaub

Der Wunsch nach Stille und Rückzug im Urlaub wird in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und zunehmenden Zivilisationslärms immer größer. Ein attraktives Urlaubsangebot oder heutzutage gar nicht mehr realisierbar?

Pro

Gerade jetzt, so kurz nach der Adventszeit und dem Jahreswechsel, ist dieses Thema stark in meinem Bewusstsein. Ruhig und besinnlich sollte die Zeit vor Weihnachten sein. Unter klarem Sternenhimmel auf einer Berghütte im Schnee gestaltet sich das Idealbild einer Silvesternacht.

Doch wie sieht die Realität aus? Schon Anfang November hetzt man von einem vermeintlich besinnlichen Glühweingelage zum nächsten, jongliert Wunschlisten, Weihnachtseinkäufe und Festtagsmenüs für Erbtanten, während vollkommen überdrehte Kinder um einen herumsausen. Und zum Jahreswechsel beginnen die präpubertären Nachbarkinder schon nachmittags Böller zu schießen. Die postpubertären Nachbarväter setzen den Lärm mit ihrem Feuerwerk fort und man versucht die Haustiere, die sich zitternd unterm Bett verkriechen, zu beruhigen, während man überlegt, ob einem vom Sekt oder den letzten Wochen der Völlerei übel ist. Herrlich untermalt von der 45sten WhatsApp Nachricht mit Neujahrsgrüßen.

Ich sage ja bitte: Stille. Im Urlaub erholt sich nicht nur der Geist, sondern auch der Körper, wenn er nicht permanenter Beschallung ausgesetzt ist. Kein Verkehrsrauschen im Hintergrund, kein Radio und TV, die Gesellschaft vorgaukeln, keine Handygeräusche. Ich brauche auch keine laute Musik oder Animateure. Einfach nur ich, meine Lieben und vielleicht noch das sanfte Rascheln von Blättern untermalt vom Plätschern eines Baches, garniert mit ein bisschen Vogelgezwitscher. Und das Lachen meiner Kinder als Chorus. Das wäre mein perfektes Urlaubslied der Stille. Gerade Österreich bietet für einen Urlaub in Stille ideale Voraussetzungen. TA

 

Contra

Viele von uns haben einen sehr hektischen und stressigen Alltag. Wir sind überreizt durch all die Eindrücke, mit denen wir ständig konfrontiert sind: Fernseher, Internet, Smartphones, Radio, Telefon oder auch Verkehr und Einkauf. 

Um mich von der Hektik zu befreien, brauche ich persönlich keinen Urlaub. Will ich Stille und Rückzug, muss ich dafür nicht in den Urlaub fahren, sondern kann mich genauso gut zu Hause erholen und das spontan, wann und wie ich es will. Fahre ich in den Urlaub, will ich etwas erleben und dabei nicht verpassen, was in der Welt geschieht. Auch im Urlaub sind mir gewisse Standards wichtig, sogar wenn diese Lärm mit sich bringen. Ich möchte gerne für Notfälle erreichbar sein, jederzeit die Möglichkeit haben, „online“ zu sein und Zugang zu einer guten Kaffeemaschine haben. Ohne diese Standards kann ich mir einen gelungenen Urlaub nicht vorstellen!

Auch aus der Sicht der Hoteliers scheint es mir schwierig zu sein, aus dem Thema "Stille" ein Urlaubsangebot zu entwickeln. Urlaub in einem Hotel ist gleichbedeutend mit einer Ansammlung von Menschen. Wann und wo auch immer Menschen zusammen kommen, ist ein gewisser Lärmpegel unvermeidbar. Genau deswegen glaube ich, dass das Verbieten von Handys, Internet, usw. keinen Sinn machen würde, so lange man von anderen Menschen und Zivilisationslärm umgeben ist. Daher ist mein Motto:  Brauche ich Stille, ziehe ich mich in meine vier Wände zurück. Fahre ich in den Urlaub, will ich es genießen und zwar ohne Verzicht auf meine zugegebenermaßen Lärm verursachenden Gewohnheiten! VCF

 

Pro
66 %
Contra
34 %

Pro & Contra im Dezember: Souvenirs - Kitsch oder regionales Kleinod?

