Pro und Contra

Im Tourismus sind wir in unterschiedlichen Rollen (Gastgeber bzw. Gast) immer wieder mit neuen Erlebnissen und Ideen, aber auch mit Ärgernissen und Negativerfahrungen verschiedenster Art konfrontiert. Jedes Monat nehmen wir uns eines dieser kontroversen Themen vor und beleuchten dieses von der Pro- und Contra-Seite. Welche Meinung haben Sie zum jeweiligen Thema? Stimmen Sie ab!

Pro & Contra im Dezember: Musikberieselung in allen Lebenslagen
Wo wird man nicht überall mit Musik beschallt. In Geschäften, auf Weihnachtsmärkten, in Lokalen, in Hotellobbys, in der Warteschleife… Entspannend oder nervend? Was sagen Sie?

Pro

Musikbeschallung empfinde ich dann als nervig, wenn sie zu aufdringlich ist und überhaupt nicht meinen Geschmack trifft. Das ist in der Praxis aber kaum jemals der Fall.

Beispiel Einzelhandel. Hier ist die Songauswahl meistens doch ganz gelungen. Erst letzte Woche habe ich in einem Geschäft sogar ein Lied von meiner Handy-App erkennen lassen, weil es mir so gefallen hat. Auf Weihnachtsmärkten? Ja, da wird Weihnachtsmusik gespielt. Ich finde, das gehört dazu. Heiligabend legt Mutti doch auch eine CD in die Stereoanlage. In Lokalen? Jedes hat eine bestimmte Atmosphäre und die wird entscheidend durch die Musik geprägt. Hier hat man die freie Wahl, ein Lokal passend zum Musikgeschmack zu wählen. Aus meiner Sicht eine Bereicherung und keine Quälerei. Im Gegenteil: Mittlerweile erscheinen mir Lokale ganz ohne Musik eher befremdlich.

Musik in Hotellobbys? Ist nicht wirklich nötig, aber stört auch nicht weiter – genau wie Musik in Fahrstühlen. Warteschleifenmusik? Da achte ich sogar gezielt auf die Musikauswahl. „Money for nothing“ von Dire Straits in der Bank Austria Warteschleife? Ich schmunzle.

Diese Einzelbeispiele fügen sich zu einem Gesamtbild: Musikbeschallung ist prinzipiell gut. Wie immer kommt es auf das richtige Maß und die passende Songauswahl an.

Interessantes Detail zum Schluss: Es konnte gezeigt werden, dass klassische Musik in U-Bahnhöfen die Bereitschaft zu Gewalt und Vandalismus senkt. hs

Contra

Ich liebe Musik. Von Pop, Rock über HipHop und Dancehall bis hin zu Klassik bin ich für die unterschiedlichsten Genres zu begeistern. Und ja, ich bin auch eines der Exemplare, das mit großer Leidenschaft Weihnachtslieder hört. Ab dem ersten Advent gibt es kein Halten mehr und von Klassikern wie „Stille Nacht“ intoniert vom Kinderchor bis hin zu „All I want for Christmas is you“ werden die saisonalen Musikschmankerl bei mir rauf und runter gespielt.

Und nun kommt das große Aber: Ich bestimme selbst was ich wann meinen Ohren zu Gemüte führe. Ich höre bewusst Musik und entscheide mich worauf ich gerade Lust habe. Zugegeben morgens läuft schon mal das Radio im Hintergrund, aber auch das schalte ich ein und eben auch wieder aus, wenn ich genug habe.

Aber beim Einkaufen in Geschäften oder in Hotellobbys dieses Hintergrundgedudel oder noch schlimmer in Lokalen die viel zu laute Musik, die ein Gespräch nur schwer möglich macht – darauf kann ich sehr gerne verzichten. Beim Einkaufen brauche ich keine weitere Unterhaltung, ich bin mit den Waren beschäftigt und in Lokalen unterhalte ich mich doch lieber mit meinen Freunden, als stumm neben ihnen zu sitzen, weil ich nach dem dritten „Wie bitte?“ aufgegeben habe, etwas zu erzählen. Das Gleiche gilt für Warteschleifen. Eine sich ständig wiederholende Melodie im Stil einer Schallplatte mit Sprung, lässt die Wartezeit eher länger erscheinen als diese zu verkürzen.

Wenn man also mich fragt, dann sage ich freundlich aber bestimmt „Nein Danke“ zu ungefragter und permanenter Musikbeschallung in unserer ohnehin schon viel zu lauten Welt. ta

 

Pro
39 %
Contra
61 %

Pro & Contra im November: Lichtverschmutzung

Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung führt weltweit zu mehr Lichtverschmutzung und auch in Österreich wird es nachts immer heller. Eine Entwicklung, die dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen entgegenkommt oder folgenschwere Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur hat? Stimmen Sie ab!

Pro

Ich bin Städter und daher aufgewachsen mit Licht: Straßenbeleuchtung zu jeder Nachtzeit, beleuchtete Schaufenster und Lokale, die bis in die Morgenstunden offen haben. Licht ist Sicherheit. Das muss nicht für jeden so sein, doch nicht umsonst haben Menschen schon früh begonnen, finstere Höhlen und später Gassen auszuleuchten. So ein leichter Lichtschein kann schon sehr beruhigend wirken. Es muss ja nicht gleich alles taghell ausgeleuchtet werden.

Trotz meines Hangs zur Straßenbeleuchtung mag ich auch die Dunkelheit sehr gerne. Ich finde sie entspannend, die Sterne sind besser sichtbar und wir Menschen werden hellhöriger. Und das aus gutem Grund: wir beginnen uns zu fürchten, wenn es finster wird. Ein ganz natürlicher Vorgang. Das ist selbstverständlich kein angenehmes Gefühl und deshalb wollen wir Licht – auch in der Nacht, denn wir leben schon lange nicht mehr mit dem Lauf der Sonne. In Städten und Siedlungen steht die Beleuchtung ganz außer Frage. Offen bleibt natürlich schon, ob und wenn ja, wie hell wir die Natur ausleuchten wollen. Und da plädiere ich durchaus für die Beleuchtung der letzten Meter eines Wanderweges. Müde, hungrige Menschen am Ende einer Wanderung, die die Dämmerung nicht einschätzen konnten, kann man auf den letzten Metern mit ein wenig Licht unterstützen.

