Pro & Contra

Hin und wieder begegnen einem faszinierende, humoristische oder merkwürdige Situationen, in deren Anschluss man sich die Fragen stellt: Finde das nur ich so toll, so skurril, so herzerwärmend und erfrischend oder sehen das auch andere so? Ist das vielleicht ein Erlebnis, ein Bedürfnis, ein Gästewunsch, den ich in mein touristisches Angebot mitaufnehmen sollte?

Wir wollen uns diesen Themen mit einem Augenzwinkern nähern und die eine oder andere sympathische oder befremdliche Beobachtung im Tourismus von der Pro und Contra-Seite beleuchten. Aber das ist noch nicht alles. Wir wollen auch wissen, zu welcher Seite Sie tendieren. Geben Sie uns Ihren Mausklick!

Pro und Contra im Februar: Gemischte Sauna

Für die einen das Selbstverständlichste der Welt, für die anderen eine Quelle des Unbehagens (ob aus Gschamigkeit oder kulturellem Hintergrund): Gemischte Saunen. Wie mögen Sie’s: Unisex oder doch lieber getrennt?

Pro

Urlaub ist für mich Zeit mit dem Partner. Da versucht man, gemeinsam vom Alltag abzuschalten, die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen. Für den einen ist das die Action auf der Piste, für den anderen ein feines Kulinarikerlebnis. Andere, und zu denen zähle ich mich auch, genießen gerne die wirklich einzigartigen Wellnessangebote, die es in Österreich gibt. Neben Massagen und anderen wohltuenden Behandlungen, ist für mich ein Saunabesuch beim Wellness unverzichtbar.

Nur, warum soll ich bei der Entspannung von meinem Partner getrennt sein? Mag sein, dass das eine oder andere Paar Entspannung eher getrennt findet, aber ich persönlich will das nicht. Ich will gerade im Urlaub Zeit mit meiner Partnerin verbringen. Und dazu gehört auch gemeinsames Saunieren, Schwitzen und Tratschen nach dem Saunagang.

Und gschamig muss man in der Sauna wirklich nicht sein. Gerade hier habe ich immer das Gefühl, dass die Toleranz der Menschen in Bezug auf den Körper viel höher ist als anderenorts. Das Schaulaufen und das Gemustert werden im Freibad oder im Fitnesscenter empfinde ich dagegen als wirklich unangenehm. Und vielleicht sollten wir statt über eine Geschlechtertrennung in der Sauna eher über den Körperwahn unserer Gesellschaft reden. Warum soll man sich für seinen eigenen Körper genieren? Warum soll der eigene Körper einer bestimmten Mode entsprechen? Wenn wir uns weniger Gedanken über unser Aussehen und das der anderen machen, bleibt mehr Zeit, entspannt das Leben zu genießen. Auch beim geschlechtergemischten Saunieren. kb

Contra

Ich gehöre nicht zu den beneidenswerten Menschen, deren Körper kein Gramm Fett ziert und die mit Topmodel-Maßen durchs Leben gehen. Aber im Laufe der Zeit und mit fortgeschrittenem Alter habe ich mich mit meiner Figur arrangiert und habe kein Problem damit. Und trotzdem gehe ich nicht gerne in gemischte Saunen.

Ich schwitze nicht gerne in Anwesenheit nackter Tatsachen in geballter männlicher Form. Denn Entspannung bedeutet für mich, dass ich mich einfach hinsetze oder -lege, ohne zu überlegen, ob ich den Bauch einziehen muss oder ob die Position ja vorteilhaft ist. Es könnte natürlich ein Gerücht sein, aber angeblich schauen sich Männer in gemischten Saunen sehr ausführlich die anwesenden Damen an und der Gedanke allein, wie ein Vieh am Markt gemustert zu werden, schreckt mich ab. Vor allem Männergruppen, die gemeinsam schwitzen möchten, sind manchmal nicht nur laut sondern auch nicht besonders subtil in ihrer Musterung. Deshalb mute ich meinen hochroten Kopf und die auflösende Frisur nur anderen Frauen zu. Gut, dass mein Lieblingshotel einen Lady-Spa-Bereich anbietet. Hier ist man unter sich, es herrscht wohltuende Stille und alles ist gut.

Sieht man sich die Saunavorlieben unserer Gäste aus aller Welt an, so bin ich in manchen Ländern mit meiner Meinung nicht alleine. Denn für Dänen und Schweden sind gemischte Saunen undenkbar. Ab und zu verschlägt es auch mich in einen gemischten Nacktbereich und zwar in Begleitung meines Mannes. Dann bevorzuge ich aber das Dampfbad, denn der Wasserdampf verschleiert so manche Problemzone und erschwert damit die Musterung. gw

78%
22%