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Süßer die Kassen nie klingeln

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Strahlende Augen und warme Herzen: Die Sehnsucht der Menschen nach Licht und Wärme in der kalten Jahreszeit bescherte Österreichs Tourismusregionen einen regelrechten Boom an Adventmärkten – und damit ein deutliches Plus an Tages- und Nächtigungsgästen in den zuvor buchungsschwachen Monaten November und Dezember. Als eines der Paradebeispiele des österreichischen Adventtourismus gilt die Veranstaltung am Wolfgangsee, die mit dem Friedenslicht der größten schwimmenden Laterne Österreichs die Adventgäste begrüßt. Das Marktrecht liegt allein bei den drei Veranstaltern St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl, weshalb es konsequent gelingt, die Verkaufsstände nur mit authentischen, handwerklich reizvollen Produkten statt mit Massenware zu bestücken. Weihnachtsmänner müssen ebenfalls fern bleiben. Dieses durchgehende Gesamtpaket überzeugt die Gäste: In den letzten zehn Jahren entwickelte sich der Wolfgangseer Advent zum Besuchermagneten. Seit 2003 stieg die Gästezahl von 40.000 auf mittlerweile 300.000. Aktuell nächtigen rund 12 Prozent der Ankommenden auch vor Ort. An den fünf verlängerten Adventwochenenden von 22. November bis 22. Dezember erreicht der Wolfgangseer Advent eine Wertschöpfung von 13 Mio. Euro.

Adventpackerl anbieten

Neben den Tagestouristen locken die Adventmärkte mit speziellen Angeboten besonders Kurzreisende an. „In der Vorweihnachtszeit  sind die Gäste spendierfreudiger und lassen es sich gut gehen“, erklärt Hans Wieser, Geschäftsführer vom Wolfgangsee Tourismus. Um den Besucherstrom, der sich aus Tages- und Übernachtungsgästen  ergibt, über die Woche besser aufzuteilen, öffnet der Adventmarkt bereits am Donnerstag. Für die Nächtigungsgäste  schnürt der Wolfgangseer Advent attraktive „Adventpackerln“, die z. B. eine Panoramafahrt mit der Schafbergbahn, eine Tageskarte für die Wolfgangsee Schifffahrt sowie eine gebrandete Tasse und ein Adventgeschenk enthalten. Diese Packages lassen sich von Donnerstag bis Samstag oder von Freitag bis Sonntag buchen. Da die Basilika in Mariazell, um die sich der dortige Adventmarkt (29. November bis 22. Dezember) gruppiert, als eine Hauptattraktionen des hochsteirischen Wallfahrtorts gilt, finden zur Entlastung der Wochenenden die schönsten Konzerte in der Basilika immer am Donnerstag statt. Die Nähe zur Kirche sieht Johann Kleinhofer, Geschäftsführer vom Mariazeller Land Tourismus als Alleinstellungsmerkmal der vorweihnachtlichen Veranstaltung. Auch die Brauchtumsstraße, an der sich z. B. die traditionellen Vorbereitungen der Handwerkergruppen aus der Region auf die Geburt Christi bestaunen lassen, die lebendige Krippe und das begehbare Lebkuchenhaus zählen zu den Attraktionen. Heuer neu: Die Schaubackstube „erLebzelterei“ Pirker öffnet erstmals ihre Tore. Der Mariazeller Advent zieht jährlich etwa 80.000 bis 90.000 Besucher (Tages- und Nächtigungsgäste) in seinen Bann, was einem Anteil am Gesamtgästeaufkommen von ca. zwölf Prozent entspricht. Die größte Gruppe der Besucher stellen Bustouristen aus ganz Österreich, Tschechien, Italien und Ungarn. Am ersten Adventwochenende reisen besonders viele Gäste aus Tschechien wegen ihres Faibles für den traditionellen Krampuslauf an.

Städte erstrahlen

Die vorweihnachtlichen Gäste bringen in der kalten Jahreszeit auch Zuwachs im Städtetourismus. Seit 2005 ließen die mittlerweile 50 offiziellen Wiener Weihnachtsmärkte die Nächtigungen in der Bundeshauptstadt im November und Dezember um rund 18 Prozent steigen. Für die Christkindl-Stadt Steyr gestaltet sich die Vorweihnachtszeit mit 100.000 Besuchern als Hochsaison. Den Hauptanteil bilden dabei die Tagesausflügler. Zusätzlich gleichen die Nächtigungsgäste, die anlässlich des Adventprogramms anreisen, das Dezember-Minus in der für Steyr wichtigen Zielgruppe der  Geschäftstouristen aus. Für Eva Pötzl, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Steyr gehört ein Besuch am Adventmarkt zur österreichischen Lebenskultur, der gleichzeitig als Treffpunkt für Freunde wie auch Ideengeber für Weihnachtsgeschenke dient. Rund um die Wallfahrtskirche wandeln die Urlauber auf den Spuren des Heiligen Kinds. Neben dem berühmten Christkindl-Postamt bestaunen Gäste die mechanische Krippe in Christkindl und  das Steyrer Kripperl – eines der letzten bespielten Stabpuppentheater im deutschen Sprachraum. Im ersten österreichischen Weihnachtsmuseum in Steyr finden Kulturinteressierte unter anderem die Sammlung Kreuzberger mit 14.000 Stück antikem Christbaumschmuck.

Neujahr begrüßen

Zwischen Weihnachten und Silvester setzen immer mehr Regionen auf Neujahrsmärkte, um der Nachfrage wiederum neuer Gästeschichten zu entsprechen, die einen Städtetrip zum Jahreswechsel unternehmen oder bereits zum Skifahren nach Österreich reisen. Während im Advent die Gäste gezielt die Weihnachtsmärkte anpeilen, gestaltet sich der Neujahrsmarkt am Wolfgangsee als Beigabe für die Wintergäste, die nach dem Skifahren gemütlich über den Markt schlendern. In Steyr schließen Postamt und Weihnachtsmuseum am 6.Jänner, der kleine Adventmarkt in der Altstadt verwandelt sich bis zum 31. Dezmber zum Neujahrsmarkt. Entdeckungsfreudige Gäste erwartet an Silvester eine besondere Tour: Nachtwächter, mit alten Trachten und Laternen ausgestattet, entführen sie zu einem kulinarischen Überraschungs-Spaziergang durch die mittelalterliche Romantikstadt.

Kooperationen eingehen

Gemeinsames Marketing stärkt die Bekanntheit und Besucherzahlen der einzelnen Orte. Beim „Advent der Dörfer“ am Fuschlsee haben sich sieben Ortschaften zusammengeschlossen, um ihr traditionelles Adventangebot zu bewerben. Die Gäste erwarten kleine, ursprüngliche Adventmärkte, die sich ganz der „gelebten Tradition“ verschrieben haben. Ob beim Guggentaler Adventmarkt, in Faistenau, oder beim Adventzauber  im Schloss Fuschl – jeder der sieben Adventmärkte versprüht seinen eigenen Charme. Der nahegelegenen Wolfgangsee kooperiert mit den Regionen Berchtesgaden, Großarltal und Sterzing. Gemeinsam verpflichten sich die Mitglieder des „Alpen-Advent“ zur authentischen Pflege der Traditionen im Alpenraum. Um das Qualitätsniveau hoch zu halten schicken die Veranstalter einander Mystery-Tester. Als eines der wichtigsten Qualitätskriterien gilt für Wieser das harmonische Zusammenspiel von Sehen, Riechen und Hören, das seiner Meinung nach ein stimmungsvolles Adventerlebnis ausmacht.