Das bringt mich zu unseren Gefühlen, die von den täglichen Katastrophenmeldungen beeinflusst sind: Eigentlich leben wir in einer immer sicherer werdenden Welt, in der weniger Gewaltverbrechen passieren. Und eigentlich bräuchten wir aus Sicherheitsgründen gar nicht so viel Licht in der Nacht. Doch das individuelle Sicherheitsbedürfnis der Menschen verlangt halt danach. RR

 

Contra

Die UNESCO hat sich im Jahr 2007 für ein „Recht auf Sternenlicht“ ausgesprochen. Ein dunkler Nachthimmel kann mittlerweile zum UNESCO-Welterbe erklärt werden, und ich befürworte das absolut. Ich kann mich nämlich noch gut an die Nächte erinnern, in denen ich als Kind im Garten meines Elternhauses gestanden bin und fasziniert den schwarzen Himmel mit seiner schimmernden Milchstraße, den unterschiedlichen Sternenformationen und ab und zu einer Sternschnuppe bestaunt habe.

Was ich heute sehe, wenn ich nachts aus dem Fenster schaue: einen Himmel aus einem schmutzig-nebeligen Orange-Grau, von Sternen ist keine Spur mehr. Das liegt an der Lichtverschmutzung, die in den Industriestaaten seit Jahren stetig zunimmt. Lichtsmog ist eine Form der Umweltverschmutzung, seine negativen Folgen auf den Biorhythmus und damit die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sind wissenschaftlich belegt.

Beweise dafür, dass mehr Licht in der Nacht auch die Sicherheit für Passanten erhöht, gibt es bis dato übrigens nicht. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Großteil der Lichtverschmutzung gar nicht durch Straßenlaternen verursacht wird, sondern durch die nächtliche Dauerbeleuchtung von Geschäften, Werbetafeln und Kulturgütern. Diese könnte also relativ einfach und gefahrlos reduziert werden.

Gerade Tourismusdestinationen, die sich in Richtung von Ökologie, Nachhaltigkeit, Entschleunigung, Achtsamkeit oder ähnlichem positioniert haben, tun gut daran, sich kritisch mit dem Thema Lichtverschmutzung auseinander zu setzen, Bewusstsein dafür zu schaffen und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln. ap

 

Pro
47 %
Contra
53 %

Pro & Contra im Oktober: Erlebniswelten in der Natur
Immer öfter werden Wanderwege mit künstlich geschaffenen Erlebniswelten (etwa Märchen- oder Wasserwelten) "aufgepeppt". Eine willkommene Abwechslung oder unnötig?

Pro

Als Kind war ich oft wandern, ach war ich oft wandern. Jedes Wochenende musste ich in der freien Natur verbringen. Ich kenne alle möglichen Wiesenblumen, zig Schwammerlarten, kann Nadelbäume unterscheiden und weiß mich im Wald behände zu bewegen ohne Tieren oder Pflanzen Leid zuzufügen. Ich kann mit Worten wie Baumgrenze etwas anfangen und weiß wie das Wetter wird, wenn der Gipfel einen Hut hat. Und ich hab‘ so genug davon!

Ich weiß gar nicht, wie ich diese unendliche Langeweile, die sich über mein Gemüt stülpt, beschreiben kann, damit irgendein anderer Mensch verstehen kann, was ich empfinde, wenn es heißt: „Wir gehen in die Natur:“ Das erste Mal einen Herrenpilz finden, war super, das zweite Mal auch noch und dann …. Langeweile!

Und nun kommen die Erlebniswelten daher und ich muss sagen, diese bringen sogar einen Natur-aversen Menschen wie mich wieder in die Berge und an die frische Luft. Denn ich kenne sie noch nicht. Sie sind großteils ganz erfrischend gestaltet, bieten Abwechslung, stellen themenabhängig auch Informationen bereit, bieten Gelegenheit Neues auszuprobieren, sind kindersicher angelegt und trotzdem so weitläufig, dass man nicht aufeinander klebt. Aus natürlichen Materialien gestaltet, der Umgebung angepasste Wege und Attraktionen, ruhige Orte zum Entspannen und Beobachten und außerdem immer auch Hütten und Restaurants, sodass man sich um die Verpflegung im Vorhinein nicht zu kümmern braucht. So eine Erlebniswelt ist für mich wie die Karotte für den Esel beim Aufstieg. Nur habe ich den Vorteil, dass ich die Erlebniswelt dann auch gleich genießen kann, sobald ich sie erreicht habe. rr

Contra

Eine Erinnerung an meine Kindheit: Es war Sonntag, endlich ausschlafen! Weit gefehlt. Die Familie beschloss, einen Berg zu erklimmen und das selbstverständlich im Morgengrauen. Sie wissen schon „Im Frühtau zu Berge…“. Die Begeisterung war nachvollziehbarer Weise gedämpft, aber kein Jammern half. Die Brote wurden geschmiert und in den Rucksack meines Vaters gemeinsam mit Wasserflasche und Flachmann (von dem ich wenig hatte) gestopft. Und los ging es! Die erste halbe Stunde war ich nicht ansprechbar, aber bald schon zeigte die frische Luft ihre Wirkung. Und mein Vater, ein Kind der Berge, verstand es meisterlich, uns mit Geschichten aus der Natur abzulenken. Ich erinnere mich an vielzählige Wunder, die er uns bei unseren Wanderungen zeigte. Wie man aus Kleeblüten Honigähnliches heraussaugen konnte, wie Sauerampfer schmeckte, wie man auf Grashalmen Melodien blies und in den Pausen Staudämme an Bächen baute. Das alles hat ausgereicht, um uns stundenlange Wanderungen zu versüßen und heute als Mutter von zwei Kindern profitiere ich immer noch von diesem Wissen.

Zugegebenermaßen ist die Wander-Motivation meiner Kinder enden wollend und aussichtsreiche Anwärter auf die goldene Wandernadel sind sie sicher nicht, aber wenn mir ab und zu etwas einfällt, was mir mein Vater damals gezeigt hat, so sehe ich in staunende Gesichter und freue mich an ihrem Entdeckungsgeist. Ich gestehe, auch ich war mit meinen Kindern auf Märchenwegen und Heidialmen unterwegs und sie haben durchaus ihre Berechtigung, aber die Natur ist so ein wunderschöner Spielplatz. Und vielleicht können wir dies unseren Kindern auch vermitteln. gw

Pro
72 %
Contra
28 %

Pro & Contra im September: Lebkuchen im September

Für den Handel und auch für die Weihnachtsfans unter uns kann das Fest der Freude gar nicht früh genug beginnen. Aber ist September für Lebkuchen, Nikoläuse und Co nicht doch etwas früh? Stimmen Sie ab!

