ÖW Global: Outdoor-Aktivitäten und -Trends im Sommer in den Herkunftsländern

Outdoor-Aktivitäten und -Trends im Sommer

Die ganze Welt fährt Rad. Diesen Eindruck erhält man jedenfalls, wenn man sich die Outdoor-Aktivitäten durchliest, die unsere Expert*innen in den Herkunftsmärkten zusammengetragen haben. Doch auch abseits des Radfahrens ergeben sich Gemeinsamkeiten.

Nach wie vor zieht es die Menschen weltweit hinaus in die freie Natur, sei es für sanfte Bewegung, sportliche Betätigung oder einfach nur zum Luftschnappen. Viele der Trends, die wir schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten konnten, haben im letzten Jahr einen Boost erfahren und das Niveau wird wohl auch nach Abklingen der Krise nicht stark fallen. Denn nun sind noch mehr Menschen auf diesen Zug aufgesprungen.

Interessanterweise spielt auch in den Bereich der Outdoor-Aktivitäten die Digitalisierung hinein, sei es aufgrund der Wearables, sei es, weil im letzten Jahr einfach auch viel Sport unter digitaler Anleitung gemacht wurde. Zu erwarten sind auch in Zukunft teilweise hybride Varianten, z. B. Training sowohl im Fitnesscenter als auch online zu Hause.

Welchen Outdoor-Aktivitäten neben Radfahren, Spazierengehen und Wandern noch nachgegangen wird, erfahren Sie anschließend, eingeteilt nach Regionen.

Region Deutschland/Schweiz

Nicht nur die Pandemie war ausschlaggeben für den Wander- und Radfahr-Boom. Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekte spielen schon seit etlichen Jahren eine Rolle als Treiber dieser Aktivitäten. Doch die Pandemie gab wohl für viele den Ausschlag, sich überhaupt ein Fahrrad oder ein neues Rad anzuschaffen, wie man an den sprunghaft angestiegenen Verkaufszahlen erkennt. Und ein Fahrrad ist nicht mehr nur ein Fahrrad – die Konsument*innen können aus vielen verschiedenen Varianten wählen.

Deutschland

Alles, was das man draußen entweder allein und in kleinen Gruppen machen kann, liegt laut ISPO (Internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode) auch im kommenden Sommer im Trend – allen voran Wandern, Radfahren, Laufen, Trailrunning, Klettern und Bouldern. Es boomen vor allem die Sportarten, die gleich vor der eigenen Haustür durchgeführt werden können. Sportler konzentrieren sich auch nicht mehr auf nur eine Aktivität, sondern kombinieren häufiger mehrere Sportarten.

Mit einer Steigerung der Google-Suchanfragen von insgesamt 507 % im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr ist die Trendsportart im Jahr 2021 auch laut statista.com das Wandern. Bereits im Jahr 2020 waren im Zuge der Corona-Krise die Wanderwege in Deutschland stark frequentiert.

Zugenommen hat auch der Absatz bei Fahrrädern: Erstmals seit 20 Jahren wurden im Jahr 2020 wieder über fünf Millionen Fahrräder verkauft. Damit konnte der Trend steigender Verkaufszahlen der letzten Jahre fortgeführt werden. Beflügelt wurde die Entwicklung besonders durch die eingeschränkten Reise- und Freizeitmöglichkeiten im Zuge der Corona-Pandemie. 

Die Pandemie ist aber nicht der alleinige Treiber. Hinzugekommen sind Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekte. Gerade für Kurzstrecken wie dem wöchentlichen Weg zum Einkaufen wird gern zum Rad gegriffen. Insbesondere auf längeren Strecken nutzen die meisten Deutschen am liebsten den eigenen Drahtesel. Unter den vielen verschiedenen Fahrradtypen erfreut sich dabei vor allem das E-Bike, speziell das Pedelec (Pedal Electric Cycle), besonderer Beliebtheit.

Schweiz

Die Schweiz erlebte 2020 einen wahren Fahrrad-Boom, der einen schon lang anhaltenden Trend nochmals verstärkte. In den übervollen Fahrradwerkstätten gab es kaum freie Termine und beim Neukauf musste man mit untypisch langen Wartezeiten rechnen, da die Nachfrage so groß war und auch da es aufgrund der Pandemie zu verzögerten Lieferfristen kam. Obwohl die Fahrrad-Verkaufszahlen des Jahres 2020 noch nicht veröffentlicht wurden, ist eine weiterhin verstärkte Nachfrage nach E-Bikes erkennbar. Bereits 2018 wuchs dieses Segment um 27 %, 2019 um 19 %. Ähnlich hohe Zuwächse sind für 2020 zu erwarten. Auch die seit 2019 verkauften Gravel-Bikes haben sich im vergangenen Jahr neuerlich großer Beliebtheit erfreut.

