Spanien Winteraussichten

Spanien: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Nächtliches Ausgangsverbot - Alarmzustand für 6 Monate - hohe Arbeitslosigkeit - Urlaub nach der Krise - inspirierende Inhalte und keine Corono-Kommunikation

Schlechte Stimmung

Nach einem kurzen Aufatmen in den ersten Oktobertagen kam die ernüchternde Realität zurück. Die Zahl der Infektionen ist im gesamten Gebiet, mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, gestiegen. Die Zentralregierung übergab die Entscheidungsfreiheit über die anzuwendenden Maßnahmen an die regionalen Regierungen, was zur Verwirrung führte. Die Bürger sind sich nicht im Klaren darüber, was sie dürfen und was nicht. Die soziale Stimmung ist an einem Tiefpunkt angekommen. Regionale Notstände mit Eingrenzung der Bewegungsfreiheit zwischen den einzelnen Regionen sollten die Verbreitung auf dem Festland eindämmen. Dort, wo keine zufriedenstellenden regionalen Schritte gesetzt wurden, wie es in der Autonomen Gemeinschaft Madrid der Fall war, schritt die Zentralregierung ein und verordnete eine allgemeine Sperre. Derzeit herrscht im gesamten Staatsgebiet (mit Ausnahme der Kanarischen Inseln) ein nächtliches Ausgangsverbot. Restaurants und Bars dürfen nur mit verringerten Kapazitäten und unter Einhaltung von strengen Maßnahmen, die ein wirtschaftliches Überleben nur schwer ermöglichen, öffnen. Die Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe und der Hotellerie steigt rasant. Man muss bedenken, was für die familienliebenden Spanier die Streichung der Reisefreiheit zuerst zu Ostern und jetzt zu Allerheiligen bedeutet. Madrid ist für diese Zeit so gut wie geschlossen. In Katalonien wird ein „Hausarrest“ an Wochenenden überlegt. Widersprüchliche Entscheidungen der Behörden und unendliche politische Diskussionen kommen hinzu.

Die allgemeine Stimmung ist sehr schlecht. Immer öfter werden Demonstrationen gegen die Maßnahmen organisiert. Man will einfach wieder Freiheit. Auch wenn ein Großteil der Menschen dennoch versteht, dass weitreichende Einschränkungen nötig sind, fehlt es an Klarheit in der Kommunikation. Es gibt in Spanien derzeit nichts, was die Leute positiv stimmen würde. Und man befürchtet, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Das Parlament hat auf Vorschlag der Regierung den Alarmzustand, mit dem weitreichende Rechte beschnitten werden dürfen, für sechs (!) Monate festgelegt. Auch die große Herausforderung der Weihnachtszeit steht noch bevor. Wir können nur hoffen, dass die Maßnahmen greifen und es zu einer Lockerung der Sperren kommt. Ob es wirklich so ist, wird man im Laufe des Novembers sehen.

Die Zahlen zeigen nüchtern die Realität

Die Prognose der Arbeitslosenrate geht in Richtung 22 %. Die spanische Wirtschaft wird 2020 und 2021 einen harten Einbruch erleiden. Folgende Sektoren sind schwer betroffen: Autoindustrie, Tourismus, Bauwirtschaft und Freizeitwirtschaft. Einige Sektoren sind weniger betroffen bzw. erfahren sogar einen leichten Aufschwung: Landwirtschaft (Produktion und Vertrieb), Pharmazie und Chemie. Die Prognosen für die Entwicklung des spanischen Budgetdefizits liegen bei 14,4 % des BIP. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr minus 5,2 % (Quellen: Zentralregierung, El País und Bankinter).

Bedürfnis nach Urlaub vorhanden

Grundsätzlich ist das Urlaubsinteresse vorhanden. Das Bedürfnis nach einem Urlaub im Winter ist sowohl über Anfragen im Social-Media-Bereich wie auch seitens der Reisebüros und Medien spürbar. Dennoch sind sich die Spanier bewusst, dass eine Reise ins Ausland mit einem hohen Risiko verbunden ist. Aber man sehnt sich nach einer Reise.
Die definierte Zielgruppe bzw. die breite Mittel- und Oberschicht werden sich einen Urlaub nach der Krise leisten können bzw. planen diesen ein. Schwierig wird die Urlaubsplanung für die starke Arbeiterklasse und für Arbeitnehmer, die von Massenkündigungen betroffen sind: Hoteliers, Kettenrestaurantbetreiber, Kultur- und Themenparkbetreiber, Angestellte von Reisebüroketten und Reiseveranstaltern usw. sind um ihre finanzielle Situation besorgt.

Massentourismus ade

Die allgemeine Einstellung zu Reisen nach Österreich ist dank der konstanten Präsenz über Social-Media-Posts, -Artikel und -Berichterstattung positiv. Aber die Einstellung zur Entscheidung, eine Reise nach Österreich anzutreten, hat sich aufgrund von Corona verändert. Das hat nichts mit der Destination Österreich im Allgemeinen zu tun, sondern bezieht sich auf alle Destinationen außerhalb Spaniens.

Reisen ist mit Unsicherheit verbunden. Das Image Österreichs ist gut und positiv behaftet. Das zukünftige Urlaubsverhalten wird sich nach Beendigung der Coronakrise wieder normalisieren, wobei die EU-Destinationen sicher mehr von spanischen Gästen bereist werden als die beliebten Überseedestinationen. Die USA, Mittel- und Südamerika und Asien fallen für die spanische Reisebranche als Destinationen komplett aus.

Kommunikation: online

Inspirierende Inhalte sind am wichtigsten. Die Leute können COVID-19-Kommunikation nicht mehr hören und sehen.