ÖW Global: Reiseveranstalter Oktober

ÖW Global: Das sagen die Reiseveranstalter

Beobachtung der COVID-19 Situation - Interesse an Herbsturlaub - beim Winterurlaub wird noch mit Buchung gewartet - Reisewarnungen bremsen Buchungen - Ferienwohnung gefragter - Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen gewünscht

Seit Ende August führt die Österreich Werbung laufend Umfragen unter den wichtigsten Reiseveranstaltern und Reisebüros in den Herkunftsmärkten durch und stellt Fragen zur aktuellen Buchungslage für den Herbst 2020, den Winter 2020/2021 und das Frühjahr bzw. den Sommer 2021.

Das sind die Gemeinsamkeiten:

Generell ist erkennbar, dass Reiseentscheidungen sehr kurzfristig getroffen werden. Konsumenten beobachten die COVID-19-Situation in Österreich und im eigenen Land sehr genau, bevor sie sich für eine Buchung entscheiden. Die Möglichkeit einer kurzfristigen und kostenfreien Stornierung ist daher besonders wichtig. Es herrscht ein sehr hoher Informationsbedarf betreffend Einreisebestimmungen, erforderliche COVID-19-Tests und Quarantänemaßnahmen, Transitbestimmungen, bestehende Reisewarnungen, Sicherheitsbestimmungen und Hygienemaßnahmen in der Destination. Oftmals werden auch Inlandsreisen und vor allem erdgebundene Reisen bevorzugt. Die großen Verlierer der kommenden Wintersaison sind Fernreiseziele. Seitens der Reiseveranstalter gibt es auch Überlegungen, in wie weit man diese Zielgruppe, die diesen Winter keinen Fernreise machen kann, für Erholungsurlaub in Österreich gewinnen könnte.

Herbsturlaub

Das Interesse an einem Herbsturlaub in Österreich ist vor allem in Deutschland sehr hoch. Dort sprach ein Reiseveranstalter sogar von einem zweistelligen Plus im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch ist nun auch eine Scheu längerfristig zu planen zu beobachten, da die Menschen durch häufige, teilweise auch sehr spontane, behördliche Anordnungen verunsichert sind. Daher kam es auch zu einer Reduktion in den Marketingausgaben. In der Schweiz, in Tschechien und den Niederlanden scheint die Buchungslage zwar besser zu sein als erwartet, sie hinkt aber dennoch stark hinter den Buchungen des letzten Jahres her. Eine steigende Anzahl an Reisewarnungen verunsichert und trotz erwarteter Last-minute-Buchungen bleibt für die Reiseveranstalter auch die Unsicherheit, ob die Betriebe im Oktober/November offen sind.

In Großbritannien, Dänemark, Schweden, Slowenien, Kroatien und der Slowakei wurden die Herbstangebote teilweise vom Markt genommen, teils aufgrund des mangelnden Interesses, teils aufgrund von Reisewarnungen. Aus Rumänien, Spanien, Italien und Frankreich vermelden die Reiseveranstalter und Reisebüros eine eher schlechte bis ganz schlechte und schwierige Buchungslage (Ausnahme ist ein französischer Veranstalter).

Winterurlaub in Österreich

Das Interesse an Winterurlaub in Österreich ist vor allem in den nordischen Ländern, also in den Niederlanden, in Dänemark, Belgien, Großbritannien und aber auch in Deutschland, Ungarn und Tschechien den Umständen entsprechend sehr vielversprechend. Aber auch in diesen Märkten bremsen aktuelle Reisewarnungen die Nachfrage. Dennoch hoffen die Reiseveranstalter und Reisebüros, dass mit dem ersten Schneefall das Konsumentenvertrauen wieder steigt. Voraussetzung ist jedenfalls eine klare Vorgabe, bzw. ein Verbot von Après-Ski und eindeutige Regelungen für die Umsetzung von Winterurlaub.

In den Märkten Spanien, Frankreich, Italien sowie in einigen zentraleuropäischen Ländern (Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Kroatien) gibt es verhaltenes Interesse bzw. wird mit den Buchungen noch gewartet.

Für etliche Länder immer noch keine Aussagen möglich

Des Weiteren gibt es leider immer noch sehr viele Länder, in denen noch nicht vorhergesagt werden kann, ob Reisen im kommenden Winter oder Frühjahr möglich sein werden. Zu diesen Ländern zählen neben den Fernmärkten (USA, Australien, China, Japan, Indien, Südostasien) auch klassische Wintermärkte wie Russland und die Ukraine.

Aussagen für den Frühling und den Sommer sind allgemein noch nicht möglich – die Reiseveranstalter warten die nächsten Monate ab. Es wird generell davon ausgegangen, dass Flugreisende erdgebundene Destinationen vorziehen werden, in denen auch wieder länger Urlaub gemacht werden könnte. So käme der Haupturlaub wieder zurück ins Inland, bzw. in die Nachbarländer.

Das ist den Gästen wichtig:

Den potenziellen Gästen in den Märkten, in denen gereist werden darf, ist es laut den Reiseveranstaltern sehr wichtig, dass die Sicherheits- und Hygienebestimmungen kommuniziert (am besten in der Landessprache) und eingehalten werden. „Die Sensibilität und Kommunikation der Qualitätsmerkmale Sicherheit und Service vor Ort/ im Betrieb müssen in den Vordergrund gestellt werden. Der Preis selbst ist nicht mehr ausschlaggebend für eine Buchung. Der Gast muss wissen, was kann ich - und gleichzeitig  - was kann ich nicht im Urlaub tun. ... Sicherheit und Hygiene muss in das Produktbild der Betriebe sowie als Qualitätsbestandteil in allen Bereichen integriert werden.“, sagt Martin Katz von FTI. Auch zeigt sich ein erhöhter Bedarf an Ferienwohnungen und -häusern (vor allem in den Niederlanden) und an Sportarten, die individuell und im Freien ausgeübt werden können wie Langlauf, Schneeschuhwandern und Eislaufen. Auch bei der Aufenthaltsdauer könnte sich etwas ändern. So beobachtete beispielsweise Travelzoo aus UK, dass Kunden momentan längere Aufenthalte bevorzugen.

Das brauchen die Reiseveranstalter:

Die Kommunikation und Information über geltende Sicherheitsvorschriften bzw. -konzepte (Bereitstellung des Contents), Reisesperren etc. sind ihren Kunden sehr wichtig. Auch werden einheitliche Regelungen in allen Wintersportregionen für Aufstiegshilfen und Après-Ski-Lokale begrüßt. Prinzipiell sind sie für Kontakte zu österreichischen Anbietern und für Produktneuheiten sehr offen.

In den Ländern, in denen Auslandsreisen noch nicht möglich sind, ist es wichtig, dass man in Erinnerung bleibt. Dies geschieht durch Kontaktpflege mit der B2B-Branche, durch Basiskommunikation (virtuelle Touren und Ähnliches) und auch durch (Online-)Schulungen. 

Die Conclusio der neuen Ergebnisse der monatlich durchgeführten Befragung unter den wichtigsten Reiseveranstaltern und Reisebüros unserer Herkunftsmärkte werden wir regelmäßig hier veröffentlichen.