Hotelzimmer ohne getrennten Badezimmerbereich

Es gibt immer mehr Hotels, die das Badezimmer in den Schlafraum integrieren, sei es mit Glaswänden, mit einer Kombi aus Mauer-/Glaswänden oder ganz ohne Abtrennung. Die Zimmer wirken dadurch größer und beim Liegen in der Badewanne kann man die herrliche österreichische Landschaft genießen. Die Intimsphäre bei der Körperpflege bleibt dabei aber auf der Strecke. Finden Sie dieses neue Zimmerkonzept toll oder können Sie sich damit so gar nicht anfreunden? Stimmen Sie ab!

Pro

Von einem Hotelzimmer ohne getrennten Badbereich – Dusche/Badewanne und Waschbecken sind also ins Zimmer integriert – profitiert man aus meiner Sicht beinahe unabhängig von der Begleitung, in der man sich befindet:

Alleinreisende: Man kann einmal ein bisserl dekadent sein und mit einem Glas Sekt (oder für noch mehr Dekadenz: Champagner bzw. wer politisch ganz unkorrekt sein möchte: einer Zigarette) in der Badewanne liegen und fernschauen. Vorzugsweise alte Klassiker à la „Breakfast at Tiffany´s“. Daheim in der Duschkabine funktioniert das eher schlecht.

Paare: Gehen wir davon aus, dass dieser visuelle Reiz, den Partner/die Partnerin beim Duschen oder Baden zu beobachten, verbunden mit der Zeit und dem Entspannungsgrad im Urlaub, dazu führt, sich am Geschehen beteiligen zu wollen, was wiederum zu mehr trauter Zweisamkeit und somit auch zu mehr Entspannung und Harmonie im Urlaub führt – ein positiver Teufelskreis also. Und gleichzeitig ist auch ein Kritikpunkt beseitigt, den wir von Österreich-Urlaubern manchmal zu hören bekommen: fehlendes Schlechtwetter-Programm.

Familien: Gerade Familien, in denen beide Elternteile berufstägig sind, wollen im Urlaub ganz bewusst Zeit miteinander verbringen. Ein ins Hotelzimmer integrierter Badbereich fördert das Gemeinschaftsgefühl. Die einen können baden, während die anderen spielen, lesen, plaudern etc. Auf der anderen Seite ist es einfach praktisch für die Eltern, den ganz kleinen Nachwuchs auch während der Körperpflege im Auge behalten zu können.

Freunde: Gute Freunde kennen einander doch ohnehin in- und auswendig, oder? Wenn nicht schon vor dem Urlaub, dann sicherlich danach. ap

 

Contra

Das Hotel ist schon von außen toll, das Foyer ein Traum und auch der Weg zum Zimmer verheißt Gutes. Alles sehr geschmackvoll eingerichtet. Und jetzt das Zimmer: Traumhaft! Kein Teppich, dunkler Parkettboden, wunderschöne Teak-Möbel, eine traumhafte Aussicht auf die Bergwelt des Salzkammerguts und das Badezimmer – OJE?! DAS GEHT GAR NICHT! Das Badezimmer besteht aus Glas(!)wänden. Äh, Entschuldigung, aber das ist völlig unmöglich. Ich teile das Zimmer mit einer Arbeitskollegin! Wir verstehen uns gut, ich möchte ihr aber dennoch nicht beim Duschen zusehen. Und ganz ehrlich: Eigentlich will ich das auch nicht bei meiner Freundin und ja – nennen sie mich verklemmt – auch meinem Mann muss ich nicht unbedingt bei seiner Intimpflege beobachten. Mag sein, dass das Männer anders sehen und ihre Frauen gerne beim Duschen, Zähneputzen, Abschminken, etc. beobachten, aber ich brauche das nicht. Ich mag schön gepflegte Zähne, ich muss meinem Mann aber nicht bei der Zahnseidenakrobatik über die Schultern blicken. Detto beim Duschen. Die Zehen und was auch immer sonst darf er sich gerne ohne meine Beobachtung reinigen. Für mich zählt das Resultat - und nicht der Weg dahin.

Erster Schock überwunden. Mal näher schauen. Es wird ja so etwas wie eine Jalousie geben? NEIN !?! Wie wir die Situation vor Ort gelöst haben? Wir haben aus Rücksicht auf die Privatsphäre der anderen abends und morgens für eine halbe Stunde das Zimmer verlassen. Beim Duschen selbst habe ich die Glaswände dann aber doch sehr genossen, die mir den Blick auf die traumhafte Bergkulisse ermöglicht haben. Danach habe ich mich nicht mehr gefragt, ob sie den Architekten verhaftet haben. Ich wünsche mir aber dennoch, dass bei der Buchung auf diese „Besonderheit“ hingewiesen wird (bei der Vorabansicht im Internet haben die Zimmerfotos dies geschickt verborgen), um entscheiden zu können, ob man ein oder lieber doch zwei Zimmer wählt (soweit dies das Geldbörserl bzw. die Firmenkasse zulässt). mm

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