Insgesamt nehmen sportliche Outdoor-Aktivitäten deutlich zu, wie auch die alle sechs Jahre erscheinende Studie „Sport Schweiz“ (zuletzt 2020) verdeutlicht. Befragt werden jeweils über 12.000 Personen ab einem Alter von 15 Jahren. Die beliebteste Sportart in der Schweiz ist das Wandern, das von 57 % der Bevölkerung ausgeübt wird (+13 % im Vergleich zu 2014). Auf Platz zwei liegt das Radfahren (ohne Mountainbiking) mit 42 % Ausübungsanteil (+3 %), gefolgt vom Schwimmen (39 % bzw. +3 %). Gesundheit und Fitness, die Freude an der Bewegung, das Draußen-in-der-Natur-Sein sowie die Entspannung und der Stressabbau sind die wichtigsten Motive, weshalb in der Schweiz Sport getrieben wird.

Region Nord- und Westeuropa

Die Menschen dieser Region waren immer schon naturverbunden. Auch sie haben die Pandemie zum Anlass genommen, wieder mehr in der Natur zu unternehmen: zu Fuß, per Rad, am und im Wasser oder einfach nur ein Picknick auf der Wiese.

Belgien

Radfahren ist in Belgien Nationalsport und wurde in den letzten Monaten auch zunehmend als Hobby ausgeführt. Das große Interesse spiegelt sich in den Verkaufszahlen der Fahrradhändler wider: Die Nachfrage wächst und beliebt sind vor allem Anfänger-Rennräder und Mountainbikes. Aber auch der Verkauf von Elektrofahrrädern boomt und an der Weiterentwicklung von Gravel-Bikes wird gearbeitet.

Dänemark

In Dänemark liegen Erlebnisse in der Natur stark im Trend. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Dän*innen die Natur mehr für sich entdeckt haben und diesen Zufluchtsort intensiv nutzen. Sehr beliebte Freizeitaktivitäten im Freien sind Radfahren (Rennrad und Mountainbike), Laufen und Spazierengehen bzw. Wandern (allerdings nur im Flachland). Auch Kajak und Kanu, Stand-up-Paddling, Kitesurfen, Surfen und Segeln erfreuen sich großer Beliebtheit – Dänemark hat 8.750 Kilometer Küstenlinie und fast überall in Dänemark ist man nicht mehr als 52 Kilometer vom Meer entfernt.

Schweden

Die Natur liegt in Schweden voll im Trend. Die Sehnsucht nach Natur und realen Erlebnissen nimmt in einer zunehmend stressenden Umwelt zu. Der Schwede will authentische Erlebnisse, lokale Produkte und lokale Kultur erleben und hinter die Kulissen blicken. Er will ein sanftes Abenteuer in der Natur erleben – komfortabel, organisiert und sicher, aber mit gutem Essen und Service. Er will etwas Einzigartiges an einem einzigartigen Ort erleben.

Im Sommer investiert SkiStar in neue Mountainbike-Trails, Ziplines und Paddel-Anlagen – Paddling ist zurzeit sehr populär in Schweden. So will man sich auch im Sommer profilieren und für die ganze Familie attraktiver werden.

Wichtig ist auch die Gesundheit für Geist und Körper: Der Schwede will an Orte reisen, an denen er Ruhe findet, gerne kombiniert mit gesunder Ernährung, damit sowohl Körper als auch Seele heilen können. Außerdem wird das Engagement für das Wesentliche wichtiger, d. h. für Natur, Nachhaltigkeit und Klima. Die Schweden wollen dies beim (Urlaubs-)Erlebnis spüren, z. B. im Restaurant, in dem die Zutaten aus der eigenen Ernte stammen oder über essbare Pflanzen erzählt wird.

Großbritannien

Die Mitgliedszahlen des BMC (British Mountaineering Council) steigen seit 2007 laufend. Das zeigt, dass das Interesse an Wandern, Klettern und Skitouren (ski mountaineering) in Großbritannien immer größer wird. Aber auch Abenteuer-Sport (inklusive Bergwandern und Orientierungsläufen) wird mehr unternommen.

Während der Corona-Pandemie hatten etliche Britinnen und Briten ihre Outdoor-Aktivitäten entweder aus Angst vor Ansteckung oder aus Angst, die Corona-Regeln zu verletzen, eingestellt. Aber der überwiegende Teil der Britinnen und Briten verbrachte bisher mehr Zeit im Freien als üblicherweise. Die beliebtesten Aktivitäten dabei sind Spazierengehen oder Wandern (73 %). Das sieht man auch am Angebot der Wanderwege. Diese werden laufend erweitert, von Küstenwanderungen bis hin zu Wanderungen im Landesinneren wie dem Cotswolds Way. Bei Familien mit Kindern sind unter anderem die Treetop Walks (Go Ape) beliebt. Ein Beispiel ist hier der Treetop Walking Path in Kew Garden in London.