Pro

L wie „Lebkuchen“. L wie „lecker“. L wie „lasst uns doch tolerant sein“. Wo ist denn bitte das Problem, wenn ich im Sommer am See liege und einen Lebkuchen essen? Wer sagt denn, dass es immer nur Pommes sein dürfen? Leben wir doch (auch) beim Essen Toleranz.

Die ersten Lebkuchen buken (ja, diese Präteritumform gibt es) übrigens die Ägypter im vierten Jahrhundert vor Christus. Auch die Römer schätzten ihren panis mellitus. Allerdings nicht zur Weihnachtszeit, sondern als Fastenspeise. Dazu tranken sie oft starkes Bier. Bier und Lebkuchen ist zwar nicht meine kulinarische Lieblingskombination, aber es gibt sicher eine Craftbierbrauerei, die nach diesen Zeilen schon zu brauen beginnt.

Lebkuchen hat also keinen weihnachtlichen Entstehungshintergrund. Auch im Mittelalter war er wegen seiner langen Haltbarkeit vor allem bei Pilgern und Mönchen beliebt und kein Weihnachtsbote. Daher finden wir auch diese große Auswahl an Lebkuchen in Österreichs berühmtestem Wallfahrtsort, Mariazell. Hier gibt es sogar das ganze Jahre Lebkuchen. Und das zurecht. Denn die inzwischen zum kulinarischen Markenzeichen Mariazells gewordene Süßigkeit schmeckt (nicht nur) mir zu jeder Jahreszeit: gefühlt jeder Tourist nimmt sich eine dieser Köstlichkeit mit nach Hause.

Mehr Toleranz beim Essen schaffen wir bei den Themen vegan, Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit ja auch. Ich denke, dann schaffen wir es auch beim Lebkuchen mehr Verständnis aufzubringen und jedem seinen Lebkuchengenuss zu gönnen – egal zu welcher Jahreszeit. kb

Contra

Es ist Anfang September und mit sonnigen 28 Grad Celsius ein Altweibersommertag, wie er im Buche steht. Gebräunt und gut erholt vom Sommerurlaub, aus dem ich nur wenige Tage zuvor zurückgekehrt bin, schlurfe ich in meinen Flipflops zum Nahversorger meines Vertrauens, betrete das Geschäft und erstarre. Vor mir stapeln sie sich: Traditionell rot oder blau verpackt, mit Schokolade oder Zucker überzogen, als Sterne, Herzen oder Brezel geformt. Der Anblick der vielen Lebkuchen-Schachteln lässt mich sofort an die Vorweihnachtszeit denken, die ich durchaus gerne mag. Aber gleich darauf fallen mir auch die weniger angenehmen Seiten des Winters ein: die frühe Dunkelheit, die trüben Tage, das nasskalte Wetter. Liegt es nur an der Klimaanlage, dass ich gerade zu frösteln beginne?

Ich schrecke aus meinen Gedanken auf und bin schon fast dabei, panisch zur Kassa zu hechten und mich nach Hause zu beeilen - immerhin ist ja bald Weihnachten und ich habe noch kein einziges Geschenk! – bis ich mich im letzten Moment, nach einem Blick auf die draußen in der Hitze schwitzenden Menschen, doch noch besinne.

Lieber Handel, bitte hol mich doch nicht so hart aus meiner Post-Urlaubs-Leichtigkeit in die Realität zurück, sondern lass mich noch ein bisschen länger vom Sommer träumen – von den brütend heißen Tagen, die man nur im Schwimmbad übersteht, dem klebrigen Eis, das die Finger hinunter rinnt und den lauen Nächten im Schanigarten.

„Alles zu seiner Zeit“, sagt ein altes Sprichwort. Und nein, der September ist definitiv nicht die richtige Zeit für Lebkuchen und Adventstimmung. ap

Pro
30 %
Contra
70 %

Pro & Contra im August: Im Bademantel zum Frühstück

Menschen, die im Bademantel mit wenig bis nichts darunter am Frühstücksbuffet stehen, sind in Wellnesshotels ein gängiges Bild. Was halten Sie davon? Grauslich oder einfach nur bequem?

Pro

Über die Zumutbarkeit des Anblicks fremder, leichtbekleideter und nur partiell von Bademänteln bedeckter Körper in den unterschiedlichsten Ausprägungen, und das auch noch beim Essen, lässt sich natürlich manchmal streiten. Bei der Frage, ob ein Frühstück im Bademantel aber tatsächlich eine optische Zumutung ist oder nicht vielmehr einfach praktisch, plädiere ich aber eindeutig für einen gelassenen Umgang mit der Körperlichkeit. Die Einhaltung gewisser Grundregeln in punkto Hygiene setze ich natürlich voraus.

Beim Frühstück im Hotel bin ich jedenfalls eher damit beschäftigt, mich zwischen Croissant und Briochekipferl zu entscheiden, als mir Gedanken über die aus dem Bademantel hervorblitzende Körperbehaarung meines Tischnachbarn zu machen. Und auch umgekehrt: Überlegen Sie sich etwa, ob Sie in Badebekleidung den ästhetischen Ansprüchen der anderen Gäste entsprechen? Wenn ja: Schade, denn vielleicht könnten Sie ohne diesen Gedanken ihren Urlaub noch mehr genießen.

Abgesehen davon: Gerade als Wellnessgast steht für mich Entspannung im Vordergrund. Die Vorstellung, den Tag ohne viel Aufwand in bequemer Kleidung verbringen zu können, finde ich angenehm und zum Urlaubsthema passend. Diesbezüglich leider negativ in Erinnerung geblieben ist mir ein Kurzurlaub in einem eigentlich netten Hotel mit Wellnessbereich. Das Essen (4x täglich, da Vollpension) fand in Straßenbekleidung im „normalen“ Restaurantbereich statt. Hätte ich alle Mahlzeiten in Anspruch genommen, hätte ich mich an diesem Wochenende täglich bis zu 8mal (!) an- bzw. ausziehen müssen. Erholung sieht definitiv anders aus. ap

Contra

Kennen Sie das? Sie sitzen etwas früher als die anderen Gäste am Frühstückstisch, blicken sich dann irgendwann um und sind von unzähligen Wesen in weißen Bademänteln umgeben. Dieser verleiht diesen den Nimbus von Patienten eines Sanatoriums oder frisch aus dem Bett geschlüpfter und noch nicht gewaschener Gestalten, deren Anblick man vielleicht von zu Hause kennt, aber normalerweise nicht in der Öffentlichkeit gewöhnt ist.