Wer kennt sie nicht, die kleinen Sisi- oder Mozartfiguren, die Wurzelsepps, die Schneekugeln mit Lipizzanern und die Fingerhüte mit Edelweiß-Motiv. Was halten Sie von dieser Art von Souvenirs?

Pro

Souvenir Souvenir. Sang schon der von mir wegen seiner musikalischen Vielseitigkeit geschätzte Bill Ramsey in den 50er Jahren. Und ja, ich schätze nicht nur die Musikalität des oftmals als Schlagersänger verkannten Interpreten, ich liebe auch Souvenirs. Sie sind für mich das ideale Urlaubsandenken. So kann ich mich auch Jahre später noch, vielleicht nach einem hektischen Arbeitstag, zurück an die ruhige und entspannende Zeit erinnern, die ich dort erlebt habe.

Für mich können Urlaubsmitbringsel schon mal kitschig sein oder das eine oder andere Klischee bedienen. Ein Mini-Eifelturm, ein bunter Magnet mit Delfinmotiv aus Bali, eine fluoreszierende Plastik-Madonna aus Fatima … das alles habe ich zuhause und auch aufgestellt bzw. angepinnt. Und ganz ehrlich: Souvenirs sind auch die praktischsten Geschenke aus dem Urlaub für Verwandte und Freunde. Gewand eignet sich da sehr viel schlechter, vor allem wenn man die falsche Größe mitbringt, ist die Freude nicht groß. Souvenirs sind auch eindeutig mit der Urlaubsdestination verbunden. In jedem Supermarkt der Welt bekomme ich heutzutage Wein oder Schokolade aus mindestens zehn Ländern. Souvenirs sind zudem leichter mitzunehmen, während man bestimmte Lebensmittel aus manchen Ländern nicht einführen darf oder Flüssigkeiten im Flugzeug ja immer wieder mühsam zu transportieren sind.

Schöne Erinnerungen sind die besten Werbebotschafter. Und vielleicht hilft das eine oder andere Souvenir als Gedächtnisstütze an den erholsamen, schönen Urlaub. kb

Contra

Immer wenn ich durch die Innenstadt Wiens gehe, fallen mir diese typischen Souvenirgeschäfte auf, die so alles bieten, was sich ein Einheimischer niemals kaufen würde, aber so manchem Gast das Herz höher schlagen lässt. Von allen möglichen Kleinutensilien mit Sisi-, Franzl- und Lippizaner-Motiven gibt´s dort alles, was wunderbar kitschig ist. In den ländlichen Regionen sind diese Geschäfte natürlich ebenfalls zu finden, hier allerdings alles geschmückt mit Dirndl- oder Edelweißmotiven und natürlich gibt es auch die obligatorische Murmeltiersalbe zu kaufen (für mich persönlich ein No-go, weil ich die kleinen Viecherln so süß finde).

In diesen typischen Souvenir-Läden finde ich für mich absolut nichts – gar nichts. Ich stehe zumeist verunsichert herum und überlege, ob all diese Dinge wirklich Österreich repräsentieren. Das muss doch etwas geschmackvoller, origineller und innovativer gehen – auch mit traditionellen Motiven. Aber vielleicht hat das Stündlein für die Souvenirs mit 50er-Jahre-Sommerfrische-Charme ja ohnehin bald geschlagen, denn wissen Sie, was meine Freundin aus Australien, ihr Mann und ihre zwei Teenager-Kids als Andenken von ihrem Österreich-Besuch mitgenommen haben? Jeder hat sich ein Tattoo mit der Skyline Wiens auf den Unterschenkel stechen lassen!

Na ja, wäre auch nicht meins, denke ich und lasse den Blick durch mein Wohnzimmer schweifen und übersehe dabei geflissentlich den Buddha aus Thailand, das Holzkamel aus Ägypten und den kleinen Stein-Troll aus Norwegen. mm

Pro
60 %
Contra
40 %

Pro & Contra im November: Längere Öffnungszeiten von Freizeitbetrieben

Museen, die um 17.00 Uhr schließen, oder Sehenswürdigkeiten, die nur von Mai bis September zugänglich sind. Sind die bisherigen Öffnungszeiten verbesserungswürdig?