Ein Viertel der Brit*innen liebt Natur- und Tierbeobachtung, ein Fünftel picknickt im Grünen. Diese Zahlen verwundern nicht, wenn man berücksichtigt, dass 85 % der im Zuge einer Studie befragten Brit*innen der Meinung sind, dass „in der Natur sein“ glücklich macht, und sich 62 % der Natur verbunden fühlen. Immerhin lieben es rund 8 % der Brit*innen, Vögel zu beobachten (bird watching).

Doch auch die Kulinarik wird bei den Briten mit der Natur verbunden: Vor dem Lockdown waren Foraging-Kurse und -Aufenthalte auch sehr gefragt. Dabei geht es z. B. darum, sein Abendessen selbst im Wald oder im Meer zu „sammeln“ und dann zuzubereiten.

Niederlande

Gemeinsame Zeit im Freien bzw. in der Natur verbringen: Den Niederländer*innen ist der Natur- und der soziale Aspekt bei der Bewegung überdurchschnittlich wichtig, sei es mit der Familie, mit Familienverbänden, in einer Mehrgenerationen-Konstellation oder mit Freunden. Erwartet wird, dass ab Mitte 2021 Familienfeiern und Gruppenausflüge mit Freunden stark nachgeholt werden, und das vor allem an besonderen Orten, in authentischen oder außergewöhnlichen Unterkünften mit viel  Platz und einem großen Angebot an Outdoor-Aktivitäten.

Bei Outdoor-Aktivitäten steht weniger die Leistung im Vordergrund, sondern das Teilnehmen und die Verbindung mit anderen. Bei Bewegungs-/Sportaktivitäten ist ein Trend zu Flexibilität und Selbstorganisation zu beobachten.

Communitys: Man schließt sich ohne Vereinsorganisation zusammen, wie zum Beispiel zu Wander-Communitys, Rad-Gemeinschaften, Fitness-Gruppen im Park etc.

Urban Sports: Stand-up-Paddeln auf urbanen Gewässern, Straßenfußball, Camps in Parks, Straßentanzen:  Wichtig dabei sind Freiheit und Flexibilität, wenig Materialbedarf und schnelle Verfügbarkeit. Outdoor-Trainings mit (smarten) Wearables, wie Smartwatches und Fitness-Trackern, aber auch Herzfrequenzmessern und GPS-Trackern, werden zunehmend beliebter. Hier spielt das Gesundheitsbewusstsein eine wichtige Rolle. Besonders in der Corona-Krisenzeit ist der Wunsch nach einer gesünderen Lebensweise gestiegen.

Waldbaden: Zeit im Wald verbringen, um Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, hat sich durchgesetzt. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die Umgebung und alle fünf Sinne.

Radfahren ist tief in der niederländischen Gesellschaft verankert und ebenfalls ein anhaltender Trend. Ein Wachstum verzeichnen E-Bikes und auch E-Mountainbikes: Diese machen das Radfahren weiteren Zielgruppen (älteren Menschen) zugänglich und erweitern den Radius.

Weitere beliebte Outdoor-Sportaktivitäten sind Spaziergänge und Wandern. Vor allem das Wandern haben viele junge Leute entdeckt bzw. wiederentdeckt. Auch achtsames Laufen mit Meditations- und Atemübungen liegt im Trend. 

Roadtrips mit dem Auto oder mit Wohnmobilen sind bei Niederländer*innen beliebt und haben in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum verzeichnet. Das Out-of-the-box-Erlebnis gewinnt an Bedeutung: glamping, pop-up clamping und glamp outdoor camps liegen bei den Niederländer*innen auch 2021 im Trend.

Region Südeuropa

Die Menschen wurden auf der Suche nach Outdoor-Aktivitäten erfinderisch. Hybride Angebote (Kombination aus Online-Anleitung und Outdoor-Sport), Meditation, digital detox, Wandern und Paddling erobern sich auch Plätze in Städten.

Frankreich

Die Franzosen und Französinnen haben ein großes Bedürfnis nach Bewegung in der Natur. Es ist im Trend, bei einer genussvollen Wanderung oder Radtour, gern auch mit dem E-Bike, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und dabei genussvoll Natur und Kulinarik zu genießen. Auch „Gesundheitsurlaube“ mit Aktivitäten im Freien und Wellness sind sehr beliebt. Outdoor-, Berg- und Raderlebnisse erleben gerade bei der jüngeren Bevölkerung momentan einen Boom. Um im Herzen der Natur, in der reinen Bergluft seine Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen oder eine neue Herausforderung zu erleben, werden Flip-Flops zunehmend gegen Wanderschuhe getauscht.

Italien

Wohl noch nie zuvor haben die Menschen die Möglichkeit von Bewegung unter freiem Himmel so sehr geschätzt wie momentan. In Zeiten der Pandemie garantieren Outdoor-Aktivitäten ein zurzeit fehlendes Freiheitsgefühl, da sie den Menschen gleichzeitig Social Distancing erlauben. Den Gästen auch in Hotels und Beherbergungsbetrieben genügend Raum und/oder die Möglichkeit, die Mahlzeiten draußen zu genießen, zu bieten, wird auch nach der Wiedereröffnung der Betriebe ein wesentliches Auswahlkriterium sein. Lunchboxen, Barbecues und Mittagessen im Garten: Speisen im Freien, auf einer Wiese, inmitten der Weinberge oder Lunchboxen für den Verzehr unterwegs bereichern die Angebote.