Sie stehen beim Buffet, tauchen die manchmal etwas zu langen und weiten Ärmel in die Marmelade ein und streifen dann damit über die Käse- und Wurstplatten. Manchmal fällt auch noch ein Fluserl direkt in das Brotkörbchen, weil so ein Frotteemantel ja auch alles Mögliche an Fädchen und Bröserl anzieht, die sich dann irgendwann mal verselbständigen. Wenn sie zu ihrem Platz geschlurft sind, dann sitzen die an Röcke gewöhnten Damen zwar sittlich an ihrem Platz, die Männer machen es sich aber gewohnt breitbeinig bequem. Dann klaffen die Mäntel schon mal auseinander und geben den Blick auf die hoffentlich darunter befindliche Badehose frei.

Ich habe immer den Eindruck, dass der Bademantel dazu berechtigt, sich nicht zu frisieren, zu rasieren und vermutlich auch nicht zu waschen, "weil man ja dann eh gleich in den Pool hüpft". Muss das wirklich sein? Kann man zum Essen nicht etwas anderes (gerne Bequemes) anziehen? Vielleicht motiviert einen das ja dazu, doch die eine oder andere Spazierrunde zu drehen und den Urlaub nicht nur indoor am Pool, in der Sauna oder auf dem Massagetisch zu verbringen. mm

 

Pro
44 %
Contra
56 %

Pro & Contra im Juli: Nacktwandern

Nur mit Rucksack, Socken und Schuhen bekleidet, wandern nackte Menschen durch die Alpenwelt. Was halten Sie von dieser Natursportart? Stimmen Sie ab!

Pro

Kinder und Leggings sagen immer die Wahrheit – das hat mir einmal eine Kollegin erklärt. Und da hat sie wohl Recht. Nur weil Mann oder Frau angezogen ist, heißt das nicht, dass es meinem Geschmack entspricht oder alles „Wichtige“ verhüllt.

Warum soll ich also nicht nackt wandern dürfen? Überall in der Werbung sieht man nackte Haut: Eine halbnackte Frau bewirbt ein Parfüm, ein Mann in Unterhose präsentiert mir einen Rasierer, manch einer ist sogar supernackt… Was macht es da für einen Unterschied, wenn ich nackt wandern gehe? Nackt sein kann für manchen befreiend sein, denn keiner schaut bei einem Nackten, ob das Outfit noch stylisch ist. Und die Gefahr, dass die Kleidung wundreibt, ist auch eher gering. Aber gut, ich kann nachvollziehen, dass das nicht jeder überall für passend hält (auch der Gesetzgeber sieht das so). Wie wäre es also mit einem Kompromiss: Sorgen wir für klar gekennzeichnete Nacktwanderwege. Das funktioniert ja auch beim Mountainbiken.

Aus touristischer Sicht ergeben sich neue Chancen: FKK-Reisekataloge listen unzählige Angebote in ganz Europa auf. Vom Strand über das Hotel bis hin zu Freizeitangeboten gibt es da alles in nackt. Die Zielgruppe kann also nicht klein sein. Und im Gegensatz zu den Rauchern, sind sie auch nicht gesundheitsgefährdend für jene, die diesen „Lifestyle“ nicht praktizieren. Warum sollte man sich nicht dieser Zielgruppe öffnen?

Dass  sich Nacktheit nicht negativ auswirkt, hat ein musikalisches Beispiel aus Wien bereits vorgemacht: Schließlich hat auch ein Nackerter das Hawelka berühmt gemacht. kb

 

Contra

Ich wollte nun eigentlich damit beginnen, dass ich mich selbst noch als jungen Menschen wahrnehme. Mir ist dann allerdings eingefallen, dass ich mittlerweile zu der Alterskategorie zähle, die von Jugendlichen und ja auch von Studierenden als „alt“ eingestuft wird. Nichtsdestotrotz bin ich ein aufgeklärter, offener Mensch, dem prüde Weltanschauungen fern liegen.

Ganz im Gegenteil. Ich sage: Nackt sein ist phantastisch. Das steht außer Diskussion. Es ist herrlich ohne einengende Kleidung zu sein. In der Sauna im Wellnesshotel, unter der Dusche und wer Freude daran findet, kann ja auch in den eigenen vier Wänden im Adamskostüm verweilen. Mit der Nacktheit an sich hadere ich nicht. Aber Nacktwandern? Die Füße mit dicken Socken in enge Bergschuhe gezwängt und am Rücken kratzt und drückt der Rucksack, weil man sonst auf Bekleidung verzichtet hat. Das verstehe ich nicht.

Schon aus Gründen der Bequemlichkeit würde ich leichte Funktionskleidung beim Wandern bevorzugen. Ich selbst habe einmal eine Canyoningtour im Gesäuse gemacht, dabei sind wir in der Wildnis auf Nacktkletterer gestoßen. Wir waren mit Neoprenanzug, festen Schuhen und Helmen ausgerüstet und ich dachte beim Anblick der nackten Truppe nur: „Hoffentlich verkühlen die sich nicht oder schlagen sich ihre Knie auf“. Der Wunsch vollkommen ohne Kleidung wandern zu gehen entzieht sich schlichtweg meinem Vorstellungsvermögen, so sehr ich mich auch bemühe. Aber vielleicht findet sich ja unter Ihnen der eine oder die andere Nacktwanderer bzw. Nacktwandererin und kann es mir erklären. ta

 

 

 

Pro
39 %
Contra
61 %

Pro & Contra im Juni: Für Wanderwege zahlen

An Parkeintrittsgebühren haben wir uns gewöhnt. Jetzt gibt es aber auch immer mehr Wanderwege, für die ein kleiner Obolus zu bezahlen ist. Nötig oder entbehrlich? Wie sehen Sie das?

Pro

Als Kind war ich davon überzeugt, dass die Schilder bei den Wanderwegen und die bunten Markierungen von anderen, freundlichen Wanderern gemacht wurden, die den Unwissenden unter den Wanderern die Suche nach dem Weg erleichtern wollten.

Von dieser Vorstellung habe ich mich verabschiedet. Mittlerweile weiß ich, dass es extra dafür Menschen gibt, die sich darum zu kümmern haben. Auch die Pflege der Wege übernimmt nicht die Natur, denn die Natur selbst braucht auch Pflege, wofür wiederum andere Menschen zuständig sind. Kurzum, es sind viele Menschen damit beschäftigt, dass wir Wanderer sicher von A nach B in wohlgesonnener Natur kommen.