Pro

Ganz egozentrisch betrachtet: Ja, sie sind es. Das Schöne am Urlaub ist nicht nur die Möglichkeit zu verreisen, sondern zuallererst die völlig freie Verfügbarkeit von Zeit. Ich kann nach meiner Lust und Laune entscheiden, ob und wann ich etwas unternehmen oder auch einfach nur gemütlich ein Buch lesen möchte. Und ich genieße das weidlich – wären da nicht diese Einschränkungen in Form von Öffnungszeiten, die mich wieder in einen unruhigen Zustand versetzen.

Ich verlange nicht, um drei Uhr morgens in ein Museum eingelassen zu werden - obwohl mir das schon gefallen würde. Aber es ist einfach schön, nach dem Abendessen noch ein wenig durch ein Museum zu schlendern. Und ob Sie es nun glauben oder nicht, wenn es die Gelegenheit dazu gibt, gehe ich sogar in ein Aquarium um mir Fische anzuschauen. Ist halt nur selten möglich, weil die meisten Museen und Attraktionen früher schließen bzw. nur zu bestimmten Saisonen geöffnet haben.

Und nun ein Geständnis bezüglich meiner Freizeitgestaltung: Ich liebe Museen. Es gibt für mich keinen Ort, der ruhiger und kontemplativer ist als ein Museum. Es muss auch nicht groß sein. Es reicht mir ein hoher Raum, ein Bild und eine Sitzgelegenheit und ich bin im Himmel. Haben Sie bemerkt, dass ich „und ein paar Menschen“ nicht dazugeschrieben habe? Diese brauche ich nämlich in diesen Stunden nicht zum Glücklichsein. Ich will mich nicht austauschen. Ich will Ruhe. Diese gibt es definitiv nicht am Wochenende, wenn ich Zeit für das Museum hätte. Die gibt es auch nicht in der Mittagspause. menschenleerer gibt es Museen nur abends. Und der Abend dauert leider nicht lange. Denn dann sperrt das Museum auch schon wieder zu. rr

Contra

Ich verstehe, dass längere bzw. ausgedehnte Öffnungszeiten für Besucher sehr wünschenswert sind. Wer mag die Flexibilität nicht? Auch mal abends ins Museum gehen oder unabhängig von der Saison und den Öffnungszeiten Ausflüge machen und Sehenswürdigkeiten besichtigen - und dies das ganze Jahr über.

Diesem Wunsch kommen viele Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten ohnehin schon nach. Es gibt inzwischen schon viele Attraktionen, die bis 18:30 Uhr geöffnet haben. Sogar die meisten Museen haben einmal in der Woche längere Öffnungszeiten und denken Sie nur an die „Lange Nacht“ der Museen und Kirchen. Es gibt also genügend Raum für abendliche Besuche. Zudem kann man die Sehenswürdigkeiten auch am Wochenende besuchen, sollte unter der Woche zu wenig Zeit sein.

Wenn eine Attraktion nur zwischen März und Oktober geöffnet ist, dann gibt es gute Gründe dafür: Eventuell ist diese nur bei schönem Wetter gefahrlos zu betreten (z.B. Burgen) oder zu abgelegen, um abseits der touristischen Hochsaison genügend Besucher anzulocken. Und natürlich ist auch der finanzielle Aspekt zu beachten. Wenn ein Museum um 17:00 Uhr schließt, gibt es eventuell am Abend nicht genug Besucher, dennoch müsste man mehr Personal einstellen und das würde natürlich mehr Kosten bedeuten. Diese Mehrkosten trägt der Besucher. Wären Sie bereit, für verlängerte Öffnungszeiten direkt oder indirekt mehr zu bezahlen? Ich nicht! Wir sollten daher die Öffnungszeiten so lassen wie sie sind. vcf

 

Pro
58 %
Contra
42 %

Pro & Contra im Oktober: Importieren fremder Bräuche

Halloween, Oktoberfest, St. Patricks-Day - immer mehr Bräuche und Feste anderer Länder finden in Österreich Einzug. Bereichernd oder entbehrlich?

