Mit dem eigenen Kopfpolster verreisen

Kopfkissen sind für die einen eine notwendige bis überflüssige Nebensächlichkeit, für die anderen eine Wissenschaft für sich. Letztere verbringen Jahre damit das für sie richtige Kopfteil zu finden, um einen entspannten und erholsamen Schlaf zu finden. Verständlich also, dass diese auch im Urlaub auf dieses kostbare Teil nicht verzichten möchten. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Stimmen Sie ab!

Pro

Liebe verlangt manchmal Opfer. Vor die Wahl zwischen großem Kuscheltier und eigenem Polster gestellt, entschied sich meine kleine Schwester früher immer für den Polster. Warum wusste keiner, es wurde akzeptiert und nicht weiter hinterfragt – es kam eh keine Antwort. Akzeptiert wird es heute auch noch, aber Hinterfragen macht jetzt viel mehr Spaß.

Was ist es, das einen erwachsenen, durchaus vernünftigen Menschen dazu bringt, das eigene Kopfkissen an jeden Ort der Welt mitzunehmen? Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viele Arten es davon gibt? Es gibt welche für Rücken-, Seiten- und Bauchschläfer; gefüllt mit Daunen, Microfaser, Schafschurwolle,  Mais, Schweifhaar usw. Der eine ist antibakteriell, der andere wirkt kreislaufstärkend oder rheumalindernd oder ist einfach nur hautsympathisch. Manche verbringen Jahre ihres Lebens mit der Suche nach dem passenden Kopfpolster. Und wenn man ihn gefunden hat - den einzig wahren - soll man ihn dann tatsächlich zu Hause lassen? Massivste Einschlafschwierigkeiten wären die Folge – und das während des Urlaubs. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf den Duft von Lavendel, der dem Polster entströmt, konditioniert: Lavendelduft und Tiefschlaf. So einfach kann das Leben sein. Aber ausgerechnet während des Urlaubs sollen Sie darauf verzichten? Das grenzt an Quälerei!

Diejenigen, die wirklich einen eigenen, ganz speziellen Kopfpolster benötigen – warum auch immer - mögen ihn doch einfach mitnehmen. So ein Polster ist nicht schwer und kein Hotellier wird beleidigt sein, weil man sich ein Stück zu Hause in den Urlaub mitnimmt, damit man sich dort noch ein bisserl mehr zu Hause fühlen kann – und das im ausgeschlafenen Zustand! Das heißt. „Wer seinen Polster liebt, der verzichtet leichten Herzens sogar auf ein Paar Schuhe mehr im Urlaub.“ rr

Contra

Jedes Kind der Wickie-, Slime- und Piper-Generation kennt diese Situation von früher: Um 1 Uhr Früh läutete der Wecker, eine halbe Stunde später saßen alle im bereits vollgepackten Auto und die nächsten Stunden ging´s auf der Autobahn gen Süden.  Die Kinder auf dem Rücksitz, flankiert vom Lieblingskuscheltier und dem vom Schlaf noch warmen Kopfkissen. Und trotz aller Aufregung schlief man dank des vertrauten Polsters doch wieder ein, bis man rechtzeitig zwei Stunden vor Ankunft aufwachte und im 5-Minuten-Stakkato mit der Frage „Wann sind wir denn endlich da?“ die Eltern nervte.

Aber heutzutage? Im Erwachsenenalter? Ich bitte Sie! Gerade beim Österreich-Urlaub muss jeder Quadratzentimeter des Gepäckstückes – ja des gesamten Kofferraums – gut geplant sein. Schließlich braucht man Kleidung für kalte, kühle, warme und heiße Tage, für Regen, Sonne, Wind und Gewitter (man weiß ja schließlich nie). Und dann noch die Schuhe: Sportschuhe, Wanderschuhe, Sneakers, Badelatschen und die Schuhe für „schön“ (man will ja adrett beim Abendessen sitzen). Lieber Kopfpolster, das musst du verstehen. Da ist einfach kein Platz mehr für dich. Es tut mir wirklich leid!

Allerdings: Wenn man beim ersten Kontakt mit dem fremden Kopfkissen feststellt, dass es sich um keine Liebe auf den ersten Kuschler handelt (zu groß, zu sperrig, zu flach, zu dick, zu lang, …), dann schielt man doch etwas neidisch auf die mitgereiste Freundin. Diese weilt dank ihres eigenen Kopfpolsters schon lange im Träumeland, während man selbst noch stundenlang versucht, mit dem weißen Monstrum für den Rest des Urlaubs Frieden zu schließen. mm

48%
52%

Die Umfrage ist bereits beendet. Eine Abstimmung kann nicht mehr durchgeführt werden.

Kommentare sind geschlossen.