Südkorea Winteraussichten

Südkorea: Winteraussichten 2020/21

Februar 2021: Depressionen im Steigen – Wirtschaftshilfen erfolgreich – kein Inlandstourismus – Reisewunsch trotz Verbot– Werben um koreanische Gästeste

Ungewisse Zukunft

Die dritte Corona-Welle ist in Südkorea unter Kontrolle. Die strengen Vorsichtsmaßnahmen der Regierung zeigen die gewünschte Wirkung, die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt mittlerweile unter 500. Durch immer wieder auftretende Cluster in ganz Südkorea gibt es aber nach wie vor keine Entwarnung. Daher wird noch diskutiert, ob eine Lockerung der Regulierungen tatsächlich schon sinnvoll ist. Die koreanische Bevölkerung ist mittlerweile daran gewöhnt, überall Masken zu tragen, sich mit QR-Codes in Gebäuden etc. einzuchecken usw. Die Angst vor einer ungewissen (wirtschaftlichen) Zukunft ist dennoch sehr präsent. Den Erhebungen des „Korea Brain Research Institute“ (KBRI) zufolge stieg die Anzahl von Menschen mit Depressions- bzw. Suizidgefährdung rapide an. Der Prozentsatz der Personen mit potenzieller Depressionserkrankung stieg von 3,8 % im Jahr 2018 auf 22,1 %. 32,1 % davon befinden sich in den Dreißigern, 25,3 % in den Zwanzigern.

Nur geringes Wirtschaftsminus

Dem Internationalen Währungsfonds zufolge reagierte die südkoreanische Regierung gut auf die Auswirkungen der Corona-Krise. Mit einer negativen Wirtschaftssteigerung von 1,0 % ist die koreanische Wirtschaft deutlich weniger schwer getroffen als andere Länder. Die Konsumentenforschung der Bank of Korea veröffentlichte im Jänner darüber hinaus, dass sich die Konsumentenzufriedenheit im Vergleich zum Monat zuvor etwas steigerte, was sich mit der aktuell etwas ruhigeren Corona-Situation in Verbindung bringen lässt. In der Reiseindustrie werden hingegen weiterhin Stellen gekürzt und Betriebe verkleinert, eine Erhöhung der Arbeitslosenrote vor allem in diesem Bereich ist nicht zu verhindern.

Auch keine Inlandsreisen mehr

Mit Beginn der dritten Corona-Welle wurden vorübergehend sämtliche Werbemaßnahmen für lokales Reisen eingestellt. Viele Südkoreaner planen Reisen im Frühling und Sommer innerhalb Koreas. Da die Regierung die Reisewarnung für Südkoreaner ins Ausland bis Februar verlängert hat und darum gebeten wird, von nicht notwendigen Reisen außerhalb Südkoreas abzusehen, sind die Südkoreaner bei der Planung von Auslandsreisen aktuell sehr zurückhaltend. Der Wunsch danach, wieder reisen zu können (im eigenen Land, aber auch ins Ausland), ist allerdings weiterhin ungetrübt.

Wunsch nach Auslandsreisen

Der Wunsch, ins Ausland bzw. nach Österreich reisen zu können, ist weiterhin ungetrübt, was sich vor allem an der regen Teilnahme an Social-Media-Events wie „Memory of Austria“ zeigt. Obwohl Koreaner zurzeit keinen Restriktionen bei der Einreise nach Europa bzw. Österreich unterliegen, sind Reisen nach Österreich aufgrund der derzeitigen Entwicklungen nach wie vor kein Thema.

Kommunikation: Beispiele aus anderen Organisationen

Interessant ist immer wieder ein Blick auf andere Tourismusorganisationen und wie diese auf die Pandemie reagieren und so auch in ihrer Kommunikation auf das veränderte Verhalten der Zielgruppe eingehen:

  • PromPerú, das peruanische Tourismusbüro, hat beispielsweise seine B2B-Travel-Training-E-Learning-Plattform erneuert. Die Website enthält wertvolle touristische Informationen für die Mitarbeiter von Reiseveranstaltern. Um den Relaunch zu bewerben, wirbt peruanische Tourismusbüro mit Cash-Coupons, peruanischen Souvenirs etc.
  • Das „Mariana Tourist Office“ hat den Plänen für Reisen nach den Nördlichen Marianen (Saipan, Tinian, Rota) von Korea aus zugestimmt. Der erste Charterflug ist für Jänner geplant. Korea ist damit das erste Land, das touristisches Reisen mit Mariana wieder aufnimmt. Bevor koreanische Touristen einen Flug zu den Marianen antreten dürfen, müssen sie drei negative COVID-19-Tests absolvieren. Die Geodaten der Touristen werden während des gesamten Aufenthalts von der Gesundheitsbehörde überprüft.
  • Czech Tourism und Schweiz Tourismus konzentrieren ihr Marketing in Südkorea auf Onlineevents auf ihren Instagram-Kanälen, um Land und Kultur in den Erinnerungen der Koreaner zu behalten. Czech Tourism hat hierfür einen neuen Clip erstellt, der unter anderem auch über Influencer promotet wird.
  • Das Singapore Tourism Board ist eine dreijährige Partnerschaft mit Studio Dragon, Südkoreas größtem Scripted-TV-Studio, eingegangen, um Singapur als Destination in Südkorea durch die Produktion von koreanischen Filmen in Singapur zu bewerben. Auf diese Weise soll eine breite Zielgruppe erreicht werden.

Es gibt also vielfältige Herangehensweisen in dieser Ausnahmesituation.