Ich finde, dass wir für diese Arbeit auch ruhig zahlen können. Es kommt eher auf die Organisation an. Was mir widerstrebt, wäre bei jedem Wegerl extra ein paar Euros hergeben zu müssen. Lieber wären mir ein paar offizielle „Eingänge“ in ein Naturareal, in dem man sich dann frei bewegen kann und nicht anfängt zu überlegen, ob man aus Kostengründen lieber nicht die Route wechselt. Ich will aber nicht verhehlen, dass ich mir dann auch Service bei den Eingangsbereichen erwarten würde: Sanitäranlagen, Versorgungsmöglichkeit mit Proviant und all der Dinge, die man vergessen kann oder auch immer schon gesucht hat. Und ich würde mir eine Fülle an Informationen über das Gebiet, die Besonderheiten, über Verhaltensregeln in der freien Natur, über die Vorsichtsmaßahmen und diverse Notrufmöglichkeiten wünschen. Genauso wie ich vor Ort das Angebot zu geführten Wanderungen vorfinden möchte.

Sonst glaube ich lieber wieder an die anderen freundlichen Wanderer, die die Bäume so hübsch bunt anmalen. rr

 

Contra

Prinzipiell habe nichts dagegen, einen kleinen Obolus für Wanderwege zu bezahlen. Für Strecken, die schwer zu bewirtschaften sind und Steighilfen, Geländer oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen aufweisen, finde ich es fair, hier etwas zu verlangen. Aber für eine Wander-, Spazier- oder Laufstrecke zu bezahlen, nur weil sie sich in der Natur/im Wald befindet? Das wirkt auf mich so, als würde man für das Betreten der Natur Eintrittsgeld bezahlen. Ein befremdlicher Gedanke. Das Bewegen in der Natur (das uns ja die Ärzte und auch die Psychologen empfehlen, damit wir Körper und Geist gesund halten) wird damit zu einer kostenpflichtigen Freizeitbeschäftigung und für so manche mehrköpfige Familie auch schnell zu einem Kostenfaktor.

Auch die Umsetzung derartiger Kassiereinrichtungen macht mir Sorgen. Steht dann am Anfang eines jeden Weges ein Hüttchen mit einem Kassier, der das Geld entgegennimmt? Besteht dann nicht die Gefahr, dass sich auch gleich ein Lebensmittelkiosk und ein Getränkewagen dazu gesellen? Vielleicht auch noch ein Souvenirladen? Und wenn kein Mensch vor Ort ist, säumen dann metallene Drehkreuze oder Gebührenautomaten unsere Wanderwege? Oder wird die Strecke dann ab 17:00 Uhr gesperrt? Klingt alles etwas absurd.

Bei Wanderungen denke ich an Natur, Bäume, Almen, Wiesen, Blumen, Tiere und schöne Picknick-Plätze zum Rasten (gerne auf der Wiese). Drehkreuze, Kassierhäuschen, Automaten und Kioske kommen in meinem Bild nicht vor. Und ich hoffe das bleibt so, damit sich auch künftige Generationen an der Natur pur erfreuen können – und das kostenfrei wann immer und so oft sie möchten. mm

 

 

 

Pro
35 %
Contra
65 %

Pro & Contra im Mai: E-Mountainbike

Nach den Mountainbikes erobern nun auch die E-Mountainbikes unsere heimischen Berge und Wälder. Eine Erleichterung für weniger fitte Menschen oder eine weitere von vielen entbehrlichen Entwicklungen?

Pro

Ich muss zugeben, dass ich selbst immer skeptisch war in Bezug auf diese E-Bikes bzw. E-Mountainbikes. Braucht man das wirklich? Ein E-Bike ist doch für alte oder faule Menschen, oder? Bis ich dann selbst das E-Bike meiner Mutter gefahren bin und meine Meinung kräftig revidieren musste. Ich lernte, dass ein E-Bike nicht die eigene Anstrengung komplett ersetzt, sondern mich unterstützt. Und das ist gut so. Es fördert die Freude am Radfahren und motiviert öfter aufs Rad zu steigen.

Natürlich ist der Vergleichsmaßstab wichtig. Im Vergleich zum Auto bei kürzeren Fahrten: klimafreundlicher, mobiler (im Stadtverkehr agiler und keine Parkplatzsorgen), gesünder und günstiger. Im Vergleich zu einem normalen Fahrrad: unanstrengend, motivierend, variabel (man bestimmt selbst, mit wie viel Muskelkraft man fährt) und bewegungsfördernd. Ja, richtig gehört. Der letzte Punkt ist wichtig. Elektrofahrrad-Besitzer fahren in der Regel 3x mehr Rad als normale Fahrradbesitzer. Wenn also das E-Bike dem Fahrer Arbeit abnimmt, so bewegt sich der Fahrer in der Regel trotzdem mehr.

Für E-Mountainbikes im Speziellen gelten ähnliche Argumente. Hier kommt vor allem hinzu, dass die Muskelkraftunterstützung für einige Menschen den Fahrspaß in den Bergen überhaupt erst möglich macht oder zumindest für einige Menschen die Eintrittsbarriere zum Funsport Mountainbiken senkt (man mietet sich ein Bike und probiert es einmal aus). Und das ist gut für diesen Sport und für den Bergtourismus. Ich werde es im nächsten Bergurlaub testen. hs

 

Contra

Sich in der freien Natur zu bewegen ist doch das Schönste. Und dann auch noch in Kombination mit der Unbeschwertheit eines schönen Urlaubs, einfach herrlich. In Österreich laden wundervolle Berge und Wälder dazu ein, zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Ich persönlich fahre sehr gerne mit dem Fahrrad. Bei schönem Wetter, auf ebenen Strecken. Nicht zu steil bergauf oder bergab und ich bin zufrieden.

Viele Menschen suchen die Herausforderung und radeln mit ihren Mountainbikes steile Straßen hinauf oder sausen Waldwege hinab. Für mich wäre das nichts. Zugegeben, ich bin zu faul, aber ich würde mich auch nicht auf ein E-Mountainbike setzen um einen Berg hinaufzukommen. Lieber gehe ich zu Fuß, aus eigener Kraft. Gerne bleibe ich auch an einer besonders schönen Stelle stehen und lasse die Natur auf mich wirken. Ich genieße den herrlichen Ausblick, den Duft des Waldes, höre wie der Wind durch die Blätter streift und entdecke vielleicht sogar einen Feuersalamander. All das würde mir verwehrt bleiben, wenn ich auf einem Rad mit Elektromotor den Waldweg hinauftuckern würde.