Pro

Ich breche zugegebenermaßen nicht in Begeisterungsstürme aus, weil nun auch bei uns Halloween gefeiert wird und ich mit Freunden im Irish Pub grünes Bier trinke. Aber ich finde es auch nicht tragisch. Man muss die Kirche im Dorf lassen. Ein Problem hätte ich, wenn die fremden Bräuche gesteuert mit einer kommerziellen Absicht (quasi ganz bewusst) importiert würden: Die Blumenbranche importiert den Valentinstag, die Ottakringer Brauerei importiert das Oktoberfest, die Kostümgeschäfte importieren Halloween. Aber so ist es ja nicht.

Ohne es wissenschaftlich erforscht zu haben, scheint es mir doch eher um die Formel "Globalisierung + Medien + Freude" zu gehen. In unserer globalisierten Welt bekommen wir durch die Medien immer näher an die Feste anderer Länder heran. Häufig haben wir diese Feste selbst beim Reisen in andere Länder erlebt. Und diese Bräuche versprechen Freude. Das Oktoberfest macht Spaß. Wir waren immer schon kreativ, wenn es darum ging, neue Anlässe zum gemeinsamen Trinken zu finden. Den Kindern taugt Halloween: Andere erschrecken und dann auch noch Süßigkeiten dafür bekommen. Und die Iren mit ihrem St. Patricks-Day sind uns doch auch irgendwie sympathisch. Im Grunde ist es also wenig überraschend, dass diese Feste unseren Jahreskalender bereichern.

Lasst uns nicht raunzen über den Import von Bräuchen, sondern über den Export nachdenken: Sauschädelstehlen in Peking, Kufenstechen in Köln, Kranzlsingen in New York. hs

Contra

Bräuche sind wichtig und stiften vielen Menschen Identität. Sie teilen das Jahr ein, sie erinnern uns an unsere Kultur. Die Abläufe und Riten dabei sind bekannt, vielerorts beliebt und fast jede Familie gibt dem Brauch einen kleinen persönlichen Drall, sodass er auch in den Familien fest verankert und schon fast wieder etwas Individuelles ist.

Und dann gibt es die Bräuche anderer Länder und anderer Kulturkreise. Es ist wirklich spannend und interessant diese kennenzulernen. Die dahinterliegenden Geschichten und Ursprünge lassen einen Einblick in die andere Kultur zu und nichts ist schöner als einmal Teil eines Festes sein zu dürfen, das in der eigenen Heimat nicht verankert ist. Aber das alles geht nur, wenn es auch ehrlich gemeint ist. Denn nichts finde ich schlimmer als diese Pseudonostalgietanzaufführungen, die eigentlich nicht mehr von der Bevölkerung getanzt werden, mit Speisen, die schon längst niemand mehr so isst und Ritualen, die ihren Sinn verloren haben.

Und genauso empfinde ich die importierten Bräuche. Halloween hat sich beispielsweise zu einer Qual entwickelt. Kinder, die keine Ahnung haben, worum es geht, rennen als Gespenster verkleidet kreischend durch die Gegend und erschrecken ältere Semester, indem sie ihnen „Süßes oder Saures“ entgegen schreien und dann enttäuscht abziehen. Die Eltern mussten davor in ein Kostüm investieren und völlig sinnentleerte Goodies wie fluoreszierende Skelette oder künstliche Spinnweben kaufen. Wenigstens profitiert der Handel davon. Vielleicht ist das ja der eigentliche Grund für den Import zusätzlicher Bräuche – sie kurbeln den Umsatz an. Allein das macht sie unsympathisch. rr

Pro
41 %
Contra
59 %

Pro & Contra im September: Events auf den Bergen

Egal ob im Sommer oder Winter - die Berge fungieren immer öfter als Event Locations und Kunsträume. Eine bereichernde Entwicklung oder entbehrlich?

