Spanien Winteraussichten

Spanien: Winteraussichten 2020/21

Februar 2021: Stimmung angespannt – hohe Arbeitslosigkeit – keine komplette Erholung der Wirtschaft 2021 – großes Urlaubsbedürfnis – Umdenken in Bezug auf Reisen und Mobilität

Anstieg der Anzahl an Infektionen und geimpften Personen

Die Zahl der Infektionen steigt: Spanien erzielte mit Jänner mit 38.869 Infektionen und 195 Todesfällen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Rekord. Insgesamt gab es bereits mehr als zwei Millionen Coronafälle. Nach den neuesten Daten des Gesundheitsministeriums liegt die Inzidenz in den letzten 14 Tagen bei 492 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: 28.1.2021). Die Regierung besteht jedoch darauf, dass neuerliche Abriegelungen nicht erforderlich sind, um die negative Entwicklung der Pandemie umzukehren.

Angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen hat die autonome Gemeinschaft Kastilien und León die Regierung gebeten, die Möglichkeit zu prüfen, doch wieder regionale Abriegelungen vorzunehmen, nachdem in dieser autonomen Gemeinschaft und in anderen Ländern wie Andalusien und Galizien neue Aufzeichnungen über Infektionen gemeldet wurden.

Die Pandemie

Galizien, Navarra, La Rioja und Extremadura haben ihre Mobilitätsbeschränkungen aufgrund des Risikos einer Ausbreitung des Coronavirus verschärft. Die Autonomien versuchen, die Impfung zu beschleunigen, während die Zahl der Infektionen weiter in die Höhe schnellt. Die ersten Dosen des Moderna-Impfstoffes wurden bereits unter den Gemeinden verteilt. Trotz der Impfkampagne ist die Stimmung in der Bevölkerung sehr schlecht. Für die geselligen Spanier ist das gesellschaftliche Abstandhalten nicht mehr tragbar. Die Zahl der illegalen Partys steigt und das Verhalten gegenüber der Polizei wird zunehmend aggressiver. In manchen Bezirken in den Städten herrscht eine Ist-mir-egal-Stimmung. Die widersprüchlichen politischen Entscheidungen, vor allem was den Schul- und Universitätsbesuch betrifft, werden nicht mehr friedlich angenommen. Gleichzeitig steigt auch die politische Spannung durch die Wahlen in Katalonien am 14. Februar 2021.

Hohe Arbeitslosigkeit

Die Angst bzw. Unsicherheit um die eigene wirtschaftliche Sicherheit hängt vom Beruf ab. Besonders betroffen sind Mitarbeiter der Tourismusbranche, Kleinindustrie, Textilwirtschaft und Autobranche. Hingegen verspüren Arbeitnehmer aus der Medizin, Pharmazie, aus dem Pflegebereich, der Chemie, Pädagogik etc. keine persönliche wirtschaftliche Unsicherheit. Viele Verträge mit Kurzarbeit enden am 31. Dezember, über eine Verlängerung wird dieser Tage von der Zentralregierung abgestimmt. Die Arbeitslosenrate liegt dem Arbeitsministerium zufolge bei 22,3 % und soll sich erst 2022 bei 17,1 % einpendeln. Das BIP ist im Oktober um 5 % zurückgegangen.

Bedürfnis nach Urlaub vorhanden

Am 14. Dezember 2020 öffneten die ersten katalanischen Skigebiete. Die regionale Einschränkung an den Wochenenden schränkt die Mobilität schwer ein. Demnach geht man zurzeit unter der Woche Ski fahren. Am 18. Dezember öffneten die restlichen spanischen Skigebiete. Damit wird das Bedürfnis nach Tagen in der Natur, im Schnee und am Berg unterstrichen. Die Premium-Class-Reisenden buchte für die Tage um Silvester die sogenannten COVID-19 freien Destinationen und konsultierte dazu die Premium-Class und Luxus-Reiseagenturen. Dubai, die Malediven und Ostafrika stehen hoch im Kurs.

Alle hoffen auf eine Normalisierung bis zu den Osterfeiertagen. Allerdings sind derzeit die Inlandsreisen zu Ostern am wichtigsten. Ostern ist ein traditionelles Familienfest und nach dem Lockdown im letzten Jahr hoffen alle, dass sich die Verwandten endlich treffen dürfen. Auslandsreisen werden eher in der Sommersaison erwartet. Diese Reisen hängen sehr stark von der Entwicklung der europäischen Flugverbindungen ab.

Eine Studie von „Braintrust“ im Auftrag des spanischen Reisebüroverbandes analysierte den „Post-Covid Guest“ schlüssig und kurz: 20 % der Befragten wollen ab Juli verreisen, 49 % ab dem Moment, ab dem eine Impfung für alle möglich ist.

Der Post-COVID-Gast sucht ruhige, menschenleere Destinationen, Natur, Berg, Frischluft, Tophygiene, kleine Hotels, Privatzimmer und Landhäuser. Folgende Gästegruppen werden verreisen: die jüngere Generation, da sie nicht zur Risikogruppe zählt, die Zielgruppe mit gesichertem Einkommen und die urbane Zielgruppe. Darüber hinaus werden Reisen mit der Familie („Bubble“) unternommen werden. Folgende Destinationen wurden genannt: Frankreich, Österreich, Irland, New York, Japan, Kolumbien, Peru, Kanada, Südamerika. Nachgefragt werden Clamping in Neuseeland, Schlafen im Wald und sanfter Tourismus (Quelle: Braintrust/CEAV).

Massentourismus, ade

Die allgemeine Einstellung zu Reisen nach Österreich ist dank der konstanten Präsenz über Social-Media-Posts, -Artikel und -Berichterstattung positiv. Aber die Einstellung zur Entscheidung, eine Reise nach Österreich anzutreten, hat sich aufgrund von Corona verändert. Das hat nichts mit der Destination Österreich im Allgemeinen zu tun, sondern bezieht sich auf alle Destinationen außerhalb Spaniens.

Reisen ist mit Unsicherheit verbunden. Das Image Österreichs ist gut und positiv behaftet. Das zukünftige Urlaubsverhalten wird sich nach Beendigung der Coronakrise wieder normalisieren, wobei die EU-Destinationen sicher mehr von spanischen Gästen bereist werden als die beliebten Überseedestinationen. Die USA, Mittel- und Südamerika und Asien fallen für die spanische Reisebranche als Destinationen komplett aus.

Empfehlungen für die Tonalität der Kommunikation

Über das Thema Sicherheit bzw. Gesundheit sollte sachlich und selbstverständlich informiert werden. In einem Manifest der Reisebranche wird der Wunsch geäußert, dass alle EU-Länder einheitlich Regelungen bei Sicherheit/Gesundheit beim Reisen vorgeben und diese auch einheitlich kommunizieren würden.

Auch über die Zeit der Pandemie hinaus werden Themen wie nachhaltige Mobilität im Sinne der Entschleunigung (Zugreisen, E-Carreisen, Rad & Bahn, Gehen & Spazieren, Running...) eine große Rolle in der Kommunikation vor allem für Medien in der Reisebranche spielen. Jetzt schon finden hochwertige inspirative Geschichten mit Unterhaltungs- und Bildungswert (Traditionen, Bräuche, Anekdoten bzw. Geschichten mit Augenzwinkern) hohe Awareness.