Ukraine Nachhaltigkeit

Ukraine: Nachhaltigkeit

  • Das Thema wird politisch thematisiert, jedoch sind es momentan mehr einzelne Unternehmen, die Initiativen setzen.
  • Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist in der Bevölkerung zunehmend vorhanden, doch die aktive Umsetzung ist noch sehr selten.
  • Nachhaltigkeit am Urlaubsort ist bei der Mehrheit der Gäste immer noch kein großer Entscheidungsfaktor und wird als nice to have betrachtet.

Noch kaum staatlche Intervention

Im politischen Kontext werden Nachhaltigkeit und Ökologie zwar bisweilen thematisiert, es werden in der Ukraine de facto aber fast keine staatlichen Initiativen auf die Beine gestellt. So wurde zum Beispiel Ende 2021 über den Verzicht auf Kohleemissionen bis 2035 auf UN-Ebene gesprochen, obwohl noch kein konkreter Plan für die Industrie vorliegt. Ähnlich ist die Situation mit dem geplanten Anteil von 25 % erneuerbarer Energie am Gesamtvolumen, der auch bis zum Jahr 2035 erreicht werden sollte. Damit die Entwicklung im richtigen Tempo und in die gewünschte Richtung gehen kann, müssen noch Gesetze überarbeitet und Investitionen gewonnen werden. Die Ukraine rechnet dabei sehr stark mit der Beteiligung an internationalen Stiftungsprojekten. Überzeugender erscheinen vor diesem Hintergrund jene Maßnahmen, die von Unternehmen ausgehen und Themen wie Luftverschmutzung, Müllreduktion, Wassernutzung usw. abdecken (Kalashnikova, L. Green Energy in Ukraine: State, Public Demands, and Trends. Energies 2021,14, 7745).

Gesellschaftlicher Trend

Nachhaltigkeit als gesellschaftlicher Trend ist in den letzten Jahren zunehmend sichtbar geworden: Das Thema wird aktiv auf Veranstaltungen rund um Lifestyle/Mode besprochen, in den Bereichen Kunst und Kultur vielseitig aufgegriffen und in Presseartikeln thematisiert. Für den Durchschnitt der Bevölkerung bleibt ein nachhaltiger Lebensstil jedoch eine Fleißaufgabe, die viele schon im Hinterkopf haben, an der sich aber nur wenige aktiv beteiligen.

nice to have beim Urlaub

Nachhaltigkeit am Urlaubsort ist bei der Mehrheit der Gäste immer noch kein großer Entscheidungsfaktor und wird als nice to have betrachtet. Die ukrainische staatliche Tourismusorganisation befindet sich erst in der Grundphase und ist im ersten Schritt nur an der Konsolidierung des Angebotes und der Erhöhung der Touristenströme interessiert – Nachhaltigkeit spielt hier eine nachgeordnete Rolle. Ukrainische Leitbetriebe nehmen trotzdem eine proaktive Position ein, indem sie sich an westlichen Trends orientieren und sehr oft einen Nachhaltigkeitsbestandteil in ihren Produkten haben.

Zahlreiche Marken greifen das Thema Nachhaltigkeit in ihren Produkten und Marketingaktivitäten gern auf – und heben sich damit von der eher schleppenden Umsetzung von Nachhaltigkeitsansätzen auf staatlicher Ebene ab. So ist zum Beispiel „Let’s do it, Ukraine“ – eine Initiative von PepsiCo – entstanden, die auf das Thema Mülltrennung eingeht. Immer größer wird die Nachfrage nach regionalen Produkten sowie nach Restaurants, Bars etc., die sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit orientieren. Auch E-Autos gewinnen an Popularität: 2021 wurde eine Rekordzunahme an Neuregistrierungen (+19 % zum Vorjahr) verzeichnet.