Pro

Wenn ich mir einen klassischen Urlaub in den Bergen vorstelle, denke ich sofort an die gute Luft,  die Kühe, die Brettljause auf einer gemütlichen Almhütte und an das Wandern. Eine für mich erholsame Vorstellung von Urlaub, für andere jedoch nicht.  Dies gilt insbesondere für die jüngeren Zielgruppen.

Wenn ich mir heute die Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) und Z (geboren zwischen 1995 und 2010) anschaue, glaube ich, dass ein Bergurlaub spannende Veränderungen braucht, um für diese Generationen abseits des Wintersports attraktiv zu sein und zu bleiben. Warum? Weil diese großen Wert auf soziale Netzwerke und persönliche Entwicklung legen. Zudem sind sie es schon von klein auf gewöhnt, immer wieder neue Eindrücke und Unterhaltung geboten zu bekommen. Gerade für diese Gruppe wären daher Events auf den Bergen genau das Richtige, um diese anzusprechen. Aber auch Musik- oder Kunstliebhaber, die vielleicht sonst nur wenig mit Bergurlaub anfangen können, könnte man mit entsprechenden Events in die Berge locken. Die Berge würden dadurch nicht mehr nur mit Kühen, Wandern, Wintersport und Alpenjause assoziiert, sondern bekämen ein neues Image als Event Locations oder Kunsträume. Das Image der Tourismusorte würde damit offener, moderner, vielfältiger und spannender werden.

Und das hat natürlich Vorteile für alle: Der Gast hat mehr Abwechslung, die Tourismusbranche profitiert von steigenden Nächtigungen in den Hotels, mehr Gästen in den Restaurants und auch mehr Umsatz für Klein-Unternehmer im Tourismus. Eine  win-win-Situation für alle. vcf

 

 

Contra

Es gab mal eine Zeit, da war man als Österreicher in der privilegierten Lage in der Vorsaison die Skier zu packen und auf leeren Pisten die ersten Spuren in den herrlichen Pulverschnee zu ziehen. Die Lifte und Hütten hatten gerade erst aufgesperrt und die Saison begann gemächlich anzulaufen. Alles strahlte eine gewisse Ruhe aus, bevor der erste Gästeansturm zu Weihnachten kam.

Seit einigen Jahren hat sich das Bild meiner Jugend drastisch verändert. Skiopening heißt das Zauberwort und ohne einen Top-Act aus der Welt des Pop oder Rock geht es gar nicht mehr. Und dabei spielt es mittlerweile keine Rolle mehr, ob Frau Holle überhaupt ihren Job erledigt hat, denn immer öfter finden diese Events bereits im Oktober oder November auf grünen oder meist braunen Pisten statt. Der Winter hält sich einfach nicht an die Eventkalender mancher Skiorte und das Skifahren wird zur Nebensache. Im Sommer macht sich ein anderer Trend auf den Berggipfeln bemerkbar: Kunstobjekte am Berg, sogenannte Kunsträume entstehen und ich frage mich dabei immer: Ist unsere Bergwelt nicht Kunst genug? Können wir nicht mehr staunend die Einzigartigkeit unserer Alpen bewundern? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin kein Kunstbanause und schaue mir gerne entsprechende Exponate in dafür vorgesehenen Räumlichkeiten an.

Auf einem Berg brauche ich keinen Mehrwert. Inszenierung und Belebung der Vorsaison haben aus touristischer Sicht ihre Berechtigung, aber warum genügt uns Konsumenten nicht mehr das, was von Natur aus vorhanden ist? Unsere Bergwelt ist an sich das aufregendste Event und das größte Kunstwerk – lassen wir es dabei. gw

Pro
55 %
Contra
45 %

Pro & Contra im August: Fixe Essenszeiten im Hotel

"Frühstück gibt´s von 7.00 bis 9.00 Uhr". Wer kennt diesen Satz nicht und wer seufzt dabei nicht insgeheim, weil er auch im Urlaub nicht zu seinem wohlverdienten Schlaf kommt. Sind Sie für fixe Essenszeit oder für mehr laissez faire?