Wearable-Technologie: Die Bedeutung der Gesundheit hat enorm zugenommen. Wearables wie Smartwatches, Fitness-Apps und Geräte zur Überwachung der Herzfrequenz erfreuen sich neuer Kundschaft. Zeitgleich hat aufgrund der Zunahme an digitalem Arbeiten das Bedürfnis nach „digitaler Entgiftung“ zugenommen.

Aktivitäten im Freien: Die Pandemie hat zu einer Zunahme von Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radfahren, Joggen, Yoga und Spazierengehen geführt. Speziell junge Frauen widmen sich zunehmend dem Thema Wellness, wie man auch am Meditationsboom sieht.

Mikro-Abenteuer: Die Reisenden von heute begeistern sich zunehmend für kleine Abenteuer in ihrer Reichweite, die jeder ohne starres sportliches oder technisches Training erleben kann, vielleicht sogar in der Nähe der gewohnten Umgebung und für eine kurze Zeit. National Geographic nennt diese Erfahrungen „microadventures“.

Paddel-Boom: In Italien gab es vor vier Jahren 50 Paddel-Plätze, heute sind es 1.600. Die World Paddel Tour hat zum ersten Mal in Italien im letzten September in Cagliari haltgemacht.

Meditationsboom: Meditieren ist gut für unsere geistige Gesundheit, und die Pandemie hat uns dieses Bedürfnis noch bewusster gemacht. Eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift „Frontiers in Human Neuroscience“ veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass bereits zehn Minuten Meditation pro Tag die Konzentrationsfähigkeit und die Geschwindigkeit der geistigen Reaktion nachhaltig verbessern können.

Hybrider Sportmarkt: Laut einer Umfrage unter 600 Italiener*innen, die von Sportclubby, der führenden Plattform in Italien für die Buchung von Online-Sport- und -Wellnesskursen, die von 500.000 Nutzer*innen verwendet wird, durchgeführt wurde, werden wir im Jahr 2021 das Wachstum eines neuen hybriden Marktes sehen, der hybride Online- und Outdoor-Lösungen mit Aktivitäten vor Ort kombinieren wird. Tatsächlich geben 16 % der Befragten an, dass sie ihre Kurse vor Ort mit Online- und/oder Outdoor-Aktivitäten kombinieren werden. Hinzukommen sowohl eine neue Gruppe, die plant, hauptsächlich per Livestreaming zu trainieren (3 %), als auch diejenigen, die dies mit aufgezeichneten Lektionen auf Abruf tun werden (1 %). 44 % würden das Fitnessstudio gerne mit anderen Optionen im Zusammenhang mit Sport und Wellness kombinieren (Arztbesuch, Ernährungsberater, Meditation, Physiotherapie). 21 % erwarten 2021 auch ein integriertes Angebot an Tools, die die Sportausübung erleichtern (digitales Bezahlen, Versicherungen, Transportdienste, die Kinder von zu Hause zum Training und wieder retour bringen, betriebliche Sozialleistungen). 18 % wollen, dass die Beziehung zur Community, die sich in diesem Jahr in sozialen Netzwerken gebildet hat, auch in Zukunft gepflegt wird, um ständig Updates und Anregungen zu erhalten.

Outdoor-Sport in den Städten: Während die Diskussion um die Wiedereröffnung von Sportanlagen im Gange ist, zeigt eine Umfrage des Piepoli-Instituts, dass 70 % der Befragten vom 18. bis zum 55. Lebensjahr in Zukunft Sport im Freien betreiben werden. Eine Zahl, die auf die immer dringendere Notwendigkeit hinweist, die italienischen Städte sportgerecht umzugestalten. Hierfür wurde die SportCity-Stiftung gegründet: von Online-Kursen (aller Art) über größere Anlagen zum Laufen und zügigen Gehen bis hin zu Aktivitäten im Freien, die allein oder mit Unterstützung eines Personal Trainers durchgeführt werden.

Die Notwendigkeit, „sportfreundliche Städte“ (neu) zu gestalten

Ein Bedürfnis wird immer größer: Sportmöglichkeiten im urbanen Bereich, die im Dienst der Menschen, der Gesundheit und der Gemeinschaft stehen. Der CAI (Club Alpino Italiano, der italienische Alpenverein) arbeitet an der Umsetzung eines 9 km langen Stadtwanderweges in Mailand. Dieser wird vom Mailänder Dom bis zum Hügel San Siro führen und dabei so viele Gärten und Grünflächen wie möglich einschließen. Der CAI will ihn diesen Sommer einweihen. Der Weg ist speziell für Nordic-Walking-Begeisterte gedacht. Er wird einige symbolische Orte der Stadt durchqueren und den Menschen auch ermöglichen, einige der historischen, architektonischen und künstlerischen Besonderheiten kennenzulernen – in Begleitung von spezialisierten Reiseleiter*innen, wie Geolog*innen, Ornitholog*innen, Botaniker*innen, Expert*innen für Kunst und Architektur. Der Weg wird für jeden gratis zugänglich sein. Die Führungen sind jedoch, wie alle anderen Aktivitäten des CAI Mailand, den Mitgliedern vorbehalten.