Auch weniger fitte Menschen erleben doch die Natur auf diese Art und Weise viel direkter und intensiver. Und mit dem Rad kann man schließlich auch in der Ebene fahren, dann braucht man auch keinen Elektromotor und muss sich keine Sorgen machen, was die Akkus der Umwelt antun, die sich gerade so wundervoll präsentiert. Und wenn wir uns ganz ehrlich sind: Mit dem E-Mountainbike auf den Berg fahren – das ist doch geschummelt. Oder was meinen Sie? ta

 

Pro
84 %
Contra
16 %

Pro & Contra im April: Postkarte statt WhatsApp

Die Älteren unter uns können sich noch an die bunten Karten erinnern, die man selber gerne aus dem Urlaub geschrieben bzw. als Daheimgebliebener erhalten hat. Sind Sie für ein Revival der Postkarten?

Pro

„Liebe Ursula, liebe Grüße vom Wörthersee. Das Wetter ist toll, sieben Tage Sonne. Die Kinder haben Spaß beim Baden und wandern waren wir auch schon. Hoffe wir sehen uns bald wieder. Alles Liebe.“ Zugegeben, der Informationsgehalt ist nicht unbedingt höher als bei einer WhatsApp Mitteilung, aber darum geht es ja nicht. Es geht um viel mehr, nämlich um Aufmerksamkeit, ein schwindendes Gut in der heutigen Zeit. Eine Postkarte zu schreiben bedeutet, dass man sehr bewusst an jemanden denkt und sich die Zeit nimmt. 

Man denke allein an die Zeit, die man braucht, um die Adressen der Bekannten und Freunde parat zu haben. Postkartenmotive wollen gut ausgewählt sein. Es darf ruhig einen gewissen Retro-Charme haben mit einem Augenzwinkern, aber auch wieder nicht zu kitschig. Textlich muss man sich zielgruppenadäquat ausrichten. Der Stammtischbruder bekommt aus Mallorca wahrscheinlich eine andere Version als die Mama. Und eine kleine Zeichnung ist noch einmal das i-Tüpfelchen auf dem literarischen Erguss. Und man denke nur einmal an den umgekehrten Fall. Wie sehr freut man sich, wenn man von Freunde, Bekannten oder Familie eine Postkarte bekommt.

Der Fall ist also ziemlich klar: Postkarten sollten dringend ein Revival bekommen. Hört bitte auf Statusmeldungen auf Facebook zu schreiben oder Urlaubs-Smileys via WhatsApp zu schicken und schreibt wieder Postkarten! hs

Contra

Nostalgie ist was Schönes, weil sie einen an die unbeschwerte Zeit der Kindheit erinnert und man sich im Digitalisierungszeitalter gerne an analogen, haptischen und einfachen Dingen erfreut. Aber Postkarten? Muss das sein? Mir sind diese schon als Kind auf die Nerven gegangen. „Und schick´ mir eine schöne Karte vom Schulskikurs!“ Ich kann mich immer noch an die Worte meiner Mutter erinnern und an meinen Unmut, meine erste elternfreie Zeit mit der Suche nach Postkarte, Briefmarke und Postkasten zu verbringen und dann so tolle Sätze wie „Mir geht es gut. Alles Liebe.“ draufzuschreiben. Und das hat sich auch die nächsten zig Urlaube bis zum Smartphone-Zeitalter nicht geändert.

Auch das Erhalten von Postkarten war immer nur ein kurzer Quell der Freude. Was tut man damit? Sammeln? Selbst hatte man ja keinen Bezug zum Reiseziel. Gleich wegschmeißen? Das ging moralisch nicht, weil man ja wertschätzte, dass der andere an einen gedacht hatte. Also sind die Karten in eine Lade gewandert, bis sie letztendlich doch weggeworfen wurden.

Ich liebe alte Dinge, aber bitte die Postkarte kann bleiben, was sie ist: Ein liebenswertes Relikt der Vergangenheit. Foto machen, ein paar Worte dazu, mit WhatsApp (gleich an mehrere) schicken – herrlich. Das kostet wenig Zeit, ist dennoch persönlich und wenn ich Lust habe, melde ich mich gerne mehrmals, damit sich die Daheimgebliebenen keine Sorgen machen und gleichzeitig an meinen Erlebnissen teilhaben können. mm

 

Pro
65 %
Contra
35 %

Pro & Contra im März: Filterkaffee beim Frühstück

So kann ein Urlaubstag beginnen: Gemütlich aufstehen, den herrlichen Ausblick genießen, aus dem reich gedeckten Frühstücksbuffet wählen - und dann das: Filterkaffee! Nostalgisch oder enttäuschend? Stimmen Sie ab!

Pro

Stellen Sie sich ein typisches Frühstück in Form eines Buffets vor: Das Restaurant ist voller Menschen. Überall müssen Sie sich anstellen. Zuerst beim Brot, danach geht’s zu den weiteren Köstlichkeiten wie Käse, Salami, Obst, Aufstriche, Müsli und vielem mehr. Plötzlich fällt Ihnen ein, dass Sie eigentlich eine Eierspeise essen wollten. Und wieder müssen Sie sich anstellen. Während des Wartens bestellen Sie bei der netten Gastgeberin eine Kanne Kaffee. Wenn die Eier fertig sind, können Sie sich endlich hinsetzen und das Frühstück genießen. Der Kaffee steht auch schon am Tisch und duftet so schön. Herrlich! Sie können gleich zu essen beginnen und der Urlaubstag kann nun endlich entspannt und voller Genuss starten. 

Immer üblicher wird es aber, dass man sich beim Buffet auch den Kaffee selbst holt, nachdem man sich ohnehin schon an mehreren Stationen angestellt hat und weiß, dass am Tisch das warme, herrlich duftende Omelette wartet.  Mir ist es daher lieber - wie in den alten Zeiten - die Kanne mit Filterkaffee am Tisch stehen zu haben und mein Frühstück zu genießen, ohne für jede neue Tasse aufstehen zu müssen und ohne dass mein Essen inzwischen kalt wird. Außerdem nervt mich beim Frühstück das ständige Geräusch der Kaffeemaschinen, weil sich gefühlte hundert andere Personen den ersten, zweiten oder dritten Kaffee holen.