Pro

Ich verstehe, dass viele Urlauber flexible Essenszeiten bevorzugen. Wer will das nicht? Sich keine Gedanken um den Alltag machen zu müssen und einfach essen zu gehen, wann man möchte. Herrlich!

Aber wie sieht dies für die Hoteliers aus? Ist es fair, von den Gastgebern diese Flexibilität einzufordern? Denken wir das mal durch: Wenn man erweiterte bzw. keine fixe Essenszeiten hätte, wie würde es dann aussehen? Von 6.00 bis 11:00 Uhr Frühstück, von 11:30 bis 16:00 Mittagessen und von 17:00 bis 23:00 Uhr Abendessen? Oder überhaupt durchgehend warme Küche? Würde das nicht bedeuten, dass die Betriebe entsprechend mehr Personal beschäftigen bzw. Angestellte längere Arbeitszeiten haben müssten? Können die Betriebe dann noch eine gute Auswahl an Speisen und qualitativ hochwertige Lebensmittel anbieten? Und wenn ja, wer würde dafür bezahlen? Die Hotels müssten selbstverständlich die Preise erhöhen, um kostendeckend arbeiten zu können (mehr Speisen, mehr Personal in Küche und Service). Ist der Gast überhaupt bereit, für flexiblere Essenszeiten mehr zu bezahlen? Ich kann nur für mich sprechen:  Nein, mir fehlt diese Bereitschaft.  Ich bin gerne bereit, mehr für das Essen zu zahlen, aber das gilt für die Qualität der Lebensmittel und nicht für deren ständige Verfügbarkeit.

Ich bin mit den vorgegebenen Zeiträumen zufrieden. Und wenn ich im Urlaub ausschlafen möchte und mir die vorgegebenen Essenszeiten nicht passen, dann buche ich meinen Urlaub ohne Frühstück oder wähle eine Ferienwohnung. So kann ich meinen Urlaub so flexibel gestalten wie ich will und das auch noch zu einem guten Preis. vcf

 

 

Contra

Für viele von uns besteht ihr Alltag großteils aus einer Aneinanderreihung von Terminen. Wir sind ständig gefordert, alle Bereiche unseres Lebens bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Oftmals finden wir uns dadurch in einem durchgetakteten Tagesablauf wieder, der einer minutiös geplanten Meeting-Agenda Konkurrenz machen könnte:

  • ab 06:00h Wecker läutet alle 5 Minuten
  • 06:30h aufstehen
  • 06:35-06:55h Kinder aufwecken und Morgentoilette
  • 07:00-07:15h Frühstück
  • 07:30h Abfahrt Richtung Kindergarten/Schule/Büro
  • 08:00h Ankunft im Büro und Arbeitsbeginn

So oder so ähnlich laufen bei vielen wahrscheinlich schon allein die ersten 2 Stunden des Tages ab. Durch die vielen Verpflichtungen und Erledigungen haben wir im Alltag oftmals nicht die Gelegenheit, unser eigenes Tempo zu fahren und so unserem individuellen Biorhythmus gerecht zu werden. Genau dafür nutzen viele dann ihren Urlaub. Endlich einmal tun, was man möchte und vor allem, wann man es möchte! Sei es schlafen, essen oder sonstige Aktivitäten – gerade diese gefühlte Freiheit und Selbstbestimmtheit ist es, die wir gerade im Urlaub oftmals ganz besonders genießen.

Wenn ich mir allerdings den Wecker stellen muss, um es rechtzeitig zum Frühstück zu schaffen, und mich dann hastig am Buffet bedienen muss, weil das Servicepersonal bereits beginnt, dieses abzuräumen, ist es schnell vorbei mit der Selbstbestimmtheit. Flexible oder zumindest sehr großzügig bemessene Essenszeiten in den Hotels sind daher für mich essentiell, um den Urlaub als das zu empfinden, was er aus meiner Sicht auch sein soll: eine entspannende Auszeit vom Alltag. ap

Pro
53 %
Contra
47 %

Pro & Contra im Juli: "Killer"kühe auf Almwanderwegen

Im Sommer mehren sich die Meldungen von unschönen Begegnungen zwischen Wanderern und Kühen, die für erstere nicht immer glimpflich ausgehen. Sollten Wanderer und Kühe daher besser voneinander getrennt werden, um Verletzungen zu vermeiden?