Spanien

In Spanien sind folgende Outdooraktivitäten sehr populär:

Urban running: Viele spanische Städte bieten eigene Laufwege entweder integriert ins Straßennetz, in großen Parks oder auf Strandpromenaden an. Laufen nach der Arbeit hat sich vor allem in der Pandemie durch die Schließung der Fitnesscenter etabliert.

Tennis: Spanien ist eine Tennisnation. Die Zugehörigkeit zu einem Tennisvereins fördert die sozialen Kontakte.

Paddling: Der beliebte Outdoor-Sport, der ursprünglich von Argentinien nach Europa gebracht wurde, hat sich in den letzten 25 Jahren stark in Spanien etabliert und wird nahezu in jeder Kleinstadt, in Ferienanlagen und Hotels angeboten.

Radfahren: Das Rad war in Spanien nie wirklich ein Mittel zum Zweck oder ein Fortbewegungsmittel, sondern zählte zu den wichtigsten Outdoor-Betätigungen mit Erholungswert. Dennoch haben Städte wie Barcelona und Bilbao viel in die Rad-Infrastruktur investiert. Straßen mit mehreren Fahrstreifen mussten mindestens eine Fahrbahn in eine Richtung an Radfahrer abtreten. Spanien zählt sich im Leistungssport Radfahren zur Elite. 2019 wurden 7,5 Milliarden Euro für Sportartikel ausgegeben, davon 25 % nur für den Radsport. Laut expansion.com ist 2020 der Anteil des Radsports auf fast 48 % gestiegen. 

Beachvolleyball: Beachvolleyball hat sich an den urbanen Stränden etabliert. Eigens vorgesehene Zonen ermöglichen diesen Ganzjahressport an freier Luft an den schönsten Stadtstränden Spaniens. Universitäten, Schulen und Vereine fördern die Mitgliedschaften und organisieren Turniere.

Futsal: Das kleinere Format in der Fußballfamilie heißt in Spanien fútbol sala und wird vor allem im Großraum Madrid in Outdooranlagen gespielt. Kleine Gruppen von Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen treffen sich zum entspannenden Sport nach der Arbeit.

Spazierengehen hat sich als beliebteste, sicherste und billigste Aktivität nach den ersten Lockerungen im Sommer 2020 etabliert. Bis zu 40 % weniger Menschen nutzen in den Städten ein öffentliches Verkehrsmittel oder Taxi. Gehzeiten werden akribisch festgehalten, Gehgruppen haben sich entwickelt, Gehtechniken werden ausprobiert, Gehstrecken werden neu entdeckt, Gehgespräche geführt.

In der Stadt erlebt das Windowshopping ein Revival. Nachdem viele Geschäfte nach wie vor geschlossen sind, aber ihre Schaufenster kunstvoll geschmückt auf die Wiedereröffnung hinweisen, ist es zur After-Work-Gewohnheit geworden, auf den Boulevards zu flanieren.

Yoga und Pilates haben sich vor allem im urbanen Bereich als starke Outdoor-Aktivitäten durchgesetzt. Aufgrund der Schließung der Fitnesszentren weichen die Kursleiter*innen auf große Zonen am Strand, in Parks oder vor Museen aus. Meditatives Turnen beim Sonnenuntergang im Retiro-Park oder vor dem Tempel von Debot in Madrid, am Strand von El Cabanyal (Las Arenas) in Valencia oder vor dem Vela-Hotel in Barcelona wirkt befreiend in den belastenden Zeiten der Pandemie.

Region CEE

Wandern, Radfahren, Laufen, Bootstouren, geführte Ausflüge, Spazieren und Tagespartys im Freien – die Menschen in der Region CEE (Zentral- und Osteuropa) sind vermehrt ins Freie geströmt und viele, die sich zuvor kaum betätigten, haben diese Aktivitäten schätzen gelernt.

Kroatien

Die Kroat*innen verbringen das ganze Jahr über sehr gern viel Zeit im Freien – nicht in erster Linie mit sportlichen Aktivitäten, sondern mit gemütlichem Plaudern auf den Terrassen der Kaffeehäuser. Weil sie den Urlaub gern am Meer verbringen, sind typische Strandaktivitäten sehr beliebt. Bis das Interesse am Wandern und Radfahren bedeutend steigt, braucht es noch viel Zeit.