Für mich ist Filterkaffee beim Frühstück daher weit davon entfernt enttäuschend zu sein. Im Gegenteil: Es ist für mich eher ein Schritt in Richtung Gemütlichkeit und Genuss. vcf

 

Contra

Ich gebe es zu: Ich bin kein großer Kaffeekenner, habe weder einen Kaffeevollautomaten in der Küche, röste mir meine Bohnen nicht selbst, noch besitze ich eine Siebträgermaschine, doch trinke ich gerne Kaffee und der soll schmecken. Filterkaffee konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Ich bin erst zum Kaffeetrinker geworden, als der Siegeszug der Espressomaschinen begonnen hat. Gerade bei diesem Heißgetränk bin ich eigen: Ein guter Kaffee hat eine schöne Crema zu haben, dann bin ich glücklich. Ich trinke auch keinen Kaffee in einem Plastik- oder Papierbecher. Das Rundumpaket muss stimmen. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Zu Recherchezwecke für diesen Beitrag habe ich mich ganz genau im letzten Skiurlaub umgehört und schon an meinem Frühstückstisch gingen die Emotionen hoch. Der Großteil meiner Familie schwört auf Filterkaffee und findet es fast schon herrlich retro, wenn man endlich mal wieder so etwas zu trinken bekommt. Ich bin froh, dass es in meinem Lieblingshotel beide Varianten gibt. Während die obligate Thermoskanne zum Tisch serviert wird, stehe ich gerne auf und begebe mich zur Espressomaschine am Buffet. Hier kann ich mir zu all den kulinarischen Köstlichkeiten das adäquate Getränk holen.

Das Urlaubsland Österreich wird vor allem mit hochwertiger Kulinarik in Verbindung gebracht. Unsere Kaffeehauskultur, mit einer Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten ist weltberühmt: Kleiner Schwarzer, Verlängerter, Melange… kein Problem für die meisten Gastrolösungen auch in Hotelbetrieben. Warum servieren wir dann unseren Gästen den Einheitsfilterkaffee? gw

 

Pro
81 %
Contra
19 %

Pro & Contra im Februar: Stornokosten für nicht genutzte Restauranttische

Immer öfter kommt es vor, dass reservierte Tische im Restaurant leer bleiben. Die Gastronomiebetriebe wollen daher Stornokosten einheben. Verständlich oder eine Frechheit?

Pro

Klar – es kann natürlich vorkommen, dass man einen geplanten Restaurantbesuch kurzfristig und unverschuldet nicht realisieren kann. Nachdem ich allerdings nicht davon ausgehe, dass die Anzahl der plötzlichen Erkrankungen, unvorhersehbaren Notfälle oder ähnlichem in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat, muss es also eine andere Erklärung für den Anstieg an „No-Shows“ geben, der offenbar so deutlich ist, dass immer mehr Gastronomen Konsequenzen daraus ziehen und Stornogebühren für nicht genutzte Tische einführen.

Die Ursache dafür ist für mich in einer gesellschaftlichen Entwicklung zu finden: Wir leben momentan in einer Kultur der Unverbindlichkeit. Entscheidungen zu treffen, ist gerade nicht im Trend. Niemand will sich festlegen, alle Optionen werden bis zuletzt offen gehalten. Noch dazu sind wir ständig auf der Suche nach dem Perfekten. Also werden sicherheitshalber gleich mehrere Tische in verschiedenen Lokalen reserviert, denn man weiß ja nie, wonach die eigenen Befindlichkeiten am betreffenden Tag kurzfristig verlangen. Was oftmals mit „Der Kunde ist König“ gerechtfertigt wird, ist in Wahrheit nichts Anderes als purer Egoismus. Dass eine derartige Haltung vor allem für kleine Betriebe existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann, ist vielen nicht bewusst oder auch einfach egal.

Auch in der Gastronomie eine (angemessene) Gebühr einzuheben, wenn die Reservierung nicht wahrgenommen oder zumindest nicht innerhalb einer bestimmten Frist storniert wird, ist daher aus meiner Sicht gerechtfertigt und in anderen Branchen bereits gang und gäbe. ap

Contra

Stellen Sie sich vor: Sie planen ein romantisches Essen für zwei in einem feinen Restaurant. Zwei Wochen davor reservieren Sie einen Tisch, da das Restaurant sehr begehrt ist. Dann passiert folgendes: Sie wachen genau an diesem Tag mit Fieber, Husten und Gliederschmerzen auf. Von wegen romantisches Essen! Doch da Sie verantwortungsbewusst sind, rufen sie beim Restaurant an um abzusagen. Aber – und jetzt kommt’s – sie müssen dennoch Stornokosten zahlen! Warum? Weil sie nicht 24 Stunden im Voraus wussten, dass sie krank werden. Können Sie sich das vorstellen? Für etwas bezahlen, das Sie gar nicht in Anspruch genommen haben?

Ein anderes Beispiel: Sie und Ihre ArbeitskollegInnen wollen sich am Abend verabreden. Sie reservieren einen Tisch für sechs Personen. Zwei Personen sagen dann kurzfristig ab. Und sie – als Organisatorin – dürfen die Rechnung für diese zwei Personen zahlen. Wie soll das gehen? Wie kann ein Restaurant so mit seinen Gästen umgehen? Kann der Tisch nicht nachbesetzt werden? Und sogar in diesem Falle - sollte das nicht unter „unternehmerisches Risiko“ fallen?

Wenn es um eine Feier für eine größere Gruppe ginge, würde ich es verstehen. Das kann man aber vertraglich regeln und die Stornokosten im Vorfeld definieren. Dann ist es nämlich ein Geschäft, das von beiden Seiten ausgehandelt und akzeptiert wurde. Ansonsten finde ich es unverschämt, für einzelne Reservierungen bei - vielleicht nicht ganz fristgerechter - Absage Stornokosten zu verlangen. vcf

 

Pro
87 %
Contra
13 %

Pro & Contra im Jänner: Stille im Urlaub

Der Wunsch nach Stille und Rückzug im Urlaub wird in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und zunehmenden Zivilisationslärms immer größer. Ein attraktives Urlaubsangebot oder heutzutage gar nicht mehr realisierbar?

Pro

Gerade jetzt, so kurz nach der Adventszeit und dem Jahreswechsel, ist dieses Thema stark in meinem Bewusstsein. Ruhig und besinnlich sollte die Zeit vor Weihnachten sein. Unter klarem Sternenhimmel auf einer Berghütte im Schnee gestaltet sich das Idealbild einer Silvesternacht.

Doch wie sieht die Realität aus? Schon Anfang November hetzt man von einem vermeintlich besinnlichen Glühweingelage zum nächsten, jongliert Wunschlisten, Weihnachtseinkäufe und Festtagsmenüs für Erbtanten, während vollkommen überdrehte Kinder um einen herumsausen. Und zum Jahreswechsel beginnen die präpubertären Nachbarkinder schon nachmittags Böller zu schießen. Die postpubertären Nachbarväter setzen den Lärm mit ihrem Feuerwerk fort und man versucht die Haustiere, die sich zitternd unterm Bett verkriechen, zu beruhigen, während man überlegt, ob einem vom Sekt oder den letzten Wochen der Völlerei übel ist. Herrlich untermalt von der 45sten WhatsApp Nachricht mit Neujahrsgrüßen.