Pro

Ja, in der Natur lässt sich der Urlaub so richtig genießen. Und ja, in der Natur gibt es Tiere. Aber nicht alle sind süß, flauschig und wollen von Touristen gefüttert und gestreichelt werden oder für das obligatorische Selfie posieren. Wir alle wollen Bio Milchprodukte und Milch von glücklichen Kühen. Irgendwo müssen dann diese Kühe aber auch Platz haben um glücklich zu sein. Im Idealfall grasen sie also den Sommer über auf Almwiesen und freuen sich ihres Lebens.

Wenn nun Touristen, womöglich noch mit nicht angeleinten Hunden, über diese Almen spazieren und sich die lieben, süßen Muhkulis aus der Nähe ansehen wollen, wird diese Idylle schon mal gestört. Werden die Tiere einfach in Ruhe gelassen und man geht mit respektvollem Abstand seiner Wege, gibt es keine Probleme. Aber: „Ach schau wie lieb, und die ist ja gar nicht lila“; „Herwig Junior, da kannst du mal eine richtige, echte Kuh streicheln“ oder im schlimmsten Fall: „Oh wie süß, ein Kuhbaby! Kuschel es doch mal, ich mach ein Foto für die Oma“ und: „Moi, der Lumpi will mit der Kuh fangen spielen“ können dazu führen, dass sich das liebe Rindsvieh mit ihren durchschnittlich 700kg zur Wehr setzt.

Also ich sage: Ja bitte eine Trennung von Urlaubern und vermeintlichen Killerkühen ist wünschenswert. Allerdings weniger zum Schutz der Touristen als viel mehr zum Schutz der Tiere. Nicht alle Urlauber wissen wie man sich den Weidekühen gegenüber korrekt verhält und Wanderer können schließlich auch problemlos um die Almen herumgehen und trotzdem unsere wunderschöne Natur genießen. ta

Contra

Was ich ja nicht verstehe bei dieser Debatte: Wie kommt man als Wanderer unabsichtlich in die unmittelbare Nähe von Kühen und wird dann überrascht von deren Reaktion?

Ich könnte mir dafür nur zwei Szenarien vorstellen: Jemand sucht die Nähe der Kühe (und Kälber) – dann muss er aber auch wissen, worauf er sich einlässt und kann sich nachher nicht darüber beschweren, dass sie sich unflätig verhalten hätten. Oder aber dieser jemand ist so in Gedanken versunken, dass er, nachdem er gedankenverloren über Zäune geklettert ist, plötzlich einer Kuh vor sich gewahr wird – dann ist aber Wandern per se für so jemanden gefährlich, egal ob man dabei einer Kuh begegnet, in Felsspalten stolpert, neben den Stein direkt in den Bach tritt oder unvermutet gegen einen Bienenschwarm stößt. In diesem Falle bin ich dafür, demjenigen ein ungefährliches Picknick auf der Wiese hinter dem Haus vorzuschlagen, wo er maximal eine Steinnelke umknicken kann. Anders kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, einer Kuh zu begegnen.

Wenn sich diese Debatte um Killerameisen oder gefährliche Blattläuse drehen würde, ließe ich mit mir reden. Die kann man schon einmal übersehen. Eine Kuh zu übersehen ist selbst mir noch nie gelungen. Aber ich habe Erkundigungen eingeholt, wie diese Unfälle mit den bösartigen Kühen vor sich gehen und siehe da, der Hund ist schuld. Also bitte nicht mühsam Wanderer und Kühe trennen, sondern den Menschen einfach erklären, wie man sich Kühen mit Kälbern gegenüber benimmt, so man einen bellenden Hund bei sich hat. rr

Pro
35 %
Contra
65 %

Pro & Contra im Juni: Mit Flipflops auf den Gipfel

"Nur mit trittsicherem Schuhwerk!" Diese oder ähnliche Warnungen findet man bei so mancher Wanderroute angemerkt. Übertrieben oder ein absolutes Muss, um unsere Gäste vor ihrem eigenen Leichtsinn zu schützen?