Polen

„Biken ist nicht alles, aber ohne Biken ist alles nichts.“

Biken (Radfahren) in die Arbeit; Biken am Wochenende; Biken, um Freunde zu besuchen; in den Urlaub zu fahren, um zu biken – alles dreht sich um das Radfahren. In der Zeit der Pandemie scheint dieses Sprichwort eine noch größere Bedeutung zu erlangen. Da die Fitnessclubs geschlossen sind, haben die Pol*innen angefangen, immer öfter zu laufen. Die Leute sind sich dessen bewusst, dass sie sich bewegen müssen, um ihr Immunsystem zu stärken. Auch der Urlaub wird für die Pol*innen aktiv – Wandern, Radfahren, Urlaub am Meer etc.

Rumänien

Laut einer Studie von Ernst & Young zu aktuellen rumänischen Verbraucher*innen glauben fast
51 % der Befragten in Rumänien, dass sie nach dem Ende der Pandemie wieder zur gleichen sportlichen Aktivität zurückkehren werden. Seit Beginn der Pandemie bemerken wir aber eine Veränderung der sportlichen Aktivitäten: Die Menschen reisen mehr quer durch Rumänien und wandern mehr in den Bergen. Gleichzeitig ist der Wohnwagenurlaub, der den Transport von Fahrrädern oder Wanderausrüstung erleichtert, immer beliebter geworden. Die Natur im Allgemeinen ist gefragter und das Bedürfnis, draußen zu sein, ist in großem Umfang zu spüren.

Leichte Sportarten in städtischen Gebieten – vom Laufen bis zum Radfahren – haben die Parks überfüllt. Gleichzeitig haben neue touristische Produkte Eingang in die lokale Touristenlandschaft gefunden – Bootstouren sind ein Beispiel für den nächsten Sommer und sind sogar bei der größten Online-Reisebüros Rumäniens im Portfolio zu finden. Verschiedene Arten von Unterkünften außerhalb von überfüllten Gebieten sind hinzugekommen – Berghütten, Hütten in der Nähe des Wassers, Rückzugsorte in der Nähe der Stadt sowie kleine Hotels, die auf Entspannung und Wellness spezialisiert sind. Auch die Dauer des Urlaubs scheint sich zu ändern: Laut dem größten Online-Reiseanbieter Rumäniens, vola.ro, werden die Urlaube im Vergleich zu früher immer länger. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit erfolgt also die Planung über einen längeren Zeitraum.

Russland

Das Fahrradfahren hat in den letzten Jahren als Freizeitsport, aber auch als Fortbewegungsart stark an Dynamik gewonnen. Das Radwegenetz wächst stetig, die Rad-Infrastruktur (Fahrradständer, Fahrradverleihe etc.) weitet sich aus. Studien belegen, dass der Fahrradverkauf im wirtschaftlichen schwierigen Jahr 2020 gewachsen ist. Als Wochenend- oder Kurzurlaubsaktivität rücken geführte Ausflüge (ein- oder mehrtägig) und Stadtführungen mit innovativem thematischem Ansatz immer mehr in den Fokus des Freizeitangebots. Gemeinsam ist diesen Aktivitäten, dass sie online ausgeschrieben und über soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, vk.com) beworben und vertrieben werden.

Slowakei

Die Pandemie hat es mit sich gebracht, dass das Radfahren eine enorme Steigerung in der Slowakei verzeichnet. Diese Aktivität ist für eine sehr breite Schicht geeignet – abhängig von der Kondition – und gibt den Menschen das Gefühl von Freiheit.

Spazieren im Grünen ist eine weitere Alternative, da man in der nahen Umgebung genügend Plätzchen finden konnte, ohne verreisen zu müssen. Wandern in den slowakischen Bergen war früher beliebt, hatte aber in den modernen Zeiten an Bedeutung verloren. Nun kehrt es aber immer stärker zurück, und das nicht nur bei der älteren Generation: Immer mehr junge Familien entdecken es neu.

Slowenien

Die Slowen*innen sind im Allgemeinen sehr sportlich, sie finden auch im eigenen Land viele unterschiedliche Outdoor-Sportarten, und das sowohl im Winter als auch im Sommer. Erwähnenswert ist, dass sich auch jene Schichten, die nicht eindeutig sportliche Aktivitäten betreiben, viel mehr bewegen. Gemütliches Radfahren und Spaziergänge im Freien gehören zum Alltag einer sehr breiten Schicht, wobei diese Tendenz auch im Urlaub spürbar wird.

Tschechien

Radfahren und Wandern sind sehr beliebt, dazu kommen – vor allem bei Familien – noch jegliche Wassersportarten.

Ukraine

Wegen der Pandemie sind im letzten Sommer neue Outdoor-Formate entstanden, die ihr Publikum rasch gewinnen konnten:

Tagespartys in frischer Luft mit Musik, Shopping, Edutainment usw. 

Leichte Entdeckungswanderungen mit kulturellem Bezug, die durch userfreundliche Apps zugänglich sind und einen Spaziergang im Kreise Gleichgesinnter mit interessanten Informationen bereichern können.

