Tschechische Republik Winteraussichten

Tschechische Republik: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Menschen werden müde - starke Exportabhängigkeit der Wirtschaft - Winterurlaub erwünscht, hängt aber von der Entwicklung ab - Vorteil der schnellen Erreichbarkeit - klare Informationen

Geschäfte wieder geschlossen

Der Notzustand gilt seit 5. Oktober und ist vorerst bis 20. November angesetzt, die Geschäfte (außer Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken) und Restaurants sind geschlossen. Auch alle Schulen und Universitäten sind geschlossen und haben wieder auf Online-Unterricht umgestellt. Die Zahl der positiv Getesteten ist nach wie vor sehr hoch, aber die Krankenhäuser haben noch freie Kapazitäten. Seit Anfang November kann man eine leichte Verbesserung sehen, die Kurve geht wieder leicht nach unten. Es gibt wieder einen neuen Gesundheitsminister, der keiner Partei angehört und der versucht, den Menschen Hoffnung zu geben. Die Leute sind allerdings nicht mehr so optimistisch wie im Frühjahr, sie sind müde von all den Einschränkungen und viele sehen dramatische ökonomische Folgen der Maßnahmen.

Tiefe Rezession, doch rasche Erholung in Aussicht

Nach sechs Jahren kontinuierlichen Wirtschaftswachstums durchlebt Tschechien 2020 eine abrupte und tiefe Rezession. Die tschechische Zentralbank prognostiziert für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 7 % (Europäische Kommission: -6,2 %). Vor allem der stark vom Export abhängige Autosektor wird herbe Rückgänge verkraften müssen. Doch wird auch eine rasche Erholung prognostiziert, für 2021 wird mit einem Wachstum zwischen 4 % und 5 % gerechnet. Dies hängt allerdings von der Entwicklung Deutschlands ab, des Hauptexportmarkts für Tschechien. Die dortigen positiven Entwicklungen lassen jedenfalls für die tschechische Wirtschaft hoffen.

Skiurlaub ja, eventuell kürzer

Mehr als üblich haben viele Tschechen bereits jetzt den Sommerurlaub am Meer für 2021 gebucht. Ein Grund dafür ist, dass das Geld stornierter Reisen vom Sommer 2020 in Form von Reisegutscheinen zurückerstattet wurde (das war ein Regierungsprogramm, um eine Pleitewelle der Reisebüros zu vermeiden). Die skibegeisterten Tschechen wollen einen Winterurlaub machen, aber alles hängt von den Möglichkeiten zu reisen ab. Wesentlich ist, dass Österreichs Reisewarnung, die auf großes Unverständnis in Tschechien gestoßen ist, aufgehoben wird. Derzeit warten die Leute noch ab. Aufgrund der ökonomischen Unsicherheit werden die Reisen wahrscheinlich kürzer sein, aber die Tschechen wollen auf jeden Fall zum Skifahren nach Österreich.

Image Österreichs absolut intakt

Österreich ist das beliebteste Winterurlaubsland der Tschechen, daran hat sich nichts geändert. Grundsätzlich hat sich auch das Image Österreichs nicht geändert, allerdings wird die Situation „nach Ischgl“ genau beobachtet. Sollte etwas Ähnliches noch einmal passieren (schlechte Kommunikation, weggeschickte Gäste), könnte sich das Image aber zum Negativen ändern. Es wird damit gerechnet, dass die Sicherheitsmaßnahmen strenger geregelt und auch exekutiert werden.

Ferienwohnungen sind schon jetzt bei den Tschechen die beliebteste Unterkunftsart. Diese werden voraussichtlich noch mehr nachgefragt werden. Der größte Vorteil ist, dass Österreich ein Nachbarland und somit schnell erreichbar ist (auch im Falle einer eventuell notwendigen frühzeitigen Abreise). Punkten kann Österreich vor allem mit flexiblen und kulanten Stornoregelungen.

Glaubwürdigkeit besonders wichtig

Die Tschechen sind sehr pragmatisch und möchten klare Informationen, die zwar durchaus inspirierend sein können, aber keine langen Geschichten. Es sollte klar kommuniziert werden, was die Destination „einzigartig“ macht. Es sollen auch die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen klar kommuniziert werden. Glaubwürdigkeit ist besonders wichtig. In der Bildsprache sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Berge im Bild sind und auch Skifahrer bzw. Snowboarder.