Pro

Ich finde: übertrieben. Mein Argument: Mündigkeit. Es gibt natürlich Menschen, die nicht mündig sind und die man schützen muss. Kinder zum Beispiel. Es muss eine Pflicht für Kindersitze in Autos geben. Dieser Leichtsinn ist nicht Privatsache. Auch überall wo der Leichtsinn nicht mit gesundem Menschenverstand ersichtlich ist, soll es Pflichten geben. Oder wo der eigene Leichtsinn große Auswirkungen auf andere hat. Die Pflicht zum Halten vor roten Ampeln ist solch ein Beispiel. Aber mit Flipflops auf den Gipfel? Jeder Mensch weiß, dass das leichtsinnig, riskant, ja sogar blödsinnig ist. Deshalb wird es auch niemand tun. Und wenn der Surfer Phil aus Australien trotzdem mit Flipflops hinauf will, weil die Flipflops mit ihm quasi schon verwachsen sind, dann darf er das. Er wird ohnehin den Aufstieg nicht schaffen. Wir haben keinen Erziehungsauftrag für erwachsene Surfer. Wenn er unbedingt will, darf er sogar barfuß auf den Gipfel.

Ich erinnere mich an den Aufstieg zum Teide auf Teneriffa, dem höchsten Berg Spaniens. Minusgrade. Von weitem war der Schnee erkennbar. Hinter uns eine kleine Gruppe Amerikaner. Achtung Klischeealarm: Kurze Hose, T-Shirt, Sandalen. Wir haben geschmunzelt, sie haben gezittert. Jeder um eine Urlaubserfahrung reicher.

Und noch eine ganz prinzipielle Gesellschaftskritik: Die stetig steigende Tendenz, erwachsene Menschen vor sich selbst schützen zu müssen, halte ich für fragwürdig und falsch. hs

 

Contra

Was mir von einem Urlaub auf Madeira vor einigen Jahren sehr eindrücklich in Erinnerung blieb, war eine Wanderung im Gebirge. Leider nicht aufgrund der eindrucksvollen Landschaft, sondern weil mir dort eine Gruppe asiatischer Touristinnen entgegen kam, von denen der Großteil mit völlig unpassendem Schuhwerk unterwegs war. Mit ihren paillettenbesetzten Stöckel-Flipflops hatten die Damen durchaus ihre Probleme, auf dem steinigen Untergrund Halt zu finden. Dass keine von ihnen eine Verletzung davon trug, war wohl nur dem geringen Schwierigkeitsgrad des Wanderwegs und einer Portion Glück zu verdanken.

In anderen Fällen geht es leider nicht so glimpflich aus. Oft genug lesen wir von Rettungseinsätzen, die erforderlich waren, weil Wanderer sich überschätzten oder mit unzureichender Ausrüstung unterwegs waren. Diese gefährden durch ihr Verhalten nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben der Bergretter, die oftmals unter widrigen Bedingungen ausrücken müssen – ganz zu schweigen von den Kosten, die für diese Rettungseinsätze anfallen.

Für einen derartigen Leichtsinn fehlt mir absolut das Verständnis – vor allem, weil sich diese Zwischenfälle meistens sehr einfach vermeiden ließen. Die Rahmenbedingungen wären dafür geschaffen: mit einer guten Beschilderung, dem Angebot von geführten Wanderungen, Gastgebern, die gerne über die Verhältnisse auf dem Berg Auskunft geben und dem Sportfachhandel, mittels dem man vor Ort notfalls nachrüsten kann. Unsere Gäste hätten eigentlich nichts weiter zu tun, als diese Angebote anzunehmen. In diesem Fall geht Sicherheit einfach vor – ausnahmslos. ap

Pro
42 %
Contra
58 %