Abenteuer-Trips in die „unentdeckten“ Ecken des Landes – Neugier und Sehnsucht nach dem Neuen sind stark wie noch nie.

Ungarn

Die Ungar*innen waren vor COVID-19 definitiv die geborenen Müßiggänger: von allem ein bisschen, aber von nichts zu viel und eher gar keine Aktivitäten, die in anstrengenden Sport ausarten könnten. Wandern war jedoch immer beliebt: Nach Skifahren und alpinem Wintersport wurde Wandern an dritter Stelle erwähnt, wenn es um sportliche Aktivitäten in Österreich ging. Die beliebtesten Outdoor-Aktivitäten sind leichte Wanderungen, Spaziergänge in der Natur und Radfahren. Die Budapester*innen wählen für kürzere, spontane Ausflüge am Wochenende die um die Hauptstadt liegenden Berge und Hügel, die für Tagesausflüge oder für einen gemütlichen längeren Spaziergang ideal sind. Die Bequemeren und weniger Mobilen suchen einen grünen Platz in der Stadt (Margareteninsel, Gellért-Berg, Stadtwäldchen, Naplás-See), um ihre Sehnsucht nach Naturerlebnissen zu erfüllen. Das Gefühl, aufgrund des Virus nicht hinausgehen zu können, verstärkte den Wunsch der ungarischen Bevölkerung, Ausflüge in der Natur zu machen und Sehenswürdigkeiten in der Natur zu besuchen. Die Besucherzahlen gingen in die Höhe, einige Ausflugsziele – vor allem in Budapest und in der Nähe von Budapest – wurden zu überfüllten Reisezielen. Viele, die sich vor der Pandemie nie oder nur selten bewegt hatten, machten sich auf den Weg. Dieser Trend zeigte sich auch in Zahlen: Mehr als 20.000 neue Wanderer starteten im vergangenen Jahr eine Tour auf dem legendären Fernwanderweg „Országos Kéktúra“, der bekanntesten und beliebtesten Wanderroute Ungarns. Dies ist ein Rekord, mit einem Anstieg von 168 % im Vergleich zum Jahr 2019.

Region Asien

In Asien ist nunmehr auch das Aufkommen von Themen wie Outdoor-Sport, insbesondere Radfahren oder Trekking, und damit verbunden ein gewisses Gesundheitsbewusstsein zu beobachten.  

Arabische Länder

Bereits vor der Pandemie war bemerkbar, dass aktive Outdoor-Aktivitäten auch bei der lokalen Zielgruppe immer beliebter werden. Radwegenetze werden ausgebaut (auch mit Fokus auf E-Bikes) und die Pandemie hat ein wenig dazu beigetragen, diesen Trend zu fördern. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für das Radfahren im Stadtverkehr noch nicht wirklich vorhanden und in vielen Großstädten im Golfraum gelten Radfahrer noch immer als exotisch. Dubai ist hier am ehesten ein Vorreiter. Auch das Thema Wandern/Trekking wird populärer. Dies merkt man in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien unter anderem auch an der touristischen Erschließung diverser „Mountain Ressorts“ inklusive Wanderwegen.

China

Schon vor der Pandemie hat sich ein verstärkter Outdoor-Trend bei der urbanen chinesischen Bevölkerung abgezeichnet. Das Gesundheitsbewusstsein bzw. -bedürfnis ist durch die Krise weiter gestiegen. Einfache körperliche Betätigung wie leichtes Wandern, Laufen oder Radfahren hat in einer breiteren Bevölkerungsschicht zugenommen. Aber auch fast alle Outdoor-Sportarten, die in unseren Breiten bekannt sind, finden in China aufgrund der enormen Bevölkerungsanzahl neue Fans: Neben der steigenden Anzahl an Skifahrer*innen vor allem in Nordchina prägen verstärkt Rennradfahrer*innen das Straßenbild. Eine deutliche Zunahme gibt es bei Läufer*innen und Jogger*innen. Die Zahl an Marathonveranstaltungen und sogar Ultratrials nimmt zu. Auch mehr oder weniger leichtes Wandern ist vor allem im Rahmen von Inlandsreisen (Tibet, Xinjiang) immer beliebter.

Indien

Obwohl es einer Pandemie bedurfte, um vielen Inder*innen den Wert des Radfahrens bewusst zu machen, ist es unwahrscheinlich, dass es so alltäglich wird wie in Europa. Das Auto ist immer noch das ultimative Statussymbol, und Indien hat sich von 89 Millionen Autos im Jahr 2006 auf ca. 300 Millionen im Jahr 2020 entwickelt. Dennoch hat sich nach dem Ausbruch von COVID-19 gezeigt, dass unsere Zielgruppe aufgrund der Bewegungseinschränkungen und des eingeschränkten Zugangs zu Fitnessstudios das Radfahren als alternative Trainingsmethode eingeführt hat.