Ich sage ja bitte: Stille. Im Urlaub erholt sich nicht nur der Geist, sondern auch der Körper, wenn er nicht permanenter Beschallung ausgesetzt ist. Kein Verkehrsrauschen im Hintergrund, kein Radio und TV, die Gesellschaft vorgaukeln, keine Handygeräusche. Ich brauche auch keine laute Musik oder Animateure. Einfach nur ich, meine Lieben und vielleicht noch das sanfte Rascheln von Blättern untermalt vom Plätschern eines Baches, garniert mit ein bisschen Vogelgezwitscher. Und das Lachen meiner Kinder als Chorus. Das wäre mein perfektes Urlaubslied der Stille. Gerade Österreich bietet für einen Urlaub in Stille ideale Voraussetzungen. TA

 

Contra

Viele von uns haben einen sehr hektischen und stressigen Alltag. Wir sind überreizt durch all die Eindrücke, mit denen wir ständig konfrontiert sind: Fernseher, Internet, Smartphones, Radio, Telefon oder auch Verkehr und Einkauf. 

Um mich von der Hektik zu befreien, brauche ich persönlich keinen Urlaub. Will ich Stille und Rückzug, muss ich dafür nicht in den Urlaub fahren, sondern kann mich genauso gut zu Hause erholen und das spontan, wann und wie ich es will. Fahre ich in den Urlaub, will ich etwas erleben und dabei nicht verpassen, was in der Welt geschieht. Auch im Urlaub sind mir gewisse Standards wichtig, sogar wenn diese Lärm mit sich bringen. Ich möchte gerne für Notfälle erreichbar sein, jederzeit die Möglichkeit haben, „online“ zu sein und Zugang zu einer guten Kaffeemaschine haben. Ohne diese Standards kann ich mir einen gelungenen Urlaub nicht vorstellen!

Auch aus der Sicht der Hoteliers scheint es mir schwierig zu sein, aus dem Thema "Stille" ein Urlaubsangebot zu entwickeln. Urlaub in einem Hotel ist gleichbedeutend mit einer Ansammlung von Menschen. Wann und wo auch immer Menschen zusammen kommen, ist ein gewisser Lärmpegel unvermeidbar. Genau deswegen glaube ich, dass das Verbieten von Handys, Internet, usw. keinen Sinn machen würde, so lange man von anderen Menschen und Zivilisationslärm umgeben ist. Daher ist mein Motto:  Brauche ich Stille, ziehe ich mich in meine vier Wände zurück. Fahre ich in den Urlaub, will ich es genießen und zwar ohne Verzicht auf meine zugegebenermaßen Lärm verursachenden Gewohnheiten! VCF

 

Pro
66 %
Contra
34 %

Pro & Contra im Dezember: Souvenirs - Kitsch oder regionales Kleinod?

Wer kennt sie nicht, die kleinen Sisi- oder Mozartfiguren, die Wurzelsepps, die Schneekugeln mit Lipizzanern und die Fingerhüte mit Edelweiß-Motiv. Was halten Sie von dieser Art von Souvenirs?

Pro

Souvenir Souvenir. Sang schon der von mir wegen seiner musikalischen Vielseitigkeit geschätzte Bill Ramsey in den 50er Jahren. Und ja, ich schätze nicht nur die Musikalität des oftmals als Schlagersänger verkannten Interpreten, ich liebe auch Souvenirs. Sie sind für mich das ideale Urlaubsandenken. So kann ich mich auch Jahre später noch, vielleicht nach einem hektischen Arbeitstag, zurück an die ruhige und entspannende Zeit erinnern, die ich dort erlebt habe.

Für mich können Urlaubsmitbringsel schon mal kitschig sein oder das eine oder andere Klischee bedienen. Ein Mini-Eifelturm, ein bunter Magnet mit Delfinmotiv aus Bali, eine fluoreszierende Plastik-Madonna aus Fatima … das alles habe ich zuhause und auch aufgestellt bzw. angepinnt. Und ganz ehrlich: Souvenirs sind auch die praktischsten Geschenke aus dem Urlaub für Verwandte und Freunde. Gewand eignet sich da sehr viel schlechter, vor allem wenn man die falsche Größe mitbringt, ist die Freude nicht groß. Souvenirs sind auch eindeutig mit der Urlaubsdestination verbunden. In jedem Supermarkt der Welt bekomme ich heutzutage Wein oder Schokolade aus mindestens zehn Ländern. Souvenirs sind zudem leichter mitzunehmen, während man bestimmte Lebensmittel aus manchen Ländern nicht einführen darf oder Flüssigkeiten im Flugzeug ja immer wieder mühsam zu transportieren sind.

Schöne Erinnerungen sind die besten Werbebotschafter. Und vielleicht hilft das eine oder andere Souvenir als Gedächtnisstütze an den erholsamen, schönen Urlaub. kb

Contra

Immer wenn ich durch die Innenstadt Wiens gehe, fallen mir diese typischen Souvenirgeschäfte auf, die so alles bieten, was sich ein Einheimischer niemals kaufen würde, aber so manchem Gast das Herz höher schlagen lässt. Von allen möglichen Kleinutensilien mit Sisi-, Franzl- und Lippizaner-Motiven gibt´s dort alles, was wunderbar kitschig ist. In den ländlichen Regionen sind diese Geschäfte natürlich ebenfalls zu finden, hier allerdings alles geschmückt mit Dirndl- oder Edelweißmotiven und natürlich gibt es auch die obligatorische Murmeltiersalbe zu kaufen (für mich persönlich ein No-go, weil ich die kleinen Viecherln so süß finde).

In diesen typischen Souvenir-Läden finde ich für mich absolut nichts – gar nichts. Ich stehe zumeist verunsichert herum und überlege, ob all diese Dinge wirklich Österreich repräsentieren. Das muss doch etwas geschmackvoller, origineller und innovativer gehen – auch mit traditionellen Motiven. Aber vielleicht hat das Stündlein für die Souvenirs mit 50er-Jahre-Sommerfrische-Charme ja ohnehin bald geschlagen, denn wissen Sie, was meine Freundin aus Australien, ihr Mann und ihre zwei Teenager-Kids als Andenken von ihrem Österreich-Besuch mitgenommen haben? Jeder hat sich ein Tattoo mit der Skyline Wiens auf den Unterschenkel stechen lassen!

Na ja, wäre auch nicht meins, denke ich und lasse den Blick durch mein Wohnzimmer schweifen und übersehe dabei geflissentlich den Buddha aus Thailand, das Holzkamel aus Ägypten und den kleinen Stein-Troll aus Norwegen. mm

Pro
60 %
Contra
40 %