Südostasien Winteraussichten

Südostasien: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Immer noch Abschottung - Travel Bubbles - Special Tourist Visa - Rückgänge bei den Bruttoinlandsprodukten - keine Winterprodukte der Reiseveranstalter - FIT noch wichtiger in Zukunft - Kontakte halten

Trotz geringer Fallzahlen nur kleine Öffnungsschritte

In Thailand und Singapur gibt es kaum neue COVID-19-Infektionen und das Leben in den Ländern kehrt langsam zur Normalität zurück. Trotzdem gibt es nur zögerliche Anzeichen für eine Öffnung der Länder. Durch diese Abschottungspolitik leiden die jeweiligen Volkswirtschaften stark. Dies führte in Thailand zu wirtschaftlichen Problemen, die auch ein Grund dafür sind, dass es laufend zu Protesten gegen die Regierung sowie das Königshaus kommt. Gleichzeitig ist in allen Ländern weiterhin ein Nationalstolz zu erkennen, was den Umgang mit COVID-19 betrifft. In den letzten Wochen kam es zu ersten zaghaften Öffnungsschritten. Diese sind jedoch noch an viele Bedingungen gebunden. In Singapur wurden „Travel Bubbles“ mit einigen ausgewählten Ländern beschlossen. Weiters wird an eine Vereinbarung mit Deutschland für Geschäftsreisen und offizielle Besuche gedacht, die als Modell für andere europäische Länder dienen soll.
In Thailand gibt es seit Anfang Oktober das „Special Tourist Visa“ (STV). Das heißt, dass eine sehr beschränkte Anzahl an Gästen an ausgewählte Orte kommen darf. Bedingungen sind unter anderem: ein Mindestaufenthalt von 30 Tagen, 14 Tage davon Quarantäne im Urlaubsressort und mindestens drei COVID-19-Tests während des Quarantänezeitraums. Zudem ist die Anzahl der maximal ausgestellten Visa auf einige Tausend Stück beschränkt. Im Laufe der ersten drei Wochen im Oktober sind erst 39 Touristen aus China nach Thailand mit diesem Visum eingereist. In Malaysia steigt die Zahl der Fälle wieder, es kommt allerdings zu keinem weiteren Lockdown. Indonesien weist weiterhin die höchste COVID-19-Infektionsrate im Raum Südostasien auf.

Erste Öffnungsschritte

Eine erste Öffnung ist in Teilen der Region spürbar. Zumindest in Singapur wurden mit Ländern wie Brunei, China, Neuseeland, Vietnam und Australien Travel-Bubble-Vereinbarungen ausgehandelt, Verhandlungen mit Taiwan und Thailand sind am Laufen. Ebenso mit Deutschland starten erste Gespräche, die als Modell für Vereinbarungen mit anderen europäischen Staaten dienen sollen. Diese „Travel Bubbles“ in Singapur sind derzeit allerdings nicht für das touristische Reisen vorgesehen. Ein erster Versuch einer touristischen „Travel Bubble“ soll in den kommenden Monaten zwischen Hongkong und Singapur umgesetzt werden. Generell ist das Reisen in allen Staaten in Südostasien nur sehr beschränkt möglich. Das „Special Tourist Visa“ in Thailand zielt nur auf ein paar Tausend High-End-Reisende ab und bis jetzt wurde es noch kaum angenommen bzw. ausgestellt. Die Prognose im Hinblick auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Thailand lässt einen Rückgang von 7,8 % erwarten, in Singapur von mindestens 5,8 %.

Auswirkungen auf das Angebot der Reiseveranstalter

Da ein Reisen ins Ausland nicht möglich ist, werden von den Veranstaltern keine buchbaren Winterprodukte angeboten.

Zweite Welle in Europa ist Thema

Über Österreich wird nicht explizit berichtet. Die zweite Welle in Europa und der zuvor lockere Umgang in Hinblick auf die Restriktionen ist allerdings ein großes Thema in den Medien in allen Ländern. Trotzdem wird die Zielgruppe auch in Zukunft nach Europa kommen wollen. Das FIT-Reisesegment wird noch wichtiger werden. Die Kommunikation der guten Sicherheits- und Hygienestandards in Bezug auf COVID-19 im Tourismus wird ein wichtiges Thema sein, sobald das Reisen wieder möglich sein wird.

Österreich als sicheres Reiseland positionieren

Es gilt, persönlichen (digitalen) Kontakt zu den Multiplikatoren zu halten und positive, inspirierende Inhalte zu Urlaub in Österreich im Rahmen der Social-Media-Kommunikation im B2C-Bereich auszusenden. Sobald ein Reisen wieder möglich ist, gilt es, Österreich als besonders sicheres Reiseland in Bezug auf COVID-19 zu positionieren.