Trekking in Indien ist zwar bei Weitem nicht so kommerzialisiert wie im benachbarten Nepal, dennoch entdeckt unsere Zielgruppe gerade einige der spektakulärsten Routen der Welt im eigenen Land. Die Himalaja-Routen sind nicht alle extrem schwierig, es gibt auch relativ sanfte, kurze Pfade. Gern wird der Singalila-Nationalpark um Darjeeling erkundet. Beliebt sind Waldspaziergänge durch die mit Rhododendron bewachsenen Hänge von Sikkim und die gut begehbaren Pilgerpfade im Garhwal. Bei Südinder*innen wird Trekking in den Westghats und in den Nilgiri-Bergen immer beliebter.

Japan

Keywords wie Glamping, Workation und solo camp erfreuen sich großer Beliebtheit. In der Freizeit wird gern gewandert, aber auch Angeln scheint in der jüngeren Generation zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Ausflüge zu heißen Quellen, von den Japanern „Onsen“ genannt, sind wie immer Verkaufsschlager.

Südkorea

Camping, Glamping und Carcnic (car + picnic) sind nach wie vor sehr beliebt. Allgemein werden Plätze mit vielen Menschen gemieden. Man sucht Ruhe und Entspannung in der freien Natur, wo man ohne Maske durchatmen kann. Weiters sind noble Privatresorts bzw. Villen sehr gefragt.

Südostasien

Bereits vor der Pandemie nahm bei der urbanen Bevölkerung das Interesse an aktiver Bewegung zu und Themen wie Radfahren und Trekking wurden populärer. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass in den größten Städten in Südostasien die Zahl der High-End-Outdoorbekleidungs- bzw. -Sportgeschäfte zugenommen hat.

Taiwan

Schon bereits vor der Pandemie haben Taiwanes*innen den Ausgleich zum stressigen Stadtleben in der freien Natur gesucht, wie zum Beispiel beim leichten Wandern bzw. Spazierengehen in den Nationalparks. Seit Ausbruch der Pandemie haben diese Naturregionen nun noch mehr an Bedeutung gewonnen. Camping, Glamping und Tauchen erfreuen sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit.

Region USA/Australien

In beiden Ländern war die Bewegung im Freien immer schon Tradition. Während der Pandemie ist die Nachfrage gestiegen und so wurde auch in die Infrastruktur investiert.

Australien

Aufgrund der Wetterverhältnisse spielt sich das Leben vieler Australier*innen im Freien ab. Über
85 % der australischen Bevölkerung leben an der Küste, wodurch das Meer bei Outdoor-Aktivitäten omnipräsent ist und Wassersportarten aller Art sehr beliebt sind (Schwimmen, Fischen, Segeln, Kajaken, Surfen etc.). Aber auch Wandern (bush walking) zählt zu den beliebtesten Sportarten. Winterdestinationen bzw. Skigebiete vergrößern ihr Angebot für den Sommer. Wanderwege und Mountainbike-Strecken werden ausgebaut, um auch zu dieser Jahreszeit Besucher*innen anzulocken. Das Gesundheitsbewusstsein der Australier*innen ist sehr hoch und ist während der Pandemie weiter gestiegen. Joggen und Rennradfahren wurden beliebte Frischluft-Alternativen zum Fitnessstudio. Fahrradgeschäfte verzeichneten in den letzten Monaten einen starken Anstieg der Verkaufszahlen. Camping und Ausflüge haben seit Ende des Lockdowns wieder an Beliebtheit gewonnen. Die Nähe zur Natur und die Unabhängigkeit spielen dabei eine wesentliche Rolle.

USA

Laut Angaben der „Outdoor Industry Association“ nimmt etwa die Hälfte der US-Bevölkerung an Outdoor-Aktivitäten teil. Etwa 98 Millionen Amerikaner*innen können als moderate outdoor participants bezeichnet werden, mit etwa zehn Tagen an Outdoor-Aktivitäten im Jahr. Für etwa 52 Millionen Amerikaner*innen sind Outdoor-Aktivitäten ein wichtiger Teil ihres Lebens, indem sie mindestens wöchentlich eine Outdoor-Aktivität ausüben. Die populärsten Outdoor-Aktivitäten sind Laufen, Fischen, Radfahren und Wandern.

Auch in den USA ist während der COVID-19-Pandemie das Interesse an Outdoor-Aktivitäten bei vielen Menschen rasant gestiegen. So stiegen z. B. die Verkaufszahlen von Fahrrädern im Juni 2020 um 63 % gegenüber dem Vorjahr. Der Trend zum Fahrrad ist besonders auch in den Großstädten bemerkbar. So vermieden z. B. viele New Yorker*innen monatelang die U-Bahn und nutzten das Fahrrad zunehmend als Nahverkehrsmittel. Neben Radfahren sind speziell Wassersportarten wie Kajak-Fahren und Paddling hoch im Trend. Einhergehend mit dem verstärkten Wunsch nach Naturerlebnissen, gepaart mit Familienerlebnissen, erlebt aktuell auch Camping eine Renaissance.